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Aktuell

Höhere Erderwärmung

Sonntag, 14. Oktober, 10:54 Uhr

Weltklimarat befürchtet Erderwärmung um sechs Grad bis 2099

Berlin (AFP) - Der UN-Weltklimarat (IPCC) verschärft noch einmal seine Warnungen vor der weltweiten Erwärmung. Die Erde trete in eine neue Klimaepoche ein, zitiert die "Welt am Sonntag" aus dem Entwurf der politischen Zusammenfassung und Bewertung der bereits veröffentlichten Daten des vierten Weltklimaberichts. Demnach wird ein Temperaturanstieg um sechs Grad noch in diesem Jahrhundert befürchtet. Als gerade noch verkraftbar gilt ein Anstieg nur um zwei Grad.

Entsprechend halten die Wissenschaftler einen Anstieg des Meeresspiegels sowie das Abschmelzen ganzjähriger Eis- und Schneeflächen für nicht mehr vermeidbar. Lediglich das Ausmaß könne noch beeinflusst werden.

In Europa würden durch die Erwärmung deutlich mehr Menschen durch Hitze sterben; mit einer weiteren Ausbreitung ansteckender Krankheiten müsse gerechnet werden, heißt es laut "WamS" in dem Bericht weiter. Niederschlagsverschiebungen führten künftig vor allem in den heißen Regionen der Welt zu dramatischen Problemen in der Landwirtschaft. Viele Tierarten würden aussterben.

Das Risiko großer "Singularitäten" wie das Abrutschen großer Eismassen in der Arktis oder der Abriss des Golfstroms nehmen demnach zu. Selbst wenn ab sofort überhaupt keine Treibhausgase mehr emittiert würden, stiege die Temperatur bis Ende des Jahrhunderts noch um bis zu 0,9 Grad Celsius. Gleichwohl sei all dies kein Grund zur Resignation, da inzwischen "eine globale Verantwortung für den Klimawandel" erkennbar sei.

Über den abschließenden Syntheseband zum vierten Weltklimabericht sollen Wissenschaftler und Politiker vom 13. bis 17. November im spanischen Valencia beraten. Der Band fasst die vorliegenden Daten und Fakten vor dem Hintergrund anstehender politischer Entscheidungen zusammen. "Der globale Temperaturanstieg seit Mitte des 20. Jahrhunderts ist mit größtmöglicher Wahrscheinlichkeit auf den durch den Menschen verursachten Anstieg der Treibhausgaskonzentrationen zurückzuführen", wird laut "WamS" in dem Entwurf noch einmal betont. Der Weltklimarat hatte am Freitag gemeinsam mit dem US-Politiker Al Gore für sein Engagement zugunsten des Weltklimas den Friedensnobelpreis erhalten.


15. Oktober, 2007

Potsdamer Forscher befürchtet stärkeren Klimawandel

Berlin (dpa) - Der Potsdamer Klimaforscher Wolfgang Cramer hält einen noch stärkeren Klimawandel als bisher befürchtet für möglich. «Das Klimaproblem ist vielleicht noch ernster, als wir es bisher in der Öffentlichkeit dargestellt haben», sagte Cramer am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Es gebe Anzeichen, dass der Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) noch über das hinausgehe, was der Weltklimarat (IPCC) im Frühjahr «im schlimmsten Fall für möglich gehalten hat». Der Ausstoß in den vergangenen vier bis fünf Jahren sei höher gewesen als vor fünf Jahren für realistisch gehalten worden sei. Extreme Wetterereignisse wie der Orkan «Kyrill» fänden häufiger statt.

Der Klimawandel wird den deutschen Wald nach Einschätzung des Forschers vor allem in Ostdeutschland in Mitleidenschaft ziehen. «Es könnte sein, dass in den neuen Bundesländern die Sommertrockenheit so weit zunimmt, dass man Waldumbauprogramme darauf abstimmen muss», sagte der Wissenschaftler vom Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung auf der Feier zum 60-jährigen Jubiläum der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Im Hochschwarzwald könne es allerdings günstiger für die Waldwirtschaft werden.

Der Klimaexperte warnte vor zu starker Abholzung und Bewirtschaftung für Bioenergie. Dies könne in den nächsten 10 bis 20 Jahren in Deutschland größere Auswirkungen auf den Wald als der Klimawandel haben, sagte Cramer. Deshalb müsse die Energienutzung vorsichtig geplant werden.

Der Präsident der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Wolfgang von Geldern, rechnet damit, dass sich die Gestalt des Waldes in den kommenden Jahrzehnten drastisch verändert. Er hält Buchen und Fichten für besonders gefährdet.


Sonntag, 14. Oktober, 05:57 Uhr

«Hightech-Strategie zum Klimaschutz»

München (ddp). Das Bundesforschungsministerium will angeblich die industrielle Produktion von Biokraftstoffen und die Arbeit an billigeren Solaranlagen unterstützen. Das Nachrichtenmagazin «Focus» berichtete vorab, zur «Hightech-Strategie zum Klimaschutz» gehöre die Entwicklung von Techniken, um das Treibhausgas Kohlendioxid zu speichern, statt die Atmosphäre damit aufzuheizen. Ein neues Kompetenzzentrum zum Thema Wasserstoff solle die Suche nach Antrieben ohne schädliche Abgase koordinieren.

Ziele seien ein geringerer Ausstoß von Treibhausgasen, eine höhere Energieausbeute und mehr erneuerbare Kraftquellen, schrieb das Blatt. Das Ministerium wolle die neuen Leitlinien zur Klimaschutzforschung kommende Woche vorstellen.

Die Union meldete unterdessen grundlegende Bedenken gegen das von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) geplante Wärmegesetz an. Unions-Fraktionsvize Michael Meister (CDU) sagte dem Magazin: «Ich halte die Pläne schon vom Ansatz her für falsch. So bringt man nur Mieter gegen Vermieter in Stellung.» Bevor man bei bestehenden Gebäuden mit Strafandrohungen vorgehe, solle man verstärkt bestehende Instrumente wie das Gebäudesanierungsprogramm nutzen. «Gabriels Philosophie ist nicht marktkonform», sagte Meister.

Der Umweltminister will den Einsatz regenerativer Energien vorschreiben und Hauseigentümer verpflichten, beim Beheizen zumindest anteilig Solarenergie, Holzpellets oder Wärmepumpen zu nutzen.



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