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Kritik am FSC

FSC in der Kritik

Von Christina Hering, FSC-Newsletter, 12.10.06

Mitte September haben unabhängige Organisationen aus acht verschiedenen Ländern von der FSC-Geschäftsführung die sofortige Rücknahme von Zertifikaten für Konzerne in Südamerika, Südafrika und Europa verlangt. Begründung: nicht eines der Unternehmen erfülle das FSC-Mandat, nur nachhaltige Forstwirtschaft zu unterstützen. Die Kritik richtet sich gegen Plantagen in Brasilien, Chile, Irland, Spanien, und Südafrika. Allen gemein ist, dass es sich um große Holzplantagen handelt.

Der FSC nimmt diese Vorwürfe sehr ernst und geht diesen konsequent nach. Zusätzlich zu den regelmäßigen strengen Überprüfung, die Teil der FSC-Zertifzierung sind, sollen alle Informationen, die die acht Organisationen zur Verfügung stellen können, genutzt werden, um mögliche Verstöße gegen die Anorderungen des FSC zu prüfen. Sollten sich gravierende Verstöße gegen die Prinzipien und Kriterien des FSC tatsächlich nachweisen lassen, wird der FSC im Rahmen seines Zertifizierungssystems Maßnahmen ergreifen, um dies zu beenden.

Eine der Organisationen erhob den generellen Vorwurf, dass in Südafrika nicht eine einzige Plantage hätte FSC-zertifiziert werden dürfen, da es sich nicht um Wälder handle und die Plantagen dort schwere Umwelt- und Sozialprobleme anrichteten. Ungeachtet der Frage, ob diese Vorwürfe haltbar sind, oder ob hier Forderungen widergegeben werden, die über die Anforderungen der FSC-Prinzipien hinausgehen sei durch diesen Vorwurf auf die derzeit stattfindende Plantagenrevision des FSC verwiesen:

Auf der FSC-Mitgliederversammlung 2002 in Mexiko wurde darüber debattiert, ob der FSC die Zertifizierung von Plantagen generell aufgeben solle. Bei gleicher Gewichtung der Umwelt-, Sozial- und Wirtschaftskammer entschied sich die FSC-Mitgliedschaft gegen eine Abschaffung. Stattdessen sollten die Zertifizierungskriterien für FSC-Plantagen grundsätzlich diskutiert und gegebenenfalls überarbeitet werden. Dieser Prozess wurde 2004 offiziell gestartet und mündetet 2005 in die Rekrutiertung einer internationalen Arbeitsgruppe, bei der Repräsentanten von Unternehmen, Sozial- und Umweltverbänden aus Nord und Süd gleichermaßen vertreten sind.

Ihre Aufgabe ist es, über die Revision der Planatagenzertifizierung zu beraten und Empfehlungen für den FSC-Vorstand zu erarbeiten. Diese Arbeitsgruppe hat seither zahlreiche Treffen und Beratungen in verschiedenen Regionen der Welt durchgeführt und Plantagen vor Ort besucht. In diesem Zusammenhang wurde auch mit einigen der acht Organisationen über die Plantagenzertifizierung diskutiert. Anfang September fand das letzte Treffen der Arbeitsgruppe in Bonn statt, ihr Abschlussbericht und ihre Empfehlungen an den FSC-Vorstand werden voraussichtlich nächste Woche auf der Homepage des FSC International Center (www.fsc.org) veröffentlicht. Das Dokument durchläuft danach einen weiteren öffentlichen Konsultationsprozess.

Unabhängig von den geschilderten Vorwürfen, kritisierte der Autor Chris Lang in einem Artikel des World Rainforest Movement ein FSC-Zertifikat in Laos. Die zertifizierte Kooperative produziere Holz, das nach dem laotischen Gesetz illegal sei, so der Vorwurf. Auch in diesem Fall hat der FSC sofort reagiert und die zuständige Zertifizierungsorganisation SmartWood um Prüfung gebeten. Diese hat einen sofortigen Kontrollbesuch vor Ort anberaumt. Bis zur eindeutigen Klärung darf die Kooperative kein Holz als FSC-Holz deklarieren und verkaufen. Nach dem derzeitigen Kenntnisstand wurde bislang kein oder nur wenig FSC-Holz von der Kooperative verkauft.

Lesen Sie hier die vollständige Stellungnahme des FSC International Center zu diesem Vorwurf.

Parallel zur FSC-Erklärung nahm der Tropical Forest Trust, eine Organisation, die sich um die Vorbereitung von Unternehmen auf die FSC-Zertifizierung in tropischen Ländern bemüht, kritisch Stellung zu den Vorwürfen und stellte in einem umfangreichen Papier die vielfältigen positiven Wirkungen des angegriffenen Projektes heraus. Den lesenswerten Kommentar finden Sie unter: "How People suffer when journalists get it wrong".




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