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Im Fokus: Ein Jahr voll guter Taten für die NaturRückblick auf 2004 von Dr. Peter Prokosch, CEO des WWF DeutschlandLiebe WWF-Freunde, das Jahr 2004 geht nun mit raschen Schritten zur Neige. Ich werde es in guter Erinnerung behalten. Es war ein Jahr voll guter Taten für die Natur. Vor allem unser Engagement für den Erhalt der Tropenwälder trug reife Früchte. Im afrikanischen Kongobecken, der Heimat von Waldelefanten und Flachland-Gorillas, zeichnet sich die Gründung eines länderübergreifenden Umweltfonds zur Finanzierung der Schutzgebiete im Dreiländereck Kamerun, Zentralafrikanische Republik und Kongo ab. Nach der Schaffung des Krombacher Regenwaldfonds für Dzanga-Sangha sind hier die deutsche und die französische Entwicklungshilfe starke Partner des WWF. Diese erfolgreiche Kooperation werden wir auf Madagaskar und im Kaukasus wiederholen. Auf Madagaskar hat der neu gewählte Staatspräsident im vergangenen Jahr die Verdreifachung des Schutzgebietsnetzes als „Geschenk an die Erde“ bekannt gegeben. Ein wahrscheinlich einzigartiger Vorgang, der nur möglich wurde, weil wir die Einrichtung und das dauerhafte Management der Schutzgebiete finanziell unterstützen. Brennpunkt Indonesien Besonders motiviert hat mich unsere Arbeit in Indonesien. Die Waldvernichtung in den Tieflagen Sumatras hat die artenreichsten Wälder, die letzten Tiger, Orang-Utans und Elefanten Sumatras in eine verzweifelte Lage gebracht. Durch Verhandlungen mit der indonesischen Regierung, mit den Betreibern von Papierfabriken und Ölpalmen-Plantagen konnte 2004 ein erster wirklicher Durchbruch erzielt werden: Im Herzen des größten Tieflandregenwaldes wurde der Nationalpark „Tesso Nilo“ ausgewiesen. Während andere die Regenwälder Indonesiens längst verloren glauben, ist das für mich ein Zeichen, dass sich zähes Durchhalten lohnt. Wir werden daher nicht aufgeben, sondern – im Gegenteil – im kommenden Jahr unser Engagement auch auf Borneo noch verstärken. Schwerpunkte Weltmeere und Süßwasser Artenvielfalt finden wir nicht nur in tropisch warmen Wäldern, sondern auch in den Riffen aus Kaltwasserkorallen im Atlantik. Zu deren Schutz hat die Europäische Union (EU) in diesem Jahr auf zähes Hinwirken des WWF eine Verordnung für besondere Schutzgebiete erlassen und den Einsatz von Bodenschleppnetzen verboten. Unsere Naturschutzarbeit in den Meeren haben wir 2004 um eine neue Ökoregion erweitert, die Westafrikanische Meeresregion. Hier findet sich einer der reichsten Fischgründe der Erde, die jedoch wegen intensiver Überfischung durch die Fangflotten der EU und Asiens gefährdet sind. Eine längerfristige Wirkung für den Meeresschutz werden auch die in diesem Jahr eröffneten Nationalparkzentren auf Rügen und in Husum entfalten. Verstärkt haben wir auch unser Engagement für Süßwasser-Lebensräume. Zusammen mit anderen nationalen WWFs planen wir den Schutz des riesigen Mekong-Flussgebietes. Und durch die Integration unseres WWF-Auen-Institutes in die Universität Karlsruhe werden unsere wissenschaftliche Kompetenz aufgewertet und neue Synergien freigesetzt. Politische Arbeit Hinter uns liegt ein Jahr mit bemerkenswerten politischen Erfolgen. Die große Konferenz zur Konvention über die Biologische Vielfalt verabschiedete im Oktober in Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur ein Arbeitsprogramm mit dem Ziel, ein weltweites Netz an Schutzgebieten zu schaffen. Diese CITES-Konferenz brachte Durchbrüche beim Schutz des Weißen Hais und für das Tropenholz Ramin. International stand Umweltschutz 2004 ganz im Zeichen des Klimaschutzes. In Bonn fand mit starker WWF-Beteiligung die Konferenz über erneuerbare Energien „Renewables 2004“ statt. Wahrlich Bahn brechend war die Ratifizierung des Kioto-Klimaschutzprotokolls durch Russland im Herbst diesen Jahres. Dadurch erst kann dieses wichtige Abkommen verbindlich werden. Von allen nichtstaatlichen Umweltorganisationen hat der WWF an führender Stelle zu diesen Ergebnissen im Klimaschutz beigetragen. Führungswechsel beim WWF Zu einem Zeitpunkt, da der WWF Deutschland auf eine erfolgreiche Entwicklung und Arbeit zurückblickt, gibt unser langjähriger Präsident, Carl-Albrecht von Treuenfels, sein Amt in neue Hände. Er hat den WWF in Deutschland 24 Jahre lang maßgeblich mitaufgebaut und ihm 15 Jahre lang als Präsident vorgesessen. Für diese enorme Aufbauleistung und seinen immer hohen persönlichen Einsatz hat ihm in einer großen Festveranstaltung im Naturmuseum Senckenberg in Frankfurt die gesamte Organisation zusammen mit zahlreichen Vertretern des deutschen Naturschutzes großen Dank ausgesprochen. Sein Nachfolger im Amt des Präsidenten, Prof. Detlev Drenckhahn, hat die Geschicke des WWF Deutschland als Vorsitzender des Programmausschusses bereits über viele Jahre mitbestimmt und steht für eine Fortsetzung der internationalen Ausrichtung des WWF. Düstere Entwicklungen abwenden Was wird vom Jahr 2004 in Erinnerung bleiben? Neben den positiven Entwicklungen, die unsere Arbeit rechtfertigen, nach wie vor auch düstere Prognosen. Der vom Arktischen Rat vorgestellte Klima-Report zum Beispiel: Das bis zum Ende des Jahrhunderts vorausgesagte sommerliche Verschwinden des Meer-Eises um den Nordpol und damit des gesamten Lebensraumes des Eisbären. Oder der Anstieg des Meeresspiegels, der auch die Industriestaaten weltweit hart treffen wird. Es finden dramatische Veränderungen statt, darüber dürfen uns auch die vielen Erfolge von Naturschutzorganisationen nicht hinwegtäuschen. Der Living Planet Report des WWF International hat den ökologischen Fußabdruck der Menschheit im Jahr 2004 bestimmt. Würden alle Menschen soviel Energie, Ressourcen und Fläche beanspruchen wie die Westeuropäer (von den USA ganz zu schweigen), dann bräuchten wir mehrere Planeten wie die Erde, um die Verschwendung zu decken. Dennoch gibt es zum sprichwörtlichen Pflanzen von Apfelbäumchen keine Alternative. Mut zur Zukunft und Vernunft sind unsere wichtigsten Ressourcen. Ich nehme es als positives Zeichen, dass die Zahl der Förderer und Mitglieder des WWF Deutschland im Jahr 2004, wie schon in den Jahren davor, kräftig gestiegen ist. Ihnen allen, liebe Freunde, Mitglieder und Förderer des WWF, danke ich für Ihre großartige Unterstützung und wünsche Ihnen frohe Feiertage sowie ein glückliches Jahr 2005. Ihr Peter Prokosch » zurück |
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