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2005 Entscheidungsjahr für Entwicklungspolitik

2005 "Entscheidungsjahr" für die Entwicklungspolitik

07.12.2004 11:10 by epo.de

Luxemburg (epo). - Für die Entwicklungspolitik wird 2005 zum entscheidenden Jahr. Dies prognostiziert der Fachinformationsdienst "Weltwirtschaft & Entwicklung" (W&E) in seiner neuesten Ausgabe. 2005 würden die Weichen dafür gestellt, ob realistische Chancen für die Umsetzung der sog. Millenniumsziele, z.B. die Halbierung der globalen Armut bis zum Jahr 2015, bestehen. 2005 werde außerdem entscheidende Impulse für die Reform der Vereinten Nationen bringen oder ihren Abstieg beschleunigen. Und 2005 werde darüber entscheiden, "ob aus der laufenden Doha-Runde doch noch eine Entwicklungsrunde wird". Zum Kulminationspunkt der Anstrengungen wird aus der Sicht von W&E der Millennium+5-Gipfel im September in New York werden.

Unter dem Motto "Countdown 2015" entwickelt der neue W&E-Sonderdienst (5/2004) einen "Fahrplan für das Entscheidungsjahr 2005", das mit dem gerade veröffentlichten Bericht der Kommission Kofi Annans zu neuartigen Bedrohungen und Herausforderungen bereits begonnen hat. "Im Kern geht es um die Frage, ob die Staatengemeinschaft kooperative Antworten auf die globalen Risiken findet oder die Vereinten Nationen durch einzelstaatliche Alleingänge zerrieben werden", schreibt W&E-Autor Thomas Fues vom Deutschen Institut für Entwicklungspolitik (DIE), das die Bundesregierung berät.

Internationale Experten, deren Empfehlungen in der Ausgabe resümiert werden, halten generell mindestens eine Verdoppelung der Entwicklungshilfe der Industrieländer, die Erschließung neuer Finanzierungsquellen, z.B. internationale Steuern und Abgaben, weitere radikale Entschuldungsschritte und großzügigere Zugeständnisse an die Entwicklungsländer in der Welthandelsorganisation (WTO) für unverzichtbar, wenn die Millenniumsziele doch noch verwirklicht werden sollen.

Besonders gefordert im Jahr 2005 sei die Bundesregierung, schreibt W&E. Die auf niedrigem Niveau stagnierende deutschen Entwicklungshilfe (mit derzeit 0,27 Prozent am Bruttonationaleinkommen relativ gesehen rund 40 Prozent weniger als noch Ende der 70er Jahre) könnte für das Berliner Streben nach einem Sitz im UN-Sicherheitsrat zum Problem werden. Aber auch eine positive Entscheidung für den deutschen Sitz würde das Koordinatensystem für die deutsche Außenpolitik verändern, meint Fues. Dies nämlich "hätte entscheidend mit der Frage zu tun, welche finanziellen und politischen Ressourcen Deutschland künftig für die Bearbeitung der globalen Probleme einsetzen will".

Informationsbrief Weltwirtschaft & Entwicklung


Entwicklungsministerin dankt Entwicklungshelfern

04.12.2004 17:32 by epo.de

Berlin (epo). - Zum Internationalen Tag der Entwicklungshelferinnen und -helfer am 5. Dezember hat Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul allen Entwicklungshelferinnen und -helfern für ihre engagierte Arbeit gedankt. "Tausende Frauen und Männer sind jedes Jahr als Entwicklungshelferinnen und -helfer im Einsatz und leisten dabei - oft unter schwierigsten Bedingungen - einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung der weltweiten Armut und für den Frieden in der Welt. Dafür gebührt ihnen unser aller Dank."

Das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) fördert neben dem staatlichen "Deutschen Entwicklungsdienst" (DED) fünf weitere nichtstaatliche Entwicklungsdienste: die Organisationen "Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe" (AGEH), "Dienste in Übersee" (DÜ), "Christliche Fachkräfte International" (CFI), "Eirene - Internationaler Christlicher Friedensdienst" und den "Weltfriedensdienst" (WFD). Zusammen haben diese Dienste jährlich rund 1.500 Entwicklungshelferinnen und -helfer im Einsatz, die sich als Fachkräfte für einen mindestens zweijährigen Entwicklungsdienst in einem Entwicklungsland verpflichten.

Besonders begrüßte die Ministerin, dass der Tag der Entwicklungshelfer in diesem Jahr in Deutschland im Zeichen des Zivilen Friedensdienstes steht: "Entwicklungszusammenarbeit muss heute mehr denn je auch aktive Friedenspolitik sein. Mit dem von uns neu eingeführten Zivilen Friedensdienst leisten wir dazu einen wichtigen Beitrag."

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Zivilen Friedensdienstes vermitteln bei Konflikten zwischen Angehörigen verschiedener Interessengruppen, Ethnien und Religionen. Sie unterstützen bereits vorhandene Ansätze zur Versöhnung und Friedenssicherung und sie helfen beim Wiederaufbau. "Der Zivile Friedensdienst ist zu einem festen Bestandteil der Friedenspolitik der Bundesregierung geworden", so die Ministerin.

Im Rahmen des Zivilen Friedensdienstes tragen weltweit 191 Frauen und Männer zur friedlichen Lösung von Konflikten bei. Für die mehrjährigen Einsätze dieser Friedensfachkräfte hat das Entwicklungsministerium in den letzten fünf Jahren rund 74 Mio. Euro bereitgestellt. Die Einsatzschwerpunkte liegen in Afrika südlich der Sahara, Lateinamerika und Südosteuropa.

BMZ


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