powered by <wdss>
Aktuell

Vor der Klimakonferenz

Neuer Greenpeace-Report: Gletscher schmelzen immer schneller

Tempo des Klimawandels nimmt weiter zu

Von Helge Holler, Greenpeace-Online, 2.11.06

Die Gletscher weltweit schmelzen immer schneller. Greenpeace hat Forschungsdaten zur Gletscherschmelze ausgewertet und am Donnerstag eine Zusammenfassung vorgelegt. Mit neuen Fotovergleichen wird zudem deutlich, dass die globale Erwärmung in immer kürzerer Zeit zu immer dramatischeren Folgen führt.

Die im Report enthaltenen Vergleiche der Gletschermassen zeigen, dass die Abschmelzrate in den letzten Jahren dramatisch zugenommen hat. Durchschnittlich ist im Zeitraum 1991 bis 2004 doppelt so viel Gletschermasse abgeschmolzen wie im Zeitraum 1961 bis 1990. Insbesondere in den Jahren 2001 bis 2004 ist die Abschmelzrate der Gletscher noch einmal kräftig angestiegen. Grönland verliert inzwischen mit 240 Kubikkilometer pro Jahr dreimal soviel Eis wie in den Jahren vor 2003.

"Die neuen Erkenntnisse sind alarmierend. Uns schmelzen die Gletscher vor den Augen weg, doch die Politiker halten Sonntagsreden," sagt Greenpeace-Klimaexperte Karsten Smid.

Die besondere Dramatik belegen auch die Vergleichsbilder der Gesellschaft für ökologische Forschung. Allein im Jahr 2005 schrumpfte der Triftgletscher im Berner Oberland (Schweiz) um 216 Meter. "Es geht viel schneller als wir uns das jemals vorgestellt haben. Wenn wir im August und September in den Gletscherregionen unterwegs sind, können wir das Schmelzen der Gletscher hören," sagt Sylvia Hamberger von der Gesellschaft für ökologische Forschung.

UN-Klimakonferenz in Nairobi

Ab dem 6. November findet in Nairobi (Kenia) eine weitere UN-Klimakonferenz statt. Dort verhandeln die Staaten über zukünftige Maßnahmen zur Verringerung von Treibhausgasen. Greenpeace fordert vor allem die Industrieländer auf, schnell zu handeln und konsequent das Klima zu schützen, nachdem sie bislang viel zu wenig unternommen haben.

"Der Klimawandel kommt, doch wie stark, liegt in unserer Hand," mahnt Smid. "Die nächsten zehn Jahre sind entscheidend. Deshalb müssen alle Staaten ihr Äußerstes versuchen, um den Ausstoß der Klimagase endlich unter Kontrolle zu bekommen."

Besonders unverständlich sind angesichts der Lage langfristige Weichenstellungen, wie der Bau von neuen Braunkohlekraftwerken. Kohlekraftwerke - und besonders Braunkohlekraftwerke - setzen pro produzierter Kilowattstunde mehr Kohlendioxid frei als jede andere Kraftwerksform. In Nordrhein-Westfalen baut jedoch der Stromriese RWE das größte Kraftwerk dieser Art in ganz Europa - und wird von der Bundesregierung noch mit geschenkten Verschmutzungsrechten belohnt. So sieht Klimaschutz in Deutschland aus.

Klimaschutz selber machen

Wenn Industrie und Regierung schon nicht handeln, handeln Sie: wechseln Sie Ihren Stromanbieter. Beauftragen Sie die Belieferung mit grünem Strom, der aus Sonnenlicht, Wind und Wasserkraft hergestellt wird. Damit leisten Sie einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Und: Sagen Sie's weiter.

Alarm für die Gletscher (pdf, 2,3MB)


Wir brauchen ein mutiges Klimaschutz-Abkommen

WWF-Generaldirektor James Leape plädiert für erste Schritte auf der Ministerkonferenz in Nairobi

WWF-Online, 2.11.06

Die Welt braucht dringend ein neues Abkommen zum Klimawandel, um die schlimmsten Auswirkungen der globalen Erwärmung, einschließlich heftigerer Stürme und deutlicher Wasserknappheiten zu verhindern, sagt James Leape, Generaldirektor des WWF International in Gland (Schweiz). Der Klimawandel habe den Planeten bereits in einem unerwarteten Ausmaß im Griff. Dies, so Leape, würde ohne ein deutliches Bekenntnis zu größeren Kohlendioxideinsparungen nach dem Laufzeitende des Kyoto-Protokolls 2012 voraussichtlich noch schlimmer werden.

“Es ist nun äußerst dringend, dass die am Kyoto-Protokoll Beteiligten ernsthaft über ein Nachfolgeabkommen verhandeln. Sie müssen jetzt zusammenkommen und sich auf eine mutige Übereinkunft einigen“, sagte der WWF-Generaldirektor in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. „Jetzt ist nicht der Zeitpunkt, an dem wir uns eine Unterbrechung der Anstrengungen leisten können.

Diplomaten und Minister müssten sich beim Treffen der Vereinten Nationen zum Klimawandel im November in Nairobi zu einem neuen Abkommen verpflichten und einen Zeitplan für dessen Fertigstellung bis zum Jahre 2008 erstellen, um einen nahtlosen Übergang zu gewährleisten, sagte Leape, der an der Konferenz teilnehmen wird. Letztes Jahr hatten die Minister zwar beschlossen, Regeln für die Zeit nach 2012 festzulegen, setzten dafür aber keine zeitliche Frist.

Leape nannte Forderungen der deutschen Kanzlerin Angela Merkel, dass die EU bis 2020 ihre Emissionen um 30 Prozent reduzieren müsse, und des Gouverneurs Arnold Schwarzenegger, die Emissionen Kaliforniens bis 2050 um 80 Prozent im Vergleich zum Bezugsjahr 1990 zu reduzieren, als die richtige Größenordnung für das Nachfolgeabkommen zu Kyoto „Diese zwei Staatschefs geben damit die Richtung vor, wohin wir uns bewegen sollten, und das ist die Herausforderung für die Gespräche“, sagte Leape. „Um solche Ziele sollte es bei den Verhandlungen gehen.“

Die Sicherheit, dass ein breiteres, strikteres Abkommen dem Kyoto-Protokoll folgt, würde Firmen, die jetzt Kraftwerke bauen – die also dann laufen, wenn das neue Abkommen in Kraft tritt – stärker motivieren, Emissionen zu reduzieren und Energie zu sparen. „Dann weiß die Industrie heute, was sie konkret planen muss“, sagte Leape.Um die globale Erwärmung bis zum Jahr 2100 noch unter einem Anstieg von zwei Grad Celsius zu halten – eine Grenze, ab der viele Umweltschützer gefährliche Auswirkungen fürchten – sind unmittelbare Emissionsreduktionen und Langzeitplanungen durch ein neues Klimaschutz-Abkommen nötig, sagte Leape. „Wenn wir erfolgreich die schlimmsten Folgen des Klimawandels abwenden wollen, müssen wir einen deutlichen Rückgang der globalen Kohlendioxidemissionen in 10 bis 15 Jahren anstreben. Dazu, so Leape, müssen wir jetzt aggressive Maßnahmen in den industrialisierten Ländern vornehmen. „Das“, so der WWF-Chef, „halte ich für möglich. Wir verlangen von Europa und von anderen Ländern, in Sachen Klimaschutz die Führung zu übernehmen und den Schritt zu machen und ein mutiges Abkommen zu schließen. Und wir müssen CO2-neutrale Kraftwerke planen und gleichzeitig die Energieeffizienz verbessern, damit wir überhaupt nicht mehr so viele Kraftwerke brauchen.“

(Das Interview mit Jim Leape führte die Nachrichtenagentur Reuters)




» zurück
 

Druckversion





































26.08.08 14:45 - 15:15
3sat: Kostbarkeiten im Nebelwald

26.08.08 15:00 - 16:00
WDR/SWR: Feuer und Brände - Von der Macht der Flammen

17.08.08 23:15 - 23:50
arte: Gorillas zwischen den Fronten

23.08.08 17:30 - 18:00
phoenix: Joseph und die Wilderer: Kameruns Kampf um die Menschenaffen

04.09.08 00:00 - 01:30
SWR: Abenteuer Amazonas - Eine Reise durch den Regenwald

13.09.08 11:00 - 11:45
phoenix: Paraguay - Südamerikas Herz im Umbruch. Reise durch ein wildes Land

19.08.08 14:00 - 14:45
3sat: Magische Orte: La Gomera

28.08.08 15:15 - 16:00
NDR: Kanadas Queen Charlotte Islands

18.08.08 21:00 - 21:30
3sat: Wer hat Angst vorm bösen Wolf?

19.08.08 14:45 - 15:15
3sat: Die Affenbande vom Amazonas

16.08.08 12:00 - 12:30
h3: Abenteuer Amazonien (3/4): Eine Reise durch den Regenwald

23.08.08 12:00 - 12:30
hr: Abenteuer Amazonien (4/4): Eine Reise durch den Regenwald

28.08.08 12:30 - 14:00
phoenix: Malaysias Regenwald (1+2/2)

10.09.08 18:05 - 19:00
arte: Ecuador - Banane und Naturschutz

16.08.08 16:30 - 17:15
phoenix: In den Wäldern der Zuruaha-Indianer

19.08.08 22:05 - 22:50
mdr: Östlich der Sonne - Vom Baikalsee nach Alaska

07.09.08 21:00 - 21:45
phoenix: Begegnungen am Ende der Welt: Die geheimen Völker Amazoniens

16.08.08 19:15 - 19:45
phoenix: Feuerspringer in Sibirien

19.08.08 20:15 - 21:00
WDR: Ostpreußens Wälder