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Aktuell

Nobelpreis für Klimaschutz

Freitag, 12. Oktober, 18:40 Uhr

Friedensnobelpreis geht an UN-Klimarat und Al Gore

Oslo (AFP) - Der Friedensnobelpreis wird in diesem Jahr zu gleichen Teilen an den UN-Klimarat (IPCC) und den früheren US-Vizepräsidenten Al Gore vergeben. Beide erhielten den Preis für ihre Bemühungen, das Wissen um den vom Menschen verursachten Klimawandel zu verbreiten und Grundlagen für Gegenmaßnahmen zu schaffen, begründete das Nobel-Komitee seine Entscheidung. Umweltschutzorganisationen freuten sich mit den Preisträgern und wiesen auf den Zusammenhang zwischen Klimaschutz und Friedenssicherung hin. Die US-Regierung erklärte, sie werde an ihrer Klimapolitik festhalten.

Gore erklärte in Washington, es sei für ihn besonders bedeutsam, den Nobelpreis gemeinsam mit dem UN-Klimarat erhalten zu haben. Er werde seinen Anteil an dem Preisgeld von insgesamt zehn Millionen schwedischen Kronen (1,1 Millionen Euro) dem Bündnis für Klimaschutz in den USA spenden. Dieses setzt sich dafür ein, die öffentliche Meinung in den USA zum Klimaschutz zu verändern.

Gore hatte mit einem Dokumentarfilm über den Klimawandel einen Oscar gewonnen. Von 1993 bis 2001 war er Stellvertreter des damaligen US-Präsidenten Bill Clinton. Bei der Präsidentschaftswahl für die Clinton-Nachfolge im Jahr 2000 war er dem amtierenden US-Präsidenten George W. Bush, dessen Klimapolitik er scharf kritisiert, in einem umstrittenen Urnengang knapp unterlegen.

Der indische IPCC-Chef Rajendra Pachauri sagte in Neu Delhi, er hoffe dass die Auszeichnung zu einer weltweit erhöhten Aufmerksamkeit für den Kampf gegen den Klimawandel beitragen werde. Das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPPC) ist eine Unterorganisation der Vereinten Nationen. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zeigte sich hocherfreut über die Entscheidung des Nobel-Komitees.

Der Sprecher des Weißen Hauses, Tony Fratto, sagte, Bush freue sich für Gore. Die Frage, ob die Auszeichnung zu einer Änderung der US-Politik in Sachen Klimapolitik führen werde, beantwortete er mit "Nein". Die USA verursachen mehr als ein Viertel des weltweiten CO2-Ausstoßes.

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) gratulierte Gore und dem UN-Klimarat im Namen der Bundesregierung. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace erklärte, die Rettung des Klimas sei Voraussetzung für ein künftiges friedliches Miteinander auf der Welt.


Freitag, 12. Oktober, 14:55 Uhr

Vorreiter im Kampf gegen den Klimawandel

Frankfurt/Main (AP) Für den früheren US-Vizepräsidenten Al Gore ist der globale Klimawandel kein politisches Thema, sondern eine weltweite Krise. «Wir stehen hier vor einer Notlage des Planeten. Es ist eine moralische und geistige Herausforderung für die ganze Menschheit», erklärte er am Freitag. Zusammen mit dem UN-Weltklimarat (IPCC) wurde er als Vorreiter im Kampf gegen den globalen Klimawandel mit dem Nobelpreis ausgezeichnet.

Das Preiskomitee in Oslo hat damit eine deutliche Botschaft ausgesendet: Die Veränderungen des Klimas stellen eine Bedrohung für den Weltfrieden dar. Die Lebensgrundlage vieler Menschen könnte bedroht sein, der Kampf um die natürlichen Rohstoffe wird sich voraussichtlich verschärfen. Damit einher geht Gefahr von Konflikten und Kriegen.

Al Gore ist gleichzeitig Missionar und Popstar im Kampf um die Aufmerksamkeit für das Problem des Klimawandels. Am Freitag sprach er von der Chance, «das globale Bewusstsein auf eine höhere Ebene zu heben». Zuletzt kämpfte Gore auch mit Hilfe der «Live-Earth»-Konzerte auf allen Kontinenten darum, «eine neue politische Realität herbeizuführen». Und sogar in Hollywood war er erfolgreich: Sein auf einer Dia-Schau basierender Kinofilm «Eine unbequeme Wahrheit» wurde 2006 mit einem Oscar ausgezeichnet.

Der Weltklimarat hingegen steht für die nüchterne Analyse des Klimawandels. Das Gremium - im Jahr 1988 vom UN-Umweltprogramm und der Welt-Meteorologie-Organisation gegründet - stellt alle fünf bis sechs Jahre wissenschaftliche Berichte zur Klimapolitik vor. In diesem Jahr zeichnete der IPCC ein dramatisches Bild von den Folgen der globalen Erwärmung und stellte die Verantwortung des Menschen so deutlich heraus wie nie zuvor.

Die Weichen für ein Abwenden der drohenden Klimakatastrophe müssten in den nächsten acht Jahren gestellt werden, hieß es. Sonst seien zum Beispiel ein Drittel aller Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht. Bis zum Jahr 2050 drohe bis zu zwei Milliarden Menschen Wasserknappheit. In einigen Ländern würden auch die Ernten um die Hälfte zurückgehen.

Der Weltklimarat forscht nicht selbst, sondern trägt die vorhandenen Daten zusammen, analysiert sie und gibt Empfehlungen. Mehr als 2.500 Forscher und Vertreter von mehr als 100 Regierungen beteiligen sich an der Erstellung der Berichte.

Umweltschutzorganisationen, vom WWF bis hin zu Greenpeace, zeigten sich über die Auszeichnung erfreut. Auch zahlreiche Politiker gratulierten. «Ich hoffe, dass diese Würdigung den internationalen Klimaverhandlungen weiteren Schwung verleihen wird», erklärte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier. Derzeit laufen die Gespräche über ein Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll.

«Marshallplan für die Erde»

Als das Thema Umweltschutz in den USA noch extrem unpopulär war, veröffentlichte der damalige Senator Gore bereits 1992 sein erstes Buch dazu: «Wege zum Gleichgewicht. Ein Marshallplan für die Erde». Darin legte er nichts geringeres als ein internationales Handlungskonzept gegen die weltweite Umweltkrise vor. In der Regierung von US-Präsident Bill Clinton von 1993 bis 2001 konnte er freilich nicht so viel bewegen, wie er es in seinem Buch skizziert hatte. Aber er erwarb sich international wegen seiner umweltpolitischen Ansichten Respekt.

Nach der knapp verlorenen Präsidentschaftswahl gegen George W. Bush 2000 machte Gore den Klimawandel vollends zu seinem Thema. «Bis vor kurzem lebte Amerika in einer Seifenblase, in der die globale Erwärmung gar nicht vorkam», erklärte er beim Kinostart seines Films 2006. Er hoffe, «dass die Menschen angesichts der akuten Krise so viel Druck ausüben, dass die Politik handeln muss», sagte er.

Die Auszeichnung mit dem Nobelpreis heizt auch alte Spekulationen wieder an: Wird er doch noch mal fürs Weiße Haus kandidieren wollen? Er hat dies nicht völlig dementiert, auch wenn ein solcher Schritt zum jetzigen Zeitpunkt unwahrscheinlich ist.

Gore, geboren am 31. März 1948, entstammt einer Politikerfamilie. Er studierte Politologie an der Harvard-Universität und machte dort 1969 seinen Abschluss. Nach dem Militärdienst in Vietnam, wo er als Kriegsberichterstatter für die Streitkräfte tätig war, arbeitete er als Reporter für eine Zeitung in Nashville und studierte zugleich Jura. Gores politische Karriere begann 1976 mit der Wahl ins Repräsentantenhaus. 1984 wurde er in den Senat gewählt.


WWF gratuliert dem UN-Klimarat und Al Gore zum Friedensnobelpreis

„Klimaschutz ist Beitrag zur Wahrung des Weltfriedens“

WWF Pressemitteilung, 12.10.07

Große Freude bei der Umweltstiftung WWF über die Auszeichnung des UN-Klimarates und Al Gores mit dem Friedensnobelpreis: „Das ist ein Riesensignal, das genau zur richtigen Zeit kommt“, sagt Regine Günther, WWF-Klimaschutzexpertin. „Wir sind glücklich, dass die entschlossene Aufklärung über den menschgemachten Klimawandel, die der UN-Klimarat und Al Gore weltweit bei den Menschen und an den Schaltstellen der politischen und wirtschaftlichen Macht leisten, mit dem Friedensnobelpreis gewürdigt wird.“ Mit der Auszeichnung werde die Wichtigkeit des Klimaschutzes noch einmal deutlich unterstrichen.

„Jeder muss sich darüber klar sein: Wir müssen jetzt dringend handeln, um zu vermeiden, dass die Konflikte der Zukunft um die natürlichen Ressourcen wie Wasser oder Nahrungsmittel geführt werden. Große Flüchtlingsströme könnten die Folge eines ungebremsten Klimawandels sein. Klimaschutz ist nicht nur ein Umwelt-, sondern gerade auch ein Sicherheitsproblem. Deshalb ist jeder Beitrag zum Klimaschutz auch ein Beitrag zur Wahrung des Weltfriedens“, so die WWF-Expertin.

Der WWF hofft, dass der diesjährige Friedensnobelpreis den Staaten noch einmal vor Augen führt, was auf dem Spiel steht. „Auf der nächsten UN-Klimakonferenz auf Bali im Dezember können die Regierungen mit Taten zeigen, dass sie die Dringlichkeit zum Handeln verstanden haben. Jeder Staat muss seinen angemessenen Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels erbringen.“, sagt WWF-Klimaexpertin Regine Günther.


Klimaschutz gewinnt: Friedensnobelpreis für IPCC und Al Gore

Von Viktoria Thumann, Greenpeace-Online, 12.10.07

Der Report des einen hat im Frühjahr die Welt aufgeschreckt und die Notwendigkeit eines sofortigen Handelns gegen den Klimwandel belegt. Die Produktion des anderen veranschaulichte schon vor einem Jahr die Gefahren des drohenden Klimawandels und erregte damit ebenfalls große Aufmerksamkeit. Gemeinsam werden die beiden im Dezember den Friedensnobelpreis entgegen nehmen dürfen: Der UN-Klimarat (IPCC) und Al Gore.

"Greenpeace begrüßt die Verleihung des Nobelpreises an den UN-Klimarat sowie an Al Gore. Das Komitee hat mit seiner Entscheidung heute eines klar gemacht: Die Rettung des Klimas ist Voraussetzung für ein zukünftiges friedliches Miteinander auf der Welt. Politiker, die diese Erkenntnis weiter ignorieren, nehmen nicht nur den Verlust unserer Lebensgrundlagen, sondern auch Kriege um schwindende Ressourcen und Millionen Klimaflüchtlinge in Kauf", sagt Jörg Feddern, Klimaexperte von Greenpeace.

'Eine unbequeme Wahrheit' war es, die im Oktober 2006 auch in die deutschen Kinos kam. Der Menschheit bleiben nur noch wenige Jahre, um den großen Kollaps abzuwenden. Handelt sie nicht, werden die Folgen der globalen Erderwärmung katastrophal sein. Der IPCC setzte dann im Frühjahr 2007 mit der Veröffentlichung seines Klimareport noch einen drauf. Auch von Seiten der UN war nun bestätigt: Es besteht akuter Handlungsbedarf!

Feddern sieht die Auszeichnung als Verpflichtung für die Weltgemeinschaft: "Die Regierungen der Welt müssen jetzt endlich die notwendigen Beschlüsse fassen, um die schlimmsten Folgen des Klimawandels zu verhindern. Die Staatengemeinschaft hat dazu im Dezember, bei der Internationalen Klimakonferenz auf Bali, noch einmal die Chance. Die Zeit zum Handeln wird knapp."


„Kein Frieden ohne Klimagerechtigkeit“

BUND gratuliert Al Gore und dem UN-Klimarat IPCC zum Friedensnobelpreis

BUND Pressemitteilung, Berlin 12.10.2007

Zur Entscheidung des Nobelkomitees, den früheren US-Vizepräsidenten Al Gore und den UN-Klimarat IPCC mit dem Friedensnobelpreis auszuzeichnen, erklärt Angelika Zahrnt, Vorsitzende des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND):

„Wir gratulieren den Preisträgern Al Gore und dem UN-Klimarat IPCC. Al Gore hat mit seinem Film „Eine unbequeme Wahrheit“ und seinem weltweiten Engagement wie den „Live Earth“-Konzerten die Gefahren des Klimawandels in die Mitte der Gesellschaft getragen. Die regelmäßigen Berichte des UN-Klimarates sind ein entscheidender Beitrag für die öffentliche Klimadebatte. Der Konsens des Gremiums anerkannter Wissenschaftler aus der ganzen Welt stellt die letzten Klimawandelskeptiker ins Abseits und ist maßgebend für politische Entscheidungen.

Die Wahl des Nobelkomitees macht deutlich, dass es keinen Frieden ohne Klimagerechtigkeit geben kann. Sie ist ein Signal für die Verhandlungen über das Kyoto-Nachfolgeabkommen im Dezember in Bali: Wir brauchen jetzt weltweite und verbindliche Maßnahmen, um die dramatischen Folgen des Klimawandels, insbesondere für arme Länder, zu begrenzen. Die Industrieländer stehen in der Pflicht, ihre Klimaschulden zu begleichen und den Entwicklungs- und Schwellenländern bei der notwendigen Anpassung an den Klimawandel zu helfen.“


Friedensnobelpreis für Klimaschützer

NABU gratuliert Al Gore und dem UN-Klimarat IPCC zum Friedensnobelpreis

NABU Pressemitteilung, 12.10.07

Der Friedensnobelpreis dieses Jahres geht an den früheren amerikanischen Vizepräsidenten Al Gore sowie den UN-Klimarat IPCC für ihren Einsatz gegen den „menschengemachten Klimawandel“. Das Nobelkomitee wolle mit dieser Vergabe „zu größerer Aufmerksamkeit“ für den Klimaschutz beitragen, hieß es am Freitag bei der Bekanntgabe in Oslo. Den Zusammenhang zwischen Klimawandel und Friedenssicherung begründete das Gremium damit, dass die Erderwärmung auch die „Sicherheit der Menschheit“ vermindere.

Der Vorsitzende des Komitees, Ole Danbolt Mjøs, würdigte Gore als einen „seit Jahren weltweit führenden Umweltpolitiker“: „Gore hat wie kein anderer Mensch als Einzelner zur Schaffung eines breiten Bewusstseins für die Maßnahmen beigetragen, die nun nötig sind.“ Gore hatte unter anderem für seinen Kinofilm „Eine unbequeme Wahrheit“ über die Gefahren des Klimawandels dieses Jahr einen Oscar bekommen. Der UN-Klimarat hat nach Überzeugung der norwegischen Juroren mit seinen stark beachteten wissenschaftlichen Berichten seit zwanzig Jahren entscheidend zur Herausbildung eines Konsenses über das Ausmaß der Klimabedrohung beigetragen.

Auch UN-Generalsekretär Ban Kimoon zeigte sich „sehr erfreut“ über die Entscheidung. Der indische Vorsitzende des UN-Klimarates Rajendra Pachauri sagte im norwegischen Fernsehen: „Ich bin völlig überwältigt. Dieser Preis geht an die internationale UN-Gemeinschaft und alle Staaten, die uns unterstützen.“

Das Nobelkomitee hatte schon im Jahr 2004 mit der Vergabe des Friedensnobelpreises an die Kenianerin Wangari Maathai ein Engagement für den Umweltschutz ausgezeichnet. Maathai hatte in ihrem Land unter anderem gegen die Abholzung von Wäldern gekämpft, deren Verschwinden die Lebensgrundlage vieler armer Menschen bedroht.


Kritk an Friedensnobelpreis für Al Gore

"Rettet den Regenwald" e.V. Pressemitteilung, 12.10.2007

Hamburg/Stockholm – Eine krasse Fehlentscheidung ist nach Ansicht der Hamburger Umweltorganisation Rettet den Regenwald (RdR) die Verleihung des Friedensnobelpreises an Al Gore. „Vordergründig kämpft er für den Klimaschutz, aber mit seinem Engagement für Agrarenergie stiftet er weltweit Unfrieden für Millionen Menschen auf der Südhalbkugel“, sagte der RdR-Vorsitzende Reinhard Behrend. Schon Anfang des Jahres hätten zahlreiche Umwelt- und Menschenrechtsgruppen etwa aus Argentinien und Südafrika Al Gore auf die zerstörerischen Folgen von Agrarenergie für das Klima, die Wälder, die Artenvielfalt und die Welternährung hingewiesen. Der frisch gekürte Friedensnobelpreisträger war einer der Starredner auf dem Kongress für „World Biofuels Markets“ in Brüssel im März 2007 und zwei Monate später auf dem „First Biofuels Congress“ in Lateinamerika in Argentinien. Dort hatten Umwelt- und Menschenrechtsgruppen Al Gore im Vorfeld als „neuen Kolonialherren und Protagonisten für Globalisierung“ bezeichnet.

Zahlreiche namhafte Wissenschaftler haben inzwischen vor den katastrophalen Folgen des Agrarenergie-Booms gewarnt, darunter auch der deutsche Nobelpreisträger für Chemie, Hartmut Michel. Erst kürzlich hat er in einem Interview erklärt: "Mit Agrarkraftstoffen werden keine CO2-Emissionen eingespart."

Dramatische Folgen für Indigene Völker befürchtet Victoria Tauli-Corpuz, Vorsitzende des UN Forums für Indigene Angelegenheiten. Die explosionsartige Ausbreitung von Agrarpflanzen zerstöre traditionelle Kulturen und vertreibe die Betroffenen in die großen Städte. „Die UN geht allein in der indonesischen Provinz West-Kalimantan auf Borneo davon aus, dass fünf Millionen Indigene durch neue Agrarenergie-Plantagen vertrieben werden“, so Victoria Tauli-Corpuz im Mai 2007 vor der Presse.

Der bekannte Soziologe und frühere Schweizer Parlamentarier Jean Ziegler, inzwischen UN-Sonderbotschafter für das Recht auf Nahrung, warnte im Juni 2007: „Die Produktion von Agrartreibstoffen kann weltweit zu Hundertausenden zusätzlichen Hungertoten führen.“ Ziegler beschuldigt die EU, Japan und die USA der „totalen Heuchelei“, weil sie Agrartreibstoffe förderten, um ihre eigene Abhängigkeit von Ölimporten zu verringern. Dadurch erhöhe sich der Druck auf Land, das für Nahrungsmittelproduktion benötigt werde.

Nach Auffassung von Rettet den Regenwald ist Al Gore durch sein Engagement für Agrarenergie mitverantwortlich für Hungertote, Artensterben, Klimawandel und Menschenrechtsverletzungen. „Agrarenergie rettet nicht das Klima, sondern zerstört Regenwälder, Savannen und Moore und heizt damit die Klimakatastrophe sogar zusätzlich an“, so Reinhard Behrend. „Kleinbauern und Indigene werden brutal von ihren Ländereien vertrieben. Als Konkurrenz zum Nahrungsmittelanbau verschärft Agrarenergie den weltweiten Hunger und wird zum sozialen Sprengsatz.“ Für einen prominenten Agrarenergie-Befürworter dürfe es niemals einen Friedenspreis geben.


Freitag, 12. Oktober, 14:28 Uhr

IPCC-Vorsitzender lobt Merkel

Frankfurt/Main (AP) Der Vorsitzende des Weltklimarats (IPCC), Rajendra Pachauri, hat die Umweltpolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel gelobt. Merkel habe das Thema Klimawandel «wirklich sehr ernst genommen», sagte der IPCC-Chef, der in den vergangenen Tagen an einem Symposium von Nobelpreisträgern in Potsdam teilgenommen hatte, in einer Videokonferenz am Freitag. Die Kanzlerin erfasse die Dimensionen und Ursachen der globalen Erwärmung ebenso wie Möglichkeiten, «was getan werden kann, um in Zukunft ein viel größeres Problem zu vermeiden».

Er gehe davon aus, dass künftig Führungspersönlichkeiten in aller Welt allmählich die tatsächlichen Gegebenheiten des Klimawandels verstünden, sagte Pachauri weiter. «Denn es gibt keinen Bereich der Gesellschaft, der gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels immun bleiben wird.» Der IPCC wurde am Freitag zusammen mit dem früheren US-Vizepräsidenten Al Gore mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.


Freitag, 12. Oktober, 15:02 Uhr

Al Gore kommt nach Berlin

Berlin (ddp). Der neue Friedensnobelpreisträger Al Gore kommt am 23. Oktober zu einem Klimakongress nach Berlin. Das bestätigte der Veranstalter des Kongresses, der Energiekonzern EnBW, am Freitag auf ddp-Anfrage. Der frühere US-Vizepräsident und Klimaschutz-Aktivist werde bei der Veranstaltung seine Präsentation zu den Gefahren des Klimawandels zeigen und im Anschluss Rede und Antwort stehen, teilte EnBW bereits im August mit. Neben Gore werden laut EnBW weitere Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft zu dem Kongress erwartet. Thema ist die «Ökonomie des Klimawandels».


13. Oktober, 2007

Anstieg der Meeresspiegel nicht mehr zu verhindern

Berlin (ddp). Der Weltklimarat der Vereinten Nationen verschärft in seinem vierten und letzten Klimabericht noch einmal seine Warnung vor den Folgen des Klimawandels. Die Erde trete in eine neue Klimaepoche ein, zitierte die «Welt am Sonntag» aus dem Bericht, der vom 13. bis 17. November von Wissenschaftlern und Politikern im spanischen Valencia beraten wird.

Die Erderwärmung sei «mit größter Wahrscheinlichkeit» auf den Menschen zurückzuführen. Bis zum Jahr 2099 könne die Erdtemperatur sogar um sechs Grad Celsius steigen. Ein Anstieg der Meeresspiegel sei nicht mehr zu verhindern. Die Folgen für die Menschen würden auch in Europa dramatisch. Der Bericht erhält eine besondere Bedeutung dadurch, dass der Weltklimarat am Freitag gemeinsam mit dem US-Politiker Al Gore den Friedensnobelpreis erhalten hatte.


13. Oktober, 2007

Weltklimarat verschärft Warnungen vor Klimawandel

Frankfurt/Main (AP) Der gerade mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnete UN-Weltklimarat verschärft in seinem abschließenden Bericht noch einmal seine Warnung vor dem Klimawandel. Die Erde trete in eine neue Klimaepoche ein, zitiert die «Welt am Sonntag» aus dem Bericht, über den Mitte November im spanischen Valencia beraten wird. Die Erderwärmung sei mit größter Wahrscheinlichkeit auf den Menschen zurückzuführen. Bis 2099 könne die Erdtemperatur sogar um sechs Grad Celsius steigen, ein Anstieg der Meeresspiegel sei nicht mehr zu verhindern.

In den bisher drei Klimaberichten des Rates warnen die Wissenschaftler eindringlich vor dem Klimawandel und seinen Folgen. Der vierte Bericht, über den vom 12. bis 17. November beraten wird, fasst Daten und Fakten vor dem Hintergrund anstehender politischer Entscheidungen zusammen.

In dem der Zeitung vorliegenden Bericht heißt es demnach, dass elf der vergangenen zwölf Jahre die wärmsten seit Beginn der Temperaturaufzeichnung im Jahr 1850 gewesen seien. «Der globale Temperaturanstieg seit Mitte des 20. Jahrhunderts ist mit größtmöglicher Wahrscheinlichkeit auf den durch den Menschen verursachten Anstieg der Treibhausgaskonzentrationen zurückzuführen», schreibt der Weltklimarat. In den schlimmsten Szenarien könne die Temperatur im Mittel bis 2099 um mehr als 6 Grad Celsius steigen. Selbst wenn überhaupt keine Treibhausgase mehr emittiert würden, stiege die Temperatur noch um bis zu 0,9 Grad.

Ein Anstieg des Meeresspiegels sowie das Abschmelzen ganzjähriger Eis- und Schneeflächen seien nicht mehr zu verhindern, lediglich das Ausmaß könne noch beeinflusst werden, schreiben die Wissenschaftler demnach. In Europa würden deutlich mehr Menschen durch Hitze sterben, und man müsse mit einer weiteren Ausbreitung ansteckender Krankheiten rechnen. Niederschlagsverschiebungen führten künftig vor allem in den heißen Regionen der Welt zu dramatischen Problemen in der Landwirtschaft.

«Über 29.000 Datenserien aus 75 Studien belegten den signifikanten Wandel in vielen physikalischen und biologischen Systemen», zitiert die Zeitung aus dem Bericht. Fast 90 Prozent dieser Ergebnisse ließen den Schluss zu, dass die Veränderungen eine Folge der zunehmenden Erderwärmung seien.

Auch bei einem nur mäßigen weiteren Anstieg der Treibhausgaskonzentrationen sehe der Klimarat auf lange Sicht vier zentrale Gefahren, heißt es. Einzigartige, bedrohte Systeme und Tierarten würden aussterben. Zweitens nähmen extreme Wetterereignisse in ihrer Häufigkeit und an Stärke zu. Drittens schaffe der Klimawandel neue Verliererregionen und Verlierergesellschaften. Und viertens nehme das Risiko großer «Singularitäten» wie das Abrutschen großer Eismassen in der Arktis oder der Abriss des Golfstroms zu.

Dennoch sei all dies kein Grund zur Resignation, schreibt der Klimarat der Zeitung zufolge. Immerhin habe das Kyoto-Protokoll «eine globale Verantwortung für den Klimawandel hergestellt» und so «das Feld für nationale Schritte bereitet». Es gebe allen Grund zur Annahme, dass mit dem internationalen Kohlendioxid-Handel die Basis für eine weitere Reduzierung von Treibhausgasemissionen gelegt sei. Auch neue Investitionen in die Energieversorgung in Schwellen- und Entwicklungsländern würden die Welt diesem Ziel ein Stückchen näher bringen. Weltweit sei das ökonomische Potenzial für solche Schritte vorhanden.


13. Oktober, 2007

Deutsche IPCC-Forscher werten Nobelpreis als Bestätigung

Hamburg/Berlin (AFP) - Deutsche Wissenschaftler des Weltklimarats haben den Friedensnobelpreis für das UN-Gremium sowie den früheren US-Vizepräsidenten Al Gore als Bestätigung ihrer Arbeit begrüßt. Die Entscheidung des Nobel-Komitees unterstreiche die Dringlichkeit von Maßnahmen gegen den Klimawandel, "und insofern kommt er uns sehr gelegen", sagte der Flensburger Professor für Energie- und Umweltmanagement Olav Hohmeyer der ARD. Auch Ulrich Cubasch, Professor am Institut für Meteorologie der Freien Universität in Berlin und ebenfalls Wissenschaftler des IPCC, begrüßte die Ehrung des IPCC.

Angesichts der internationalen Klimakonferenz auf Bali, bei der im Dezember über ein Kyoto-Nachfolgeabkommen beraten werden soll, habe das Nobel-Komitee für seine Entscheidung "das genau richtige Timing" gewählt, sagte Hohmeyer. Der Nobelpreis sei ein "Grund zur Freude", weil er die Lösung des Problems Klimawandel unterstütze. Jubeln werde er jedoch erst "2050, wenn wir's gelöst haben". Der Bundesregierung bescheinigte der Wissenschaftler einen wichtigen Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel. "Die deutsche Regierung ist sicherlich in einer Vorreiterposition", sagte er. "Sie könnte natürlich noch mehr tun, aber wenn alle so viel täten, wie die Deutschen im Moment, dann wären wir schon ein großes Stück weiter."

Cunasch erklärte: "Das ist eine Auszeichnung für das ganze Team von Wissenschaftlern." Das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPPC) ist eine Unterorganisation der Vereinten Nationen, bei der rund 3000 Meereskundler, Wirtschaftswissenschaftler und andere Experten beschäftigt sind. Mit seinem in diesem Jahr veröffentlichten dreiteiligen Bericht hatte das Gremium erneut auf die Gefahren des weltweiten Klimawandels und mögliche Gegenmaßnahmen aufmerksam gemacht.


Freitag, 12. Oktober, 13:04 Uhr

Kernaussagen der Berichte des Weltklimarats

Frankfurt/Main (AP) Innerhalb der nächsten acht Jahre müssen nach Ansicht des Weltklimarats (IPCC) die Weichen für ein Abwenden der drohenden Klimakatastrophe gestellt werden. In seinen in diesem Jahr vorgestellten Berichten zeichnet das Gremium ein dramatisches Bild von den Folgen der globalen Erwärmung und stellt die Verantwortung des Menschen so deutlich heraus wie nie zuvor. Die Kernaussagen seiner alarmierenden Berichte lauten:

- Bis zum Jahr 2015 muss sich der Ausstoß von Treibhausgasen stabilisiert haben, damit die globale Erwärmung nicht über den gefährlichen Wert von zwei Grad Celsius steigt.

- Bis zu 30 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten sind vom Aussterben bedroht, wenn die Temperatur um zwei Grad Celsius steigt. Außerdem droht dann bis zum Jahr 2050 bis zu zwei Milliarden Menschen Wasserknappheit.

- Vor allem die ärmsten Länder sind von Hunger, Wassermangel, Stürmen und Überschwemmungen betroffen. Am schlimmsten sind die Folgen für Afrika, wo bis 2020 vermutlich bis zu 250 Millionen Menschen unter Wassermangel zu leiden haben. In einigen Ländern werden die Ernten um die Hälfte zurückgehen.

- Bis zum Jahr 2100 könnte der Meeresspiegel um bis zu 59 Zentimeter steigen, die Temperaturen um 6,4 Grad.

- Die Minimalziele zum Klimaschutz können bis zum Jahr 2030 mit weniger als drei Prozent des globalen Sozialprodukts erreicht werden.

http://www.ipcc.de

Die deutsche Übersetzung des IPCC-Klimaberichtes von 2007


Samstag, 13. Oktober, 08:54 Uhr

Mutmaßungen um US-Präsidentschaftskandidatur Al Gores

Palo Alto (AFP) - Der Friedensnobelpreis für den früheren US-Vizepräsidenten Al Gore hat Spekulationen über eine nachträgliche Bewerbung des Klimaaktivisten für die US-Präsidentschaftswahl angefacht. Er wolle den Preis nutzen, um das Bewusstsein für die Gefahren des Klimawandels zu stärken, sagte Gore im kalifornischen Palo Alto, ohne auf Fragen nach einer Kandidatur einzugehen. Das norwegische Nobelkomitee hatte Gore und den UN-Klimarat (IPCC) zuvor mit dem Friedensnobelpreis geehrt.

"Ich werde alles tun, was ich kann, um zu verstehen, wie ich die Ehre und Anerkennung dieser Auszeichnung zur Beschleunigung des Bewusstseinswandels nutzen kann", sagte Gore. "Ich gehe jetzt wieder an die Arbeit", fügte er hinzu und duldete keine weiteren Fragen.

Anhänger des Politikers der Demokratischen Partei, der dem amtierenden US-Präsidenten George W. Bush im Jahr 2000 in einer umstrittenen Präsidentschaftswahl knapp unterlegen war, hatten am Mittwoch eine ganzseitige Anzeige in der "New York Times" geschaltet, in dem sie Gore zur erneuten Kandidatur aufriefen. Der Aufruf war von 136.000 Menschen unterschrieben worden. Gore hatte wiederholt gesagt, er habe kein Interesse an einer Rückkehr in die Politik.

"Viele Menschen werden ihn auffordern, ins Rennen zu gehen, und es ist ziemlich schwierig zu erahnen , was er tun wird", sagte der Politikberichterstatter John Dickerson dem US-Sender CNN. "Ich glaube, es ist klüger für ihn, die Kampagne gegen den Klimawandel anzuführen als eine Präsidentschaftskampagne", sagte der Sprecher des Bündnisses für Klimaschutz, Brian Hardwick, dessen Organisation Gore seinen Anteil an dem Preisgeld von insgesamt zehn Millionen schwedischen Kronen (1,1 Millionen Euro) zusagte. Beobachter halten es für unwahrscheinlich, dass Gore im Falle einer Kandidatur den Rückstand auf seine Mitbewerber bei der Organisation und Finanzierung einer Kampagne aufholen könnte.

Die demokratische Präsidentschaftsanwärterin Hillary Clinton sowie ihr Mann, der ehemalige US-Präsident Bill Clinton, richteten Glückwünsche an Gore. Hillary Clinton bezeichnete auf ihrer Homepage den Nobelpreis für Gore als "verdient". Clintons Ehemann Bill erklärte, Gore habe das Problem Klimawandel vor anderen erkannt. Während Clintons Zeit als US-Präsident von 1993 bis 2001 war Gore sein Stellvertreter. Auch Bush, dessen Klimapolitik Gore scharf kritisiert, begrüßte Gores Auszeichnung.


Freitag, 12. Oktober, 18:59 Uhr

Nobelpreisentscheid: Watt-Cloutier enttäuscht und erfreut

Montréal (AFP) - "Ein bisschen enttäuscht", aber doch erfreut hat sich die Inuit-Kanadierin Sheila Watt-Cloutier über die Entscheidung des Nobel-Komitees gezeigt. Die mit dem früheren US-Vizepräsidenten Al Gore als Favoritin gehandelte Klimaschutzaktivistin sagte dem kanadischen Fernsehsender CBC, die Nachricht habe sie "überrascht". "Ich muss zugeben, dass ich ein bisschen enttäuscht bin (nicht gewonnen zu haben)", fügte sie hinzu. Dennoch freute sie sich: "Unsere Erde ist der Gewinner."

Watt-Cloutier dankte Gore und dem ebenfalls ausgezeichneten UN-Klimarat (IPCC) für deren "unglaubliche Arbeit". Die 53-Jährige fordert mit Nachdruck das "Recht auf Kälte" für die arktische Bevölkerung. Bis zum Alter von zehn Jahren wuchs sie in der Inuit-Kultur auf. "Für uns bedeuten Eis und Schnee Mobilität und Transport", sagte sie. "Ich habe immer betont, dass wir die Erde retten, wenn wir die Arktis schützen", ergänzte sie in Bezug auf die drohende Erderwärmung. Als Vorsitzende der Inuit-Polarkreis-Konferenz (ICC) machte sie sich jahrelang für die Rechte der nördlichsten Erdbewohner stark.


Bitte vormerken: Weltweiter Klima-Aktionstag am 8. Dezember

Von Sigrid Totz, Greenpeace-Online, 12.10.07

Zehntausende Menschen in aller Welt werden am 8. Dezember 2007 für den Klimaschutz auf die Straße gehen. In Deutschland ruft die Klimaallianz, ein Bündnis von über 80 Organisationen dazu auf, sich am globalen Klima-Aktionstag zu beteiligen. Wir bitten alle Mitbürgerinnen und Mitbürger, sich diesen Termin freizuhalten. Kommen Sie am 8. Dezember nach Berlin oder Neurath! Demonstrieren Sie mit uns für konsequenten Klimaschutz.

Anlass des globalen Aktionstags ist die große UN-Klimakonferenz in Bali/Indonesien vom 3. bis 14. Dezember. Ihr Ausgang entscheidet über die Zukunft des Kyoto-Protokolls, der einzigen international verbindlichen Übereinkunft zum Klimaschutz. Was die Vertreter der Weltgemeinschaft in Bali auf den Weg bringen, wird die Weichen für das zukünftige Leben auf unserem Planeten stellen.

In der Klimaallianz haben sich Organisationen aus allen gesellschaftlichen Bereichen zusammengeschlossen. In ihrem gemeinsamen Positionspapier fordern sie die Industriestaaten auf, sich zu ihrer Verantwortung zu bekennen. Der heutige Klimawandel geht fast ausschließlich auf das Konto dieser Länder, gefährdet aber besonders die Menschen in den Entwicklungsländern.

Der Klimawandel sei kein Schicksal, heißt es in dem Papier, sondern die Folge eines Mangels an Verantwortung und Gerechtigkeit. "Die Bekämpfung des Klimawandels ist der zentrale Prüfstein für eine solidarische Weltgesellschaft; eine Weltgesellschaft, die lernen muss, mit den allen Menschen zur Verfügung stehenden Gemeinschaftsgütern verantwortungsbewusst und gerecht umzugehen." Die armen Länder hätten einen Anspruch auf Schadenersatz und Unterstützung. Es gehe nicht um Almosen, sondern um Gerechtigkeit.

Wie jedes Verursacherland muss auch Deutschland sein Haus in Ordnung bringen. Unser Pro-Kopf-Ausstoß an Treibhausgasen ist 2,5-mal so hoch wie im weltweiten Durchschnitt. Das bringt eine besondere Verpflichtung mit sich. Es bedeutet unter anderem, mit Energie sparsamer umzugehen und sie effizienter zu nutzen; auf eine dezentrale, klimafreundliche Energieerzeugung umzusteigen und die Erneuerbaren Energien zügig auszubauen; sich von der Kohleverbrennung zu verabschieden und den CO2-Ausstoß im Verkehr einzudämmen.

Der Klimaschutz darf zudem nicht als Deckmäntelchen für die riskante Atomkraft missbraucht werden. Neben der alltäglichen Gefährdung belastet sie die kommenden Generationen mit Unmengen strahlenden Mülls. Eine sichere Lösung dieses Problems ist nicht in Sicht.

Die Großdemonstration wird am Brandenburger Tor in Berlin stattfinden. Des Weiteren ist rund um den Rohbau des neuen Braunkohlekraftwerks Neurath bei Düsseldorf eine Menschenkette geplant. Ein Bühnenprogramm mit Live-Musik und Redebeiträgen wird den Tag abrunden. Unter anderem spricht der Klimawissenschaftler Mojib Latif. Näheres erfahren Sie im Laufe der nächsten Wochen auf unserer Website und der Website der Klimaallianz.


13.Oktober, 2007
CDU will den Klimaschutz im Grundsatzprogramm verankern Potsdam (ddp-lbg). Die Brandenburger CDU will in ihrem neuen Grundsatzprogramm den Klimaschutz verankern. Dem Anliegen werde ein hoher Stellenwert eingeräumt, sagte Generalsekretär Rolf Hilke am Samstag in Potsdam. Die Verleihung des Friedensnobelpreises an den US-Politiker Al Gore und den UN-Weltklimarat sei ein wichtiges Signal für alle Politiker in der Welt.

Auch vor Brandenburg mache der globale Klimawandel nicht Halt, betonte Hilke. Das Land müsse einen aktiven Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels leisten. Es solle eine deutliche Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen erreicht werden. Zudem müssten konsequent klimaschonende Technologien ausgebaut werden.

Hilke fügte hinzu, Brandenburg müsse ein wichtiger Impulsgeber im Klimaschutz werden. Das Land werde seine Innovationskraft und Technologieführerschaft auf diesem Gebiet ausbauen.

Das neue Grundsatzprogramm der CDU soll bei einem Parteitag am 3. November verabschiedet werden.



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