AktuellSchweiz: Holzdeklarationspflicht
26. September, 2007 Art und Herkunft von Holz muss künftig deklariert werdenBern. SDA/baz. Art und Herkunft von Holz und Holzprodukten sollen deklariert werden müssen. Der Nationalrat hat am Mittwoch mit 86 zu 77 Stimmen einer Ständeratsmotion zugestimmt, die Massnahmen gegen den Handel mit illegal gefälltem Holz verlangt.Den Anstoss zur Motion gab der WWF Schweiz mit einer Petition. Die Eingabe der Umweltorganisation fordert ein Import- und Handelsverbot, eine Deklarationspflicht nach Holzart und -herkunft, Partnerschaften mit Herkunftsländern und Kontrollen. Dies ging dem Ständerat zu weit. Der Ständerat schlägt eine Deklarationspflicht vor, die unter Einbezug der Branche schrittweise eingeführt wird, nach dem Prinzip der Selbstdeklaration mit Stichproben funktioniert und für komplexe Holzwerkstoffe Ausnahmen vorsieht. Sie soll den Konsumenten den Kaufentscheid erleichtern. Illegal gefälltes Holz In die Schweiz werde jährlich schätzungsweise eine Million Kubikmeter illegal gefällten Holzes eingeführt, sagte Kommissionssprecher Remo Gysin (SP/BS). Die Motion sei ökologisch, wirtschaftlich und sozial wichtig. Branchenlösungen und die Schritte des Bundesrates auf internationaler Ebene genügten nicht. Ruedi Lustenberger (CVP/LU), Präsident der Möbelfabrikanten und Schreinermeister, wandte sich gegen die Motion. Möbel seien häufig aus verschiedenen Hölzern gefertigt, die einzeln zu deklarieren wären. Das brächte bürokratische Umtriebe. Besser wäre es, den Schweizer Wald und Schweizer Holz zu zertifizieren. Bundesrätin Doris Leuthard erklärte, die Deklarationspflicht würde das Problem des illegalen Holzhandels überhaupt nicht lösen. 80 Prozent der Holzimporte stammten aus der EU, nur 1 Prozent aus Tropenwäldern. Die Deklarationspflicht wäre ein weltweites Unikum. Erfolg versprechend sei nur internationale Zusammenarbeit. Begrüsst wird die Deklarationspflicht vom Verband Waldwirtschaft Schweiz. Dieser erhofft sich, dass dadurch mehr Produkte aus Schweizer Holz verkauft werden. Da es heute freiwillige Zertifizierungen gebe, sei eine gute Voraussetzung für die Einführung der Pflicht bereits geschaffen, teilte der Verband mit. » zurück |
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