Aktuell


WFP-Büro in Berlin

Welternährungsprogramm eröffnet Verbindungsbüro in Berlin

29.11.2004 16:51 by epo.de

Berlin (epo). - Das Welternährungsprogramm (World Food Programme, WFP) hat ein Verbindungsbüro in Berlin eröffnet. Damit sei "die größte humanitäre Hilfsorganisation der Welt in Berlin angekommen", erklärte Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Exekutivdirektor des Welternährungsprogramms (WFP) der Vereinten Nationen, James T. Morris.

Das Welternährungsprogramm leiste wichtige Unterstützung für Menschen, die in bittere Not geraten sind, sagte Wieczorek-Zeul. Im Jahr 2003 habe es 104 Millionen Menschen mit Nahrung beliefert. "Wir können uns nur schwer vorstellen, was diese Zahl bedeutet. Dahinter stehen Mütter und Väter, die versuchen ihre Kinder satt zu bekommen, ihre Ängste und Sorgen", betonte die Ministerin.

Ein besonders wichtiger Einsatzort des WFP ist derzeit die Provinz Darfur im Sudan. Schon früh habe sich das Welternährungsprogramm - auch mit Unterstützung des deutschen Entwicklungsministeriums - um die notleidenden Menschen gekümmert. "Weil wir wissen, dass schnell geholfen werden muss, haben wir dem Welternährungsprogramm für die Menschen in Darfur und die Flüchtlinge im Tschad schon vor einiger Zeit 9,7 Milionen Euro zur Verfügung gestellt", sagte Wieczorek-Zeul. Umso fürchterlicher sei, dass angesichts neu aufflammender Kämpfe 300.000 Vertriebene von den Lieferungen der Hilfsorganisationen abgeschnitten seien. "Khartum darf die Arbeit der humanitären Organisationen nicht weiter behindern. Der Sudan muss sich an seine internationalen Verpflichtungen halten und alles dafür tun, dass nicht noch mehr Menschen, zumal Kinder, ums Leben kommen", forderte die Ministerin.

Der Exekutivdirektor des Welternährungsprogramms, James T. Morris, sagte, die Lage in Darfur sei dramatisch. "Wir glauben im nächsten Jahr etwa 2,3 Millionen Menschen dort versorgen zu müssen. Die Menschen haben Schreckliches erlitten. Und wir brauchen dabei Hilfe - auch aus Berlin. Deutschland ist einer unserer wichtigsten Partner - wir könnten keine besseren Freunde haben."

Das Welternährungsprogramm mit Sitz in Rom wurde 1963 als Sonderorganisation der Vereinten Nationen gegründet. Mit Zuwendungen in Höhe von 2,6 Mrd. US-Dollar (2003) ist das WFP die weltgrößte humanitäre Organisation. Deutschland unterstützt das WFP jährlich mit Beiträgen in Höhe von 50-60 Mio. Dollar und ist sechstgrößter Geber der Organisation.

Das Berliner WFP-Büro soll in engem Kontakt mit Regierung, Nicht-Regierungsorganisationen und den Medien stehen und die deutsche Öffentlichkeit über WFP-Hilfsprojekte in aller Welt informieren.

WFP
BMZ


Thierse und Fischer stellen humanitären Hilfsappell der UNO vor

29.11.2004 17:59 by epo.de

Berlin (epo). - Bundestagspräsident Wolfgang Thierse und Bundesaußenminister Joschka Fischer stellen am Mittwoch (1. Dezember) im Deutschen Bundestag den humanitären Hilfsappell der Vereinten Nationen für das Jahr 2005 vor. Die gemeinsame Veranstaltung von Bundestag, Bundesregierung und Vereinten Nationen soll ein Zeichen für Deutschlands Solidarität mit Notleidenden in aller Welt setzen.

Als Vertreter von UNO-Generalsekretär Kofi Annan wird der Exekutivdirektor des Welternährungsprogramms, James Morris, in Berlin den Bedarf von 1,7 Milliarden US-Dollar an Finanzmitteln für die humanitäre Maßnahmen im Jahr 2005 erläutern. Damit sollen 26 Millionen Menschen in 14 Krisengebieten Nothilfe erhalten. 131 Hilfsorganisationen haben sich der Aktion angeschlossen.

Neben Exekutivdirektor Morris werden UNICEF-Botschafter Harry Belafonte und die Schriftstellerin und ehemalige Kindersoldatin aus Uganda, China Keitesi sprechen.

Der Hilfsappell (Consolidated Appeal Process - CAP) wurde 1991 als Koordinierungsmechanismus und Spendenaufruf des UN-Systems ins Leben gerufen und seitdem jährlich vom UNO-Generalsekretär in New York und in wichtigen Geberhauptstädten herausgegeben. Ziel des diesjährigen CAP ist die Mobilisierung von Nothilfe für die sogenannten vergessenen Krisen, z.B. Burundi, Angola und West-Sahara. Berlin ist dieses Jahr neben New York der einzige Ort, an dem der CAP vorgestellt wird.


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