Aktuell


Neue Klimaverhandlungen

31. März, 2008

Gespräche über Kyoto-Nachfolgeabkommen in Bangkok begonnen

Bangkok (AFP) - Vertreter aus rund 180 Ländern haben ihre Gespräche über ein Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll begonnen. Während des fünftägigen Treffens der Partner der UN-Konvention zum Klimawandel (UNFCCC) sollen die im Dezember bei der Klimakonferenz auf Bali begonnenen Verhandlungen fortgeführt werden. Auf Bali hatten sich die Teilnehmer darauf geeinigt, bis Ende 2009 ein Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll auszuhandeln.

Auch die USA, die sich bisher gegen verbindliche Vorgaben beim Klimaschutz sperrten, nehmen an den Gesprächen in Bangkok teil. Der Leiter des UN-Klimasekretariats Yvo de Boer nannte die Verhandlungen entscheidend. Das Kyoto-Protokoll läuft 2012 aus.


31.März, 2008

Verhandlungen über neues globales Klimaschutzabkommen

Bangkok (AP) Unterhändler aus 163 Staaten haben am Montag in Bangkok einwöchige Verhandlungen über die Leitlinien eines neuen globalen Klimaschutzabkommens aufgenommen. Die Delegationen knüpfen an die im Dezember auf Bali erzielte Grundsatzvereinbarung an, bis 2009 einen Nachfolgevertrag für das Kyodo-Protokoll zu schließen.

Die Verhandlungslinien haben sich allerdings seit Dezember nicht verändert. Während die EU eine Führungsrolle der westlichen Industriestaaten bei der Eindämmung klimaschädlicher Treibhausgase anstrebt, wollen die USA nur mitziehen, wenn sich auch China und Indien auf eine drastische Kürzung der CO2-Emissionen verpflichten.

Der Leiter der UN-Rahmenkonvention zum Klimawandel (FCCC), Yvo de Boer, sagte jedoch, es sei nicht realistisch, Entwicklungsländer wie China auf die gleichen Ziele zu verpflichten wie die Industriestaaten. «Das Problem des Klimawandels, wie wir es heute sehen, ist das Ergebnis der Emissionen in den reichen Staaten», sagte de Boer. «Die historische Verantwortung für dieses Problem liegt bei den Industrieländern.»

Bei den Zielwerten für die Eindämmung der Treibhausgase hat die EU bis 2020 eine Reduzierung um 25 bis 40 Prozent vorgeschlagen - gemessen an den Emissionen des Jahres 1990. Japan will hingegen die Werte des Jahres 2005 als Bezugsgröße nehmen.


Sonntag, 30. März, 11:38 Uhr

Millionen Menschen machen Lichter aus für den Klimaschutz

Sydney (AFP) - Millionen Menschen weltweit haben am Wochenende eine Stunde lang die Lichter ausgeschaltet, um auf die Gefahren der Erderwärmung hinzuweisen. Hunderte Städte in mehr als 30 Staaten beteiligten sich an der Klimaschutz-Aktion "Stunde für die Erde" (Earth Hour). In Wolkenkratzern, Büros, öffentlichen Gebäuden und Wohnhäusern ging das Licht aus. "Mit Ausnahme der Antarktis waren alle Kontinente eingebunden", sagte der Vorsitzende der australischen Sektion des Umweltverbandes WWF, Greg Bourne, der Nachrichtenagentur AFP.

Den Auftakt der "Earth Hour" machte Christchurch in Neuseeland, gefolgt vom australischen Sydney. Dort lag die weltberühmte Oper eine Stunde lang im Mondschein, in Restaurants wurde bei Kerzenschein gespeist. Es folgten asiatische Hauptstädte wie Bangkok und Manila. Auch in Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten erlosch das Licht in zahlreichen Gebäuden. In den USA beteiligten sich unter anderen Chicago, Atlanta und San Francisco an der Aktion. Auch die kanadischen Städte Montreal, Toronto und Vancouver sowie Santa Cruz in Bolivien waren mit von der Partie. In Tel Aviv war die Aktion wegen des religiösen Feiertags am Sabbat auf Donnerstag vorgezogen worden.

In Europa gingen die Lichter unter anderen in Dublin, Kopenhagen und Stockholm aus. Schwedens König Carl XVI. Gustaf hatte zudem angekündigt, in seinen drei Schlössern für eine Stunde das Licht löschen zu lassen. Deutsche Städte waren nicht unter den offiziellen Partnern der "Earth Hour".

Paul Bird vom australischen Stromnetzbetreiber NEMMCO sprach von einer "bedeutenden Energieersparnis" auf dem Kontinent. Ersten Messungen zufolge habe es im nationalen Stromnetz einen Energierückgang von "mindestens 1000 Megawatt" gegeben. In Sydney ging der Stromverbrach nach Angaben des Energiekonzerns Energy Australia während der "Earth Hour" um 8,4 Prozent zurück. Das entspreche dem Ausschalten von 1,6 Millionen Glühbirnen.

"Earth Hour"-Erfinder Andy Riley äußerte sich beeindruckt davon, welche Ausmaße die Kampagne seit ihrer ersten Aktion vor einem Jahr angenommen habe. Nach etwa 2,2 Millionen Teilnehmern 2007 hoffte er in diesem Jahr auf 30 Millionen Teilnehmer. WWF-Sektionschef Bourne schätzte, dass sich weltweit hundert Millionen Menschen an dem einstündigen Verzicht auf elektrisches Licht und strombetriebene Geräte beteiligt haben.


Sonntag, 30. März, 16:29 Uhr

Eine Stunde Kerzenlicht für den Klimaschutz

Dublin (AP) Eine Stunde Kerzenlicht für den Klimaschutz: Vom Opernhaus in Sydney über das Kolosseum in Rom bis zur Golden Gate Bridge in San Francisco gingen am Samstag die Lichter aus, um auf Stromverschwendung und die Gefahren durch den von der Menschheit verursachten Klimawandel hinzuweisen.

Der World Wide Fund for Nature (WWF) hatte Behörden, Unternehmen und Verbraucher zum zweiten Mal aufgerufen, zur «Earth Hour» von Samstag 20.00 Uhr Ortszeit an mindestens 60 Minuten lang das Licht abzuschalten. Hunderte Städte in mehr als 35 Ländern beteiligten sich an der Verdunklungsaktion. «Es ist erstaunlich, dass politische Grenzen überschritten werden und auch Länder wie China, Vietnam und Papua-Neuguinea mitmachen», sagte Earth-Hour-Direktor Andy Ridley.

100 Millionen Teilnehmer weltweit erhofft

Seine Organisation wollte insgesamt 100 Millionen Menschen für die Aktion mobilisieren und eine spürbare Senkung zum Stromverbrauch zu erreichen. Auf den Kontrollschirmen eines Kraftwerks in Toronto war dies auch tatsächlich grafisch zu verfolgen.

In Irland wurden viele staatliche Gebäude sowie Brücken und Denkmäler verdunkelt. In Schweden und Dänemark schalteten einige Schlösser die Beleuchtung ab. In Ungarn wurde das Parlamentsgebäude in Budapest verdunkelt. In Rom wurde die Beleuchtung des Kolosseums gedrosselt. In Griechenland marschierten auf der Insel Ägina nahe Athen zahlreiche Menschen mit Kerzen zum Hafen. Deutschland, Frankreich, Spanien und EU-Institutionen beteiligten sich indessen nicht.

Zuerst waren am Samstagabend nach Einbruch der Dunkelheit auf den Fidschi-Inseln und in Neuseeland die Lichter ausgegangen, dann folgte Australien. Die Beleuchtung des berühmten Opernhauses sowie der Hafenbrücke von Sydney musste der sogenannten Earth Hour, der Stunde für die Erde, weichen. In den USA beteiligten sich San Francisco, Chicago, Atlanta und andere Großstädte an der Earth Hour.

«Jetzt sind Sie dran»

Die «Erdstunde» wurde erstmals im vergangenen Jahr eingeführt und nahm von Sydney ihren Ausgangspunkt. Damals beteiligten sich rund zwei Millionen Menschen und 2.000 Geschäfte allein in der australischen Metropole an der Aktion. Nach Angaben der Organisatoren konnten damit die Treibhausgasemissionen in Sydney für die betreffende Stunde um 10,2 Prozent gesenkt werden. Diesmal waren es immerhin noch gut drei Prozent bei einer Beteiligung von 59 Prozent der Haushalte und Geschäftseinheiten.

Das Internetunternehmen Google schwärzte in mehreren Staaten seine normalerweise weißen Webseiten und forderte die Besucher auf: «Wir haben das Licht ausgeschaltet. Jetzt sind Sie dran.»


Mittwoch, 26. März, 16:59 Uhr

Klimawandel kostet Milliarden

Hamburg (dpa) - Der Klimawandel kommt nicht nur die Umwelt teuer zu stehen. Allein auf Deutschland kommen nach Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung in den nächsten 50 Jahren volkswirtschaftliche Kosten von bis zu 800 Milliarden Euro zu. Das sagte die Energieexpertin des DIW, Professorin Claudia Kemfert, zum Auftakt des dritten «Extremwetter-Kongresses» in Hamburg. Dabei würden die Folgeschäden des Klimawandels für die ärmeren Bundesländer deutlich stärker zu Buche schlagen als für die wohlhabenden Ländern.


Mittwoch, 26. März, 16:11 Uhr

Kosten des Klimawandels treffen ärmere Bundesländer am stärksten

Hamburg (AP) Die Bundesbürger müssen sich zunehmend auf extreme Wetterlagen und hohe Kosten als Folge des Klimawandels einstellen. Es sei künftig mit mehr Dürrephasen und Starkregen zu rechnen, aber auch mit häufiger milden Wintern, erklärten Meteorologen und Klimaforscher am Mittwoch auf dem dritten Extremwetterkongress in Hamburg. «Die Winter schmelzen immer mehr zwischen Herbst und Frühjahr zusammen», sagte Veranstalter Frank Böttcher: «Extreme Frosttage nehmen ab.» In den kommenden 50 Jahren könnten wegen des globalen Klimawandels auf Deutschland volkswirtschaftliche Kosten von rund 800 Milliarden Euro zukommen.

Die Folgeschäden des Klimawandels werden für die ärmeren Bundesländer deutlich stärker zu Buche schlagen als für die wohlhabenderen Länder. Gemessen an ihrer Wirtschaftskraft am stärksten betroffen sind Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz, Thüringen, Bremen und Brandenburg, wie eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) ergab. Am geringsten ist die wirtschaftliche Belastung für Berlin, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Bayern.

Ökonomische Schäden nehmen zu

«Ökonomische Schäden werden in allen Bundesländern zunehmen», sagte DIW-Expertin Claudia Kemfert: «Die Belastungen sind jedoch sehr ungleich verteilt.» Insgesamt kommen nach Berechnungen des DIW wegen des globalen Klimawandels in den kommenden 50 Jahren auf Deutschland volkswirtschaftliche Kosten von bis zu 800 Milliarden Euro zu.

Zwar weisen laut DIW bevölkerungsreiche und wirtschaftsstarke Bundesländer wie Baden-Württemberg (129 Milliarden Euro) und Bayern (113 Milliarden Euro) in absoluten Zahlen die höchsten Folgekosten auf. «Gemessen an ihrer Wirtschaftskraft sind jedoch wirtschaftsschwache und kleinere Bundesländer ungefähr fünfmal so stark betroffen», sagte Kemfert.

Auswirkungen regional sehr unterschiedlich

Die Auswirkungen des Klimawandels sind laut DIW regional sehr unterschiedlich verteilt. In Norddeutschland werde sich in besonderem Maße der allgemeine Temperaturanstieg bemerkbar machen. In Mittel- und Südwestdeutschland sollen extreme Niederschläge im Herbst und Winter zunehmen. Für Süd- und Ostdeutschland befürchtet das DIW eine steigende Gefahr von Dürreperioden.

Die Zunahme extrem heißer Sommer wird sich in Zukunft verstärkt auf die Land- und Forstwirtschaft auswirken. In allen Bundesländern könne als Folge des Klimawandels zeitweise auch die Energieversorgung ausfallen, beispielsweise wenn Kraftwerke in Hitzeperioden kein Kühlwasser haben oder die Energieinfrastruktur durch Unwetter beeinträchtigt wird.

Auch die Tourismusbranche wird laut DIW die finanziellen Folgen des Klimawandels zu spüren bekommen. Durch ansteigende Temperaturen seien deutliche Verschiebungen zu erwarten. Wenn es zu einer Temperaturerhöhung von bis zu 4,5 Grad bis zum Jahr 2100 kommen sollte, wären sämtliche deutsche Skigebiete schneefrei. An den Küsten könnte der allgemeine Temperaturanstieg den Strandtourismus an Nord- und Ostsee ankurbeln.

Wetterkongress mit rund 700 Teilnehmern

Der Extremwetterkongress geht noch bis zum Freitag und ist mit rund 700 Teilnehmern nach Angaben der Veranstalter die größte jährliches Veranstaltung zum Thema extreme Wetterereignisse in Europa. Der Kongress wendet sich nicht nur an Experten, sondern möchte vor allem die Öffentlichkeit informieren. Themen sind unter anderem neue Vorhersagemodelle, die Folgen des Klimawandels und Wetterirrtümer.


Mittwoch, 26. März, 17:47 Uhr

Hohe Kosten durch Klimawandel in Deutschland Überblick

Hamburg (AP) Auf die Bundesbürger kommen extreme Wetterlagen und enorme Kosten als Folge des Klimawandels zu. Es sei künftig mit mehr Dürrephasen und Starkregen zu rechnen, aber auch mit häufiger milden Wintern, erklärten Forscher am Mittwoch auf dem Extremwetterkongress in Hamburg. «Die Winter schmelzen immer mehr zwischen Herbst und Frühjahr zusammen», sagte Veranstalter Frank Böttcher: In den nächsten 50 Jahren könnten wegen des Klimawandels auf Deutschland volkswirtschaftliche Kosten von rund 800 Milliarden Euro zukommen.

Riesige Eisfläche in Antarktis abgebrochen

In der Antarktis ist unterdessen eine riesige Eisfläche, die etwa sieben Mal so groß ist wie Manhattan, vom Schelfeis abgebrochen. Der britische Wissenschaftler David Vaughan führte den Zerfall am Dienstag auf die weltweite Klimaerwärmung zurück. Während es häufig vorkomme, dass Eisberge abbrechen, seien große Zusammenbrüche wie dieser am Wilkins-Schelfeis selten, sagte er.

Die Forscher richteten Satellitenkameras auf das Naturschauspiel und schickten sogar ein Flugzeug auf den Weg, um Aufnahmen zu machen. Der Rest des Wilkins-Schelfeises wird nun nur noch von einer dünnen Eisschicht zusammengehalten.

Das kürzlich abgebrochene Eisstück machte zwar nur rund vier Prozent der gesamten Wilkins-Schelfeisfläche aus. Da es sich aber um einen wichtigen Teil handelte, könnte der Abbruch, der bereits am 28. Februar begann, ein weiteres Auseinanderfallen zur Folge haben.

Kosten des Klimawandels treffen besonders arme Bundesländer

Die Folgeschäden des Klimawandels werden für die ärmeren Bundesländer in Deutschland deutlich stärker zu Buche schlagen als für die wohlhabenderen Länder. Gemessen an ihrer Wirtschaftskraft am stärksten betroffen sind Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz, Thüringen, Bremen und Brandenburg, wie eine in Hamburg vorgestellte Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) ergab. Am geringsten ist die wirtschaftliche Belastung für Berlin, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Bayern.

Zwar weisen laut DIW bevölkerungsreiche und wirtschaftsstarke Bundesländer wie Baden-Württemberg und Bayern in absoluten Zahlen die höchsten Folgekosten auf. «Gemessen an ihrer Wirtschaftskraft sind jedoch wirtschaftsschwache und kleinere Bundesländer ungefähr fünfmal so stark betroffen», sagte Kemfert.

Die Auswirkungen des Klimawandels sind laut DIW regional sehr unterschiedlich verteilt. In Norddeutschland werde sich in besonderem Maße der allgemeine Temperaturanstieg bemerkbar machen. In Mittel- und Südwestdeutschland sollen extreme Niederschläge im Herbst und Winter zunehmen. Für Süd- und Ostdeutschland befürchtet das DIW eine steigende Gefahr von Dürreperioden.

Auswirkungen auf Energieversorgung möglich

Die Zunahme extrem heißer Sommer wird sich in Zukunft verstärkt auf die Land- und Forstwirtschaft auswirken. In allen Bundesländern könne als Folge des Klimawandels zeitweise auch die Energieversorgung ausfallen, beispielsweise wenn Kraftwerke in Hitzeperioden kein Kühlwasser haben oder die Energieinfrastruktur durch Unwetter beeinträchtigt wird.

Auch die Tourismusbranche wird laut DIW die finanziellen Folgen des Klimawandels zu spüren bekommen. Durch ansteigende Temperaturen seien deutliche Verschiebungen zu erwarten.


Mittwoch, 26. März, 17:47 Uhr

Riesiger Schelfeisblock in der Antarktis abgebrochen

Washington/Hamburg (AFP) - Unter dem Einfluss der Erderwärmung ist eine riesige Eisfläche von knapp hundert Quadratkilometern Größe aus dem antarktischen Schelfeis herausgebrochen. Dadurch seien 405 Quadratkilometer des so genannten Wilkins-Schildes zerfallen, erklärte das Zentrum zur Sammlung von Schnee- und Eisdaten an der Universität Colorado (NSIDC). Die Treibeis-Platte mit einer Größe von gut 13.000 Quadratkilometern werde seither nur von einem schmalen Eisstreifen zusammengehalten. Der Vorsitzende des Weltklimarates, Rajendra Pachauri, zeigte sich "sehr besorgt" über das beschleunigte Abschmelzen der Polkappen.

Ein Forscher der Britischen Antarktis-Gesellschaft, der nach dem Abbruch des 41 mal 2,5 Kilometer großen Eisblocks am 28. Februar von einem Forschungsschiff aus ein Video darüber gedreht hatte, verglich das Ausmaß der Zerstörung mit derjenigen nach einem Bombenanschlag. Eisblöcke von der Größe kleiner Häuser seien abgebrochen und wie Geröll abgegangen. NSIDC-Forscher Ted Scambos erklärte, wenn das Eis sich noch weiter zurückziehe, drohe schon in naher Zukunft der Verlust des halben Wilkins-Schildes. Dieser werde von warmen Meeresströmungen fortbewegt.

Die Temperaturen an der Westseite der Antarktis sind innerhalb von 50 Jahren um durchschnittlich 2,5 Grad angestiegen. Da der Sommer auf der Südhalbkugel nun endet, erwarten die Forscher in den kommenden Monaten keine Verschärfung der Entwicklung.

Klimaforscher Klaus Grosfeld vom Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven sagte, dramatisch an der Entwicklung in der Antarktis sei nicht der Abbruch des Eisbergs an sich, sondern der Zerfall des dahinter liegenden Schelfeises. Die Entwicklung illustriere eine ganze Kette von Prozessen: Die Erderwärmung führe zu verstärktem Anschmelzen der Oberfläche. Das Schmelzwasser dringe in Gletscher- und Schelfeisspalten ein und drücke diese beim Gefrieren weiter auseinander, was die Eisstruktur schwäche. So werde der Zerfall ausgelöst.

Pachauri unterstrich in Brüssel das Risiko steigender Meeresspiegel durch das Schmelzen polaren Eises. Die Erderwärmung könnte auf diese Weise sogar einen Anstieg um mehrere Meter verursachen.

Der Frankfurter Meteorologe Christian-Dietrich Schönwiese sagte auf dem Extremwetterkongress in Hamburg, er halte die Entwicklung in der Arktis für dramatischer als den Eisbergabbruch in der Antarktis. Mit Blick auf die Höhe des Meeresspiegels ticke "in Grönland tatsächlich eine Zeitbombe".







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