AktuellSielmann gestorben (erweitert)
Sonntag 8. Oktober 2006, 11:01 Uhr Tierfilmer Heinz Sielmann totBerlin (AP) Der Tierfilmer und Naturschützer Heinz Sielmann ist tot. Er starb bereits am Freitag im Alter von 89 Jahren in München, wie der Stiftungsrat und der Vorstand der Heinz Sielmann Stiftung am Sonntag in Berlin bekanntgaben. Er sei ruhig und im Kreise seiner Familie und Freunde entschlafen.In Sielmann verliert der Naturschutz eine prägende Persönlichkeit. Er hatte frühzeitig die Bedeutung der Massenmedien Film und TV für Belange der Natur erkannt. Kinofilme wie «Herrscher des Urwalds» (1959) und «Galápagos» (1962) sind ebenso mit seinem Namen verknüpft wie die ab 1965 über drei Jahrzehnte ausgestrahlte TV-Serie des Norddeutschen Rundfunks «Expeditionen ins Tierreich». Zusammen mit seiner Frau Inge gründete er 1994 die Heinz Sielmann Stiftung unter dem Leitsatz «Naturschutz als positive Lebensphilosophie». Seither verfolgt die Stiftung unter anderem das Ziel, Menschen, speziell Kinder und Jugendliche, durch persönliches Erleben an einen positiven Umgang mit der Natur heranzuführen. Zu den zahlreichen Ehrungen, die Sielmann erhielt, gehören Filmpreise wie der «Deutsche Filmpreis», die «Goldene Kamera», der «Goldene Bär» und der «Silberne Bär» der Filmfestspiele Berlin sowie der «Bambi». Die Heinz Sielmann Stiftung will mit Inge Sielmann als Vorsitzender des Stiftungsrates die Arbeit für den Natur- und Artenschutz sowie in der Umweltbildung im Geist ihres verstorbenen Mannes fortsetzen. Sonntag 8. Oktober 2006, 14:24 Uhr Tierfilmer Heinz Sielmann mit 89 Jahren gestorbenBerlin (AP) Der erfolgreiche Tierfilmer und engagierte Naturschützer Heinz Sielmann ist im Alter von 89 Jahren gestorben. Er sei bereits am Freitag im Kreise seiner Familie und Freunde in München ruhig entschlafen, teilte die Heinz Sielmann Stiftung am Sonntag in Berlin mit. In Ostpreußen aufgewachsen, hatte Sielmann als erster Tierdokumentationen ins Fernsehen gebracht. Mit seinen über drei Jahrzehnten ausgestrahlten «Expeditionen ins Tierreich» schrieb er TV-Geschichte.Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Renate Künast würdigte ihn als großen Tierschützer. «Mit seinen Filmen hat er es verstanden, die Menschen für ihre Mitgeschöpfe, die Tiere, zu interessieren» - für exotische Tiere ebenso wie für alltägliche Nutztiere. Der Entschluss, Tierfilmer zu werden, stand bereits für den Abiturienten Sielmann fest. Sein erstes Werk «Vögel über Haff und Wiesen» erschien schon 1938 als Film und 1943 als Buch. Von Anfang der 50er bis in die 90er Jahre gelangen ihm sensationelle Aufnahmen von heimischen und exotischen Tierwelten. Seine Kinofilme wurden weltweit in 25 Sprachen gezeigt. Mit seinen «Expeditionen ins Tierreich» kam er mehr als 170 Mal via NDR in deutsche Wohnzimmer. Nach den ersten Kinoerfolgen mit «Lied der Wildbahn» und «Quick, das Eichhörnchen» gewann Sielmann Anfang der 50er Jahre neue Impulse aus der Zusammenarbeit mit Verhaltensforschern wie Konrad Lorenz und Irenäus Eibl-Eibesfeld. In Anschluss an «Herrscher des Urwalds» über die Gorillas im Kongo filmte er dann in den 60er Jahren auf dem ganzen Globus. Attacken eines Elefantenbullen und eines Flusspferds entging der Tierfilmer nur knapp. Als seine liebste Expedition bezeichnete Sielmann stets die Forschungsreise 1988 zu den Königspinguinen, See-Elefanten und Blauwalen in der Südpolarregion. Zu seinen zahlreichen Ehrungen gehören der «Deutsche Filmpreis», die «Goldene Kamera», der «Goldene Bär» und der «Silberne Bär» der Filmfestspiele Berlin sowie der «Bambi». Seit den 70er Jahren nahmen Fragen des Naturschutzes eine immer wichtigere Stellung in Sielmanns Arbeit ein. 1981 schloss er als Herausgeber die Buchreihe «Knaurs Tierleben» ab. Ab 1982 arbeitete er neben Bernhard Grizmek als Herausgeber der Zeitschrift «Das Tier». In seinen späteren Sendungen im Privatfernsehen wandte er sich immer wieder gegen die Maßlosigkeit der Menschen und ihren Raubbau an der Natur. Sielmanns Sohn Stephan kam 1978 im Alter von 24 Jahren bei einem Unfall während einer Expedition in Kenia ums Leben. Dieses Ereignis trug 1994 dann zu der Entscheidung des Ehepaars Heinz und Inge Sielmann bei, ihr Lebenswerk im Rahmen einer Stiftung in die Zukunft zu tragen. Sie wollten besonders die junge Generation für die Bewahrung der Natur begeistern. Seit 2000 erwarb die Stiftung unter anderem das ehemalige Braunkohle-Tagebaugebiet Wanninchen in der Niederlausitz in Brandenburg. Auf inzwischen 3.100 Hektar der wüstenähnlichen Bergbaufolgefläche entwickelt sich seither eine neue Artenvielfalt. Und am Stadtrand von Berlin liegt das bislang größte Stiftungsprojekt, die Döberitzer Heide, die über 100 Jahre lang als Truppenübungsplatz genutzt worden war. Sielmann wird nach Angaben der Stiftung nahe ihrer Zentrale bei Duderstadt in Südniedersachsen beigesetzt. Inge Sielmann will mit der Stiftung die Arbeit für den Natur- und Artenschutz sowie in der Umweltbildung im Geist ihres verstorbenen Mannes fortsetzen. Nachruf auf Heinz SielmannWWF, 9.10.06Der Naturschutz hat einen seiner größten Pioniere verloren: Am 6. Oktober 2006 ist Heinz Sielmann im Alter von 89 Jahren in München verstorben. Der vielfach preisgekrönte Tierfilmer hatte von Beginn der sechziger Jahre über drei Jahrzehnte lang den deutschen Fernsehzuschauern die Schönheit und Zerbrechlichkeit der Wildnis ins Wohnzimmer gebracht und damit entscheidend dazu beigetragen, uns alle für das Anliegen des Naturschutzes zu sensibilisieren. Zuvor hatte er sich bereits mit legendären Kinofilmen wie „Zimmerleute des Waldes“ (1954), „Herrscher des Urwaldes“ (1959) und „Galapagos“ (1962) einen internationalen Namen gemacht. Den ersten Tierfilm „Vögel über Haff und Wiesen“ drehte er bereits 1938. Sein Ideenreichtum, auch mit neuen Filmtechniken Tiere ungestört zu filmen und so bis dahin Ungesehenes sichtbar zu machen, war wegweisend für das gesamt Genre. In „Zimmerleute des Waldes“ filmte er 1954 beispielsweise Spechte im Inneren einer für die Kamera extra präparierten Baumhöhle. Es war der Mitbegründer des WWF, Sir Peter Scott, der Sielmann der BBC empfahl, die dann fortan viele Filme des Tierfilmers übernahm und ebenfalls ausstrahlte. Im WWF Deutschland engagierte sich Heinz Sielmann seit Anfang der achtziger Jahre im Stiftungsrat und später im Kuratorium nicht nur für den Erhalt der wertvollsten Lebensräume und Arten. Er setzte sich vor allem dafür ein, Kinder und Jugendliche stärker an die Natur heranzuführen – ganz nach seinem Motto „nur was wir kennen, und lieben, sind wir auch bereit zu schützen“. Aus dieser Überzeugung heraus rief Heinz Sielmann 1994 gemeinsam mit seiner Ehefrau Inge die „Heinz-Sielmann-Stiftung“ ins Leben. Sie sichert – unter anderem gemeinsam mit dem WWF – große, noch unzerschnittene Naturflächen in Brandenburg durch Ankauf und Pflege. Für sein Lebenswerk ehrte der WWF Heinz Sielmann bereits 1993 als herausragende Persönlichkeit des Naturschutzes mit der höchsten Auszeichnung, der „Goldenen Arche“. Heinz Sielmann ist in herausragender Weise mit der Geschichte des deutschen Naturschutzes und des WWF Deutschland verbunden. Wir danken ihm und werden ihn in großen Ehren halten – auch durch unseren weiteren Einsatz für seine Naturschutz-Ziele. Dr. Peter Prokosch CEO WWF Deutschland Ein herausragender Botschafter für die NaturBundesumweltminister Sigmar Gabriel zum Tode von Heinz SielmannBMU Pressemitteilung, Berlin, 8. Oktober 2006 Bundesumweltminister Sigmar Gabriel hat die Verdienste des verstorbenen Tierfilmers Heinz Sielmann gewürdigt und seiner Witwe Inge Sielmann sein Beileid ausgesprochen. Gabriel: "Mit Heinz Sielmann verliert Deutschland einen großen Naturschützer und einen glaubwürdigen und authentischen Naturliebhaber. Sielmann hat vielen Menschen durch seine lebendigen, mitreißenden und zugleich mahnenden Filme den Zugang zu den Schönheiten der Natur vermittelt." Gabriel betonte weiter: "Heinz Sielmann hatte die besondere Gabe, den Menschen komplexe ökologische Sachverhalte auf einfache und zugleich ästhetische Weise zu vermitteln. So gelang es ihm gleichzeitig, die Liebe zur Heimat wie auch den Respekt und die Verantwortung für die Bewahrung der Natur in fernen Ländern zum Ausdruck zu bringen. Heinz Sielmann war ein herausragender Botschafter für die Natur!" Als besonderes Verdienst hob Gabriel die Naturschutzleistungen der von Sielmann gegründeten "Heinz Sielmann Stiftung" hervor. Zahlreiche Naturschutzprojekte wie das Naturschutzzentrum Gut Herbigshagen in Duderstadt oder sein Beitrag zum Schutz des Nationalen Naturerbes durch Sicherung wichtiger Naturschutzgebiete vor allem in den ostdeutschen Bundesländern sind durch seine Stiftung ermöglicht worden. Gabriel: "Mit Heinz Sielmann verlieren wir eine der ganz großen Persönlichkeiten des Naturschutzes, ein Vorbild für eine ganze Generation." » zurück |
|
Aus der easy.wdss.de, gedruckt am: Di, 02.12.2008 © easy.wdss Besuchen Sie die www.weitblick.net unter www.weitblick.net Bildschirm-Version |
|