powered by <wdss>
Aktuell

Vorbereitung auf Klimawandel

Klimaforscher rufen zu Vorbereitung auf Flut und Dürre auf

epo.de, 26. Juni 2008

Hamburg. - Nach Ansicht führender Forscher müssen die Staaten weltweit konkrete Maßnahmen zur Vorbereitung auf die Folgen des Klimawandels einleiten. Die derzeit breit diskutierte Senkung des CO2-Ausstoßes reiche nicht, um sich gegen den Klimawandel zu wappnen. "Eine Klimapolitik, die sich der CO2-Vermeidung unter Missachtung jedes Anpassungsdrucks verschreibt, ist eine verantwortungslose Klimapolitik", schreiben der Klimaforscher Hans von Storch und der Soziologe Nico Stehr in einem Manifest zum Klimaschutz, das der Wochenzeitung DIE ZEIT vorliegt.

Dass noch immer kaum darüber gesprochen wird, wie im Alltag auf den Klimawandel reagiert werden kann, führen die beiden Wissenschaftler vor allem auf das schlechte Image der Anpassung zurück: "In der öffentlichen Diskussion wird bis auf den heutigen Tag nur die Vermeidung als tugendhaft dargestellt, selbst wenn sie sich meist auf rein symbolisches Tun wie autofreie Sonntage beschränkt."

Auch den Menschen in Entwicklungsländern, die besonders vom Klimawandel betroffen seien, helfe Unterstützung bei Anpassungsmaßnahmen, etwa beim Bau von Flutschutzanlagen, mehr als die Vermeidung von CO2-Emissionen, sagte Klimaforscher von Storch: "Wir können nicht die Gefahr, dass in Bangladesch Menschen ertrinken, dadurch bekämpfen, dass wir weniger Auto fahren."


Donnerstag, 26. Juni, 20:16 Uhr

Flucht vor der Hitze - Pflanzen erobern Hochlagen

Washington (dpa) - Der Klimawandel treibt die Pflanzen der westeuropäischen Wälder in immer höher gelegene Gebiete. Um den steigenden Temperaturen zu entkommen, sind die Pflanzen pro Jahrzehnt bereits um durchschnittlich 29 Meter nach oben geklettert.

Das berichtet ein französisch-chilenisches Forscherteam im US-Fachjournal «Science» (Bd. 320, S. 1768). Die deutlichsten Höhenverschiebungen seien bei schnell wachsenden Pflanzenarten festzustellen sowie bei solchen, die ausschließlich im Gebirge vorkommen.

Jonathan Lenoir vom Laboratoire d`Etude des Ressources Forêt-Bois in Nancy und seine Mitarbeiter hatten das Höhenvorkommen von insgesamt 171 Pflanzenarten in sechs Waldgebieten Westeuropas untersucht, unter anderem in den Alpen, den Nordpyrenäen und den Vogesen. Sie verglichen, in welcher Höhe sich die meisten Pflanzen einer Art im Zeitraum zwischen 1905 und 1985 fanden, und in welcher Höhe zwischen 1986 und 2005.

Insgesamt habe sich bei mehr als zwei Dritteln aller untersuchten Arten der optimale Wachstumsort gegen Ende des 20. und am Anfang des 21. Jahrhunderts nach oben verschoben. Pflanzen mit ähnlichen ökologischen Ansprüchen zeigten dabei ähnliche Höhenveränderungen. Die Wissenschaftler fanden in ihrer Untersuchung auch eine Bestätigung der Theorie, dass Pflanzen höher gelegener Gebiete sensibler auf die Klimaerwärmung reagieren. So sei das ausschließlich im Gebirge vorkommende Birngrün (Orthilia secunda) höher gewandert als die weit verbreitete Einbeere (Paris quadrifolia).

Auch die Annahme, dass sich bei Gewächsen mit einem kurzen Generationswechsel stärkere Veränderungen feststellen lassen, bestätigten die Wissenschaftler: Schnell wachsende Pflanzen wie das Rundblättrige Labkraut (Galium rotifundum) fanden sich im zweiten Untersuchungszeitraum weiter oben als etwa die Echte Mehlbeere (Sorbus aria), ein langsam wachsender Baum.

Für die beobachteten Veränderungen seien mit großer Wahrscheinlichkeit die steigenden Temperaturen infolge des Klimawandels verantwortlich, schreiben die Wissenschaftler. Andere Faktoren, wie veränderte Regenfälle oder höhere Kohlendioxid-Werte in der Atmosphäre erklärten die Beobachtungen nicht. Es sei davon auszugehen, dass die Veränderungen im Wachstumsort einzelner Pflanzen auch das Ökosystem insgesamt beeinflussten. In welcher Weise und wie stark, müssten weitere Untersuchungen zeigen.


Donnerstag, 26. Juni, 18:46 Uhr

Brüssel einigt sich auf Emissionshandel im Luftverkehr

Berlin/Brüssel (AP) Nach monatelangen Debatten hat sich die EU auf einen Kompromiss für mehr Klimaschutz im Luftverkehr geeinigt. Dieser soll ab 2012 in den Emissionshandel einbezogen werden, wie das Bundesumweltministerium am Donnerstag in Berlin erklärte. Dann sollen 15 Prozent der Zertifikate versteigert werden, die Menge kann im Rahmen der Verhandlungen zum Klimapaket der EU erhöht werden. Damit werden die ursprünglichen Ziele deutlich verfehlt. Sie hatten um ein Mehrfaches höher gelegen.

Auf den Kompromiss verständigten sich am Donnerstag Europäischer Rat, Parlament und Kommission. «Diese Einigung ist ein großer Erfolg: Ab 2012 werden auch für den Flugverkehr, dessen Treibhausgas-Emissionen steil ansteigen, verbindliche Regeln zum Klimaschutz verankert», erklärte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel.

Erstmals werde eine Obergrenze für die Emission von Treibhausgasen festgelegt, der Einstieg in die Versteigerung der Emissionsrechte sorge für einen funktionierenden Emissionshandel. «Die Einnahmen fließen den Mitgliedstaaten zu und sollen für Klimaschutzmaßnahmen eingesetzt werden», sagte der SPD-Politiker.

Zunächst soll die Emissionsobergrenze bei 97 Prozent des Durchschnitts der Emissionen der Jahre 2004 bis 2006 liegen. Ab 2013 ist eine Absenkung auf 95 Prozent vorgesehen, es soll jedoch überprüft werden, ob die Gesamtmenge weiter abgesenkt wird.

Über die Verwendung der Auktionseinnahmen entscheiden die Mitgliedstaaten, eine Reihe von Zwecken, vor allem im Bereich des Klimaschutzes, werden jedoch empfohlen und durch eine Berichtspflicht transparent gemacht.

Der Kompromiss liege nahe an der von der Bundesregierung in den Verhandlungen vertretenen Position, teilte das Bundesumweltministerium weiter mit. Nach der Einigung habe die Branche nun Planungssicherheit und kenne die Rahmenbedingungen für zukünftige Investitionen. Mit dem Emissionshandel hätten Gesellschaften mit modernen Flugzeugen, die in geringerem Umfang Treibhausgase ausstießen, gegenüber den Wettbewerbern Vorteile. Dies gelte etwa für die Lufthansa.







» zurück
 

Druckversion






































21.10.08 14:15 - 15:00
hr: Amazonien am Rhein

21.10.08 20:15 - 21:00
WDR: Yellowstone - Bären, Bisons, Wölfe

22.10.08 22:30 - 23:00
SWR: Das bedrohte Paradies - Afrikas Süden vertrocknet

23.10.08 15:15 - 16:00
rbb: Gequältes Paradies - Das Naturreservat Bosawas in Nicaragua

15.10.08 13:30 - 14:15
hr: Die Büffel-Polizei

28.10.08 14:15 - 15:00
hr: Lebensraum Mittelamerika (2/3): Tropische Wälder in Mexiko

22.10.08 20:15 - 21:00
NDR: Schwedens Bären - Geliebt und gehasst

12.10.08 17:15 - 18:00
SWR: Schatzkammer Madagasar

24.10.08 11:30 - 12:15
NDR: Dem Biber auf der Spur

29.10.08 14:15 - 15:00
hr: Lebensraum Mittelamerika (3/3): Regenwald in Guatemala

16.10.08 03:35 - 04:20
phoenix: Tropenfieber (1/3): Die Eroberung des Amazonas

12.10.08 23:30 - 00:15
phoenix: Kongos verfluchter Schatz - Das schmutzige Geschäft mit dem Coltan

12.10.08 15:30 - 16:15
3sat: Zucker für den Affen