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Aktuell
BUND Jahresrückblick
Donnerstag 22. Dezember 2005, 14:33 Uhr
2005 war bislang stürmischstes Jahr
Berlin (AFP) - Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat eine durchwachsene Bilanz des Jahres 2005 gezogen. "Klimaerwärmung, Flächenversiegelung und Artensterben gingen umgebremst weiter", sagte die BUND-Vorsitzende, Angelika Zahrnt, in Berlin. 2005 gelte als das heißeste, stürmischste und trockenste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Hoffen lasse jedoch das durch Katastrophen wie Hurrikans und Überschwemmungen stärkere globale Interesse am Klimaschutz. Kritik übte Zahrnt an der Umweltpolitik der neuen Bundesregierung.
"Bundeskanzlerin Merkel und Verkehrsminister Tiefensee weihen Autobahnen ein, ohne das geringste Interesse an einer umweltgerechten Verkehrspolitik zu zeigen", sagte Zahrnt mit Blick auf die Anfang Dezember eröffnete Ostseeautobahn A 20. Zudem wolle Agrarminister Horst Seehofer (CSU) die verstärkte ökologische Ausrichtung der Landwirtschaft umkehren und Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) die Handelsbarrieren für Entwicklungsländer beibehalten.
Lob gab es hingegen für Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD). Er habe Anfang Dezember auf dem Weltklimagipfel in Montréal mit seinem Eintreten für zusätzliche Klimaschutzmaßnahmen eine erste Bewährungsprobe bestanden.
Lichtblicke seien 2005 zudem das Inkrafttreten des Kyoto-Protokolls und neue Gesetze zur Hochwasservorsorge und zur Sicherung gentechnikfreier Lebensmittel gewesen, sagte die BUND-Vorsitzende.
2006 will der BUND sein Hauptaugenmerk auf eine wirksame Klimaschutzpolitik legen. Weitere Schwerpunkte seien die Themen Gentechnik, Tierhaltung und die Sicherung der Biotopkette "Grünes Band" entlang der früheren innerdeutschen Grenze. Mit der Erinnerung an den Reaktorunfall von Tschernobyl vor 20 Jahren solle zudem das Risiko der Atomtechnologie und die Notwendigkeit eines Atomausstiegs deutlich gemacht werden.
2005 starben nach Angaben des BUNDs weltweit rund 20.000 Tier- und Pflanzenarten aus, 13 Millionen Hektar Regenwald seien zerstört worden. Allein in Deutschland wurden demnach etwa 30.000 Hektar Fläche neu versiegelt und über 800 Millionen Tonnen Kohlendioxid in die Atmosphäre entlassen. Das für 2005 anvisierte Ziel, die Kohlendioxidemissionen im Vergleich zu 1990 um 25 Prozent zu reduzieren, habe Deutschland damit um fast zehn Prozent verfehlt.
Donnerstag 22. Dezember 2005, 11:16 Uhr
BUND zieht wenig erfreuliche Umweltbilanz 2005
Berlin (AP) Eine wenig erfreuliche Bilanz hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) für das ablaufende Jahr gezogen: «In der Umweltpolitik wurde 2005 viel Zeit verloren», resümierte die Vorsitzende der Organisation, Angelika Zahrnt, am Donnerstag in Berlin. «Klimaerwärmung, Flächenversiegelung und Artensterben gingen ungebremst weiter.» Kritisch bewertete die BUND-Vorsitzende auch, dass es bis zu den Neuwahlen eine lange Zeit des politischen Stillstands gegeben habe.
Bereits jetzt gelte 2005 als das heißeste, stürmischste und trockenste Jahr seit Beginn der meteorologischen Aufzeichnungen, erklärte die BUND-Vorsitzende weiter. In den zurückliegenden zwölf Monaten seien weltweit 13 Millionen Hektar Tropenwald vernichtet und rund 20.000 seltene Tier- und Pflanzenarten ausgelöscht worden.
Allein in Deutschland seien in diesem Zeitraum zudem rund 30.000 Hektar Fläche neu versiegelt und über 800 Millionen Tonnen Kohlendioxid in die Atmosphäre entlassen worden. Hinzu kämen EU-weit 400.000 Tonnen Feinstaub aus dem Verkehr und rund eine Million Tonnen gefährlicher Chemikalien, die die Gesundheit der Menschen zusätzlich belastet hätten. Auch das für 2005 anvisierte Ziel, die Kohlendioxidemissionen gegenüber 1990 um 25 Prozent zu reduzieren, habe Deutschland um fast zehn Prozent verfehlt.
Als Lichtblicke bewertete Zahrnt hingegen das In-Kraft-Treten des Kyoto-Klimaschutz-Abkommens und den Start der UN-Initiative zum Schutz des Wassers Anfang 2005. Auch die Sicherung von 125.000 Hektar ehemals militärisch oder von der Braunkohleindustrie genutzter Flächen für den Naturschutz und neue Gesetze zur Hochwasservorsorge und zur Sicherung gentechnikfreier Lebensmittel zählten nach Auffassung der Umweltschützer zu den «wenigen Highlights des Jahres».
Hoffnung setzen die Umweltschützer nun in das stärkere globale Interesse am Klimaschutz, das durch die verheerenden Hurrikans wie «Katrina» und die schweren Überschwemmungen in Europa ausgelöst worden sei.
Die neue Bundesregierung signalisiert nach Ansicht der BUND-Vorsitzenden umweltpolitisch bislang allerdings «leider nichts Gutes». An die Politiker appellierte Zahrnt, die bereits beschlossene Verbesserung der Haltungsbedingungen für Legehennen nicht wieder abzuschaffen und sich für eine tiergerechte Haltung aller landwirtschaftlicher Nutztiere einzusetzen. «Auf keinen Fall dürfen Parteien und Bundesregierung die ökologischen Innovationen vernachlässigen.»
Im kommenden Jahr will der BUND nach eigenen Angaben neben den Themen Gentechnik und Tierhaltung sein Hauptaugenmerk auf die Durchsetzung einer wirksamen Klimaschutzpolitik legen. Weitere Schwerpunkte für 2006 seien die Sicherung der Biotopkette «Grünes Band» entlang der früheren deutsch-deutschen Grenze und der 20. Jahrestag der Atomkatastrophe von Tschernobyl.
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