Aktuell


Mehr CO2 als erwartet

Dienstag, 23. Oktober, 07:16 Uhr

Kohlendioxidgehalt der Atmosphäre steigt schneller als erwartet

Washington (dpa) - Der Kohlendioxidgehalt der Atmosphäre ist in den ersten sieben Jahren des 21. Jahrhunderts schneller gestiegen als erwartet. Dies liegt zum einen an einem vermehrten Ausstoß des Treibhausgases, zum anderen aber auch an einer geringeren Speicherung in sogenannten Senken.

Das Klima werde sich aufgrund dieser Veränderungen stärker und früher als angenommen wandeln, berichtet ein internationales Forscherteam in den «Proceedings» der US-Akademie der Wissenschaften («PNAS»; online vorab veröffentlicht).

Josep G. Canadell vom Global Carbon Project der australischen Forschungsinstitution CSIRO in Canberra und seine Mitarbeiter hatten umfangreiche Daten zum Kohlenstoffhaushalt der vergangenen 150 Jahre ausgewertet. Demnach reicherte die Atmosphäre zwischen 2000 und 2006 im Schnitt 4,1 Milliarden Tonnen Kohlenstoff pro Jahr zusätzlich an. In den 1980er und 1990er Jahren seien dies nur etwa 3,2 bis 3,4 Milliarden Tonnen jährlich gewesen.

Der Studie zufolge stiegen die weltweiten Kohlendioxid-Emissionen zwischen 2000 und 2006 jährlich um 3,3 Prozent. In den 1990er Jahren waren es hingegen nur 1,3 Prozent. Verantwortlich dafür ist zum einen das weltweite Wirtschaftswachstum, vor allen in Teilen Asiens wie China und Indien. Zum anderen habe die Intensität der Emissionen zugenommen. Das heißt, dass seit dem Jahr 2000 mehr Kohlendioxid freigesetzt wird, um dieselbe wirtschaftliche Leistung zu erreichen. Bisherige Prognosen waren stets davon ausgegangen, dass sich die Nutzungsbilanz wie in den Jahrzehnten vor 2000 weiter verbessert.

Als dritten Grund für den Anstieg des atmosphärischen Kohlendioxids benennen die Wissenschaftler die geringere Speicherung des Treibhausgases auf dem Land und in den Ozeanen. Veränderte Windzirkulationen im südlichen Ozean und eine Serie von Dürren in den mittleren Breitengraden seien dafür die Ursachen. Die beiden letztgenannten Faktoren machten etwa 35 Prozent des gesamten Anstiegs an Kohlendioxid in der Atmosphäre aus, das Wirtschaftswachstum sei für die restlichen 65 Prozent verantwortlich.

Erst am Wochenende hatten britische Forscher berichtet, dass die Weltmeere heute deutlich weniger Treibhausgase aufnehmen als noch vor zehn Jahren. Die Wissenschaftler unter Leitung von Prof. Andrew Watson von der Universität von East Anglia hatten mehr als 90 000 Messungen aus dem Nordatlantik in der Zeit von 1995 bis 2005 ausgewertet. Ihr Ergebnis: Die CO2-Aufnahme des Meeres verringerte sich in diesem Zeitraum um die Hälfte. Diese Ergebnisse seien «höchst beunruhigend».


Montag, 22. Oktober, 21:22 Uhr

Studien: Weltmeere verlieren Fähigkeit zur CO2-Aufnahme

Paris (AFP) - Die Weltmeere verlieren nach Angaben von Wissenschaftlern allmählich ihre Fähigkeit zur Aufnahme von Kohlendioxid. Britische Forscher schrieben in der Novemberausgabe der US-Fachzeitschrift "Journal of Geophysical Research", die Aufnahmefähigkeit des Nordatlantiks habe sich seit Mitte der 90er Jahre um die Hälfte verringert. Über Jahrzehnte hätten Ozeane große Teile des Treibhausgases absorbiert, doch büßten die Meere diese Funktion langsam ein. Dadurch bleibe mehr CO2 in der Atmosphäre, was wiederum die Erderwärmung beschleunigen könne.

Die Wissenschaftler werteten Daten von Sensoren aus, die an einem Bananentransporter angebracht waren. Das Schiff verkehrte jeden Monat zwischen den Westindischen Inseln in der Karibik und Großbritannien und nahm dabei mehr als 90.000 Messungen des CO2-Gehalts in den Ozeanen. Ute Schuster, eine der Leiterinnen der Studie an der East Anglia School of Environmental Sciences, bezeichnete die Ergebnisse am Montag als "enorme Überraschung". Die Forscher hätten erwartet, dass sich die Aufnahmefähigkeit der Meere wegen ihrer großen Masse nur langsam ändern werde. Sie warnte jedoch vor vorzeitigen Schlussfolgerungen. Die Veränderung könne nicht nur auf den fortschreitenden Klimawandel, sondern auch auf "natürliche Schwankungen" zurückzuführen sein.

Nach einer ebenfalls am Montag veröffentlichten Studie ist der CO2-Gehalt in der Atmosphäre durch wirtschaftliches Wachstum seit 2000 um 35 Prozent schneller als erwartet gestiegen. 18 Prozent dieser Erhöhung ließen sich auf die verminderte Aufnahmefähigkeit von Meeren und Wäldern zurückführen, wie es in der in der US-Zeitschrift "Proceedings of the National Academy of Sciences" veröffentlichten Studie von Forschern des Weltkohlenstoff-Projekts (Global Carbon Project) heißt.


Dienstag, 23. Oktober, 00:51 Uhr

Al Gore besucht Klimakongress in Berlin

Berlin (ddp-bln). Der frisch gekürte Friedensnobelpreisträger Al Gore nimmt heute in Berlin am zweiten Deutschen Klimakongress teil. Der ehemalige US-Vizepräsident werde bei der Veranstaltung am Pariser Platz am Abend seine Präsentation zu den Gefahren des Klimawandels zeigen und stehe im Anschluss Rede und Antwort, teilte der Energiekonzern EnBW in Berlin mit. Thema des eintägigen Kongresses ist die «Ökonomie des Klimawandels».

Das Nobelpreiskomitee hatte am 12. Oktober mitgeteilt, dass Gore in diesem Jahr den Friedensnobelpreis zusammen mit dem Weltklimarat (IPCC) erhält. Damit wird ihr Einsatz geehrt, das Wissen um den menschengemachten Klimawandel zu erweitern und zu verbreiten. Die Auszeichnung ist mit umgerechnet rund 1,1 Millionen Euro dotiert. Sie wird am 10. Dezember in Oslo verliehen.


23. Oktober, 2007

Grüne kritisieren Al-Gore-Auftritt bei EnBW-Klimakongress

Berlin (ddp). Der Energie-Experte der Grünen-Bundestagsfraktion, Hans-Josef Fell, kritisiert den geplanten Auftritt des amerikanischen Friedensnobelpreisträgers Al Gore auf dem Klimakongress des Energiekonzerns EnBW. Der Konzern versuche, sich mit der Einladung Al Gores «ein klimapolitisches Feigenblatt zuzulegen», sagte Fell am Dienstag in Berlin. Die geplanten Investitionen des Konzerns sprächen dagegen eine andere Sprache: «In den nächsten Jahren baut EnBW fossile Kraftwerke mit einer Leistung von rund 3000 Megawatt, was neue große Mengen an CO2 Emissionen bedeutet. Gleichzeitig sind aber nur 500 Megawatt an Erneuerbaren Energien geplant.»

Gore sollte am Dienstagabend auf dem Kongress in Berlin eine Ansprache unter dem Titel «Eine unbequeme Wahrheit» halten. Zuvor ist eine kurze Unterredung Gores mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) geplant.

Das Nobelpreiskomitee hatte am 12. Oktober mitgeteilt, dass Gore in diesem Jahr den Friedensnobelpreis zusammen mit dem Weltklimarat (IPCC) erhält. Damit wird ihr Einsatz geehrt, das Wissen um den menschengemachten Klimawandel zu erweitern und zu verbreiten. Die Auszeichnung ist mit umgerechnet rund 1,1 Millionen Euro dotiert. Sie wird am 10. Dezember in Oslo verliehen.


Montag, 22. Oktober, 21:28 Uhr

Wissenschaftler fordern Investitionen in Klimaschutz-Technologie

Amsterdam (AP) Der Ausbau von Kohlekraftwerken stellt nach Einschätzung eines Gremiums renommierter Wissenschaftler möglicherweise die größte Bedrohung im Kampf gegen die globale Erwärmung dar. Regierungen und Wirtschaft würden zu wenig in die Erforschung neuer Technologien investieren, um die davon ausgestoßenen Treibhausgase abzufangen und zu lagern, heißt es in einer am Montag in Amsterdam veröffentlichten Studie des InterAcademy Council (IAC).

Umweltschutz und Energie-Effizienz seien in den kommenden Jahrzehnten die wichtigsten Themen im Bemühen um Nachhaltigkeit, sagte der stellvertretende Vorsitzende des IAC, Steven Chu. Solche Schritte sind der Studie zufolge unumgänglich, um den Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren und um zwei Milliarden Armen weltweit eine grundlegende Energieversorgung zu gewährleisten und damit Konflikte wegen Energie-Ressourcen zu verhindern.

Einige Länder würden verstärkt auf Kohlekraftwerke setzen, obwohl dies mit Blick auf den Klimaschutz bedenklich sei, kritisieren die Experten. So will China in den kommenden fünf Jahren wöchentlich ein neues Kohlekraftwerk in Betrieb nehmen. In den USA wurden seit Ende der 90er Jahre Pläne für mehr als 150 neue Kraftwerke bekanntgegeben.

Weltweit wurden dem Bericht zufolge im Jahr 2005 schätzungsweise neun Milliarden Dollar (6,35 Milliarden Euro) in Forschung und Entwicklung von Energie-Themen investiert. Diese Summe müsse mindestens verdoppelt werden.

Das IAC wurde im Jahr 2000 gegründet. Ihm gehören 15 Wissenschaftler aus 13 Ländern an, darunter auch Deutschland.


Montag, 22. Oktober, 01:58 Uhr

Weltbank will Entwicklungsländern beim Klimaschutz helfen

Washington (AP) Der Entwicklungsausschuss der Weltbank hat sich für eine gezielte Förderung armer Länder im Kampf gegen den Klimawandel ausgesprochen. Den Entwicklungsländern müsse dabei geholfen werden, die Ursachen und Auswirkungen der globalen Erwärmung zu adressieren, erklärte der Ausschuss am Sonntag in Washington.

Die Mitglieder des Gremiums begrüßten die Ankündigung des neuen Weltbankpräsidenten Robert Zoellick zur Entwicklung einer neuen Strategie. Zoellick, der dem Weltfinanzinstitut seit dem 1. Juli vorsteht, hat die USA und andere reiche Länder aufgerufen, ihren Versprechungen in Gipfelerklärungen auch konkrete Zahlen und Taten folgen zu lassen. Zoellick will bis Anfang 2008 etwa 33 Milliarden Dollar an neuen Mitteln für die Weltbank gewinnen, die dann Entwicklungsländern für Niedrigzinskredite zur Verfügung gestellt werden können.

Der Aufruf zu einer verstärkten Entwicklungshilfe findet sich auch im Abschlusskommunique des Weltbankausschusses wieder, der im Anschluss an eines Sitzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) zu seinen Beratungen zusammenkam. Dabei äußerte der Entwicklungsausschuss der Weltbank auch die Einschätzung, dass die Auswirkungen der jüngsten Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten begrenzt geblieben sei.







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