AktuellEU-Kommission für weniger Emissionen
Dienstag, 2. Dezember 2003 Kommission appelliert an die Mitgliedstaaten: Größere Anstrengungen bei der Emissionssenkung von TreibhausgasenDie Europäische Kommission hat an die EU Mitgliedstaaten appelliert zusätzliche Maßnahmen zu ergreifen, um den im Kyoto-Protokoll gemachten Verpflichtungen zur Emissionsreduzierung nachzukommen.In Briefen an die zuständigen EU Minister hat sich die Kommissarin für Umwelt, Margot Wallström, besonderes an diejenigen Mitgliedstaaten gewandt, die bislang noch keine Zusatzmaßnahmen identifiziert haben. In einem Fortschrittsbericht der Kommission über die Implementierung der versprochenen Maßnahmen heißt es, dass die EU als Ganzes und die überwiegende Mehrzahl ihrer Mitgliedstaaten die Ziele nicht erreichen werde, solange nicht weitere Anstrengungen unternommen würden. Frau Wallström sagte, die Lage sei ernst und warnte, dass die Zeit knapp sei. „Maßnahmen die von der EU und den Mitgliedstaaten nicht innerhalb der kommenden zwei bis drei Jahre umgesetzt werden, können bei dem Erreichen unserer Ziele nicht mehr helfen.“ Deshalb habe sie den Mitgliedstaaten nahegelegt im kommenden Jahr zusätzliche Bereiche zu identifizieren. Nachdem der Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen gegenüber den Werten von 1990 zunächst zurückging, sind die Emissionen 2000 und 2001 wieder gestiegen. Derzeit würden lediglich Großbritannien und Schweden ihren Verpflichtungen nachkommen. Die aktuelle Prognose zeigt einen höheren Ausstoß von Treibhausgasen in der EU bis 2010. Dies sei besonders darauf zurückzuführen, dass Deutschland seine Vorhersagen deutlich nach oben korrigiert hat. Die Fortschritte der zehn Beitritts- und Kandidatenländer sind ebenfalls im Kommissionsbericht angesprochen worden. Demnach liegt lediglich die Slowakei über den Werten von 1990. Insbesondere in den baltischen Staaten sei eine große Reduzierung der Treibhausgase möglich. Dort sei man auf dem besten Wege, die Emission von Treibhausgasen bis 2010 um 50 Prozent im Vergleich zu 1990 zu senken. Quelle/Text: Europäische Kommission Dienstag 2. Dezember 2003, 17:12 Uhr EU-Staaten drohen Klimaschutzziele zu verfehlenBrüssel/Moskau (AFP) Die Europäische Union droht ihre Klimaschutzziele deutlich zu verfehlen: In den vergangenen drei Jahren sei der Ausstoß an Treibhausgasen noch gestiegen statt gesunken, sagte EU-Umweltkommissarin Margot Wallström in Brüssel. Um die Belastung der Umwelt mit dem schädlichsten Gas Kohlendioxid (CO2) zu mindern, müssten die EU-Staaten dringend handeln. Gerade auch Deutschland hat demnach seine klimapolitischen Hausaufgaben nicht gemacht."Der Trend geht in die falsche Richtung", sagte Wallström. Ein großes Problem seien die wachsenden Verkehrsströme. Sie seien für einen Großteil des Kohlendioxid-Ausstoßes verantwortlich. Nach ihren Angaben werden nach jetzigem Stand nur Großbritannien und Schweden ihre Klimaverpflichtungen einhalten können. Das Kyoto-Protokoll verpflichtet die EU-Staaten, ihre Treibhausgas-Emissionen bis 2012 um durchschnittlich acht Prozent im Vergleich zu 1990 zu senken. Deutschland als größter Verursacher von Treibhausgasen in der EU muss seine Emissionen um 21 Prozent reduzieren. "Das Kyoto-Protokoll ist aber nicht tot", versicherte die schwedische Umweltkommissarin mit Blick auf die UN-Klimakonferenz, die derzeit in Mailand stattfindet. Handlungsbedarf sieht Wallström allerdings bei der Zusammenarbeit mit den Entwicklungsländern. China werde die USA schon in absehbarer Zeit als größter Verursacher von Treibhausgasen ablösen, erklärte sie. In Moskau sagte der Wirtschaftsberater von Präsident Wladimir Putin, Andrej Illarionow, Russland könne das Kyoto-Protokoll in seiner derzeitigen Form "selbstverständlich" nicht ratifizieren, weil es "bedeutende Einschnitte für das Wirtschaftswachstum" des Landes mit sich bringen würde. Eine derartige Verantwortung auf sich zu nehmen, sei "unverantwortlich". Zudem sei es unfair, dass Russland seine Emissionen senken solle, während größere Verursacher das Protokoll ablehnten. Ein Sprecher der UN-Klimarahmenkonvention sagte in Mailand, er sei dennoch "weiterhin zuversichtlich", dass Russland das Protokoll unterzeichnen werde. » zurück |
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