Aktuell


Mehr Klimaforschung

Dienstag, 16. Oktober, 15:17 Uhr

Schavan will mehr Geld in die Klimaforschung stecken

Berlin (ddp). In den nächsten zehn Jahren will Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) eine Milliarde Euro zusätzlich für die Klimaschutzforschung ausgeben. Die Wirtschaft sei bereit, eine doppelt so hohe Summe beizusteuern, sagte die CDU-Politikerin am Dienstag in Berlin.

Kritik kam von der Opposition. Die Linkspartei monierte, die Regierung konzentriere sich beim Klimaschutz zu stark auf den Individualverkehr, der lediglich kraftstoffsparender werden solle. Stattdessen sollte man auf Verkehrsvermeidung, Erneuerbare Energien und Energieeffizienz setzen. Die FDP-Expertin Ulrike Flach mahnte, das «Etikett Klimawandel» dürfe nicht nur zur Pflege von Fördertöpfen herhalten, die für kleine und mittlere Unternehmen zudem zu wenig transparent gehandhabt würden.


Dienstag, 16. Oktober, 12:48 Uhr

«Hightech-Strategie» für den Klimaschutz

Berlin (dpa) - Bundesregierung, Wirtschaft und Wissenschaft wollen den Klimaschutz durch neue Allianzen auf den Gebieten der Forschung und Finanzen voranbringen. Mit dieser «Hightech-Strategie» der Kooperation bei neuen Technologien sollten gerade auch Deutschland Exportchancen eröffnet werden.

Das teilte Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) am Dienstag während des zweiten Klimaforschungsgipfels in Berlin mit. Das Ministerium werde in den nächsten zehn Jahren eine Milliarde Euro zusätzlich für Klimaschutz investieren, kündigte Schavan an. Die Wirtschaft sei schon jetzt bereit, eine doppelt so hohe Summe aus eigenen Mitteln beizusteuern.

«Die Industrie in Deutschland muss in Sachen Klima eine Vorreiterrolle übernehmen», sagte die Forschungsministerin. Die jetzt geschaffenen ersten «Innovationsallianzen» sollen sich unter anderem mit der Weiterentwicklung der Sonnenkraft-Nutzung (Photovoltaik), den Möglichkeiten der Energiespeicherung sowie den Energiesparchancen durch Auto-Elektronik beschäftigen. Führende Finanzdienstleister wie Banken und Versicherungen gründen nach Angaben der Ministerin jetzt ein «Finanzforum Klimawandel». Es soll die finanzielle Zusammenarbeit begleiten, da die Umsetzung von Innovationen in neue Produkte und Leistungen Finanzmittel und die Versicherung von Investitionen verlange.


Dienstag, 16. Oktober, 12:46 Uhr

Bundesregierung startet Hightech-Strategie zum Klimaschutz

Berlin (AP) Mit einer neuen Hightech-Strategie will die Bundesregierung den Klimaschutz voranbringen. Wirtschaft und Wissenschaft sollten künftig gemeinsam an neuen Lösungen arbeiten, sagte Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) am Dienstag zum Auftakt des zweiten Klimaforschungsgipfels in Berlin. Ziel sei es, die Kräfte zu bündeln, um aus guten Ideen schneller Produkte zu machen. So werde auch die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands international gestärkt.

«Der Klimawandel erfordert entschlossenes Handeln», sagte Schavan. Deutschland wolle hier Innovationstreiber sein. Deshalb sollten Industrie und Wissenschaft künftig enger zusammenarbeiten. Dafür werde die Regierung zusätzlich eine Milliarde Euro in den nächsten zehn Jahren zur Verfügung stellen. Die Wirtschaft steuere zwei Milliarden bei. «Die Hightech-Strategie fördert die schnellere Umsetzung von der Idee in die Anwendung.» Zugleich verbinde sie Klimaschutz mit Innovationen, die Arbeitsplätze schafften.

Die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Industrie konzentriere sich zunächst auf vier Bereiche: die Entwicklung von organischen Photovoltaik-Materialien, die bessere Speicherung von Energie, eine effizientere Elektronik in Autos sowie eine automatische Kommunikation zwischen Fahrzeugen, um einen guten Verkehrsfluss zu gewährleisten. Diese vier so genannten Innovationsallianzen würden zusammen mit 220 Millionen Euro gefördert. In Planung sei zudem eine weitere Allianz im Bereich der Co2-Speicherung.

Auch die Finanzbranche werde sich an der Hightech-Strategie beteiligen, sagte Schavan. Führende Finanzdienstleister hätten gemeinsam das «Finanz-Forum: Klimawandel» gegründet. Damit könne die Umsetzung von Innovationen in neue Produkte besser finanziert werden. An der Initiative beteiligen sich unter anderem die Commerzbank, die Dresdner Bank, die Münchner Rückversicherungs-Gesellschaft sowie die Sparkassen-Gruppe.


Dienstag, 16. Oktober, 18:34 Uhr

Regierung plant neues Klimaforschungsinstitut

Hamburg (AP) Die Bundesregierung erwägt den Aufbau eines internationalen Klimaforschungsinstituts. «Die Frage liegt nahe, ob ein Institut entstehen sollte, das Spitzen-Wissenschaftler für zentrale Projekte im Klimabereich zeitweilig nach Deutschland holt», sagte Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) der «Financial Times Deutschland» (Mittwochausgabe).

Der Klimaberater der Regierung, Hans-Joachim Schellnhuber, sagte der Zeitung: «Wir wollen ein Leuchtturminstitut, wo sich die besten Forscher der Welt treffen.» Es solle um klimafreundliche Spitzentechnologie und moderne Energiesysteme gehen, «aber auch um die Frage, wie solche Erkenntnisse schnell in die Praxis umgesetzt werden können».

Das geplante Institut für Nachhaltigkeitsforschung soll zunächst 30 bis 40 Forscher beschäftigen, wie es in dem Bericht hieß. Herausragende Experten wie Nobelpreisträger sollten regelmäßig zu Gast sein. Schavan sagte, Wissenschaftler würden in den kommenden Monaten ein Konzept erstellen, auf deren Basis dann eine endgültige Entscheidung getroffen werde.


Freitag, 19. Oktober, 15:18 Uhr

EU will «Vorreiter» beim Klimaschutz bleiben

Lissabon (ddp). Die Europäische Union will Vorreiter beim Klimaschutz bleiben und ihren C02-Ausstoß um 20 Prozent gegenüber dem Stand von 1990 senken. Dieses Ziel habe der EU-Gipfel am Freitag in Lissabon bestätigt, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach dem Treffen der 27 Staats- und Regierungschefs in der portugiesischen Hauptstadt. Zugleich habe der Gipfel den 27 EU-Umweltministern den Rücken gestärkt, bei der Klimakonferenz in Bali zu einer Kyoto-Nachfolgeregelung für die Zeit nach 2012 zu kommen.

Unter deutscher EU-Ratspräsidentschaft hatte sich die Europäische Union im Frühjahr darauf geeinigt, den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur auf höchstens zwei Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen. Der CO2-Ausstoß soll bis 2020 um 20 Prozent gesenkt werden. Die EU verpflichtete sich gar zur Senkung um 30 Prozent, wenn es zu internationalen Vereinbarungen kommt.


Donnerstag, 18. Oktober, 00:34 Uhr

Europäische Grüne fordern niedrigere CO2-Grenzwerte

Brüssel (AP) Die zulässigen Grenzwerte für Kohlendioxid müssen nach Auffassung der Europäischen Grünen weiter gesenkt werden. Die derzeitigen Zielvorgaben reichten nicht aus, um die Treibhausgas-Emissionen bis 2020 um mindestens 20 Prozent gegenüber der Menge von 1990 zu mindern, heißt es in einer am Donnerstag in Brüssel vorgelegten Studie, die von der Grünen-Fraktion im Europaparlament in Auftrag gegeben wurde.

Auf das Reduktionsziel von 20 Prozent gegenüber 1990 haben sich die EU-Staaten im März geeinigt. Dabei setzten sie für Neuwagen bis 2012 einen Höchstwert von 130 Gramm CO2-Ausstoß pro Kilometer fest. Der Grünen-Studie zufolge müsste dieser Wert jedoch auf 120 Gramm bis 2012 und auf 80 Gramm bis 2020 gesenkt werden. Andernfalls sei das 20-Prozent-Ziel nicht zu erreichen.

Vor neun Jahren wurde auf freiwilliger Basis noch ein Höchstwert von 140 Gramm CO2 pro Kilometer empfohlen. Dies wurde von den Autoherstellern jedoch nicht verwirklicht. Die Automobilindustrie hat heftigen Widerstand gegen die EU-Pläne angekündigt, nunmehr noch niedrigere Werte rechtlich verbindlich zu machen.


Dienstag, 16. Oktober, 12:48 Uhr

Sachsens Grüne fordern «Braunkohlemoratorium»

Dresden (ddp-lbg). Sachsens Grüne werfen den Ministerpräsidenten Matthias Platzeck (SPD) und Georg Milbradt (CDU) klimapolitische Ignoranz vor. Stur werde in Brandenburg und Sachsen «langfristig und einseitig auf Braunkohle gesetzt, anstatt den geordneten Rückzug aus dieser Technologie zu organisieren», kritisierte Grünen-Fraktionschefin Antje Hermenau am Dienstag in Dresden unter Verweis auf die gemeinsame Kabinettssitzung beider Landesregierungen am selben Tag auf Schloss Hoyerswerda.

Zugleich forderte sie ein «Braunkohlemoratorium». Es dürfe keine neuen Kraftwerke geben, bis ein so genanntes CO2-freies in Betrieb genommen werden könne. Die Lausitz stehe weltweit für den höchsten Kohlendioxidausstoß pro Einwohner und leide schon jetzt unter dem Klimawandel. Künftig sei vor allem im Sommer weiter mit sinkenden Niederschlagsmengen zu rechnen. Deshalb sei «nicht absehbar, ob in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts Land- und Forstwirtschaft in der Region noch möglich sind», warnte Hermenau.


Samstag, 20. Oktober, 11:12 Uhr

Zeitung: Klimaschutzabgabe für Flugreisen von Politikern geplant

Berlin (ddp-bln). Für die dienstlichen Flugreisen von Berliner Politikern sollen künftig Klimaschutzabgaben bezahlt werden. Grundsätzlich seien sich SPD und Linke darüber einig, berichtet «Der Tagesspiegel» (Samstagausgabe). Geklärt werden müsse aber noch, ab wann und wie der Ausgleich der durch das Fliegen verursachten Klimaschäden organisiert werden soll.

Eine Möglichkeit seien Zahlungen an das gemeinnützige Unternehmen Atmosfair, das die Gelder in Umweltschutzprojekte in Entwicklungsländern investiert, schreibt das Blatt. Für einen Hin- und Rückflug Berlin-London würden pro Kopf zwölf Euro, für eine Strecke Berlin-Singapur 143 Euro fällig. Nach Angaben der Linken könnte sich pro Jahr für alle Reisen zusammen eine fünfstellige Summe ergeben.


Dienstag, 16. Oktober, 17:43 Uhr

Studie: Deutsche Urlauber ignorieren den Klimawandel

Trier (AP) Die globale Erwärmung lässt die Deutschen bei ihrer Urlaubsplanung weitgehend kalt: In einer Befragung des Europäischen Tourismus Instituts (ETI) in Trier erklärten 93 Prozent, die Diskussion um den Klimawandel habe sich nicht auf die Urlaubsplanung für 2007 ausgewirkt. «Dieses Thema ist für die Reise-Weltmeister, die deutschen Urlauber, derzeit noch nicht relevant», sagte der Leiter der Studie, Heinz-Dieter Quack.

Nur wenige Sommerurlauber hätten bewusst auf Flugreisen verzichtet, seien stattdessen lieber mit Zug oder Bus gefahren oder hätten sich gezielt für ein näher gelegenes Reiseziel entschieden. Insgesamt blieb die Reiseintensität der Deutschen auf Vorjahresniveau: Mit 48 Prozent ging wieder fast jeder Zweite zwischen Juni und September für mindestens fünf Tage in die Sommerferien.

Knapp über sieben Prozent der Deutschen blieben der Studie zufolge zwei bis drei Wochen von Wohnung und Arbeitsplatz fern. Knapp jeder zweite Urlauber war zwischen acht und 14 Tage lang in den Sommerferien. Insgesamt gesehen betrug die Durchschnittsdauer des Sommerurlaubs 12,6 Tage (Vorjahr 12,8 Tage).

Unter den zehn wichtigsten Reisezielen hielt weiterhin Deutschland (32,2 Prozent) die Spitzenposition, gefolgt von Italien (9,6 Prozent), Spanien (9,5 Prozent), Österreich (6,3 Prozent) und Frankreich (6,1 Prozent). Ein leichtes Minus mussten dagegen Italien, Griechenland und die Niederlande verzeichnen.

Innerhalb der Landesgrenzen zieht der Norden die meisten Sommerurlauber an: Mecklenburg-Vorpommern konnte mit 21,4 Prozent der Gäste seine Führungsposition noch leicht ausbauen. Bayern (17 Prozent) überholte wieder Schleswig-Holstein (15,9 Prozent) und liegt nun auf Platz zwei.

Mehrheit der Deutschen kam zufrieden zurück

Am zufriedensten kehrten Österreich-Urlauber zurück (Note 1,4). Auf gleich hohem Niveau äußerten sich die USA-Urlauber, gefolgt von den Griechenland-Touristen (Note 1,5). Deutschland rangiert leicht unterdurchschnittlich und bekam die Zufriedenheitsnote 1,7. Die Inlands-Urlauber waren vor allem in Mecklenburg-Vorpommern zufrieden. Die Bewertung des Preis-Leistungsverhältnisses hat sich bei den deutschen Sommerurlaubern im Vergleich zum Vorjahr kaum verändert. 44 Prozent empfanden ihren Urlaub als genauso teuer beziehungsweise günstig wie in den Vorjahren, wie das Institut weiter mitteilte.


Samstag, 20. Oktober, 14:52 Uhr

Hauff fordert mehr Klimaschutz im Privatbereich

Berlin (AP) Energieverschwendung in Privathaushalten und Gebäuden ist nach Experteneinschätzung schädlicher für den Klimaschutz als die der Industrie. «Die Emissionen der Privathaushalte sind höher als die Emissionen der gesamten deutschen Industrie», sagte der Vorsitzende des Rates für Nachhaltige Entwicklung der Bundesregierung, Volker Hauff, am Samstag im SWR. Nur wenn die Privathaushalte in Deutschland Energie besser als bisher nutzen, können demnach die Klimaschutzziele erreicht werden.

Entscheidend werden dafür nach Ansicht des Chefs des Nachhaltigkeitsrates marktwirtschaftliche Instrumente sein und nicht weitere staatlichen Ausgabeprogramme. Hauff denkt dabei an die Ausweitung des Emissionshandels auch auf private Haushalte. Allerdings «schlummere» derzeit in den Bundesministerien die Arbeit an der praktischen Umsetzung der Klimaschutzziele. Der Gebäudepass, mit dem der Energieverbrauch von Häusern gemessen werden soll, sei «verwässert» worden. Politik sei generell zu langsam, zu zögerlich und zu konventionell, kritisierte Hauff.

Lobende Worte fand er aber für die Klimaschutzziele von Bundeskanzlerin Angela Merkel, die er laut SWR ebenso ehrgeizig wie überzeugend und respektabel findet. Merkel hatte vor wenigen Tagen in Potsdam bekräftigt, dass auf lange Sicht weltweit einheitliche Emissionsquoten für jeden Bürger gelten müssten. «Das ist ein unglaublich revolutionäres Ziel und genau der richtige Maßstab, der Orientierung schafft und Perspektiven aufzeigt», sagte Hauff







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