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Minc: Regierung größter Waldzerstörer

2. Oktober, 2008

Minister in Brasilien: Regierung ist schlimmster Urwaldzerstörer

Brasilia (dpa) - In Brasilien ist ein regierungsinterner Streit um die Zerstörung des Amazonas-Regenwaldes ausgebrochen. Minister in Brasilien: Regierung ist schlimmster Urwaldzerst�rer Sechs Besiedlungsprojekte der Agrarreform-Behörde Incra führten die Liste der hundert schlimmsten Urwaldvernichter an, beklagte Umweltminister Carlos Minc am Montagabend (Ortszeit) in Brasilia. Unter Berufung auf das Raumforschungsinstitut Inpe berichteten Medien unterdessen, dass die Zerstörung des brasilianischen Regenwaldes im August im Vergleich zum Vormonat um 133 Prozent angestiegen sei.

Minc sagte, das Institut für Umwelt und Erneuerbare Naturressourcen (IBAMA) habe wegen der illegalen Abholzung und Zerstörung von insgesamt 223.000 Hektar Urwald Geldstrafen in Gesamthöhe von 265,6 Millionen Real (knapp 100 Mio Euro) gegen die Landreformbehörde verhängt. «Der Landreform mangelt es an Nachhaltigkeit», sagte Minc bei der Vorstellung der von seinem Ministerium erstellten Liste der schlimmsten Urwaldzerstörer.

Incra-Präsident Rolf Hackbart wies die Vorwürfe von Minc zurück. Die Studie des Umweltministeriums basiere auf Zahlen der 1990er Jahre, versicherte er. «Es ist schon sehr traurig, dass man die (vom Incra angesiedelten) Landlosen der Umweltzerstörung bezichtigt.» Es sei bekannt, so Hackbart, dass die angesiedelten Landwirte und die Indianer vielmehr diejenigen seien, die den Urwald am meisten schützten.

Allein im August wurden nach Angaben des Umweltministeriums 756,7 Quadratkilometer Regenwald zerstört. Das entspricht der Ausdehnung der Hansestadt Hamburg. Minc machte die für den 5. Oktober angesetzten Bürgermeisterwahlen für den Anstieg verantwortlich. «Vor den Wahlen will natürlich kein Bürgermeister unsympathisch sein», sagte er. Die Kontrollen würden immer seltener. Man werde deshalb zusammen mit der Staatsanwaltschaft eine Task Force ins Leben rufen, um die Umweltsünder zur Rechenschaft zu ziehen.

Erst vergangene Woche hatte Minc angekündigt, dass die Nettoabholzung bis 2015 gestoppt werden soll. Allein seit 1970 verlor der Amazonas-Urwald rund 700.000 Quadratkilometer. Das entspricht nahezu der zweifachen Ausdehnung Deutschlands.







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