AktuellKlima-Arbeitsplan beschlossen
5. April, 2008 Agenda für Kyoto-Folgeabkommen vereinbartBangkok (AP) Mit einer Einigung in letzter Minute ist bei der Bangkoker Klimaschutzkonferenz der Weg zu konkreten Verhandlungen über ein Kyoto-Nachfolgeabkommen freigemacht worden. «Der Zug nach Kopenhagen hat den Bahnhof verlassen», sagte der Leiter der UN-Rahmenkonvention zum Klimawandel (FCCC), Yvo de Boer, in Anspielung auf den Konferenzort, an dem das neue Klimaschutzabkommen erzielt werden soll. «Wir haben jetzt nicht nur die Gewissheit, dass kritische Streitpunkte in diesem Jahr erörtert werden, sondern wir haben die mundgerechten Stücke, die es uns erlauben, effektiv zu verhandeln.»Delegationen aus 163 Staaten hatten fünf Tage um die Verhandlungsagenda gerungen. Die Konferenz sollte am Freitag enden, zog sich aber bis zum Durchbruch noch bis zum Samstag (Ortszeit) hin. Die Verhandlungen drohten insbesondere an einem Streit zwischen Japan und Entwicklungsländern über die Reduzierung von Treibhausgasen zu scheitern. Zum Teil wurden die strittigen Themen auf einen späteren Zeitpunkt vertagt. «Wir können mit dem Arbeitsprogramm leben, aber die vor uns liegenden Verhandlungen werden sehr, sehr hart sein», sagte ein Mitglied der indischen Delegation, Prodipto Ghosh. Die deutsche Umweltorganisation Germanwatch erklärte, nun komme es darauf an, dass die Staats- und Regierungschefs den Klimawandel zur Chefsache machten. Nur dann könne 2009 tatsächlich ein ambitioniertes Abkommen herauskommen, erklärte der Geschäftsführer Organisation, Christoph Bals, am Samstag. «Sonst besteht nach wie vor die Gefahr, dass sich die Experten immer wieder im Klein-Klein verkeilen.» Industrie- und Entwicklungsländer uneins Die Delegationen knüpften an die im Dezember auf Bali erzielte Grundsatzvereinbarung an, bis 2009 einen Nachfolgevertrag für das Kyoto-Protokoll zu schließen. Bis zum Abschluss eines neuen globalen Klimaschutzabkommens ist allerdings noch ein langer Weg. Die Verhandlungslinien haben sich seit Bali nicht verändert. Während die EU eine Führungsrolle der westlichen Industriestaaten bei der Eindämmung klimaschädlicher Treibhausgase anstrebt, wollen die USA nur mitziehen, wenn sich auch China und Indien zu einer drastischen Kürzung ihrer CO2-Emissionen verpflichten. Bei den Zielwerten für die Eindämmung der Treibhausgase hat die EU bis 2020 eine Reduzierung um 25 bis 40 Prozent vorgeschlagen - gemessen an den Emissionen des Jahres 1990. Japan will hingegen die Werte des Jahres 2005 als Bezugsgröße nehmen. Freitag, 4. April, 21:42 Uhr Einigung über Arbeitsplan für Kyoto-NachfolgeabkommenBangkok (AFP) - Das auf der UN-Klimakonferenz im Dezember beschlossene Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll soll mit Hilfe eines Arbeitsprogramms bis Ende 2009 unter Dach und Fach sein. Darauf einigten sich Vertreter von mehr als 160 Ländern zum Abschluss ihrer Beratungen in der thailändischen Hauptstadt Bangkok. Sie vereinbarten insgesamt drei Sitzungen im laufenden Jahr zu Themen wie Abholzung, Aufbringung von Mitteln für den Klimaschutz und einen umstrittenen japanischen Vorschlag zur Setzung von Industriestandards.Insbesondere die Diskussion über den japanischen Vorstoß sorgte dafür, dass die fünftägige Konferenz in Bangkok erst Stunden nach ihrem eigentlich geplanten Abschluss mit einer zweiten Erklärung zu dem Arbeitsplan zu Ende ging. Vertreter von Entwicklungsländern äußerten die Befürchtung, für ihre jeweiligen Industriesparten möglicherweise Obergrenzen bei Schadstoffemissionen festlegen zu müssen, was kostspielige Investitionen erforderlich machen würde. Zuvor hatten die Delegierten einvernehmlich eine erste Erklärung verabschiedet. Darin vereinbarten sie eine Überprüfung darüber, wie sich der CO2-Ausstoß in Luft- und Schifffahrt reduzieren lässt. Vom Kyoto-Protokoll, das Ende 2012 ausläuft, waren die Luft- und Schifffahrtbranche noch ausgenommen. Sie gilt inzwischen jedoch als starker Erzeuger von Treibhausgasen, die für die Erderwärmung verantwortlich gemacht werden. Nach Angaben von Umweltschützern, die die Beratungen verfolgten, drängten vor allem die Europäische Union und Norwegen darauf, in der Erklärung von Bangkok über eine Selbstregulierung der Luft- und Schifffahrtindustrie hinauszugehen. Widerstand kam von Ländern mit starken Reisebranchen oder Staaten in abgelegenen Teilen der Welt wie Australien, Kanada, Japan und Singapur. Die Beratungen in Bangkok waren der Auftakt zu den Verhandlungen über ein Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll, die im im Dezember auf Bali beschlossen worden waren. An den Beratungen in Thailand nahmen Gesandte der Unterzeichnerstaaten der UN-Konvention zum Klimawandel (UNFCCC) teil, Delegierte von Umweltschutzorganisationen, Forscher sowie Vertreter aus Wirtschaft und Industrie. Auch die USA, die das Kyoto-Protokoll nicht ratifiziert haben, waren vertreten. Im Anschluss an Bangkok soll es im Juni weitere Beratungen in Bonn geben, Ende des Jahres dann ein hochrangig besetztes Treffen in Polen. Klimaverhandlungen in Bangkok abgeschlossenErste Verhandlungsrunde nach Bali vereinbart Arbeitsprogramm für 2008BMU Pressemitteilung, 5.4.08 Mit einem konkreten Arbeitsprogramm sind die Klimaverhandlungen in Bangkok gestern abgeschlossen worden. Nach schwierigen Debatten, welchen Themen bei den Verhandlungen Priorität eingeräumt werden soll, bestand Einigkeit über das weitere Vorgehen für die kommenden Verhandlungen in diesem Jahr. Es bestand Einigkeit, dass Emissionshandel, Joint Implementation (JI) und der CDM (Clean Development Mechanism) auch in Zukunft eine entscheidende Bedeutung bei der Minderung des Treibhausgas-Ausstoßes spielen werden. Vom 31. März bis zum 4. April 2008 fand in der thailändischen Hauptstadt die erste Verhandlungsrunde der Bali-Roadmap statt. Bundesumweltminister Gabriel: "Bangkok war die erste Station auf unserer Reise nach Kopenhagen. Viele Staaten haben interessante Vorschläge für die konkrete Ausgestaltung des künftigen Klimaschutzabkommens gemacht, zum Beispiel zur Finanzierung. Noch sind die Vorschläge nicht alle miteinander kompatibel und müssen weiter aneinander angenähert werden. Aber wir sind auf einem guten Weg." In drei weiteren Verhandlungsrunden im Jahr 2008 werden die einzelnen Vorschläge zur Treibhausgasminderung, zur Anpassung an den Klimawandel, zu Technologiekooperation und zur Finanzierung des Klimaschutzes vertieft erörtert. Auf der Klimakonferenz in Posen (Poznañ, Polen) im Dezember 2008 soll entschieden werden, wie die Elemente zusammengeführt werden sollen. Die Verhandlungen sollen bis zur Klimakonferenz in Kopenhagen Ende 2009 abgeschlossen werden. Gabriel: "Für Deutschland und für die EU ist es entscheidend, den globalen Temperaturanstieg auf maximal 2 Grad Celsius gegenüber vorindustrieller Zeit zu begrenzen. Nur so lassen sich die Folgen des heute bereits stattfindenden Klimawandels auf ein beherrschbares Maß beherrschen. Die EU ist bereit, ihre Emissionen im Rahmen eines künftigen Klimaschutzabkommens bis 2020 um 30 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren. Mit dem im vergangenen Dezember vom Kabinett vereinbarten Klima- und Energieprogramm ist Deutschland in der Lage, seine Emissionen bis 2020 um 36 Prozent zu reduzieren." Hintergrund: Auf der Klimakonferenz auf Bali im Dezember 2007 wurde die Bali Roadmap verabschiedet. In ihr vereinbarte die Staatengemeinschaft einen Fahrplan für umfassende Verhandlungen eines Klimaregimes für die Zeit nach 2012, dem Ende der ersten Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls. Die Verhandlungen sollen auf der Klimakonferenz in Kopenhagen im Dezember abgeschlossen werden. Die Verhandlungen finden in zwei parallel arbeitenden so genannten Ad-hoc-Arbeitsgruppen statt. Die Arbeitsgruppe unter dem Kyoto-Protokoll hat die Festlegungen der künftigen Verpflichtungen von Kyoto-Industrieländern zum Gegenstand. In der Ad-hoc-Arbeitsgruppe unter der Konvention verhandeln die Staaten über die Emissionsminderungsbeiträge der Nicht-Kyoto-Industriestaaten, insbesondere der USA sowie über die Beiträge der Entwicklungsländer zu dem künftigen Klimaschutzregime. Weitere Verhandlungsthemen sind die Anpassung an den Klimawandel, Technologien zur Minderung und zur Anpassung sowie die Investitionen und die Finanzierung, die für dieses Regime erforderlich sein werden. Klimaschutz ist MenschenschutzVon Antonia Berndt, Greenpeace-Online, 4.4.08Im letzten Jahr veröffentlichte Greenpeace eine Studie zur Sitution der Klimaflüchtlinge. In den nächsten 30 Jahren werden demnach 200 Millionen Menschen ihre Heimat verlassen, weil ihre Lebensbedingungen durch den Klimawandel immer schlechter werden. Der aktuelle Blue-Alert-Report von Greenpeace Indien unterstreicht nun die Brisanz dieses Themas. Der Report wurde vom Indian Institute of Technology in Madras im Auftrag von Greenpeace verfasst. Er zeigt auf, dass 125 Millionen Menschen allein an den Küstenregionen Indiens und Bangladeshs durch den Anstieg des Meeresspiegels bedroht sind. Der Anstieg des Meeresspiegels wird durch das Schmelzen der Polkappen - bedingt durch die Klimaerwärmung - hervorgerufen. Bedroht sind davon jedoch nicht nur Regionen Indiens. Weltweit stehen Menschen in Küstenregionen demselben Problem gegenüber. Besonders hart trifft es Staaten, die zu arm sind, um effizienten Hochwasserschutz zu betreiben. Nicht jeder Staat kann wie Hamburg 600 Millionen Euro allein für Deichschutzmaßnahmen aufbringen. Der Anstieg des Meeresspiegels ist aber nicht die einzige Ursache für die zukünftig steigende Anzahl von Klimaflüchtlingen. Auch überdurchschnittlich lange Dürreperrioden oder das Abschmelzen von Gletschern zwingt Menschen zur Flucht. Ein Beispiel dafür ist die peruanische Hauptstadt Lima. Die gesamte Trinkwasserversorgung wird durch den Zufluss von Gletscherwasser gewährleistet. Schmilzt der Gletscher zu schnell ab, versiegt das Trinkwasser einer Metropole mit über sechs Millionen Einwohnern. Stark vom Klimawandel betroffen sind vor allem naturverbunden lebende Bevölkerungsgruppen. Wer direkt von der Natur und ihren Ressourcen lebt, bekommt die Auswirkungen des Klimawandels am ehesten zu spüren. Gerade die ärmere, auf Subsistenzwirtschaft angewiesene Bevölkerung wird so zur Flucht gezwungen. Die Armen dieser Welt sind somit doppelt betroffen. Sie spüren die Auswirkungen als Erste und können aus Mangel an Finanzmitteln keine Anpassungsmaßnahmen vornehmen. "Hier sind die Industrieländer gefragt. Als größte CO2-Produzenten sind sie in der moralischen Pflicht, den Entwicklungsländern zur Seite zu stehen. Wer den Klimawandel fördert, muss auch für dessen Auswirkungen geradestehen", sagt Greenpeace-Klimaexperte Karsten Smid. Dazu gehöre zum einen die Unterstützung durch Finanzmittel. Zum anderen müsse intensiv in den Klimaschutz investiert werden, um die Folgen des Klimawandels möglichst gering zu halten. Wie der Klimagipfel in Bangkok aktuell zeigt, sind die Industrieländer jedoch nicht bereit, aktiv Verantwortung zu übernehmen. Weder für den Klimawandel, noch für die Klimaflüchtlinge. Smid fordert Deutschland und die EU auf, eine Vorreiterrolle beim Klimaschutz zu übernehmen. "Ob es um die Reduzierung der Treibhausgase oder den Urwaldschutz geht, wir sollten Verantwortung für unser Handeln übernehmen. Dazu gehört auch die Unterstützung der Klimaflüchtlinge." Klimaflüchtlinge - Die verleugnete Katastrophe Dienstag, 1. April, 14:53 Uhr Merkel gegen Klimaschutz zu Lasten der deutschen AutobauerKöln (AP) Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Europäische Union davor gewarnt, Klimaschutz zu Lasten der deutschen Autobauer zu betreiben. Natürlich müssten alle Möglichkeiten zur Senkung des CO2-Austosses geprüft werden, sagte die Kanzlerin am Dienstag bei einem Besuch des Ford-Entwicklungszentrums in Köln. Dabei dürften der deutschen Autoindustrie jedoch keine unrealistischen Zeitvorgaben gemacht werden.Die EU-Kommission will den Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxids bei Neuwagen ab 2012 auf durchschnittlich 120 Gramm pro Kilometer begrenzen. Dabei will sie die - vor allem in Deutschland ansässigen - Hersteller von Premium-Autos am stärksten in die Pflicht nehmen. Wenn die Minderungsziele nicht erreichbar werden, drohen jährliche Strafzahlungen in Milliardenhöhe. Merkel erklärte, durch Strafzahlungen sollten keine Markteingriffe an falschen Stellen gemacht werden. Insgesamt dürfe das Auto «nicht zum Buhmann der Nation abgestempelt werden». Die Automobilindustrie sei mit Deutschland aufs engste verwoben. Jeder siebte Arbeitsplatz sei in der Autoindustrie zu verorten, rund ein Drittel der Ausgaben für Forschung und Entwicklung gingen in diesen Bereich. Die Kanzlerin betonte zudem, sich für einen stärkeren Designschutz innerhalb der EU einsetzen zu wollen. Die Bundesregierung suche derzeit Verbündete, um Nachahmungen zu beschränken und das geistige Eigentum stärker zu schützen. Mittwoch, 2. April, 17:32 Uhr Forscher: Abbruch von Antarktis-Eis noch nicht bedrohlichHamburg (AFP) - Ungeachtet dramatischer Bilder von gewaltigen Eisabbrüchen sehen Polarforscher keine großflächige Bedrohung des antarktischen Schelfeises. Zwar seien Folgen des Klimawandels feststellbar, jedoch nur regional begrenzt, sagte der Beauftragte des Alfred-Wegener-Institus für Marine Biodiversität, Julian Gutt, auf einer Tagung in Hamburg. Bisher sei etwa ein Prozent des Schelfeises klimabedingt verschwunden, vor allem im Bereich der Antarktischen Halbinsel, dem nördlichsten Teil des Kontinents. Die übrigen 99 Prozent des Schelfeises seien aber auf absehbare Zeit "relativ sicher".Unter Schelfeis versteht man das Eis an der Küste der Antarktis, das sich über die Küste hinaus auf das offene Meer erstreckt. "Für das Abschmelzen großer Schelfgebiete wäre eine Erwärmung um 17 Grad erforderlich", schätzte Gutt. Auch seien tiefere Wasserzonen von der Erwärmung nicht erkennbar betroffen. Der Forscher hob jedoch hervor, diese Erkenntnisse dürften nicht dazu verleiten, die weltweite Erwärmung zu ignorieren oder zu unterschätzen. Das inzwischen fast vollständige Abschmelzen des Schelfeises der Antarktischen Halbinsel sei "eine regionale Katastrophe für den Lebensraum dort". So zerstören losbrechende Eisberge, wenn sie auf Grund laufen, Flora und Fauna auf dem Meeresboden für hunderte, nach Ansicht einiger Forscher sogar für tausende Jahre. Auch sind laut Gutt Ausweichbewegungen von Meerestieren und Pflanzen zu beobachten. Sie bewegten sich entweder in den kälteren Süden der Antarktisgewässer oder in tiefere Wasserschichten. Gutt leitete unter anderem in der Saison 2006/2007 eine Expedition des Forschungsschiffs "Polarstern" in das frühere Schelfeisgebiet Larsen A und B an der Antarktischen Halbinsel. Auf dieser Expedition wurden die Folgen des Wegbrechens des Eises auf die Artenvielfalt untersucht. Die dabei entnommenen Proben werden derzeit ausgewertet. Donnerstag, 3. April, 12:38 Uhr Land startet Studie zum KlimawandelMainz (ddp-rps). Rheinland-Pfalz startet eine umfangreiche Studie zu den Folgen und Risiken des Klimawandels für das Land. Das Forschungsprojekt zum Klima- und Landschaftswandel, kurz «KlimLandRP», solle in den kommenden dreieinhalb Jahren die regionalen Auswirkungen untersuchen und Möglichkeiten zum Gegensteuern ergeben, sagte Umweltministerin Margit Conrad (SPD) am Donnerstag in Mainz. Das Land kooperiert dabei mit dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), mit dem am Donnerstag eine Vereinbarung unterzeichnet wurde. Das Forschungsprojekt kostet rund 1,8 Millionen Euro, erste Ergebnisse sollen Anfang 2011 vorliegen.«Wir wissen, dass es den Klimawandel auch bei uns gibt, und wir müssen ihn beherrschbar gestalten», sagte Conrad zur Begründung des Forschungsauftrags. Dafür brauche man belastbare Fakten über die künftigen Veränderungen durch die Klimaerwärmung im Land. Das Forschungsprojekt wird deshalb in fünf Modulen die Auswirkungen auf Boden, Wasserhaushalt, Wald, Artenvielfalt sowie Landwirtschaft untersuchen. Bei dem interdisziplinär angelegten Projekt arbeitet das Potsdam-Institut eng mit landeseigenen Stellen zusammen. Dabei sollen Entwicklungsprognosen bis zum Jahr 2050 und weiter bis 2100 entwickelt werden. Besonderer Schwerpunkt ist die Entwicklung regionaler Klimaprojektionen und - darauf aufbauend - künftiger Landnutzungsszenarien. Ziel ist es, Szenarien zu entwickeln, wie etwa Bodennutzung, Hochwasserschutzplanung und Landwirtschaft künftig aussehen müssen, um Schäden für Rheinland-Pfalz vorzubeugen. Mittwoch, 2. April, 12:42 Uhr Meteorologen erwarten besonders warmen SommerOffenbach (dpa) - Der Sommer 2008 wird nach Erwartungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) mit 70-prozentiger Wahrscheinlichkeit in Deutschland besonders warm ausfallen.Nach der DWD-Jahreszeitenvorhersage sollen die Monate Juni bis August - sie umfassen den meteorologischen Sommer - so warm werden wie die zehn wärmsten Sommer der Jahre 1961 bis 1990. Allerdings lasse sich nicht sagen, ob und wann es Hitzewellen gibt und wie hoch die Regenwahrscheinlichkeit ist. «Für die eigene Urlaubsplanung sind die Analysen leider völlig ungeeignet», sagte DWD-Sprecher Gerhard Lux am Mittwoch in Offenbach. Die Jahreszeitenvorhersagen basieren laut Lux auf Hochrechnungen, in die Wetterdaten der vergangenen Wochen und Monate einfließen. Vor allem werden dafür langfristige Vorgänge in der Atmosphäre und in den Ozeanen berücksichtigt. Daraus ergeben sich Trends für die Wetterentwicklung. Wie warm es wann genau wird und welche Regionen welches Wetter bekommen, kann jedoch nicht vorhergesagt werden. «Es könnte also beispielsweise auch sein, dass der Sommer zwar etwas wärmer als im langjährigen Mittel sein wird, aber verregnet ist», sagte die Projektleiterin für die Jahreszeitenvorhersage des Wetterdienstes, Christina Koppe. Donnerstag, 3. April, 11:23 Uhr Klimaforscher fordern Kaltluftschneisen in StädtenMünchen (dpa) - Wissenschaftler rechnen im Zuge des Klimawandels mit einem überproportionalen Anstieg der Temperaturen in den Städten. «Wir brauchen Kaltluftschneisen in den Städten», sagte der Bayreuther Forscher Carl Beierkuhnlein in München bei einem Symposium zu Klimawandel und Gesundheit.«Wenn wir keinen nächtlichen Kaltluftzufluss haben, können wir kein gesundes Stadtklima haben.» Dafür müssten unter Umständen in der Zukunft auch Gebäude abgerissen werden. Die Experten erwarten ohnehin mit dem Anstieg der Temperaturen mehr gesundheitliche Probleme und mehr Sterbefälle in Hitzeperioden. An dem Symposium der Landeszentrale für Gesundheit und des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) nahmen rund 200 Experten teil. Beierkuhnlein sagte, die Kenntnisse von den Auswirkungen des Klimawandels seien noch immer viel zu gering. «Das Dilemma ist, dass dennoch bezüglich der Anpassung an die unvermeidlichen Folgen des Klimawandels bald gehandelt werden muss und nicht auf besseres Wissen gewartet werden kann.» Anpassungsbedarf bestehe nicht nur beim Städtebau, sondern in den verschiedensten Bereichen der Gesellschaft. «In 10 bis 40 Jahren werden wir Veränderungen haben, wie es sie in den letzten 100 000 Jahren auf der Erde nicht gegeben hat.» Der LGL-Präsident Volker Hingst warnte vor einer Rückkehr tropischer Krankheiten. Nicht ausgeschlossen sei eine Wiederkehr des Dengue-Fiebers. Bisher erkranken hierzulande nur Menschen nach Fernreisen. Doch das Virus, das von einer Mücke übertragen wird, wie auch die Mücke selbst könnten sich bereits auf den Weg in unsere Breiten gemacht haben. «Die Menschen fahren und fliegen zu den Mücken - aber die Mücken kommen auch zu uns.» Beierkuhnlein sagte, bei den Folgen des Klimawandels für die Gesundheit etwa in Afrika oder auch in Asien müsse Hilfe geleistet werden. Schon jetzt nähmen ethnische Konflikte zu. «Das wird sich in Zukunft mit dem Klimawandel enorm verschärfen.» Die Flüchtlinge, die bisher nach Europa zu kommen versuchten, seien ein «bloßer Vorgeschmack». «Wir werden die Türen nicht verschlossen halten können.» Die Aufnahme von Klimaflüchtlingen sei künftig auch eine Frage der Menschenrechte und ein ethisches Problem - schließlich begehrten die Flüchtlinge Hilfe von denjenigen, die den Klimawandel maßgeblich verursacht hätten. » zurück |
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