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Aktuell

Mehrheit für mehr Agrosprit

Mittwoch, 13. Februar, 08:47 Uhr

Mehrheit der Deutschen für mehr Biosprit im Kraftstoff

Hamburg (AFP) - Eine Mehrheit der Deutschen begrüßt die ab 2009 geplante höhere Beimischungsquote von Biokraftstoffen zu Benzin und Super. In einer Umfrage für das Institut Berlinpolis sagten 52 Prozent, sie befürworteten die Erhöhung der Quote von jetzt fünf auf dann zehn Prozent Biosprit im Kraftstoff, wie die "Bild"-Zeitung berichtet. Von den Autoherstellern fordern mehr als zwei Drittel der Befragten demnach Motoren, die diesen Kraftstoff auch gut vertragen. Eine ebenso große Mehrheit ist außerdem dafür, dass die Autohersteller stärker als bisher zum Bau umweltfreundlicher Autos gesetzlich verpflichtet werden.

Ab Januar 2009 soll der Anteil von Bio-Ethanol in Normal-Benzin und Super aus Klimaschutzgründen von fünf auf zehn Prozent steigen. Verschiedene Automobilclubs hatten in den vergangenen Wochen die Verträglichkeit des neuen Kraftstoffs vor allem für ältere Fahrzeuge angezweifelt. Verschiedene Komponenten im Bio-Ethanol reagieren aggressiv mit Metall- und Kunststoffbauteilen in den Autos.

Der ADAC in München geht davon aus, dass mehrere Millionen Fahrzeuge nicht für den Betrieb mit dem E10 genannten neuen Kraftstoff geeignet sind. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) rechnet dagegen lediglich mit 375.000 Fahrzeugen. Als Alternative bleibt den Haltern betroffener Fahrzeuge, auf den mehrere Cent teureren Kraftstoff Super Plus auszuweichen. Bei Super Plus bleibt der Ethanol-Anteil mit fünf Prozent auch ab 2009 weiterhin unverändert.


GTZ richtet in Indien zentrale Anlaufstelle für Klimaschutz-Zertifikate ein

epo.de, 12.02.2008

Eschborn. - Die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) hat in Indien eine zentrale Anlaufstelle für die Vermittlung von Klimaschutz-Zertifikaten eingerichtet. Die "Carbon Procurement Unit" (CPU) in der indischen Hauptstadtregion in Gurgaon unterstützt deutsche Unternehmen, die Zugang zu Emissionsgutschriften erhalten möchten, indem sie in Entwicklungs- oder Schwellenländern Projekte zur Senkung von Treibhausgasemissionen finanzieren.

Grundlage ist die im Kyoto-Protokoll und im Europäischen Emissionshandelssystem vereinbarte Möglichkeit für Industrieländer und dort agierende Unternehmen, eigene Maßnahmen zur Senkung von Treibhausgasemissionen durch Projekte in Entwicklungs- und Schwellenländern zu ergänzen. Die dabei erreichten Emissionsminderungen werden zertifiziert und sind als Gutschriften einsetzbar, um eigenen Reduktionsverpflichtungen nachkommen zu können.

Die Attraktivität dieser Möglichkeit liegt darin, dass Treibhausgasmissionen in Entwicklungsländern häufig kostengünstiger als in Industrieländern gemindert werden können. Positive Nebeneffekte entsprechender Projekte sind ein damit einhergehender Technologietransfer sowie die Förderung einer nachhaltigen lokalen oder regionalen Entwicklung.

Für diesen privatwirtschaftlichen Auftrag hat die GTZ in Gurgaon die "Carbon Procurement Unit" (CPU) geschaffen. "Die CPU startet zum richtigen Zeitpunkt, denn der Markt wächst rasant: Zusammen mit China ist Indien das Land mit der größten Anzahl an Projekten, die Emmissionszertifikate erzeugen", sagte Markus Kurdziel, Klimaexperte der GTZ. Anfang 2008 stammten 302 von weltweit insgesamt 803 Projekten zur Schaffung von Emmissionsgutschriften aus Indien. Erster Kunde der Anlaufstelle: Die RWE Power AG aus Essen, die bis zum Jahr 2012 bis zu 90 Millionen derartige Zertifikate einsetzen kann, um ihren eigenen Verpflichtungen nachzukommen. Ein Großteil davon soll aus Indien kommen.

"Mit der CPU vermitteln wir deutschen Kunden Zugang zu Projekten, die Treibhausgase mindern und dafür entsprechende Emissionsgutschriften erhalten können", sagte der Projektverantwortliche Kai Berndt. "Der Mechanismus ist im Prinzip einfach: Wenn zum Beispiel RWE verpflichtet ist, die CO2-Emissionen eines Kohlekraftwerks in Deutschland zu senken, dann kann das Unternehmen Zertifikate von einem neuen Wasserkraftwerk in Indien erwerben", so Berndt. Auf diese Weise gewännen alle Seiten: RWE könne sein Kraftwerk in Deutschland weiterbetreiben, der indische Stromerzeuger erhielte eine zusätzliche Finanzierung für sein emissionsfreies Wasserkraftwerk - und global reduziere sich der Ausstoß von Treibhausgasen.

Wasserkraftwerke sind jedoch nur ein Beispiel: Zurzeit verfolgt die CPU in Indien rund 100 Projekte verschiedener Größe. Darunter ist das weltgrößte Vorhaben zur Stromerzeugung aus Biogas und Biomasse, das sich über acht indische Bundesstaaten erstreckt und letztendlich eine Stromleistung von mehr als 700 Megawatt erbringen wird. Zudem gibt es Projekte zu erneuerbaren Energien wie Windkraft oder zur Vermeidung von Methangasemissionen. Gemeinsam mit dem größten Stromerzeuger für indische Privatkunden arbeitet die CPU außerdem an einem Programm zum Austausch von alten Glühbirnen durch moderne Energiesparlampen.

"Die CPU begleitet dabei alle Schritte bis zum fertigen Zertifikat: Wir identifizieren mögliche Projekte in einem frühen Stadium, beraten die Projekteigner und untersuchen die wirtschaftliche sowie technische Tragfähigkeit", erklärte Kurdziel. Zudem werde durch eigene und unabhängige Kontrollen von Zertifizierungsorganisationen, wie zum Beispiel den deutschen Technischen Überwachungsvereinen, sichergestellt, dass die Projekte auch tatsächlich die erwartete Minderung von Kohlendioxid und anderen Treibhausgasen erbringen.







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