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Aktuell

Hunger durch Klimawandel

Freitag, 1. Februar, 00:42 Uhr

Klimawandel führt laut Studie bis 2030 zu drastischen Ernteeinbrüchen

Washington (AP) Die Auswirkungen der globalen Klimaerwärmung können in den nächsten zwei Jahrzehnten gerade in den ärmsten Regionen der Welt zu drastischen Ernteausfällen führen. Zu diesem Schluss kommt eine im US-Fachmagazin «Science» veröffentlichte Studie von Forschern der Universität Stanford. Die Veränderungen der Temperatur könnte beispielsweise zu einem Minus von 30 Prozent bei der Maisernte im südlichen Afrika führen, «mit möglicherweise verheerenden Folgen für den Hunger in der Region», heißt es in der Studie vom Donnerstag.

Besonders die rund eine Milliarde Menschen, die weltweit in Armut lebt und oft von der Landwirtschaft als einziger Einnahmequelle zehrt, müsste daher auf die Veränderungen vorbereitet werden, fordert der Wissenschaftler David Lobell vom Institut für Nahrungsmittelsicherheit und Umwelt der kalifornischen Universität Stanford. Regierungen und internationale Organisationen sollten frühzeitig auf entsprechende Anpassungsmaßnahmen setzen, darunter zum Beispiel den Einsatz von neuem Saatgut oder eine Änderung der Pflanzperiode.

Besonders die Landwirtschaft Südasiens und des südlichen Afrikas werden der Studie zufolge von den klimatischen Veränderungen betroffen sein. «Wir waren überrascht zu sehen, wie sehr und wie schnell diese Regionen betroffen sein werden, wenn wir uns nicht darauf vorbereiten», sagte der Koautor des Berichts, Marshall Burke. Die Studie geht von einem Temperaturanstieg von einem Grad Celsius bis 2030 aus und führte Berechnungen aufgrund verschiedener Modelle durch.


Samstag, 2. Februar, 09:27 Uhr

Klimawandel führt zu mehr Hunger in Afrika und Asien

Washington (dpa) - Vielen der ärmsten Regionen der Welt drohen schon in den nächsten 20 Jahren Ernteeinbußen durch den Klimawandel. Betroffen sind besonders der Süden Afrikas und Asiens.

Das berichten Forscher um David Lobell von der Universität Stanford (US-Staat Kalifornien) im US-Fachjournal «Science» (Bd. 319, S. 607). Die Wissenschaftler hatten bisherige Erträge und 20 verschiedene Klimavorhersagen für das Jahr 2030 analysiert und zwölf Regionen betrachtet, in denen zusammen beinahe 95 Prozent der unterernährten Weltbevölkerung leben.

Demnach gefährden steigende Temperaturen und sinkende Niederschläge besonders die Maisernte im südlichen Afrika sowie die Ernten von Raps, Erdnüssen und Hirse in Südasien. Generell ließen sich drei Klassen von Pflanzen unterscheiden, berichtet Lobell. Die erste umfasst Feldfrüchte mit durchweg schlechter Prognose. Diese sind sehr temperaturempfindlich und werden durch die globale Erwärmung geschädigt, etwa Weizen und Mais im Süden Afrikas.

In die zweite Klasse fallen Gewächse, die besonders sensibel auf Veränderungen des Niederschlags reagieren. Weil dessen Vorhersagen stark schwanken, kommt es je nach Klimamodell zu mehr oder weniger Erträgen, dies gilt für die Erdnuss in Südasien und die Hirse im südlichen Afrika. Die dritte Klasse schließlich zeigt kaum Veränderungen der Erträge, wie Weizen in Westasien oder Maniok (Wurzelknollen) in Westafrika.

Anhand dieser Klassifizierung erstellten Lobell und seine Kollegen eine Dringlichkeitsliste, die lokalen Organisationen sehr spezifische Maßnahmen zur Sicherung der Grundversorgung ermöglichen soll.

Für die Menschen in den betroffenen Regionen sind die Vorhersagen doppelt dramatisch, heißt es in einem begleitenden Kommentar von Molly Brown von der US-Weltraumbehörde NASA und Christopher Funk von der Universität von Kalifornien in Santa Barbara. Die Bevölkerung ist in zweierlei Hinsicht auf gute Ernten angewiesen: sowohl für die eigene Ernährung, als auch für den Verkauf. In Hungerzeiten können die Betroffenen daher auch keine anderen Nahrungsmittel kaufen.

Viel wichtiger als die klimatischen und landwirtschaftlichen Bedingungen sei allerdings die technische Ausrüstung der Bauern, betonen Brown und Funk. Maschinen und Dünger könnten die erwarteten negativen Effekte in den betroffenen Regionen abfedern. Zudem wäre es wichtig, auch anderes Saatgut auszusäen: Hirse etwa sei gegen Trockenheit und hohe Temperaturen deutlich toleranter als Mais.


Freitag, 1. Februar, 11:32 Uhr

Gabriel sieht Übereinstimmung mit China bei Klimaschutz

Peking (AFP) - Zum Abschluss seines dreitäigen China-Besuchs hat Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) die grundsätzliche Übereinstimmung zwischen Deutschland und der Volksrepublik in Fragen des Klimaschutzes hervorgehoben. Beide Länder seien sich in dem Ziel einig, im Rahmen der Vereinten Nationen zu verbindlichen, nachprüfbaren Vereinbarungen zu gelangen, sagte Gabriel in Peking. Dabei müsse "Klimaschutz mit wirtschaftlicher Entwicklung Hand in Hand gehen". Die Gespräche in Peking hätten "eine große Perspektive für die deutsch-chinesischen Umweltbeziehungen" aufgezeigt, fasste der Minister zusammen.

Gabriel nahm gemeinsam mit dem chinesischen Vizeminister Zhang Zhijun vom Zentralkomitee der Kommunistischen Partei (KPCh) an einer Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung zu "Klimaschutz und nachhaltiger Entwicklung" teil. Dabei bekannte sich auch Zhang ausdrücklich zum Kyoto-Prozess sowie zum Verhandlungsmandat von Bali. "Der Klimaschutz steht ganz oben auf der Agenda der chinesischen Regierung", sagte Zhang. Auch er beharrte aber auf einer "Harmonie von sozialer Entwicklung und Klimaschutz". Er unterstrich das Interesse seines Landes vor allem an technologischer Zusammenarbeit.

Eine entscheidende Rolle im Ringen um mehr Energieeffizienz komme der Wirtschaft zu, sagte Gabriel zuvor in der deutschen Botschaft. Die Unternehmen seien zu "Trägern der Umweltbeziehungen" geworden. Der Umweltminister führte gemeinsam mit einer SPD-Delegation auch Gespräche mit Zhang bei der internationalen Abteilung des ZK der KPCh. Er wollte noch am Freitag nach Deutschland zurückfliegen.


Samstag, 2. Februar, 13:37 Uhr

Demonstranten wollen Kohlekraftwerk in Kiel verhindern

Kiel (ddp-nrd). Gegen das geplante Steinkohlkraftwerk in Kiel haben am Samstag mehrere Hundert Menschen protestiert. Nach Angaben der Veranstalter kamen rund 500 Demonstranten dem Aufruf der Bürgerinitiative und der Grünen nach, die Polizei sprach von 350 Teilnehmern. Angesichts des Klimawandels mache es keinen Sinn, auf fossile Energieträger zu setzen, sagte die Vorsitzende des Grünen-Landesverbandes, Marlies Fritzen, auf ddp-Anfrage. Es sei dringend notwendig, alle Kraft auf erneuerbare Energien zu setzen.

Im geplanten 800 Megawatt-Kohlekraftwerk auf dem Kieler Ostufer sollen den Angaben zufolge 1,8 Millionen Tonnen Steinkohle pro Jahr verbrannt werden. Das bedeute einen Ausstoß von fünf Millionen Tonnen Kohlendioxid, sagte Fritzen. Das neue Kraftwerk soll ein altes ersetzen, das voraussichtlich 2015 vom Netz geht. Die neue Anlage hätte jedoch «gigantische Ausmaße», sagte Fritzen. Die Grünen befürworten stattdessen eine dezentrale Wärme- und Stromversorgung auf der Grundlage von Biomasse und Erdgas. Dabei solle nur soviel Energie erzeugt werden, wie in der Region abgerufen werde.







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