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Aktuell
WWF-Jahresbericht
Trotz Rekorden: Ärmel hochkrempeln
WWF-Jahresbericht für 2007: Weiter Wachstum bei Förderern und Spendeneinnahmen
WWF-Pressemitteilung, 8.7.08
Beim WWF Deutschland geht es weiter bergauf: Die Fördereranzahl stieg bis Ende 2007 im Vergleich zum Vorjahr um 6,5 Prozent auf 345.000 Menschen (2006: 324.000), die Einnahmen erhöhten sich sogar um 17 Prozent auf 31,9 Millionen Euro. Damit unterstützten den WWF so viele Menschen wie nie zuvor, und das Budget überstieg erstmals in der 45-jährigen Geschichte der Organisation die 30-Millionen-Euro-Grenze. Zu diesem Erfolg trugen im vergangenen Jahr 127 fest angestellte Mitarbeiter an den Standorten Berlin, Frankfurt, Hamburg sowie in den Projektbüros Stralsund, Husum, Dessau und Mölln bei.
„Die Erde braucht weiterhin so tatkräftige Anwälte der Natur wie den WWF, um die Interessen des Umweltschutzes vehement zu vertreten und die Folgen des Klimawandels zu mildern. Wir freuen uns, dass wir immer mehr Menschen davon überzeugen können, unsere weltweiten Naturschutzprojekte zu unterstützen“, zeigt sich WWF-Geschäftsführer Eberhard Brandes angesichts des positiven Jahresabschlusses zufrieden. Trotz des Rekordjahres 2007, das laut Brandes als „Klimaschutz-Jahr in die Geschichte“ eingehen wird, warnt er davor, die Hände in den Schoß zu legen: „Wir werten das Vertrauen unserer Förderer als Ansporn die Ärmel noch weiter hochzukrempeln – damit unsere Kinder und Enkel einen lebenswerten Planeten mit erträglichem Klima und einer atemberaubenden Artenvielfalt vorfinden. Es liegen noch gewaltige Aufgaben vor uns.“
Mit 2007 ging für den WWF Deutschland ein Jahr zu Ende, das ganz im Zeichen des Klimawandels stand: Dass die G8-Staaten ihn auf ihrem Gipfel in Heiligendamm zum Topthema machten, war für die Umweltschützer Anlass, die bereits intensive Lobbyarbeit noch weiter auszubauen und durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit die Leitplanken für einen Politikwechsel zu setzen. „Wir halten den Klimawandel für eine der größten Herausforderungen des Jahrhunderts. Deshalb setzen wir weiter alles daran, um die schlimmsten Folgen noch rechtzeitig abzuwenden. Dazu darf die Temperatur nur um bis zu zwei Grad Celsius gegenüber vorindustriellen Werten steigen“, formuliert Brandes das Hauptziel des WWF.
Ein weiterer Schwerpunkt war der verstärkte „klassische“ Naturschutz für eine der wichtigsten Klimaanlagen des Planeten - den größten Tropenwaldblock der Erde im brasilianischen Amazonasbecken. Dort unterstützt der WWF das umfassendste Regenwaldschutzprojekt aller Zeiten: Die brasilianische Regierung will gemeinsam mit dem WWF und anderen Partnern bis 2012 ein Netz aus Schutzgebieten schaffen, das so groß ist wie Spanien. Die Hälfte ist bereits geschafft. Um auch die deutsche Öffentlichkeit für die Rettung Amazoniens zu mobilisieren, warb der WWF mit einer bundesweiten Kampagne erfolgreich um Unterstützung.
Höchste Ehrung für den Schützer von Flüssen und Auen
Prof. Dr. Emil Dister vom WWF-Auen-Institut an der Universität Karlsruhe erhielt am 8. Juli 2008 das Bundesverdienstkreuz am Bande
WWF Pressemitteilung, 9.7.08
Der WWF Deutschland gratuliert seinem langjährigen Mitarbeiter Professor Emil Dister vom WWF-Auen-Institut an der Universität Karlsruhe: Der Naturschutzexperte wurde am Dienstagabend (8. Juli 2008) in der Badener Halle in Rastatt vom Minister für Ernährung und Ländlichen Raum Peter Hauk mit dem Verdienstkreuz am Bande geehrt. Dister (geboren 1949 in Herrnsheim bei Worms) erhielt die Auszeichnung für seinen jahrzehntelangen Einsatz für den Schutz von Flüssen und Auen in Deutschland und Europa sowie für sein Wirken in Forschung und Lehre.
Emil Dister war bereits ein von Wissenschaft und Politik gleichermaßen geschätzter Spezialist für die Ökologie von Auen- und Flusslandschaften, als die großen „Jahrhundertfluten“ an Oder und Elbe noch in ferner Zukunft lagen: Seit den frühen 1980er Jahren setzte sich der Auen-Ökologe beim WWF Deutschland für den Schutz besonders sensibler Gebiete und gegen die weitere Verbauung von Flüssen ein.
Als Leiter des 1985 gegründeten WWF-Auen-Instituts in Rastatt kämpfte er in den vergangenen zwei Jahrzehnten gemeinsam mit einem etwa 10-köpfigen Team für die Renaturierung an Rhein, Loire, Elbe, Oder und Donau. Mit großem persönlichen Einsatz warb er bei Politikern auf Landes- und Bundesebene unermüdlich dafür „den Flüssen mehr Raum zu geben“. Besonders gefragt war seine Expertise bei den großen Hochwasserkatastrophen an Rhein (1993, 1995), Oder (1997) und Elbe (2002). „Als das Wasser in die Wohnstuben drang, wurde allen Menschen klar: Wer die Natur mit Füßen tritt, braucht verdammt hohe Gummistiefel“, erinnert sich Dister an die besonders aufregenden Zeiten seiner bisherigen Laufbahn. Heute zieht Dister ein weiterhin kritisches Resümee der Hochwasserpolitik: „Man ist heute vielleicht eher sensibilisiert für die verheerenden Folgen der jahrhundertelangen verkehrten Flusspolitik, aber immer noch wird in Deutschland und Europa viel zuwenig Geld in die Renaturierung von Flüssen und Auen investiert.“ Seit 2004 ist das WWF-Auen-Institut an der Universität Karlsruhe angesiedelt. Weiterhin von Rastatt aus arbeitet Emil Dister mit seinen Mitstreitern an konkreten Projekten in Deutschland, Österreich, Ungarn, Rumänien und Frankreich zur Entwicklung der großen Flüsse und ihrer Auen.
Emil Dister ist verheiratet und Vater von zwei Kindern. Vor ihm konnte bislang erst ein weiterer WWF’ler das Bundesverdienstkreuz in Empfang nehmen: Im Dezember 2006 war der langjährige ehemalige WWF-Präsident Carl-Albrecht von Treuenfels für sein Naturschutzengagement ausgezeichnet worden.
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