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AKTION zu Deutscher Bank in Lateinamerika
Deutsche Bank fördert Naturzerstörung in Lateinamerika
"Rettet den Regenwald" e.V., 29.5.08
Nach der Studie ist die Deutsche Bank von 44 untersuchten europäischen Banken am stärksten an der Finanzierung der Agrar- und Agrospritkonzerne und deren Expansionsplänen beteiligt. Die Ausweitung der Zuckerrohr-, Soja- und Palmöl-Monokulturen für die boomende Agrospritindustrie stellt eine enorme Bedrohung für Menschen und Umwelt dar.
Allein der ADM-Konzern, an dem die Deutsche Bank Kapitalanteile hält und der Sojaaufkäufe mit Krediten finanziert, produziert in Brasilien pro Jahr über 200 Millionen Liter Biodiesel – hergestellt vor allem aus Soja-Monokulturen. Auch an den Agrarkonzern Bunge, der seine jährliche Ethanolproduktion in Brasilien aktuell mehr als verdoppeln will, vergab die Deutsche Bank mehrfach Millionenkredite. Der Cargill-Konzern, der vor allem auf Soja-Diesel und Zuckerrohrethanol ohne Rücksicht auf Verluste setzt, steht ebenso auf der Förderliste der Deutschen Bank. So klotzte Cargill vor einigen Jahren einen ohne die notwendigen Umweltlizenzen errichteten Soja-Umschlaghafen mitten ins Herz Amazoniens.
Doch nicht nur Brasilien: Auch die Wälder, Indianer und Kleinbauern in den Nachbarländern Argentinien, Paraguay und Bolivien leiden unter der Profit-Gier von ADM, Bunge, Cargill, die nach einer Kampagne von Umweltschützern als das ABC der Regenwaldzerstörung gebrandmarkt wurden. Die bereits 17 Millionen Hektar Sojaplantagen in Argentinien bestehen überdies zu 99% aus Gensoja des berüchtigten US-Multis Monsanto. Monsanto ist Hersteller von Kriegswaffen wie dem Entlaubungsmittel Agent Orange, hochgiftiger Chemikalien wie den mittlerweile weltweit verbotenen Polychlorierten Biphenylen (PCB) und des Totalherbizids Roundup. Von Argentinien aus wurde der Gensoja illegal nach Brasilien und Paraguay ausgebreitet. In Brasilien dehnen sich Soja-Plantagen schon auf 22 Millionen Hektar bis ins Amazonasgebiet hin aus, etwa die Hälfte davon mit Monsantos Gensoja. Die Gensojaplantagen wie auch die angrenzenden Felder, Dörfer und Ökosysteme liegen im Sprühnebel des häufig per Flugzeug versprühten Pestizids Roundup. Mit der Rodung der Urwälder werden riesige Mengen des in Vegetation und Böden gebundenen klimaschädlichen Kohlenstoffs freigesetzt.
Neben der Deutschen Bank sind auch die Commerzbank, die halbstaatlichen Landesbanken Rheinland-Pfalz und WestLB sowie die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) im Geschäft. Mit den Ersparnissen, Geldanlagen und Steuergeldern auch von deutschen Bürgerinnen und Bürgern werden über die Banken die Zerstörung einmaliger Naturräume, die Vergiftung von Böden und Flüssen mit Pestiziden, Sklaverei und Vertreibung von Indigenen sowie Kleinbauern durch die Agrarkonzerne mitfinanziert. Der Sojaanbau ist hauptverantwortlich für die großflächige Zerstörung des Cerrado, einem sehr artenreichen Ökosystem in Brasilien. Außerdem werden die Soja-Front und Zuckerohrmonokulturen immer weiter Richtung Amazonien vorangetrieben.
Die Behauptungen, die Agrartreibstoffe würden nur auf degradierten Flächen oder ungenutzten Rinderweiden angebaut, sind dabei kaum mehr als ein Propagandatrick von Politik und Wirtschaft. Tatsache ist, dass sich Großgrundbesitzer und Agrospritinvestoren vor allem die am besten geeigneten Böden unter den Nagel reißen und das auch innerhalb Amazoniens. So wird längst Amazonas-Ethanol in die USA exportiert. Im vergangenen Jahr waren es 4,5 Millionen Liter. Außerdem führt die Belegung natürlicher Rinderweiden außerhalb Amazoniens mit Agrospritplantagen dazu, dass die Rinderzüchter in den Amazonasregenwald abwandern und dort den Wald brandroden lassen, um neue künstliche Weideflächen anzulegen. Als Folge ist es in den vergangenen Monaten zu einer starken Zunahme der Regenwaldrodung gekommen.
Lesen Sie den vollständigen Bericht zur europäischen Finanzierung der Agrosprit-Produktion in Lateinamerika unter: http://www.foeeurope.org/agrofuels/financers_report_May08.pdf.
Bitte beteiligen Sie sich an der nachfolgenden Protestaktion. Schreiben Sie persönlich an den Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank, Dr. Josef Ackermann, oder benutzen Sie den nachfolgenden Musterbrief.
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