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Aktuell

Illegale Holzimporte

Themenwochen gegen den Handel mit illegalem Holz, Teil II
Studie: EU importiert in großem Stil illegales Holz

Fast ein Fünftel des nach Europa eingeführten Holzes stammt aus illegalen Quellen. WWF fordert europaweites Urwaldschutzgesetz

WWF Pressemitteilung, 9.5.08

Holz aus illegalen Quellen, für das weltweit riesige Wälder vernichtet werden, landet in großen Mengen in der Europäischen Union und in Deutschland. Anhand der Außenhandelsdaten von 2006 berechnet der WWF in einer aktuellen Studie, dass fast ein Fünftel des in die EU importierten Holzes (schätzungsweise bis zu 19 Prozent) unter Missachtung geltender Gesetze gefällt und gehandelt wurde. Mit einem Anteil von zehn Prozent steht Deutschland nach Finnland und Großbritannien auf Platz 3 der Hauptabnehmerländer für illegales Holz. Die mit Abstand größte Menge davon stammt aus Russland: Jährlich landet illegales russisches Holz im Wert von mindestens 120 Millionen Euro auf dem deutschen Markt. Weitere wichtige Herkunftsländer sind die Staaten des ehemaligen Ostblocks, Südostasiens, West- und Zentralafrikas sowie Brasilien. Wichtiges Transitland für Produkte aus illegalem Holz ist China.

Nina Griesshammer, WWF-Waldexpertin: „Es handelt sich schlicht und einfach um Hehlerware, für die wertvolle Urwälder zerstört werden. Den hohen Anteil von illegalem Holz hierzulande können wir verhindern, wenn die Geschäftemacherei auf Kosten der Natur endlich unter Strafe gestellt wird und der Markt für solche Produkte in der ganzen EU austrocknet.“ Durch den Handel mit geklauter Ware sei der deutsche und europäische Holzhandel stark in die Zerstörung der letzten großen Waldblöcke der Erde verstrickt.

Der WWF fordert seit langem ein Gesetz, das garantiert, dass nur noch mit legalem Holz gehandelt werden darf und den Unternehmen eine Nachweispflicht auferlegt wird. Der Bundestag hat ein solches Urwaldschutzgesetz für Deutschland mit der Begründung abgelehnt, es sei zu bürokratisch und das Problem müsse auf EU-Ebene gelöst werden. In diesem Monat nun entscheidet die EU-Kommission erstmalig darüber, ob das Gesetz kommt. Nina Grieshammer: „Nachdem die Holzhandels-Lobbyisten in Deutschland die Oberhand hatten, muss die Bundesregierung sich jetzt auf EU-Ebene für den Schutz der Wälder stark machen und dafür sorgen, dass der Handel mit illegalem Holz endlich unter Strafe gestellt wird.“

Ein solches EU-Gesetz würde den aus WWF-Sicht bisher lückenhaften Aktionsplan der EU (englisch: FLEGT) gegen illegale Abholzung und Holz-Hehlerei komplettieren. Dieser sieht zwar Abkommen zwischen Produzenten- und Käuferländern vor, um illegale Holzimporte zu verhindern. Doch über 90% der illegalen Holzströme werden weiter in die EU und somit auch nach Deutschland fließen. Der Grund: Gerade mit den Regionen, aus denen das meiste illegale Holz stammt, sind noch keine Verhandlungen über Partnerschaftsabkommen geplant. Außerdem werden viele Produkte erst gar nicht erfasst.

Als illegal werden Holz und Holzprodukte bezeichnet, wenn beim Fällen, Transport, Einkauf und Verkauf gegen nationale oder internationale Gesetze verstoßen wird, zum Beispiel, wenn Nutzungsrechte am Wald durch Korruption erschlichen oder Landrechte missachtet werden, die Holzfällerei ohne Genehmigung in Schutzgebieten erfolgt, geschützte Baumarten gefällt und Dokumente gefälscht werden. Vor allem in den letzten Urwaldregionen der Erde ist der Anteil besonders hoch: In Indonesien liegt er bei mehr als 70 Prozent, in Russland bei bis zu 50 Prozent.


Erfolg in Freiburg

Von Beate Steffens, Greenpeace-Online, 10.5.08

Ein kleiner Schritt für den Urwald, aber ein großer für Freiburg: 15 Greenpeace-Aktivisten haben sich am Samstag stark gemacht für ein urwaldholzfreies Freiburg. Mit einer Leiter besteigen sechs von ihnen das Dach des Holzfachgeschäftes Flamme Holzwerkstoffe. Umfangreiche Recherchen hatten gezeigt, dass dieser Händler zahrleiche Holzsorten aus Urwaldraubbau anbietet.

Auf dem Dach des Geschäftes spannten die Aktivisten ein großes Aktionsbanner mit dem Spruch "Urwaldschutz ist Klimaschutz" aufgespannt. Zeitgleich sind auf dem Boden weitere Aktivisten damit beschäftigt, das Logo der Firma mit einem großen Plagiat zu überkleben auf dem "Urwald in Flammen" steht. Auf einem weiteren Transparent war in dicken Lettern zu lesen: "Urwaldholz aus Raubbau in Freiburg!". Viele Passanten schauen sich das Szenario ungläubig an - Holz aus Raubbau im grünen Freiburg, der Ökohauptstadt Deutschlands?

Nach etwa 20 Minuten traf auch schon die Polizei ein und schaute dem Treiben zunächst etwas ratlos zu. Doch der Prokurist der Firma stellte Strafantrag wegen Hausfriedensbruchs und die Polizei forderte die Aktivisten über Megafon auf, das Gelände und das Dach zu verlassen. Falls nicht, drohten die Beamten nach Ablauf von zehn weiteren Minuten zu räumen.

Die Greepeacer aber stellten erneut ihre Forderung. Sie wollten mit der Geschäftsleitung über den Ausstieg aus dem Handel mit Tropenholz aus Raubbau reden. Diese hatte sich bis dahin allen Gesprächsangeboten verweigert. Nach persönlicher Intervention einer zufällig anwesenden Großkundin, die die Aktivisten von ihrem Anliegen überzeugt hatten, gab es doch noch ein Gespräch. Ein Polizist geleitete zwei Aktivisten ins Innere.

Die Standhaftigkeit und Hartnäckigkeit der Greenpeacer hat sich ausgezahlt. Das Gespräch mit der Geschäftsleitung war ein voller Erfolg! Alle Forderungen, die die Greenpeacer mit ihrer Aktion verbunden hatten, werden erfüllt.

Flamme hat zugesagt, Holz aus Raubbau aus ihrem Programm zu nehmen und sich um Ersatz aus heimischen und FSC zertifizierten Tropenhölzern zu bemühen. Das ist doch Grund, die Banner einzurollen und erstmal feiern zu gehen.







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