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Planet ohne Affen

Dienstag, 5. August, 18:49 Uhr

Fast die Hälfte aller Primatenarten vom Aussterben bedroht

Paris (AFP) - Die Zukunft sieht für viele Affenarten düster aus: Fast die Hälfte aller Primaten sind vom Aussterben bedroht, wie aus der jüngsten Studie der Internationalen Naturschutzunion (IUCN) hervorgeht. Nach Angaben von Wissenschaftlern stehen 300 von 634 Arten auf der Roten Liste für bedrohte Tiere. Dabei machen laut der Untersuchung vor allem die Zerstörung der Regenwälder und die zunehmende Jagd auf Primaten, dem Tierbestand zu schaffen.

"Wir haben bereits seit Jahren Bedenken geäußert, dass die Primaten in Gefahr sind, aber nun haben wir haltbare Daten", sagte IUCN-Vertreter Russell Mittermeier. Die Lage sei viel ernster als gedacht.

Vor allem die Situation in Südostasien sei "erschreckend", sagte der stellvertretende Chef des IUCN-Artenprogramms, Jean-Christian Vie. 90 Prozent der Affenarten in Vietnam und Kambodscha seien in Gefahr, sie würden vor allem gejagt, um für Medikamente chinesischer Medizin verarbeitet zu werden. In ganz Asien seien 70 Prozent der Primaten vom Aussterben bedroht. Eine derartige Bedrohungslage sei weltweit einzigartig, sagte Vie weiter.

Auch für Afrika zeichnet die IUCN ein deprimierendes Bild: Elf von 13 Stummelaffenarten seien dort bedroht. Diese kleinen Affenarten drohen nach IUCN-Angaben noch eher auszusterben als größere Vertreter wie die Gorillas oder Bonobos, die aber ebenfalls stark gefährdet sind. IUCN-Vertreter fordern deshalb einen sofortigen Stopp der Jagd auf Primaten und einen effektiveren Schutz ihrer Lebensräume.

Laut der Studie gibt es aber nicht nur schlechte Nachrichten. So hätten sich einige Primatenarten bereits dank Erhaltungsprogrammen erholen können. In Brasilien seien zwei Tamarinarten erfolgreich vor dem Aussterben bewahrt worden. Auch die Berggorillas haben sich laut IUCN wieder vermehrt im geschützten Hochland von Ruanda, Uganda und der Demokratischen Republik Kongo und könnten bald von "vom Aussterben bedroht" auf "gefährdet" heruntergestuft werden. An der IUCN-Studie haben sich mehr als 10.000 Wissenschaftler aus aller Welt beteiligt.







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