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Aktuell

Holznutzung in der Schweiz

Internationaler Tag des Waldes im Zeichen der verstärkten Holznutzung

BAFU Pressemitteilung, 18.3.08

Bern - Der 21. März ist der Internationale Tag des Waldes. Er soll die vielfältigen Bedeutungen und Nutzen des Waldes einer breiten Öffentlichkeit näher bringen. In der Schweiz liegt der thematische Schwerpunkt in diesem Jahr auf der verstärkten Holznutzung.

Während vieler Jahre wurde nur ein Teil des jährlich zuwachsenden Holzes aus Schweizer Wäldern genutzt. In den letzten beiden Jahren hat die Holzindustrie ihre Verarbeitungskapazitäten erhöht, und auch die Holzenergie hat wieder an Bedeutung gewonnen. Die Nachfrage nach der klimaneutralen Ressource Holz und damit auch die sichtbare Nutzung haben stark zugenommen. Noch wird allerdings das nachhaltig nutzbare Potential nicht ausgeschöpft.

Die vermehrte Holznutzung in Schweizer Wäldern beschäftigt die Bevölkerung; regelmässig erhalten die Behörden in Bund und Kantonen diesbezügliche Reaktionen von Bürgerinnen und Bürgern. Dies ist durchaus verständlich: Nach Jahren der Unternutzung ist der Holzschlag im Wald für viele Menschen kein vertrautes Bild mehr. Umso wichtiger ist es deshalb, die Hintergründe und Vorteile einer vermehrten Holznutzung anschaulich zu erklären und gleichzeitig in Erinnerung zu rufen: Der Wald in der Schweiz ist streng geschützt und nimmt bei korrekter Ernte durch die Mehrnutzung keinen Schaden. Im Gegenteil: die Verjüngung ist gut für die Natur.

Im Rahmen des Internationalen Tages des Waldes möchte das BAFU die Bevölkerung für die verschiedenen Waldfunktionen sensibilisieren und Aufklärungsarbeit im Sinne eines nachhaltigen Umgangs mit der Ressource Wald leisten. Dazu erarbeitet das Förderprogramm holz21 des BAFU eine Informationsbroschüre, die ab Sommer 2008 über die kantonalen Forstdienste und interessierte Branchenverbände an die breite Öffentlichkeit verteilt werden kann. Gleichzeitig ruft das BAFU Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer, Forstdienste und Forstunternehmen auf, bei geplanten Holzschlägen die Bevölkerung über Sinn und Zweck zu informieren und so Akzeptanz für Waldnutzung zu schaffen.

Holzförderung im Rahmen der Ressourcenpolitik Holz

Das BAFU befürwortet eine verstärkte Holznutzung in der Schweiz. Zusammen mit anderen Bundesämtern, den Kantonen und mit der Wald- und Holzwirtschaft erarbeitet das BAFU momentan eine Ressourcenpolitik Holz. Sie bildet die Grundlage für Massnahmen, die ab 2009 das auslaufende Förderprogramm holz 21 ersetzen sollen. Mit holz 21 wurden Grundlagen bereitgestellt, um den einheimischen Rohstoff Holz vermehrt zu nutzen; die Ressourcenpolitik Holz will nun darauf aufbauen. Konkret sollen das nachhaltig nutzbare Holzpotential der Schweizer Wälder ausgeschöpft und der Holzanteil bei Ein- und Mehrfamilienhäusern markant gesteigert werden.

Holznutzung hat positive Auswirkungen

Eine verstärkte Holznutzung hat zahlreiche positive Auswirkungen: Sie stellt nicht nur die nachhaltige Produktion der erneuerbaren Ressource Holz sicher, sondern schafft auch einen besseren Lebensraum für lichtliebende Arten im Wald wie Schmetterlinge und Pionierpflanzen. Zudem leistet sie einen Beitrag zu einem stabileren Schutzwald.

Ein Holzschlag kann das gewohnte Waldbild kurzfristig stark verändern. Die Vegetation erholt sich davon aber sehr rasch. Schon innerhalb eines Jahres besiedeln Krautpflanzen die Schlagflächen, und bald füllen auch junge Bäume die Lücken auf. Der Wald als Ökosystem ist zu keiner Zeit in Gefahr; er wird durch ein strenges Waldgesetz geschützt. Gut ausgebildete Fachleute stellen zudem eine angemessene Bewirtschaftung sicher.

Klimaschutz dank Holznutzung

Die vom BAFU und seinen Partnern angestrebte, verstärkte Holznutzung hat auch einen positiven Effekt auf die CO2-Bilanz, wie eine im Januar 2008 veröffentlichte BAFU-Studie zeigte. Wird das im Wald nachwachsende Holz nachhaltig genutzt und zuerst als Bau- und anschliessend als Brennstoff verwendet, lassen sich jährlich 6 bis 8 Mio. Tonnen CO2-Emissionen aus anderen Bau- und Brennstoffen einsparen. Längerfristig kann so ein grösserer CO2-Reduktionseffekt erzielt werden, als durch die reine Senkenwirkung des Waldes. Zudem verhindert eine laufende Nutzung des Holzzuwachses eine Überalterung des Waldes, die hinsichtlich seiner Schutzfunktion, der Artenvielfalt wie auch der CO2-Bilanz kontraproduktiv ist.

Vielfältige Aktionen

Neben dem BAFU ist eine Vielzahl weiterer Akteure aus dem Wald- und Holzsektor aktiv am internationalen Tag des Waldes in der Schweiz beteiligt.


Aktivitäten anderer Wald- und Holzakteure zur verstärkten Holznutzung

WVS / VSF / VSFU

Seit Januar 2008 läuft die Kampagne ,Unser Wald. Nutzen für Alle." Sie wird gemeinsam getragen von Waldwirtschaft Schweiz (WVS), dem Verband Schweizer Forstpersonal (VSF) und dem Verband Schweizerischer Forstunternehmungen (VSFU). Zur Kampagne gehört auch die Website wald.ch.

VSFU

Der Verband Schweizerischer Forstunternehmungen VSFU thematisiert anlässlich seiner Vollversammlung vom 18. April 2008 in Gossau SG den Vorratsabbau im Wald sowie mögliche Zielvorräte.

Holzindustrie Schweiz

Holzindustrie Schweiz, die IG Industrieholz sowie Holzenergie Schweiz organisieren am 17. Juni 2008 in Bern einen Rohstoff-Gipfel. Dort werden Vertreter der Wirtschaft sowie der Politik Holz-Potenzialzahlen im Vergleich zu aktuellen Bedarfszahlen diskutieren und über Massnahmen zur Verbesserung der Versorgung beraten.

AfW

Die Arbeitsgemeinschaft für den Wald AfW organisierte am 7. März 2008 eine Diskussionsrunde zum Thema «Grosse Holzschläge - Hintergründe, Notwendigkeit, Akzeptanz». Der Tagungsbericht erscheint Ende April oder Anfang Mai und wird auf www.afw-ctf.ch verfügbar sein.

Lignum

Lignum als Dachorganisation der Schweizer Wald- und Holzwirtschaft und landesweite Informationsstelle zu Holz wirbt zusammen mit dem Förderprogramm des Bundes holz 21 über das ganze Jahr 2008 hinweg an verschiedenen Fach- und Publikumsmessen für den Rohstoff Holz. Die gemeinsame Dialogplattform Holz war im Februar/März 2008 bereits an der "Habitat & Jardin" in Lausanne präsent und tritt im September an der Messe "Bauen & Modernisieren" in Zürich und im November an der "Hausbau- und Energiemesse" in Bern auf. Im Laufe des Jahres wird die Dialogplattform Holz auch an regionalen Veranstaltungen im Bündnerland, im Thurgau und in Zug präsent sein.

Pro Natura

Pro Natura wird im Laufe des Jahres eine Broschüre zum Thema "Holznutzung und Naturschutz" publizieren. Darin zeigt Pro Natura auf, dass es verschiedene Formen der (verstärkten) Holznutzung gibt, die sich ökologisch wie ökonomisch lohnen.

SFV

Der Schweizerische Forstverein SFV lädt seine Mitglieder am 14. Mai 2008 zur Debatte "Wie wird die Waldbewirtschaftung künftig geregelt?"

WSL

Die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL veranstaltet vom 25. bis 28. März 2008 eine ,kulinarische Waldwoche" für Mitarbeitende, Behörden und auswärtige Besucher, wobei zu verschiedenen Themen Referenten auftreten.







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