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Brutale WWF-Wildhüter? (5)

WWF von dritter großer Enthüllungsrecherche betroffen

Survival International Deutschland e.V. Pressemitteilung, 3.6.19

Eine neue TV-Recherche hat weitere Enthüllungen über die Misshandlung lokaler Anwohner*innen in Naturschutzprojekten, in die der WWF verwickelt ist, ans Licht gebracht. Es ist bereits die dritte größere Enthüllungsrecherche in diesem Jahr, seit Survival International auf die Finanzierung eines rechtswidrigen Naturschutzprojektes durch den WWF aufmerksam gemacht hat.

In dem Beitrag „Forest of Fear“, der am 31. Mai 2019 in Großbritannien ausgestrahlt wurde, untersucht ein Fernsehteam das Vorhaben des WWF, ein Schutzgebiet im Kongo gegen den Willen der lokalen Bevölkerung zu gründen. „Etwas ist hier sehr schief gelaufen“, sagte der Reporter Ade Adepitan nach einem Interview mit den Baka, die im Gebiet des geplanten Schutzgebietes Messok Dja leben.

Survival International setzt sich in Partnerschaft mit den Baka dafür ein, das Vorhaben – dem die Baka nicht zustimmen und das daher illegal ist – zu stoppen.

Der Direktor von Survival International, Stephen Corry, sagte heute: „Der Beitrag liefert neue Beweise für das, was Survival seit Jahren sagt. Die Aktivitäten des WWF finanzieren Misshandlungen und Einschüchterung. Vom Kongo bis Indien ist es die gleiche Geschichte: Indigenen Völkern wird ihr Land geraubt und sie werden im Namen des 'Naturschutzes' unerbittlich verfolgt.“

„Diese veraltete Ideologie von Naturschutz im kolonialen Stil zerstört Millionen von Menschenleben und wird oft in Partnerschaft mit genau den Unternehmen durchgeführt, die die Regenwälder der Welt vernichten. Diese Art von Naturschutz rettet weder die Regenwälder noch die legendären Arten, mit denen große Naturschutzorganisationen seit Jahrzehnten für sich werben.“

„Aber diese Ideologie ist so fest verwurzelt und die Interessen so mächtig, dass es einen globalen Aufschrei braucht, um sie zu ändern. Wir kämpfen für die Dekolonisierung des Naturschutzes, für indigene Völker, für die Natur und für die gesamte Menschheit.“


WWF unterstützt Sterilisationsprogramme und „Schießbefehl“, zeigt investigative Recherche

Survival International Deutschland e.V. Pressemitteilung, 17.5.19

Eine schockierende Recherche des niederländischen Fernsehens hat ergeben, dass der WWF an Sterilisationsprogrammen rund um indische Nationalparks beteiligt ist.

Die äußerst umstrittene Politik zur Verringerung der Bevölkerung in der Nähe von Schutzgebieten wurde von Survival Internationals Direktor Stephen Corry als „absolut unethisch“ verurteilt: „Können Sie sich vorstellen, dass der WWF die Sterilisation von Menschen in Nationalparks in Europa oder den USA fördert? Die Tatsache, dass er es in Indien und Afrika für akzeptabel hält, ist Rassismus, ganz einfach.“

Die Recherche des TV-Senders hat auch Beweise dafür aufgedeckt, dass WWF-Mitarbeitende nicht nur von einer sogenannten „Shoot-on-Sight“-Politik wussten – die den Ausdruck „die Unerwünschten töten“ nutzt – , sondern auch keinen Versuch unternahmen, sie zu ändern.

Ebenfalls Teil des Beitrags waren Ranger im berüchtigten Kaziranga-Nationalpark in Indien, die erklärten, dass sie immer noch befugt seien, bei Sichtkontakt auf Menschen zu schießen, obwohl die Regierung leugnet, dass es eine solche „Shoot-on-Sight“-Politik gibt.

Der TV-Bericht mit dem Titel „Die Opfer des WWF“ wurde gestern Abend in Zembla ausgestrahlt, dem wichtigsten investigativen TV-Programm der Niederlande.

Der WWF-Niederlande sagte ein Interview für den Beitrag ohne Begründung ab. Er ist auch einer der Hauptförderer des geplanten Schutzgebiets Messok Dja in der Republik Kongo, das ohne die Zustimmung der lokalen Bevölkerung vorangetrieben wird. Messok Dja war kürzlich Gegenstand von weiteren Enthüllungen der Nachrichtenseite Buzzfeed.

Survival International setzt sich seit Jahrzehnten gegen Menschenrechtsverletzungen im Namen des Naturschutzes ein und wendet sich nun an WWF-Botschafter*innen und Prominente, um Kommentare einzuholen.

Die rund 100 Millionen Indigenen Indiens, die als Adivasis bekannt sind, haben in den letzten Monaten zwei schwere Rückschläge erlebt:
  • Ein kürzlich ergangenes Urteil des Obersten Gerichtshofs, das derzeit ausgesetzt ist, ordnet die Vertreibung von bis zu 8 Millionen Indigenen aus Indiens Wäldern an.
  • Letzten Monat sind Pläne der Regierung an die Presse gelangt, den Indian Forest Act zu ändern. Die Pläne beinhalten ein umfangreiches Programm zur Militarisierung der indischen Wälder sowie die Möglichkeit, bestehende Adivasi-Landrechte aufzuheben. Des weiteren soll Mitarbeitenden der Forstbehörde erlaubt werden auf Menschen zu schießen, während sie gleichzeitig praktisch immun gegen Strafverfolgung sind.
Indigene Völker in Indien, Brasilien und Kolumbien stehen an vorderster Front dessen, was Aktivist*innen als „den größten globalen Angriff auf die Rechte indigener Völker seit fünfzig Jahren" bezeichnet haben.

Stephen Corry sagte heute weiter: „Jeder Monat scheint neue Enthüllungen darüber zu bringen, wie weit der WWF bereit ist zu gehen, um 'Festungsnaturschutz' zu fördern.“

„Shoot on sight, Sterilisationsprogramme für Dorfbewohner*innen in der Nähe von Nationalparks – das sind Zeichen einer Bewegung, die ihren Sinn für Ethik völlig verloren hat, während sie eine kompromisslos menschenfeindliche Agenda verfolgt.“

„Es ist tragisch für die unschuldigen Menschen, die Ziel dieser Misshandlungen werden – und langfristig völlig selbstzerstörerisch für den Naturschutz.“




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