AktuellCO2-Ausstoß
Mittwoch, 7. November, 18:31 Uhr Energieverbrauch und CO2-Austoß steigen drastischLondon/Berlin (AP) Trotz weltweiter Bekenntnisse zum Klimaschutz werden Energieverbrauch und CO2-Ausstoß in den kommenden Jahrzehnten drastisch ansteigen - und zwar noch stärker als bislang befürchtet. Nur Sofortmaßnahmen und ein technologischer Wandel beispiellosen Ausmaßes könnten den verheerenden Trend stoppen. Zu diesem Befund kommt die Internationale Energieagentur (IEA) in ihrem am Mittwoch vorgestellten «World Economic Outlook 2007».Ohne eine globale Kursänderung würde der Energiebedarf bis 2030 um mehr als 50 Prozent zunehmen, heißt es in der Studie. Knapp die Hälfte dieses Anstiegs gehen auf China und Indien zurück. Wie diese beiden Staaten ihren immensen Energiehunger stillen, werde sich auf den Rest der Welt auswirken, sagte IEA-Direktor Nobuo Tanaka. China werde vermutlich noch in diesem Jahr und damit drei Jahre früher als erwartet die USA als größten Emittenten des klimaschädlichen Kohlendioxids (CO2) überholen. Weil der Anteil fossiler Brennstoffe im globalen Energiemix unerwartet stark zunimmt, werden auch die CO2-Emissionen dramatisch steigen: bei einer Fortsetzung der derzeitigen Politik um 57 Prozent bis 2030. «Der Klimawandel würde noch beschleunigt», sagte Tanaka in London, wo er den Bericht vorstellte. Selbst wenn alle Maßnahmen umgesetzt würden, die derzeit rund um den Globus in Erwägung gezogen werden, würden die Emissionen in gut 20 Jahren um ein Viertel höher sein als heute. Dabei müsste der jährliche CO2-Ausstoß im selben Zeitraum um vier auf 23 Gigatonnen gesenkt werden, um den durchschnittlichen Temperaturanstieg auf 2,4 Grad gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu beschränken. Der Weg dazu: Eine höhere Brennstoffeffizienz, die Umstellung auf Kernenergie und erneuerbare Energien sowie ein umfassendes Programm zur CO2-Speicherung in der Industrie. Damit das «Stabilisierungsszenario» Wirklichkeit werde, müssten «in allen Ländern drastische politische Aktionen ergriffen werden und bislang beispiellose technologische Fortschritte erzielt werden», heißt es in dem Bericht. Deutschland könnte nach Berechnungen von Klimaexperten überraschend schon 2007 seine Klimaschutzziele nach dem Kyoto-Protokoll erreichen. Die Prognose stellte die Organisation Germanwatch im AP-Gespräch auf Grundlage des Rückgangs beim Energieverbrauch auf. Damit wäre das Ziel fünf Jahre früher erreicht als geplant. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel äußerte sich zurückhaltend und sagte: «Das will ich erst einmal sehen.» Mittwoch, 7. November, 17:28 Uhr Deutschland könnte Kyoto-Ziel schon 2007 erreichenBerlin (AP) Deutschland könnte nach Berechnungen von Klimaexperten überraschend schon 2007 seine Klimaschutzziele nach dem Kyoto-Protokoll erreichen. Die Prognose stellte die Organisation German Watch im AP-Gespräch auf Grundlage des Rückgangs beim Energieverbrauch auf. Damit wäre das Ziel fünf Jahre früher erreicht als geplant. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel äußerte sich am Mittwoch auf AP-Anfrage zurückhaltend: «Das will ich erst einmal sehen.» Die Grünen warnten, die Bundesregierung dürfe sich darauf nicht ausruhen.German-Watch-Experte Christoph Bals sagte der Nachrichtenagentur AP, zu erwarten sei im laufenden Jahr ein Rückgang der Emissionen um mindestens drei bis vier Prozent und damit «mit ziemlicher Sicherheit die zugesagten 21 Prozent Reduktion gegenüber 1990». Bals beschäftigt sich seit Jahren mit dem Klimaschutz und vertritt seine Organisation bei den Weltklimakonferenzen. Andere Experten halten diese Prognose für plausibel. So erklärte der zuständige Referatsleiter im Umweltbundesamt, Michael Strogies, auf AP-Anfrage: «Es ist möglich.» Allerdings müsse man den Jahresabschluss abwarten. Würden die nächsten Monate extrem kalt, wäre auch die bislang positive Klimabilanz getrübt. Strogies ist für die offizielle Meldung des deutschen Klimagasausstoßes an die Vereinten Nationen zuständig. Die Energieexpertin beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung, Claudia Kemfert, sagte, die Prognose sei optimistisch, «aber nicht ausgeschlossen». Hintergrund für Bals' Prognose sind Zahlen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen, wonach der deutsche Energieverbrauch bis Ende September gegenüber dem Vorjahr um 7,5 Prozent zurückgegangen ist. Dabei sank der Verbrauch an Mineralöl um 10 Prozent, der an Erdgas um 11,6 Prozent. Werden weniger fossile Brennstoffe verfeuert, sinken auch die Emissionen. Gleichzeitig stieg wegen außergewöhnlich guter Windbedingungen die Produktion an Windstrom um knapp 60 Prozent. Damit werde Deutschland «in diesem Jahr vermutlich erstmals sein Kyoto-Ziel erreichen», sagte Bals der AP. Nach dem Kyoto-Protokoll ist Deutschland verpflichtet, den Ausstoß von sechs Klimagasen von 1990 bis 2012 um 21 Prozent zu vermindern. Die letzte offizielle, bei den Vereinten Nationen erfasste Zahl sind 18,4 Prozent Rückgang bis zum Jahr 2005. Sondereffekte helfen Die positive Entwicklung 2007 ist allerdings laut Bals hauptsächlich Sondereffekten geschuldet: So trug der extrem milde Winter dazu bei, dass wenig geheizt wurde; wegen der Mehrwertsteuererhöhung Anfang des Jahres zogen viele Verbraucher ihren Heizölkauf ins Jahr 2006 vor. Die hohen Öl- und Gaspreise boten einen Anreiz zum Sparen. Kurzfristige Entwicklungen solle man nicht überbewerten, betonte Bals. Stützen lasse sich der Trend nur mit verbindlichen und langfristigen Maßnahmen. Grünen-Fraktionschefin Renate Künast betonte: «Deutschland darf sich nicht auf den Kyoto-Zielen ausruhen.» Die große Herausforderung für den Klimaschutz komme jetzt erst. «Bis 2020 müssen wir 40 Prozent Kohlendioxid gegenüber 1990 reduzieren: Das geht nur mit konkreten Maßnahmen.» http://www.germanwatch.org Mittwoch, 7. November, 13:46 Uhr Deutschland bekommt in Streit über Emissionshandel nachträglich rechtBrüssel (AP) Späte Genugtuung für die Bundesregierung im Streit über den Emissionshandel: Der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg erklärte am Mittwoch eine Entscheidung der EU-Kommission gegen die deutschen Regeln für den Emissionshandel der Jahre 2005 bis 2007 für nichtig.Die Bundesregierung hatte sich in ihrem nationalen Plan zur Verteilung von Emissionszertifikaten vorbehalten, die Zahl der einer einzelnen Industrie-Anlage zugeteilten Rechte nachträglich zu kürzen. Die EU-Kommission lehnte dies ab - zu Unrecht, wie der EuGH nun feststellte. Für die im kommenden Jahr beginnende zweite Phase des Emissionshandels in Deutschland ist die Entscheidung bedeutungslos: In ihrem Nationalen Allokationsplan (NAP) für die Jahre 2008 bis 2012 verzichtete die Bundesregierung auf die Möglichkeit nachträglicher Anpassungen, wie Experten der EU-Kommission erläuterten. Folgen könnte das EuGH-Urteil jedoch für einen laufenden Rechtsstreit zwischen Brüssel und Ungarn haben. Budapest klagt vor dem EuGH für das Recht, nachträgliche Anpassungen an seinem Allokationsplan vornehmen zu dürfen. Die EU-Kommission begründete ihre Ablehnung solcher nachträglichen Änderungen damit, dass sie den Preis von Emissionszertifikaten überraschend in die Höhe treiben könnten. «Wir wollen Vorhersehbarkeit auf dem Markt», sagte Kommissionssprecherin Barbara Helfferich. Mittwoch, 7. November, 11:46 Uhr EU-Abgeordneter: China will keine verbindlichen EmissionszielePeking (AP) China lehnt nach Angaben eines EU-Parlamentariers im Kampf gegen den Klimawandel weiterhin verbindliche Werte für den Ausstoß von Treibhausgasen ab. Regierung und Behörden seien der Meinung, dass Peking hier keine verpflichtenden Vereinbarungen akzeptieren könne, sagte der Vorsitzende des Klima-Ausschusses des Europaparlaments, Guido Sacconi, am Mittwoch. China hat einer europäischen Studie zufolge inzwischen die USA als größten Emittenten klimaschädlicher Treibhausgase überholt.Im Dezember beraten die Umweltminister von 80 Ländern auf Bali über ein Nachfolgeabkommen für das 1997 verabschiedete Kyoto-Protokoll. Die USA - die das Abkommen ebenso wie Australien nicht unterzeichnet haben - fordern, dass in eine neue Vereinbarung auch China einbezogen wird. Die Regierung in Peking fürchtet jedoch Beschränkungen beim Wirtschaftswachstum. Bei den Bali-Gesprächen sei China möglicherweise zu Verhandlungen und Zugeständnissen bereit, hieß es aus Kreisen von Sacconis Delegation. Die Parlamentarier hatten sich drei Tage lang zu Gesprächen in Peking aufgehalten. Dienstag, 6. November, 15:28 Uhr Köhler: Umwelt- und Finanzpolitik muss sich global ändernBerlin (AFP) - Bundespräsident Horst Köhler hat zu einem radikalen Umdenken in der globalen Umwelt- und Finanzpolitik aufgerufen. "Die Menschheit verbraucht den Planeten, als hätte sie einen zweiten in Reserve", sagte Köhler laut Redetext in Berlin bei einer Konferenz des Club of Rome. Wenn der weltweite Kohlendioxid-Ausstoß nicht massiv gesenkt werde, müssten alle die Zeche für die wirtschaftlichen Schäden bezahlen, besonders aber die Menschen auf der südlichen Erdhälfte. "So wie jetzt geht es nämlich nicht unendlich lange weiter", fügte Köhler hinzu. Der Klimawandel sei nicht zu leugnen und müsse die Menschheit zur Vernunft bringen.Mit Blick auf die anhaltende Finanzmarktkrise in den USA erklärte der Bundespräsident: "Niemand kann mehr ausschließen, dass die nächste Finanzmarktkrise auf die gesamte Weltwirtschaft durchschlägt und damit rund um den Globus Arbeit und Einkommen der Menschen massiv in Mitleidenschaft zieht." Die Notenbänker und Finanzminister müssten Antworten auf die Fragen geben, wo die Risiken der Finanzmärkte lägen, wer diese Risiken beherrsche und wer die Kosten trage. "Die internationalen Finanzmärkte haben sich in einem Maße verselbständigt, das Sorge bereiten muss", sagte der frühere Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF). Inzwischen gebe es verschlungene und fast virtuelle Wege für Geldströme. Köhler sprach sich für mehr internationale Zusammenarbeit aus. Angesichts der Globalisierung sei eine Ordnungs- und Entwicklungspolitik für den ganzen Planeten nötig. "Mit einer kooperativen Weltpolitik fahren alle besser", sagte der Bundespräsident. Dies erfordere eine Stärkung der Vereinten Nationen. Ein Erfolg sei nur zu erzielen, wenn alle UN-Mitgliedsstaaten guten Willen zeigten. » zurück |
|
Aus der easy.wdss.de, gedruckt am: Sa, 30.08.2008 © easy.wdss Besuchen Sie die www.weitblick.net unter www.weitblick.net Bildschirm-Version |
|