AktuellBushs Klimarede (erweitert)
16. April, 2008 Bush stellt US-Strategie gegen globalen Klimawandel vorWashington (AP) US-Präsident George W. Bush will am (heutigen) Mittwoch eine langfristige Strategie zur Reduzierung von Treibhausgasen vorstellen. Bush werde in seiner Rede keine konkreten Vorschläge für Maßnahmen im Kampf gegen den Klimawandel machen, sondern vielmehr eine Strategie für die kommenden Jahrzehnte skizzieren, sagte seine Sprecherin Dana Perino am Dienstag in Washington.Bushs Ankündigung soll Beobachtern zufolge über das 2002 genannte Ziel hinausgehen, den Ausstoß von Treibhausgasen innerhalb von zehn Jahren um 18 Prozent zu verringern. Der Präsident setzt bei der unverbindlichen Vorgabe vor allem auf finanzielle Anreize, um die Entwicklung neuer Technologien zu fördern. Die Forschung in diesem Bereich soll dabei ebenso gefördert werden wie eine verstärkte Nutzug regenerativer Energien. Bush fordert, dass sich auch Schwellenländer wie China und Indien landesweite Ziele für die Verringerung von klimaschädlichen Emissionen setzen. Die Regierung kann die Bekämpfung des Klimawandels nicht länger ignorieren: International steigt der Druck und auch die demokratische Kongressmehrheit fordert verbindliche Grenzwerte. Zuletzt hat auch der Oberste Gerichtshof die Umweltbehörde (EPA) aufgefordert, Grenzwerte für Kohlendioxid-Emissionen festzulegen. Als Folge einer Reihe jüngster Gerichtsentscheidungen sei es sehr wahrscheinlich, dass die Regierung den Ausstoß von Treibstoffgasen regulieren werde, sagte Perino. Eine Anweisung von Richtern an ungewählte Bürokraten könne nicht der richtige Umgang mit dem Thema sein. Bush wollte sich außerdem zu Gesetzesvorschlägen des Kongresses äußern, denen seine Regierung ablehnend gegenübersteht. Die Forderungen der Demokraten kritisierte er als unrealistisch. Sie würden der US-Wirtschaft schaden, wie Perino erklärte. Die USA sind dem Kyoto-Protokoll zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes nicht beigetreten. 16. April, 2008 Bush will Zunahme von Treibhausgasen erst ab 2025 stoppenWashington (AFP) - Mit einer neuen klimapolitischen Zielvorgabe will US-Präsident George W. Bush erreichen, dass der Treibhausgas-Ausstoß seines Landes vom Jahr 2025 an nicht mehr ansteigt. Der Zuwachs der Emissionen solle in den kommenden Jahren verlangsamt werden und dann vollständig zum Stillstand kommen, sagte Bush in Washington. Eine Verringerung der Treibhausgase bis 2025 sieht Bushs Plan nicht vor, ebensowenig die Festlegung auf eine bestimmte Emissionsobergrenze. Umweltschützer und US-Demokraten kritisierten Bushs Plan als nutzlos und gefährlich.Bush bezeichnete seine Vorschläge als "neues nationales Ziel". Erreicht werden solle es durch die Weiterentwicklung umweltfreundlicher Technologien und Verbesserungen bei der Energieeffizienz. Nach Bushs Vorstellungen sollen etwa die Schadstoffemissionen im US-Energiesektor "in zehn bis 15 Jahren ihren Höhepunkt erreichen und danach absinken". Alternativen seien zum Beispiel Atomkraft und "saubere Kohle". Ob die Industrie gesetzlich verpflichtet werden soll, ihre Emissionen abzubauen, ließ der Präsident offen. Er plädierte für ein freiwilliges Anreizsystem. Die Einbindung seines Landes in den international verpflichtenden Kyoto-Prozess lehnte Bush erneut ab. Das Kyoto-Protokoll zur Absenkung der Emissionen sei "mangelhaft", kritisierte Bush. Er warnte den von den US-Demokraten kontrollierten Kongress vor entsprechenden Beschlüssen. Eine verbindliche Begrenzung der Treibhausgasemissionen, wie sie derzeit im Kongress diskutiert wird, würde zu "gewaltigen Kosten für unsere Wirtschaft und die amerikanischen Familien" führen. Um Wettbewerbsnachteile zu vermeiden, müssten auch Schwellenländer Indien und China ihre Emissionen zurückfahren. Die demokratische Senatorin Barbara Boxer bezeichnete Bushs Pläne als "Gipfel der Verantwortungslosigkeit". Sie würden verkennen, das die Schadstoffemissionen bereits ein "gefährliches Level" erreicht hätten. Die größte US-Umweltschutzvereinigung Sierra Club erklärte: "Es ist absolut unzureichend, lediglich das Anwachsen der Emissionen zu stoppen." Die Weltgemeinschaft bemüht sich derzeit ohne die USA unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen, bis zum kommenden Jahr ein Folgeabkommen für das 2012 auslaufende Klimaprotokoll von Kyoto auszuhandeln. Bushs Ankündigung steht laut seiner Sprecherin im Zusammenhang stehen mit dem, was US-Vertreter bei einer Klimakonferenz am Donnerstag und Freitag in Paris vorstellen sollen. In Paris kommen Vertreter aus den 16 Staaten zusammen, die zusammen für 80 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich sind. Mittwoch, 16. April, 13:20 Uhr Meeresspiegel steigt weit schneller als erwartetWien (dpa) - Der Meeresspiegel steigt Studien zufolge weltweit deutlich schneller als erwartet und gefährdet damit Millionen Menschen vor allem in den Entwicklungsländern.Internationale Hydrologen führen diesen unerwartet dramatischen Anstieg vor allem auf die rascher schmelzenden Gletscher zurück, wie sie auf der Jahrestagung der Europäischen Geowissenschaftlichen Union in dieser Woche in Wien betonten. Treffen ihre Berechnungen zu, dann sind im Jahr 2100 rund 90 Prozent des dicht besiedelten Landes Bangladesch überflutet. Während der Meeresspiegel in den vergangenen zwei Jahrtausenden lediglich um rund 20 Zentimeter schwankte, dürfte er allein in diesem Jahrhundert um 80 bis 150 Zentimeter anschwellen, sagte die in Großbritannien arbeitende Hydrologin Svetlana Jevrejeva. Diese Annahme liegt etwa um das Dreifache höher, als bisherige offizielle Berechnungen des Weltklimarates IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change). Der IPCC erwartet eine Anhebung um 18 bis 59 Zentimeter. «Unter den Wissenschaftlern gelten die Schätzungen der IPCC als konservativ», meint Simon Holgate vom Proudman Oceanographic Laboratory in Liverpool. Nach Berechnungen der in Wien vortragenden Wissenschaftler drängen angesichts der beschleunigten Erderwärmung zunehmend Wassermassen von den schmelzenden Eismassen von Grönland, der Antarktis und den weltweit schneller schmelzenden Gletschern in die Ozeane. Zusätzlich schwelle der Meeresspiegel durch die Ausdehnung des Wassers aufgrund der Erwärmung der Meere an, sagte Steve Nerem von der Universität in Boulder (US-Bundesstaat Colorado). Inzwischen gehen die Wissenschaftler davon aus, dass zum Beispiel der gesamte Eisschild über Grönland bereits innerhalb der nächsten 1000 Jahre und nicht erst in 8000 Jahren geschmolzen sein wird. Schnell fließendes Schmelzwasser «schmiere» gleichsam den Boden und beschleunige damit die Wanderung von Gletschern. «Wir haben in den vergangenen 15 Jahren bereits einen Anstieg um 3,5 Millimeter pro Jahr registriert», meint etwa Steve Nerem von der Universität Boulder im US-Staat Colorado. Es sei jedoch wahrscheinlich, dass sich der Anstieg beschleunige. Wie sich die dramatische Anhebung des Meeresspiegels im Einzelnen auswirken wird, können die Experten noch nicht absehen. Besonders betroffen wären allerdings die ärmsten und am dichtesten bevölkerten Länder. Die Volksrepublik China müsste etwa 72 Millionen Menschen umsiedeln. Dienstag, 15. April, 15:43 Uhr Deutscher Wetterdienst rechnet mit deutlich heißeren SommernBerlin (AFP) - Die Deutschen müssen sich auf deutlich mehr Sommerhitze einstellen. Im Zuge des Klimawandels werden die heißen Tagen mit mindestens 30 Grad Celsius zunehmen, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte. Weil sich die Menschen dann vermutlich mehr in Häusern aufhalten werden, will der DWD künftig im Rahmen seines Hitzewarnsystems auch Wärmebelastungen für Innenräume vorhersagen. In den vergangenen Jahren stiegen die Temperaturen in Deutschland bereits deutlich an. "Die Frage nach dem Ja oder Nein des Klimawandels hat sich erledigt", erklärte DWD-Präsident Wolfgang Kusch.Die heißen Tagen werden laut DWD-Analysen bis zum Jahr 2050 vor allem in Südwestdeutschland, im Rheinland sowie teilweise auch in Sachsen-Anhalt und Brandenburg zunehmen. In diesen Regionen werden demnach zwischen drei und 15 zusätzliche Hitzetage erwartet. Bis 2100 erwarten die Experten einen weiteren Anstieg: In Süddeutschland soll es zwischen zwölf und 30 zusätzliche heiße Tage geben, auch in Küstennähe und im Bergland können zwei bis zehn Tage mit mindestens 30 Grad dazukommen. Der Klimawandel zeigte sich in Deutschland in den vergangenen Jahren bereits deutlich. Die Jahresmitteltemperatur stieg dem Wetterdienst zufolge seit Beginn des 20. Jahrhunderts um 0,9 Grad und damit sogar stärker als im weltweiten Durchschnitt. Das Jahr 2007 war in Deutschland mit durchschnittlich 9,9 Grad das zweitwärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen 1901. In den zwölf Monaten von September 2006 bis August 2007 lag die Durchschnittstemperatur laut DWD in Deutschland mit 10,7 Grad sogar 2,5 Grad über dem langjährigen Durchschnitt gelegen. "Wir alle hatten damit die Gelegenheit, unsere Klimazukunft schon mal live zu erleben", erklärte Kusch. Solche Temperaturen werden nach seinen Worten Ende des 21. Jahrhunderts "in Deutschland die Regel sein." Das Jahr 2007 zeigte aber auch weitere Folgen des Klimawandels: So brachte der milde Winter überdurchschnittliche Niederschlagsmengen und schwere Stürme. In Erinnerung bleibt vor allem der Orkan Kyrill, der im Januar über Deutschland hinwegzogen war. Im April erreichte das Thermometer dann hochsommerliche Temperaturen, während im Mai deutlich mehr Regen als gewöhnlich fiel. » zurück |
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