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Patente auf Menschen-Gene

Montag 29. November 2004, 13:56 Uhr

Greenpeace kritisiert «Skandal-Patent» auf menschliches Gen

München (dpa) - Das Europäische Patentamt (EPA) in München hat nach Angaben der Umweltschutzorganisation Greenpeace das bisher weit reichendste Patent auf ein menschliches Gen erteilt. Greenpeace-Experte Christoph Then sprach am Montag von einem «Skandal-Patent».

Das im April 2004 an die US-Firma Human Genome Sciences vergebene Schutzrecht (EP 777684) umfasse alle Funktionen des Gens, das einen Eiweißstoff mit wichtigen Lebensfunktionen für den Körper herstelle. Beim Europäischen Patentamt war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Patentiert wurde den Angaben zufolge außer dem Gen auch dessen Verwendung in der Forschung. Die Firma besitze nun für Europa Monopolrechte in Zusammenhang mit Krankheiten wie Herzinfarkt, Krebs, Bluthochdruck, Asthma, Allergien, Depressionen, Migräne, Parkinson, Bluthochdruck und Osteoporose, kritisierte Greenpeace. Nach Angaben der Umweltschutzorganisation hat das EPA allein in diesem Jahr 116 Patente auf menschliche Gene erteilt.

Mit Blick auf die Abstimmung des Bundestages an diesem Freitag zur Umsetzung der umstrittenen EU-Patentrichtlinie in deutsches Recht forderte Greenpeace strengere Regeln. Das kritisierte Patent hätte auch nach dem jüngsten Gesetzesvorschlag erteilt werden können und würde in seiner Reichweite nicht wirksam begrenzt, bemängelte Then. Er erneuerte die Forderung von Greenpeace, Patente auf menschliche Gene gänzlich zu verbieten.


(Kommentar Waldportal: Müssen bald alle Eltern Patentgebühren zahlen, weil sie patentierte Gene vervielfältigt haben? Oder wird gar Zellteilung beim Menschen gebührenpflichtig? Bei der EPA weiss man das nie!)


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