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Aktuell

Internationale Bank für Pflanzensamen (erweitert)

26. Februar, 2008

Internationale Bank für Pflanzensamen auf Spitzbergen eröffnet

Longyearbyen/Norwegen (AP) Alle Pflanzensamen der Welt sollen im arktischen Permafrostboden für die nächsten 1.000 Jahre gesichert werden und damit den Gefahren des globalen Klimawandels trotzen. Dazu eröffneten der norwegische Ministerpräsident Jens Stoltenberg, EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso und die kenianische Friedensnobelpreisträgerin Wangari Maathai am Dienstag die globale Samenbank Spitzenbergen. Der 130 Meter tief in einen Hang versenkte Stollen soll sogar Erdbeben und Atomschlägen widerstehen.

«Angesichts des Klimawandels und anderen Kräften, die die biologische Vielfalt auf unserem Planeten bedrohen, ist Norwegen stolz, eine zentrale Rolle zu spielen», sagte Stoltenberg. Dabei gehe es nicht nur um den Schutz von Pflanzensamen, sondern um die Bewahrung der Grundpfeiler der menschlichen Zivilisation, erklärte der Regierungschef. Die zur Arche Noah für Pflanzensamen apostrophierte Einrichtung kann bis zu 4,5 Millionen Samen aufnehmen. Alle Regierungen können sie einreichen, sie werden dann bei Minus 18 Grad im Boden aufbewahrt. Der symbolische Anfang wurde am Dienstag mit einer Kiste von Reissamen aus 104 Ländern gemacht.

Die einem Bunker nicht unähnliche Anlage liegt rund 1.000 Kilometer vom Nordpol entfernt, auf dem norwegischen Archipel Svalbard (Spitzbergen). Die norwegische Regierung ist formell der Eigentümer der Einrichtung und hat auch die rund neun Millionen Dollar (sechs Millionen Euro) Baukosten finanziert. Betrieben wird die Samenbank vom Welttreuhandfonds für Kulturpflanzenvielfalt, der von der Welternährungsorganisation (FAO) und einer römischen Forschungseinrichtung, Internationale Biodiversität, gegründet wurde.


Dienstag, 26. Februar, 13:41 Uhr

Arche Noah im Permafrost

Longyearbyen/Norwegen (AP) Die Arche Noah ist kein biblisches Holzboot mehr, sondern eine futuristische Bunkeranlage in der Arktisregion. In der am Dienstag eröffneten internationalen Spitzbergen Samenbank sollen bis zu 4,5 Millionen Pflanzensamen eingelagert werden. Dort sollen sie für die nächsten 1.000 Jahre sicher geschützt liegen, wo ihnen Sintfluten, der globale Klimawandel oder Pflanzenseuchen nichts anhaben können.

«Die globale Samenbank Spitzbergen ist unsere Versicherungspolice», sagte der norwegische Ministerpräsident Jens Stoltenberg bei der Eröffnungszeremonie. «Sie ist die Arche Noah, um die Biodiversität für kommende Generationen zu sichern.» EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso zeigte sich ebenfalls begeistert: «Das ist ein gefrorener Garten Eden».

Das Paradies stellt man sich jedoch anders vor: Der graue Neubau ist dem kargen Permafrostboden auf Spitzbergen abgetrotzt, die Stollen, in denen die Samen gelagert werden sollen, reichen gut 120 Meter tief in die Erde. Am Montag hatte lag die Außentemperatur bei Minus 15 Grad, im inneren sorgen Kühlanlagen für kontinuierliche Minus 18 Grad. Karge blau-orange Metallregale warten in drei Betonschächten, die jeweils etwa 10 mal 27 Meter groß sind, auf die kleinen Alubehälter, die dort Jahrhunderte liegen sollen.

Die ersten 600 Behälter mit elf Tonnen des biologischen Weltkulturerbes sind schon auf Spitzbergen angekommen: 20 Samenbanken aus aller Welt haben sie geschickt. Spitzbergen ist gewissermaßen die Super-Samenbank, sie dient als sicheres Backup für die weltweit 1.400 Samenbanken. Die bunkerähnliche Anlage, nur rund 1.000 Kilometer vom Nordpol entfernt, liegt auf dem norwegischen Archipel Svalbard (Spitzbergen) und soll sowohl schweren Erdbeben als auch einem möglichen direkten Atomschlag standhalten.

Eine internationale Rückversicherung im Arktisgebiet

«Es gibt nicht viele Länder, die das auf die Beine stellen könnten» sagte Cary Fowler, der Direktor der Betreibergesellschaft Welttreuhandfonds für Kulturpflanzenvielfalt. Norwegen ist formell der Eigentümer der Einrichtung und hat in nur einem Jahr Bauzeit rund neun Millionen Dollar (sechs Millionen Euro) investiert. Stoltenberg betonte, es gehe bei dem Projekt nicht nur um den Schutz von Pflanzensamen, sondern um die Bewahrung der Grundpfeiler der menschlichen Zivilisation. «Angesichts des Klimawandels und anderer Kräfte, die die biologische Vielfalt auf unserem Planeten bedrohen, ist Norwegen stolz, eine zentrale Rolle zu spielen», sagte Stoltenberg.

Doch die Samenbank ist ein internationales Projekt: Der Welttreuhandfonds für Kulturpflanzenvielfalt wurde von der Welternährungsorganisation (FAO) und einer römischen Forschungseinrichtung, Internationale Biodiversität, gegründet. Alle Länder der Welt können ihre schützenswerten Pflanzensamen auf Spitzbergen einlagern und auch jederzeit wieder zurückfordern. Den symbolischen Anfang machte am Dienstag eine Kiste mit Reissamen aus 104 Ländern.

Karotten, Weizen, Sonnenblumen oder Kokospalmen - alle Samen werden sich mit der Zeit in dem Bunker in der Arktisregion wiederfinden. FAO-Generaldirektor Jacques Diouf nannte die Samenbank Spitzbergen am Montag «eine der innovativsten und eindrucksvollsten Handlungen im Dienst der Menschheit».

«Einer der großen Vorteile Spitzbergens ist, dass es soweit weg ist, von all den Gefahren, die andere Teile der Welt plagen», sagte Fowler. Die Samenbank sei wie eine globale Rückversicherung des Artenschutzes. Auf der Hauptinsel Longyearbyen rund 660 Kilometer nördlich des Festlandes, leben nur gut 2.000 Menschen, das Gebiet ist entmilitarisiert. Doch die bewaffneten Wachleute der Samenbank müssen sich gegen Eindringlinge zur Wehr setzen: Rund 3.000 Eisbären treiben auf der Insel ihr Unwesen.

http://www.croptrust.org/

http://www.seedvault.no/







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