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Greenpeace ändert Strategie

Donnerstag 30. Dezember 2004, 11:00 Uhr

Greenpeace ändert Strategie

Hamburg (AP) Die Umweltschutzorganisation Greenpeace will sich künftig stärker auch als Helfer der Verbraucher und nicht mehr alleine als Kämpfer für heile Natur und saubere Meere präsentieren. «Das ist eine Strategieerweiterung», sagte Geschäftsführerin Brigitte Behrens der Nachrichtenagentur AP. Als Beispiel für die neue Ausrichtung nannte sie einen Ratgeber zum Thema Gentechnik, der von 1,5 Millionen Verbrauchern abgerufen worden sei. «Das wollen wir weiter ausbauen», sagte die Chefin der deutschen Greenpeace-Abteilung.

«Eine Kampagne gegen Gentechnik lässt sich schlecht auf dem Meer mit Schlauchbooten führen», sagte Behrens. Im kommenden Jahr soll neben der Gentechnik die Belastung von Obst und Gemüse mit giftigen Spritzmitteln ein Schwerpunkt der Greenpeace-Arbeit sein. Schon im laufenden Jahr hatte die Umweltschutzorganisation in mehreren Tests nachgewiesen, dass viele Obst- und Gemüseangebote in deutschen Supermärkten unzulässig hoch mit Unkrautvernichtungsmitteln und anderen Giften belastet sind.

Beim Kampf gegen die Gentechnik stellt Greenpeace weiter die Aufklärung über genverändertes Futter in den Mittelpunkt. «Wir werden auch einzelne Firmen weiter mit Aktionen angehen», sagte die Geschäftsführerin. 2004 stand Müller Milch im Zentrum der Kritik von Greenpeace. Die Umweltschützer warfen dem Unternehmen vor, Milch von Kühen zu verwenden, die mit gentechnisch verändertem Futter gefüttert werden. «Wir sind der Ansicht, dass solche Produkte gekennzeichnet werden müssen», sagte Behrens.

Auf dem Meer will Greenpeace sich im kommenden Jahr außerdem gegen die Überfischung und für die Einrichtung größerer Schutzgebiete einsetzen, etwa über der Doggerbank in der Nordsee. Auch eine Kampagne zum Klimaschutz sei geplant.

Die Spenden an Greenpeace fließen trotz hoher Arbeitslosigkeit wie eh und je. «Wir liegen Ende November sogar leicht über dem Vorjahr, wir haben 520.000 loyale Förderer», sagte Behrens. Im Jahr 2004 hatte Greenpeace-Deutschland insgesamt rund 38,6 Millionen eingenommen. Der aktuellen Überprüfung der Gemeinnützigkeit durch die Hamburger Finanzbehörden sieht die Geschäftsführerin gelassen entgegen.


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