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Neuer WWF-Chef: Mehr Regenwaldschutz

Montag 6. Dezember 2004, 14:24 Uhr

Wechsel beim WWF Deutschland - Drenckhahn wird neuer Präsident

Frankfurt/Main (ddp-swe). An der Spitze der deutschen Sektion des World Wide Fund for Nature (WWF) steht Ende dieses Jahres ein Stabwechsel an. Nach 15 Jahren will der Präsident der Umweltstiftung, Carl-Albrecht von Treuenfels, sein Amt aus Altersgründen abgeben. Das teilte eine Sprecherin der Umweltstiftung am Montag in Frankfurt am Main auf ddp-Anfrage mit.

Nachfolger des scheidenden 66-Jährigen wird Detlev Drenckhahn, derzeit Professor für Anatomie und Zellbiologie an der Universität Würzburg. Der 60 Jahre alte Drenckhahn gehört bereits seit zwei Jahren dem Präsidium des WWF Deutschland an.


Dienstag 7. Dezember 2004, 03:45 Uhr

WWF Deutschland will Kampf um Erhalt der Regenwälder verstärken

Frankfurt/Main (ddp). Die Umweltstiftung WWF Deutschland will ihre Anstrengungen zum Erhalt der tropischen Regenwälder in Südostasien und Südamerika verstärken. Das kündigte der designierte neue Präsident der Organisation, Detlev Drenckhahn, in einem Interview mit der Nachrichtenagentur ddp an. Drenckhahn sagte, wenn nichts getan werde, seien möglicherweise schon in 50 Jahren sämtliche großen Urwaldgebiete auf der Welt verschwunden.

Die Regenwälder hätten jedoch für das Klima des Planeten eine immense Bedeutung. In ihnen würden große Mengen des Treibhausgases Kohlendioxid gebunden. Außerdem spielten die Regenwälder eine große Rolle für den Wasserkreislauf der Erde.

Er halte es deshalb für sehr wichtig, dass bei der am Montag in Buenos Aires begonnenen Weltklimakonferenz die Regenwälder stärker in den Blickpunkt rückten. Im Kyoto-Protokoll seien die Wälder weitgehend ausgeklammert worden. Eine nachhaltige Waldwirtschaft sei darin nicht als Maßnahme zur Reduktion klimaschädlicher Gase akzeptiert.

Drenckhahn, der derzeit noch als Professor an der Universität Würzburg lehrt und zum Jahreswechsel Chef des WWF Deutschland wird, zeigte sich in dem Interview zuversichtlich, dass auch die USA das Kyoto-Protokoll noch unterzeichnen: «Ich denke, auf Dauer werden die USA ihre ablehnende Haltung nicht durchhalten können». So habe der scheidende CIA-Chef George Tenet bereits darauf aufmerksam gemacht, dass die harte Linie der USA beim Kyoto-Protokoll ein schlechtes Beispiel in der Welt abgebe und eine der Ursache für zunehmende Feindseligkeiten gegenüber den USA sei.

Mit Blick auf die Arbeit der deutschen Sektion des World Wide Fund for Nature (WWF) kündigte Drenckhahn an, die Öffentlichkeitsarbeit der Stiftung ausbauen zu wollen und verstärkt Kooperationen mit Unternehmen zu suchen, um die weltweiten Schutzziele des WWF umsetzen zu können. Das Profil und der Bekanntheitsgrad der Organisation seien noch ausbaubar.


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