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AKTION zu Palmöl

Palmöl bedroht Amazonasregenwald

Rettet den Regenwald e.V. , 7.5.09

Jeden Tag werden weltweit etwa 8.000 Hektar an biologisch vielfältigen Wäldern und anderen Lebensräumen gerodet und niedergebrannt, um Platz für die Produktion von Palmöl für die Nahrungsmittel- und Chemieindustrie sowie als Agrodiesel für den Verkehrssektor zu schaffen. Agrosprit aus Palmöl wird als Klimaschutzmaßnahme verkauft, doch die Rodung von Regenwäldern führt anstatt zu Kohlenstoffeinsparung vielmehr zur massiven Freisetzung von Kohlendioxid.

Im brasilianischen Bundesstaat Amazonas nahe dem Ort Tefé plant die malaysische Bundesagentur für Landentwicklung FELDA (Federal Land Development Authority) 100.000 Hektar Ölpalmplantagen. Zusammen mit der brasilianischen Partnerfirma Braspalma wurde dazu die Firma Felda Global Ventures Brazil Sdn Bhd gegründet. Passend zu den Plantagenplänen feilt die brasilianische Regierung bereits an einer neuen Gesetzgebung, die vorsieht, Ölpalm-Plantagen als „Wälder“ anzuerkennen. Dadurch droht die Rodung des Regenwalds zur Anlage von Ölpalmplantagen. Bisher mussten die Landbesitzer per Gesetz mindestens 80% des Waldes auf ihren Grundstücken erhalten.

Durch die großflächige Anlage von Ölpalmmonokulturen droht der Amazonas-Regenwald als Ökosystem zusammenzubrechen und zu versteppen. Dies wäre eine globale ökologische Katastrophe für die Artenvielfalt und das Klima sowie ein Verbrechen gegen die lokale Bevölkerung und die Menschheit. Malaysische Steuergelder und Subventionen von Weltbank und Asiatischer Entwicklungsbank sollen verwendet werden, um den größten Regenwald der Erde zu kolonisieren. FELDA ist eine malaysische Regierungsagentur, die der Abteilung des Premierministers untersteht. Zu Beginn des Projekts sollen 30.000 Hektar Ölpalmen gepflanzt werden, zu denen 3.000 bis 5.000 ha pro Jahr hinzukommen sollen. Auch der Bau eines Hafens am Amazonas ist geplant, um das Palmöl zu verschiffen.

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Industrie pfeift auf nachhaltiges Palmöl

Nur ein Prozent des nachhaltig produzierten Palmöls bislang verkauft
WWF bereitet Ranking der größten Palmöl-Nutzer vor


WWF Pressemitteilung, 12.5.09

Frankfurt - Die Palmöl verarbeitenden Unternehmen zeigen bislang kein Interesse an nachhaltig produziertem Palmöl. Von den derzeit verfügbaren 1,3 Millionen Tonnen Palmöl, die nach den Prinzipien und Kriterien des Runden Tisches für nachhaltiges Palmöl (RSPO) produziert wurden, sind bisher nur 15.000 Tonnen (etwas mehr als ein Prozent) verkauft worden. Dies belegen Erhebungen des WWF.

“Es ist ein Skandal, dass die Industrie das nachhaltige Palmöl ignoriert”, sagt Martina Fleckenstein, Leiterin Agrarpolitik beim WWF Deutschland. „Anscheinend haben die Konzerne bislang lediglich Lippenbekenntnisse abgelegt und in Wahrheit kein ehrliches Interesse daran, die Lebensraumzerstörung durch Palmöl-Anbau zu stoppen“.

Um Transparenz vor allem für die Verbraucher herzustellen, wird der WWF in den kommenden sechs Monaten die Einkaufspolitik der größten Palmöl verarbeitenden Unternehmen weltweit bewerten und als Ranking veröffentlichen. “Die Verbraucher haben ein Recht zu erfahren, welche Unternehmen weiter auf Regenwaldzerstörung setzen, obwohl es eine nachhaltigere Alternative gibt”, so Fleckenstein. Zu mehr Transparenz könnte nach Ansicht des WWF auch eine explizite Kennzeichnung der verwendeten Pflanzenöle auf den Produkten beitragen.

Palmöl ist einer der wichtigsten Rohstoffe für die Produktion vieler Alltagsprodukte, darunter Margarine, Schokolade, Shampoo und Fertigbackwaren wie Pizza. Zunehmend wird es auch zu energetischen Zwecken (Strom- und Biodieselproduktion) verwendet. Weltweit werden jährlich über 43 Millionen Tonnen Palmöl produziert. Europa ist nach China und Indien der drittgrößte Importeur des Rohstoffs. Für den Anbau von Palmöl werden vor allem in Südostasien, jedoch auch verstärkt in Südamerika, riesige tropische Waldflächen gerodet und damit Lebensraum für zahlreiche bedrohte Tier- und Pflanzenarten vernichtet. Hinzu kommen Umwelt- und Gesundheitsbelastungen im Anbau, etwa durch den Einsatz von Pestiziden.

Seit November 2008 ist das erste als nachhaltig zertifizierte Palmöl auf dem Markt, bislang rund 1,3 Millionen Tonnen. Zertifiziert wurde es vom so genannten Runden Tisch für Nachhaltiges Palmöl (RSPO). Dieser Zusammenschluss von Palmölproduzenten, Umweltorganisationen und Palmölindustrie hat seit 2002 Umwelt- und Sozialstandards erarbeitet, die für nachhaltiges Palmöl mindestens erreicht werden müssen, und die kontinuierlich verschärft werden sollen. Der WWF ist Gründnungsmitglied des RSPO, der inzwischen über 300 Mitglieder hat. Vorreiter in Deutschland bei der Verwendung nachhaltig gewonnenen Palmöls ist die Firma Henkel, die bereits seit letztem Jahr auf zertifiziertes Palmkernöl umstellt.

Der WWF fordert alle Unternehmen der Palmöl-Industrie auf, sich öffentlich zum Kauf von nachhaltigem Palmöl zu verpflichten. Hierzu sollten die Unternehmen schnellst möglich einen Fahrplan mit klar formulierten Etappenzielen aufstellen, an denen sie sich auch öffentlich messen lassen müssten, so der WWF. „Es kann nicht angehen, dass die Produzenten, die sich für eine Zertifizierung entschiedenen haben, jetzt keine Käufer finden, so Martina Fleckenstein.







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