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Aktuell
Wechsel in US-Klimapolitik?
Dienstag 22. November 2005, 13:22 Uhr
Bush-Berater deutet US-Bereitschaft zu Treibhausgasreduktion an
London (AFP) - US-Präsident George W. Bush könnte sich nach Angaben eines Beraters auf freiwillige Vorgaben zur Treibhausgasreduktion einlassen. "Ich habe kein Problem mit Zielen oder freiwilligen, partnerschaftlichen Maßnahmen", sagte Bushs Umweltberater James Connaughton am Dienstag dem britischen Rundfunksender BBC. Erforderlich sei jedoch "ein ganzes Bündel an Maßnahmen, um Fortschritte zu erzielen". Seine Sichtweise bedeute keine 180-Grad-Wende der USA, sondern spiegele eher eine Verschiebung der Ansichten bei anderen Mitgliedern der Gruppe der acht führenden Industrienationen (G8) wider, betonte Connaughton.
Hautnah am Klimawandel
Die Klimazeugen des WWF: „Der Klimawandel verändert mein Leben!“
WWF Pressemitteilung, Brüssel/Frankfurt, 22.11.2005
Fünf WWF-Klimazeugen aus vier europäischen Ländern berichteten heute vor Mitgliedern des Europäischen Parlaments in Brüssel, wie der Klimawandel ihr Leben und Arbeiten beeinflusst. Sie erzählten vom geschwächten Wald in Deutschland, steigendem Wasserspiegel an der englischen Küste, ausbleibendem Schnee in Schottland, vertrocknender Ernte in Spanien und weniger Honigbienen in Italien. Mit der Aktion will der WWF den Abgeordneten die Dramatik des Klimawandels vor Augen führen und von der Notwendigkeit eines straffen Nationalen Allokationsplans 2 überzeugen, der im nächsten Jahr von der Europäischen Kommission festgelegt wird.
Georg Sperber ist der deutsche Klimazeuge. Der 72-jährige ehemalige Förster ist seit über fünf Jahrzehnten beruflich und privat im Wald aktiv und sieht, wie sich der Steigerwald aufgrund von gestiegenen Temperaturen und veränderten Niederschlagsmengen verändert. „Die Fichte, der häufigste Baum in Deutschland, ist in Zeiten des Klimawandels eine Baumart ohne Zukunft“, so Sperber. Der Klimawandel schade dem Wald. Schädlinge profitieren von steigenden Temperaturen, treten häufiger und verbreiteter auf und finden mehr geschwächte Bäume. Auch die anderen Klimazeugen berichteten, wie sie mit veränderten Lebensumständen zu kämpfen haben. Gemeinsam forderten sie die EU auf, den Ausstoß von Treibhausgasen drastisch zu reduzieren.
Matthias Kopp, Klimaexperte des WWF: „Das Ziel der EU muss jetzt sein, die im Kioto-Protokoll gemachten Zusagen zu erfüllen und die Treibhausgas-Emissionen bis zum Jahr 2012 um acht Prozent zu reduzieren.“ Mit dem Emissionshandel steht in Europa ein weltweit einzigartiges Werkzeug zur Verfügung, den CO2-Ausstoß zu regulieren. „Dieses Werkzeug muss viel effektiver eingesetzt und im Nationalen Allokationsplan 2 die Menge an erlaubtem Kohlendioxidausstoß deutlich nach unten korrigiert werden“, so WWF-Experte Kopp. Ansonsten könne von engagiertem europäischem Klimaschutz keine Rede sein. „Die Bürger der europäischen Union erwarten jetzt Taten statt Worte, denn der Klimawandel beginnt, ihr Leben zu verändern.“
EU-Umweltkommissar Stavros Dimas erklärte auf einer Pressekonferenz der Europäischen Kommission: „Die persönlichen Erfahrungen der Klimazeugen sind ein eindrucksvoller Beleg dafür, dass der Klimawandel nicht nur ein mögliches Problem in einer fernen Zukunft ist. Er passiert hier und heute und verändert das tägliche Leben unserer Mitbürger. Aus diesem Grund muss die Europäische Union den weltweiten Kampf gegen den Klimawandel auch weiterhin anführten. Das Europäische Programm zur Klimaänderung beinhaltet über 30 effiziente Maßnahmen, um den Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren und die Kiotoziele zu erreichen; darunter das erste internationale Emissionshandelssystem. Wir arbeiten außerdem hart daran, unsere internationalen Partner von der Wichtigkeit von schnellen und effektiven Maßnahmen zu überzeugen. In diesem Zusammenhang sehe ich auch die nächste Woche in Montreal beginnenden Gespräche. Ich werde darauf drängen, die Verhandlungen über eine globales Klimavereinbarung für die Zeit nach 2012, wenn das Kiotoabkommen ausläuft, zu beginnen.“
Der Auftritt der Klimazeugen fand statt im Vorfeld der 11. Klimakonferenz der Vereinten Nationen, die am 28. November im kanadischen Montreal beginnt. Das Treffen ist gleichzeitig die erste Konferenz der Unterzeichnerstaaten des Kioto-Protokolls. Der WWF fordert von den Teilnehmern, den Kohlendioxidausstoß auch nach Ablauf des Abkommens 2012 weiter zu senken.
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