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NABU-Plan für deutschen Artenschutz

Mehr Mut zur Wildnis

NABU legt Maßnahmenkatalog zum Erhalt der biologischen Vielfalt vor

NABU Pressemitteilung, 14.5.08

Kurz vor Beginn der neunten UN-Weltnaturschutzkonferenz in Bonn hat der NABU einen umfangreichen Aktionsplan zum Erhalt der Artenvielfalt in Deutschland vorgelegt. „Obwohl die Rückgangsursachen weitgehend bekannt sind, hat sich die Situation der Tier- und Pflanzenwelt in den vergangenen Jahren weiter deutlich verschlechtert“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Damit ist zu befürchten, dass die Zielvorgaben der europäischen Regierungschefs, wonach das Artensterben bis zum Jahr 2010 in Europa aufgehalten werden soll, klar verfehlt wurden. Mit seinem „Masterplan 2010“ hat der NABU einen konkreten Maßnahmenkatalog entwickelt, der die notwendigen Schritte zum Erhalt der biologischen Vielfalt in Deutschland aufzeigt. Die Umsetzung des Masterplans muss sofort angegangen werden, damit die Weichen bis zum Jahr 2010 richtig gestellt sind.

„Mit einer Gefährdungsrate von rund 40 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten erreicht Deutschland einen der europäischen Spitzenwerte“, warnte Tschimpke. Analog zum Klimaschutz muss die Bundesregierung daher ein „Integriertes Programm zur Entwicklung der Biodiversität“ verabschieden, das alle Ressorts zur Überprüfung ihrer Politik verpflichtet. Unbewirtschaftete Wälder müssen auf zehn Prozent der Waldflächen eingerichtet werden. Daneben fordert der NABU die Schaffung von ökologischen Rückzugsräumen in der Landwirtschaft. Brachen, Hecken und Tümpel sind zum Beispiel wichtige „Lebensadern“ in Wiesen und Feldern für bedrohte Arten wie Feldhase, Kiebitz und Rebhuhn.

„Wir müssen in Deutschland wieder mehr Wildnis wagen. Zu diesem Zweck sollten großflächige Naturentwicklungsgebiete eingerichtet werden, in denen der Ablauf natürlicher Prozesse oberste Priorität hat“, sagte Hermann Hötker, Leiter des Michael-Otto-Instituts im NABU. Vor dem Hintergrund des Klimawandels müssen zudem verstärkt Synergieeffekte zwischen Klimaschutz und Naturschutz genutzt werden, wie zum Beispiel durch die Erhaltung und Renaturierung von Mooren als wichtige Kohlenstoffspeicher.

Neben den Maßnahmen für einzelne Lebensräume muss das Thema Artenvielfalt bundesweit breit in die Öffentlichkeit getragen werden. Dazu sollte ein „Bundesprogramm Biologische Vielfalt“ aufgelegt werden, mit dem vorbildliche Projekte zur Umsetzung von Naturschutzzielen sowie von Naturerlebnis und Bildung in Städte und Gemeinden, Verbänden sowie an Schulen und Hochschulen unterstützt würden. „Der NABU wird seinen Masterplan zum Prüfstein für Politik und Wirtschaft machen, damit wir unsere natürlichen Lebensgrundlagen für künftige Generationen sichern“, so Tschimpke.







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