AktuellAKTION gegen Bahia-Hafenprojekt
Verhindern Sie eine Umweltkatastrophe in Brasilien!Kein neuer Industriehafen für IlhéusRettet den Regenwald e.V., 14.4.08 Am 19. Februar 2008 unterzeichnete der amtierende Gouverneur des brasilianischen Bundesstaats Bahia, Jaques Wagner ein Dekret, das den Bau einer Industriezone mit einer Fläche von mehr als 17 km2 vorsieht. An diese sollen ein neuer Flughafen (zusätzliche 7 km2), ein Tiefseehafen und eine Eisenbahnlinie angeschlossen werden. Mittlerweile bestätigte die Regierung, dass dem Projekt weitere 90 km2 zugeschlagen werden sollen. Umweltorganisationen wie “Floresta Viva” schlagen Alarm! Das von der Regierung ausgewählte Areal liegt im Naturschutzgebiet “Lagoa Encantada”, an der Parkstraße Ilhéus Itacaré, die als einer der 10 schönsten touristischen Reisewege Brasiliens gilt. Die Regenwälder der Gegend wurden von der UNESCO zum Biosphärenreservat erklärt. Gleich drei große Naturschutz- gebiete grenzen dort aneinander: Lagoa Encantada, Serra Grande und Conduru. Die Regen- und Mangrovenwälder beherbergen vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten wie das Kragenfaultier, den Kohls Büschelaffen oder den südamerikanischen Fischotter. Nur wenige Kilometer entfernt wurde die höchste Artenvielfalt unseres Planeten lokalisiert. Der geplante Industriehafen liegt etwa 1 km vor der Küste auf offener See. Er gefährdet das Leben der Jubarte Wale, die von Juni bis Oktober vorbeiziehen, um in den nahe gelegenen Gewässern vor Itacaré ihre Jungen zur Welt zu bringen. Daneben sind unter anderem Meeresschildkröten, die am Strand ihre Eier ablegen und eine 12 km lange einzigartige Korallenbank bedroht. Die Finanzierung des Hafens erfolgt über das private Unternehmen BML (Bahia Mineração Ltda.), das zu 100% vom indischen Wirtschaftsmagnaten Promod Agarwal kontrolliert wird. BML fördert Eisenerz nahe der Stadt Caetité. Außerdem wurde dort das zweitgrößte Uranvorkommen Brasiliens lokalisiert. Weiterhin sollen über den Hafen Soja und Ethanol aus Zuckerrohr exportiert werden. Der Bau des Industriekomplexes und Hafens würde damit weitere großflächige Umweltzerstörung im Landesinneren hervorrufen. Die Hafenanlage soll bereits ab Januar 2011 in Betrieb gehen. Die gewöhnlich langwierigen Projektstudien, wie die per Gesetz vorgeschriebene Umweltverträglichkeitsprüfung, soll mit der zugesicherten Hilfe des Gouverneurs eiligst durchgeführt werden. Der Bürgermeister und die Bevölkerung wurden am 29. März erstmalig offiziell von einem Regierungs- vertreter über die Pläne in Kenntnis gesetzt. Es wurden weder Studien oder gar deren Ergebnisse vorgelegt. Die Bevölkerung von Ilhéus braucht Arbeitsplätze, um die soziale Misere zu lindern. Dennoch stößt die Entscheidung der Regierung auf Unverständnis, da die Stadt weniger umweltschädliche Alternativen, wie z. B. die Entwicklung des Öko-Tourismus und die Nutzung bzw. Neuordnung bestehender Häfen, aufzeigen kann. Wie es scheint, ließ sich die Regierung unter dem Druck der Investoren von rein technischen Kriterien, wie z.B. der Meerestiefe für Frachtschiffe, bei der Wahl des Ortes leiten. Helfen Sie mit, den Gouverneur zu einer Rücknahme seiner Entscheidung zu bewegen. Sie können den folgende Brief unterschreiben. Ihr Name und Ihre Adresse werden unter den Brief gesetzt. Zur AKTION » zurück |
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