powered by <wdss>
Aktuell

Tierfilmer getötet

Montag 4. September 2006, 10:47 Uhr

Australischer "Krokodiljäger" Steve Irwin von Fisch getötet

(AFP) - Der berühmte australische "Krokodiljäger" Steve Irwin ist bei Unterwasser-Filmaufnahmen im Great Barrier Reef von einem Fisch getötet worden. Der Stachelrochen versetzte dem 44-jährigen Fernsehstar einen tödlichen Stich in die Brust, wie die Polizei des australischen Bundesstaates Queensland mitteilte. Nach Angaben von Rettungskräften war Irwin auf der Stelle tot; die mit einem Hubschrauber eingeflogenen Rettungskräfte konnten ihm nicht mehr helfen.

Irwin hatte in der beeindruckenden Unterwasserlandschaft des Great Barrier Reef vor der Nordostküste Australiens an einem Dokumentarfilm gearbeitet. Die scheuen Stachelrochen haben an ihrer Schwanzflosse einen giftigen Stachel, den sie als Waffe einsetzen, wenn sie sich bedroht fühlen.

Irwin, dessen Markenzeichen Khaki-Shorts und Khaki-Hemden waren, war über die australischen Grenzen hinweg mit Fernsehsendungen berühmt geworden, in denen er sich ohne Scheu mit wilden Tieren umgab. Die 1992 gestartete Sendung "Crocodile Hunter" ("Krokodiljäger") wurde unter anderem im Discovery Channel gezeigt. Irwins Popularität brachte ihm sogar eine Rolle in dem Hollywood-Streifen "Dr. Doolittle 2" an der Seite von Eddie Murphy ein. Kritik musste er einstecken, als er seinen Sohn als Baby mit einem Krokodil konfrontierte. Neben seiner Ehefrau hinterlässt Irwin zwei Kinder im Alter von drei und acht Jahren.


«Crocodile Hunter» zog sich Stachel selbst

Netzeitung, 05. Sep 10:33

Der Todeskampf des australischen Tierfilmers Steve Irwin wurde gefilmt. Laut Experten war die tödliche Attacke eines Rochen ein unglücklicher Zufall.

Der Tod des charismatischen Tierfilmers Steve Irwin hat international für heftige Reaktionen gesorgt. Die Fernsehgemeinde und australische Repräsentanten trauern, während andere Tierfilmer und Fauna-Experten Erklärungen dafür zu finden versuchen, warum Irwin bei einem Tauchgang von einem Rochen angegriffen wurde und an dessen Stich starb.

Die Zeitung «The Australian» zitiert unter anderem Irwins langjährigen Freund, John Stainton, der das Filmmaterial vom Tauchgang gesehen hat. Irwin arbeitete gerade an einer Dokumentation über die Meeresflora und -fauna am Barrier Reef.

Die Bilder seien «schockierend», und es sei «hart sie zu sehen, schließlich ist man Zeuge, wie gerade jemand stirbt... es ist schrecklich», so Stainton. «Man sieht Steve, wie er über dem Rochen schwimmt, wie der Stachel hochkommt und ihn hier [in die Brust] sticht. Er hat ihn rausgezogen, und in der nächsten Minute war er schon weg. Das war's, der Kameramann musste aufhören.» Das Material wurde der Polizei von Queensland übergeben, die Irwins Tod untersucht.

Falsche Zeit, falscher Ort

Der 44-Jährige sei sofort tot gewesen, nachdem ihn der Stachel des Rochen bei seinem Tauchgang am Montagmorgen traf, meinen Experten. Der Besitzer des Tauchbootes beschreibt Irwins Tod mit den Worten: «Etwas ist mit dem Tier passiert, das es provoziert hat, und [Steve] war zur falschen Zeit am falschen Ort. Hätte es ihn woanders erwischt, wäre er nicht gestorben».

Ein anderer Tierfilmer, der Kameramann Ben Cropp, berichtet, dass er bereits in ähnliche Situationen geraten sei, doch wenn man erkenne, dass der Rochen sich bedroht fühlt und in eine defensive Haltung geht, müsse man verschwinden. Das sei Irwin nicht möglich gewesen, weil er zu nah dran war.

Nationalpark Irwin

Peter Beattie, Minister des australischen States Queensland, hat angekündigt, dass es ein Staatsbegräbnis für Irwin geben soll, wenn seine Familie das wünsche. Man überlege auch, einen Nationalpark nach ihm zu benennen.

Von Seiten der Regierung kamen viele Trauerbekundungen und der Hinweis, das mit Irwin ein populärer Vertreter des Landes gestorben sei, der Australien weltweit repräsentiert habe. Unglücklicher Zufall

Der verletzte Irwin war von seiner Crew aus dem Wasser gezogen und zu einem Versorgungsboot gebracht worden, das 500 Meter entfernt lag. Doch kam jede Hilfe zu spät. Er starb an Herzstillstand, so der Bericht weiter. Irwins Leiche wurde vergangene Nacht nach Cairns geflogen.

Lisa-Ann Gershwin von den Surf-Lebensrettern wies darauf hin, dass es weltweit insgesamt gerade mal 17 tödliche Unfälle mit Rochen gegeben habe. «Ich denke es ist ein außergewöhnlicher Unglücksfall.» Viele Menschen fürchteten sich nun davor, doch man müsse bedenken, dass es ein Zufall war, eine schreckliche Tragödie, aber nichts, was häufiger passiert.




» zurück
 

Druckversion