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Aktuell
Verfolgte Indigene in Peru
9. Juli, 2008
Kriminelle Holzfäller ermorden und vertreiben Indigenas
Menschenrechts- Organisation: "Ausmaß der Bedrohung der indigenen Stämme ist katastrophal"
Regierung reagiere "extrem langsam"
Buenos Aires/London (APA/dpa) - Illegale Holzfäller ermorden in Peru nach Informationen der südamerikanischen Menschenrechtsorganisation CIPIACI derzeit Mitglieder von indigenen Völkern und brennen deren Hütten nieder. Die Holzfäller seien in ein Reservat nahe der Grenze mit Brasilien eingedrungen.
Sie hätten versucht, die dort ohne Kontakt zur modernen Welt lebenden Indigenas zu vertreiben, sagte David Hill von der regierungsunabhängigen Organisation Survival International mit Sitz in London am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur dpa. Die Eindringlinge hätten Schneisen in den Urwald geschlagen und Wege für den Abtransport des Holzes angelegt, fügte der Peru-Experte von Survival unter Berufung auf CIPIACI hinzu.
Flucht nach Brasilien
Nach seinen Angaben leben in dem Reservat zwei oder drei verschiedene indigene Stämme. Genaueres sei nicht bekannt, weil die Gruppen extrem scheu seien. Deshalb sei auch die Anzahl der ermordeten Indios unbekannt. Mindestens ein Stamm sei über die Grenze nach Brasilien geflüchtet. "Das Ausmaß der Bedrohung der Indigenas ist katastrophal", klagte Hill. Die peruanische Regierung reagiere "extrem langsam". Zudem hätten die Holzfäller keinerlei Strafverfolgung zu befürchten.
Unkontaktierte Indigene in Peru von Holzfällern "umgebracht"
Survival International, 8 Juli 2008
Laut Aussagen einer südamerikaweiten indigenen Organisation werden unkontaktierte Indigene in Peru von sich illegal dort aufhaltenden Holzfällern umgebracht und ihre Häuser niedergebrannt.
Die Holzfäller sind einem Bericht von CIPIACI zufolge in ein Reservat eingedrungen, das für die unkontaktierten Indigenen ausgewiesen wurde und haben dort widerrechtlich ein Straßennetz gebaut, um Holz zu transportieren. CIPIACI ist eine Organisation von südamerikanischen indigenen Völkern, die sich für die Rechte unkontaktierter Völker stark macht.
Diese Vorfälle spielen sich in unmittelbarer Nähe zu dem Gebiet ab, in dem vor kurzem die Fotos einer unkontaktierten Gruppe in Brasilien aufgenommen wurden. Die Bilder machten auf der ganzen Welt Schlagzeilen.
CIPIACIs berichtet, die Holzfäller “begehen schwerwiegende Verstöße gegen die Rechte der unkonaktierten indigenen Völker, darunter Verfolgung, Mord und Brandstiftung … Diese Verbrechen bleiben völlig ungestraft.“ Es wird weiter berichtet, dass die Holzfäller die unkontaktierten Indigenen dazu zwingen, die Grenze nach Brasilien zu überqueren um dort Schutz zu suchen, wo es keinen Holzeinschlag gibt.
Laut CIPIACI ist die peruanische Regierung sich des Eindringens der Holzfäller auf das Land der Indigenen bewusst und kürzlich gemachte Äußerungen von Regierungssprechern über die „vermutlich ruhige und friedliche Situation“ in der Region „nicht mit dem übereinstimmen, was dort gerade passiert.“
CIPIACI drängt die Regierung darauf, die Holzfäller von dem Land der Indigenen zu verweisen und es effektiv zu schützen. Darüber hinaus fordert sie einen besseren gesetzlichen Schutz für die Gebiete.
Der Direktor von Survival International, Stephen Corry, sagte heute: „Falls die peruanische Regierung je ein Warnsignal nötig hatte, so ist dies jetzt sehr deutlich eines: Morde, die Zerstörung von Häusern, das Eindringen in das Land der Indigenen. Die Regierung muss sich nun zusammen reißen, Verantwortung für die schwächsten Bürger übernehmen und alle nötigen Schritte unternehmen, um das Leben der Indigenen in Frieden auf ihrem eigenen Land zu sichern.“
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