AktuellGegen Gen-Bäume
Gen-Bäume raus aus dem Kyoto-Protokoll!ROBIN WOOD fordert weltweites Verbot genmanipulierter BäumeROBIN WOOD, 16.11.04 Die Umweltschutzorganisation ROBIN WOOD fordert Bundesumweltminister Trittin auf, sich bei der Klimakonferenz in Buenos Aires für ein weltweites Verbot genmanipulierter Bäume einzusetzen. ROBIN WOOD unterstützt gemeinsam mit 300 weiteren Organisationen eine entsprechende Petition, die zur Zeit in Buenos Aires diskutiert wird. Die Vertragsstaaten des Kyoto-Protokolls hatten bei ihrer vorherigen Konferenz in Mailand (COP 9) ohne größere Diskussion entschieden, dass genveränderte Bäume als so genannte Kohlendioxid-Senken anerkannt werden sollen, ihre Anpflanzung also als Beitrag zum Klimaschutz gewertet werden soll. Industriestaaten könnten demnach - anstatt ihren Ausstoß an klimaschädlichen Gasen zu reduzieren - Forstplantagen mit genmanipulierten Bäumen in den Ländern des Südens anlegen und bekämen dies mittels des "Clean Development"-Mechanismus positiv als Klimaschutzaktivität angerechnet. ROBIN WOOD lehnt diesen Ansatz entschieden ab und fordert ein sofortiges Verbot genmanipulierter Bäume. "Wir befürchten ein riesiges Freilandexperiment mit unabsehbaren Risiken für die Biosphäre", sagte Chris Lang, ROBIN WOOD-Aktivist und Experte des World Rainforest Movement vor Ort in Buenos Aires. "Typische Eigenschaften der Gen-Bäume wie Sterilität und Insekten-Resistenz könnten auf die natürlichen Waldbäume übergehen und das Öko-System massiv stören." Darüber hinaus sind industrielle Forstplantagen - auch ohne genmanipulierte Bäume - eine denkbar schlechte Lösung für das Klimaproblem. Betroffen wären in erster Linie die ärmeren Länder des Südens, weil dort der Boden für solche Plantagen billig zu haben ist, die Bäume schneller wachsen und entsprechend mehr Kohlendioxid binden. "Industrielle Baumplantagen haben in der Vergangenheit zu ökologischen Desastern etwa durch Grundwasserabsenkungen geführt. Sie rauben den Menschen vor Ort den Boden, den sie dringend für den Anbau von Lebensmitteln brauchen. Baumplantagen dürfen deshalb grundsätzlich nicht für den Klimaschutz anerkannt werden", fordert Peter Gerhardt, Tropenwaldreferent von ROBIN WOOD. Ein wirkungsvoller Beitrag zum Klimaschutz hingegen wäre es, wenn Politik und Industrie die rasante und enorm klimaschädliche Waldvernichtung wie in Indonesien stoppen und die hohen Kohlendioxid-Emissionen in den Industriestaaten drastisch reduzieren würden. Hintergrundmaterial: Petition for global ban on GM trees unter: http://www.elonmerkki.net/dyn/appeal Unter dem Titel "Genetically Modified Trees. The ultimate threat to forests" ist 2004 von Chris Lang ein Buch erschienen, das auch im Internet verfügbar ist unter: http://www.wrm.org.uy/subjects/GMTrees/text.html » zurück |
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