AktuellRitter Sport im Regenwald
Ritter Sport engagiert sich für den Regenwaldcsr-news.net, 2.7.08Hamburg - Der brasilianische Regenwald erhält eine Atempause. Das berichtet Greenpeace und meldet ein zweijähriges Soja-Moratorium. In dem Moratorium haben sich die weltweit führenden Agrarfirmen und Soja-Händler Cargill, Bunge, ADM und A.Maggi verpflichtet, ab sofort kein Soja von neu angelegten Feldern im Amazonas-Regenwald zu kaufen. Zudem müssen Soja-Farmer die Rechtmäßigkeit ihrer oft illegal angelegten Farmen belegen. Diese zentralen Forderungen von Greenpeace wurden auch von führenden Lebensmittelhändlern wie Tegut in Deutschland, Marks & Spencer in England und El Corte Ingles in Spanien sowie von der Fast-food Kette McDonald’s unterstützt. Greenpeace hatte zuvor davon berichtet, dass oft nach illegalen Regenwaldrodungen angebautes Soja in Europa als proteinreiche Tiernahrung an Hühner, Schweine und Rinder verfüttert wird und so als Hühnerschenkel oder Kotelett auf heimischen Tischen landet. Der Soja-Anbau gilt als eine Hauptursache für die Zerstörung des Regenwaldes. Bereits vor zwei Jahren war deshalb ein entsprechendes Moratorium abgeschlossen worden, das jetzt auslief. Zu den Unterstützern des Moratoriums gehört auch der mittelständische deutsche Schokoladenhersteller Ritter Sport. Die Marke hat einen guten Namen und wird zunehmend international bekannt. Ein Drittel der Produkte wird heute in 90 Länder weltweit abgesetzt. Das Unternehmen Ritter Sport ist durch das gesellschaftliche Engagement der Eigentümerfamilie geprägt. So engagiert sich die Firma bereits seit 1990 für das private, agroforstliche Entwicklungsprojekt CACAONICA in Nicaragua. CACAONICA will die Lebensbedingungen der Menschen vor Ort verbessern und die natürlichen Ressourcen als elementare Lebensgrundlage schützen. Zudem sucht Ritter Sport seit längerer Zeit bereits im Einkauf den direkten Kontakt zu den Produzenten, meistens kleineren Kooperativen. Deren Qualität in der Produktion stärkt das Unternehmen und zahlt faire Preise. In der Schokoladenbranche spielt Soja als Rohstoff für Lecitin eine Rolle. Ritter Sport engagiert sich aber über den Radius des eigenen Einkaufs hinaus für Themen wie Bio-Diversität und den Schutz des Regenwaldes. Corporate Social Responsibility heißt damit für die bekannte Marke auch Corporate Cause Promotion. Soja-Moratorium: Greenpeace und Wirtschaft an einem StrangThe Glocalist, 2.7.08Brasilia/Hamburg: Mit der Verlängerung ihres Soja-Moratoriums verpflichten sich Nahrungsmittelproduzenten, weiterhin kein Soja von neu angelegten Feldern im Amazonas-Regenwald zu kaufen – ausdrücklich auf Anregung durch Greenpeace und andere NGOs. Ein Beispiel wie die Zusammenarbeit zwischen NGOs und Wirtschaft, darunter McDonald´s oder Ritter Sport, gehen kann. Zum Schutz des brasilianischen Regenwaldes wird ein weiteres Jahr keine Soja von neu gerodeten Urwaldflächen gehandelt. Getragen wird dieses Moratorium von einer breiten Allianz von Soja-Abnehmern. Das sind die Unternehmen Carrefour, McDonald´s Europe, Marks and Spencer, ASDA, Nutreco, Ahold und Ritter Sport, die sich als Amazon Soya Working Group (GTS) zusammengeschlossen haben. In dem Moratorium wird explizit darauf hingewiesen, dass Greenpeace und andere – nicht namentlich genannten – NGOs die Unternehmen zu diesem Schritt bewogen. Mit dem neuen Moratorium verlängert sich ein bereits vor zwei Jahren zusammen mit den größten brasilianischen Sojahändlern - die mit 90 Prozent des brasilianischen Soja handeln - ins Leben gerufene Soja-Moratorium um ein weiteres Jahr. Mit im Boot ist diesmal auch die brasilianische Regierung. Ziel des Moratoriums ist die Verhinderung weiterer Abholzung des brasilianischen Regenwaldes. Zum Moratorium gehört nicht nur der Handelsstopp, die beteiligten Unternehmen unterstützen Brasilien auch aktiv bei Aufklärungsarbeit, Durchsetzung und Monitoring zum Schutz des Regenwaldes vor weiterer Abholzung. „Das neue Soja-Moratorium ist ein Meilenstein für den Erhalt des Regenwaldes in Amazonien“, sagt Tobias Riedl, Waldexperte von Greenpeace. „Der Regenwald Amazoniens ist die größte Klimaanlage des Planeten, Heimat indigener Völker und Lebensraum unzähliger Arten. Regierung und Industrie haben verstanden, dass eine Ausweitung der landwirtschaftlichen Produktion nicht auf Kosten des Regenwaldes geschehen darf.“ Brasilianische Soja wird als Tierfutter und als Ausgangsstoff für Agro-Diesel nach Europa exportiert. Seit 2005 ist Brasilien die Nummer eins unter den Soja exportierenden Ländern, gefolgt von Argentinien und den USA. Im letzten Wirtschaftsjahr 2006/2007 führte Brasilien 3,3 Millionen Tonnen Soja allein nach Deutschland aus. Um von den steigenden Weltmarktpreisen zu profitieren, protestierten die brasilianischen Sojafarmer in den letzten Monaten gegen eine Verlängerung des Moratoriums. Doch weder die brasilianische Associação Brasileira das Indústrias de Óleos Vegetais (Abiove) noch der neue brasilianische Umweltminister Carlos Minc beugten sich dem Druck der Hersteller. Über das einjährige Moratorium hinaus fordert Greenpeace nun klare gesetzliche Regelungen zum Schutz des brasilianischen Regenwaldes vor der Ausweitung der landwirtschaftlichen Produktion. Ziel muss es sein, Soja aus Urwaldzerstörung vom Weltmarkt zu verbannen. Durch die Abholzung und Brandrodung des Regenwaldes für die Rinderhaltung und anschließende Sojaproduktion ist Brasilien bereits der weltweit viertgrößte Erzeuger von klimaschädlichen Treibhausgasen. » zurück |
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