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Aktuell
Siebenschläfer-Forschung
Freitag, 26. Juni, 15:45 Uhr
Wildtier Stiftung will Rätsel um den Siebenschläfer lüften
Hamburg (ddp-nrd). Mit einem neuen Wissenschaftspreis fördert die Deutsche Wildtier Stiftung die Forschungen über das Leben des Siebenschläfers. Das kleine nachtaktive Nagetier, nach dem der am Samstag wieder fällige Siebenschläfertag benannt wurde, gebe der Wissenschaft noch zahlreiche Geheimnisse auf, sagte Stiftungs-Geschäftsführerin Birgit Radow am Freitag in Hamburg. Eine Biologin sei nun beauftragt worden, einige der Rätsel des Siebenschläfers zu enthüllen.
Der mausgroße Baumbewohner mit seinen großen rundlichen Ohren sei zwar in Wirklichkeit kein tierischer Meteorologe wie oft angenommen. Doch verfüge er tatsächlich über eine bisher noch nicht erforschte «vorausschauende Fähigkeit». So «erahne» der Siebenschläfer offenbar schon im Juni irgendwie, ob das Jahr ein gutes Jahr für die Bucheckern-Ernte werde oder nicht.
Bucheckern sind die Hauptnahrungsquelle für Siebenschläfer. Mit den Samen frisst er sich seine Reserven an Winterspeck an und füttert den Nachwuchs. «Wachsen nur wenige Bucheckern, gibt es kaum Futter für den Nachwuchs, und es kommen von vornherein auch weniger Siebenschläfer auf die Welt», sagte Radow. Nach welchen Mechanismen und Zusammenhängen diese biologische Empfängnisverhütung funktioniere, sei noch ein Rätsel.
In Deutschland gilt der Siebenschläfer als bedroht. Eine der größten Kolonien befindet sich auf der Ostseeinsel Oie im Greifswalder Bodden. Eigentlich müsste das knapp 100 Gramm schwere Tier nicht Siebenschläfer sondern Langschläfer heißen, sagte Radow. Denn er sei quasi gerade erst aus dem Winterschlaf erwacht. Und schon Anfang September ziehe sich der kleine Kerl wieder in seine Winterhöhle zurück.
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