AktuellVierter Klimabericht (3)
Montag, 19. November, 18:01 Uhr UN-Klimasekretariat warnt Deutschland vor KohlekraftwerkenBerlin (AP) Das Klimasekretariat der Vereinten Nationen hat Deutschland vor einem Scheitern seiner Klimaziele gewarnt, falls wirklich 25 neue Kohlenkraftwerke gebaut werden. Er frage sich, wie unter diesen Bedingungen das ehrgeizige Ziel von 40 Prozent Minderung beim Kohlendioxid bis 2020 erreicht werden könne, sagte UN-Klimachef Yvo de Boer nach einer Meldung der «tageszeitung» vom Montag. Eine Greenpeace-Studie erhebt dieselben Bedenken. Das Umweltministerium wies sie aber zurück.De Boer, Chef des UN-Klimasekretariats in Bonn, sagte der Zeitung: «Ich war sehr beeindruckt, dass sich Deutschland vorgenommen hat, die CO2-Emissionen bis 2020 um 40 Prozent zu reduzieren. Nun frage ich mich, wie dieses Ziel erreicht werden soll, wenn die Regierung 25 neue Kohlekraftwerke bauen lässt.» Wenn die Europäische Union bis 2020 auf 20 Prozent Anteil erneuerbarer Energien kommen wolle, «dann dürfen in der EU ab sofort nur noch Kraftwerke mit erneuerbarer Energie gebaut werden.» Auch die Umweltorganisation Greenpeace warnte in einer Studie, dass die deutschen Klimaziele scheitern könnten. Derzeit seien 25 Kohlekraftwerke in Planung, sechs seien bereits im Bau. Die Folge: Im Kraftwerksektor werden die CO2-Emissionen laut Greenpeace steigen. Auch bei der Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung, dem Verkehr oder der Gebäudesanierung könne mehr getan werden. Insgesamt kommt die Umweltorganisation zu dem Schluss, dass Deutschland mit den jetzt von der Regierung geplanten Maßnahmen bis 2020 nicht 40 Prozent Minderung erreichen werde, sondern höchstens 30 Prozent. Der Ausstoß an Treibhausgasen werde nicht um die nötigen 270 Millionen Tonnen im Jahr reduziert, sondern nur um 160 Millionen Tonnen, erklärte Greenpeace. Die Bundesregierung geht hingegen davon aus, dass das geplante Klima- und Energieprogramm und der Emissionshandel zusammen die 40-Prozent-Minderung ermöglichen. Die Behauptungen von Greenpeace zur Zahl neuer Kohlekraftwerke seien nicht nachvollziehbar, erklärte das Umweltministerium. Die Bedingungen des Emissionshandels würden immer schärfer. «Richtig ist: Wir werden am 5.Dezember ein Klimapaket verabschieden, das uns nah an die 40 Prozent bringen wird», sagte ein Sprecher. Damit sei Deutschland weltweit Vorreiter in Sachen Klimaschutz. Grüne werfen Regierung Versäumnisse vor Auch die Grünen warfen der Bundesregierung Versäumnisse vor. Die Koalition habe «den Mund ziemlich voll genommen», sagte Grünen-Chef Reinhard Bütikofer. Bis jetzt sei aber nur «heiße Luft» produziert worden. Mit den Maßnahmen, die die Bundesregierung zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen plane, springe sie um ein Viertel zu kurz. Die Fraktionsvorsitzende Renate Künast warf Bundeskanzlerin Angela Merkel vor, den Klimaschutz den Lobbyinteressen zu opfern. Für den Weltklimagipfel auf Bali stünden damit «die Zeichen auf Sturm». Die Vorsitzende des Bundestags-Umweltausschuss, Petra Bierwirth (SPD), meinte hingegen, Deutschland werde seiner Vorreiterrolle auch in Bali gerecht werden. Das Klimapaket, das am 5. Dezember vom Kabinett beschlossen werden soll, werde dazu beitragen, sagte sie der «Thüringer Allgemeinen». Montag, 19. November, 14:05 Uhr Greenpeace wirft Regierung Verfehlung der Klimaziele vorHamburg (ddp). Nach Ansicht der Umweltschutzorganisation Greenpeace verfehlt Deutschland seine Ziele bei der Klimapolitik. Laut einer von Greenpeace in Auftrag gegebenen und am Montag veröffentlichten Studie würden mit den geplanten Klimaschutz-Maßnahmen nur maximal 160 Millionen Tonnen Treibhausgase statt der angestrebten 270 Millionen Tonnen eingespart. Damit bleibe Deutschland hinter dem selbst gesteckten Ziel zurück, den Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen bis zum Jahr 2020 um bis zu 40 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren.Die Verwässerung der Gesetzesvorlagen sei «ein Kniefall der Bundesregierung vor den Interessen der Stromkonzerne und der Automobilindustrie», sagte Greenpeace-Klimaexperte Andree Böhling. Das Aachener Institut EUtech prüfte die Wirksamkeit der 29 Klimaschutz-Maßnahmen, die im August bei der Kabinettsklausur in Meseberg vereinbart wurden. Greenpeace kritisierte vor allem die «unverbindlichen Maßnahmen» in den Bereichen Kraftwerke, Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung, Verkehr und Gebäudeenergie. Die Organisation forderte unter anderem, die Pläne der Energiewirtschaft für den Bau neuer Kohlekraftwerke zu stoppen. Stattdessen sollte ein verstärkter Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung und der Erneuerbaren Energien erfolgen. Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Renate Künast sagte, Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sei die «Kanzlerin des sozial-ökologischen Wortbruchs«: »Erst der Verrat beim Mindestlohn und jetzt wird auch der Klimaschutz den Lobbyinteressen geopfert.» Montag, 19. November, 14:36 Uhr Grüne werfen Bundesregierung «heiße Luft» beim Klimaschutz vorBerlin (AP) Die Grünen haben der Bundesregierung massive Versäumnisse im Klimaschutz vorgeworfen. Die Koalition habe «den Mund ziemlich voll genommen mit Versprechungen», monierte Grünen-Chef Reinhard Bütikofer am Montag in Berlin. Bis jetzt sei aber nur «heiße Luft» produziert worden, sagte er mit Verweis auf die Greenpeace-Studie, nach der die Bundesregierung hinter ihren eigenen Klimaschutzzielen zurückbleibt.Mit den Maßnahmen, die die Bundesregierung zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen plane, springe sie um ein Viertel zu kurz, kritisierte Bütikofer. Die Fraktionsvorsitzende Renate Künast warf Bundeskanzlerin Angela Merkel vor, den Klimaschutz den Lobbyinteressen zu opfern. Für den Welt-Klimagipfel auf Bali stünden damit «die Zeichen auf Sturm», erklärte sie. An ihrer Parteizentrale in Berlin enthüllten die Grünen-Vorsitzenden ein Banner mit der Aufforderung «Klimaschutz ohne Wenn und Aber», das den blauen Planeten in Herzform zeigt. «Klimaschutz ist für uns eine Herzensangelegenheit», sagte Parteichefin Claudia Roth. Sie erwarte von Deutschland, dass es weiterhin eine Vorreiterrolle spiele. Von Merkel forderte sie «ein Ende der Showveranstaltungen» und eine vorausschauende Klimapolitik. In Bali richteten sich viele Augen auf die Europäer und vor allem auf die Deutschen, sagte Bütikofer. Nach einer von Greenpeace vorgelegten Studie wird der Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen in Deutschland mit den geplanten Maßnahmen bis 2020 statt um 40 Prozent nur um maximal 30 Prozent unter den Wert von 1990 gesenkt. Der Weltklimarat hatte in der vergangenen Woche erneut auf die dramatischen Folgen des menschengemachten Klimawandels hingewiesen. Montag, 19. November, 17:22 Uhr Brown will ambitionierte Klimaziele für GroßbritannienLondon (AP) Der britische Premierminister Gordon Brown will sein Land zu einem der Vorreiter beim Kampf gegen den Klimawandel machen. Er erwäge noch ambitioniertere Ziele beim Stopp des Treibhausgas-Ausstoßes, erklärte Brown am Montag auf einer Konferenz des WWF. «Die Krise Klimawandel ist das Produkt vieler Generationen, sie zu überwinden muss aber das großartige Projekt dieser Generation sein», sagte Brown.Ein Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll müsse zum Ziel haben, den weltweiten Temperaturanstieg auf 2 Grad Celsius zu begrenzen, erklärte Brown. Der Verlauf des kommenden Jahrhunderts werde davon bestimmt, «wie wir dieser Herausforderung gerecht werden», betonte er. Nach Angaben des Premierministers plant die Regierung beispielsweise die Errichtung einer der weltweit ersten Anlagen zur Einlagerung von Kohlendioxid. Vorgesehen ist außerdem, Hauseigentümer über Recycling und Energiespar-Möglichkeiten zu informieren. Montag, 19. November, 17:00 Uhr Bundesregierung arbeitet an besserer Vorbereitung auf KlimawandelBonn (dpa) - Deutschland will sich im Bevölkerungsschutz besser auf die im Zuge des Klimawandels erwarteten Katastrophen und Veränderungen in der Umwelt vorbereiten. Ein erstes Treffen einer neuen «strategischen Allianz von Behörden» fand in Bonn statt. Beteiligt sind das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, das Umweltbundesamt, der Deutsche Wetterdienst und die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk. In der Bundesregierung wird bereits eine «nationale Anpassungsstrategie» vorbereitet.Für globalen Klimaschutz und gegen neue Kohlekraftwerke in Deutschland!WWF Pressemitteilung, 19.11.07Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Aktivistinnen und Aktivisten, die Zeit drängt. Um die Folgen des Klimawandels begrenzen zu können, muss der Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur auf deutlich unter 2 Grad Celsius im Vergleich zu vorindustriellen Werten gehalten werden. Der Weltklimarat IPCC sieht ein Zeitfenster bis 2015, um dies zu erreichen. Nur wenn die Emissionen ab diesem Jahr global sinken, besteht die Chance, dass die Plus 2 Grad-Schwelle nicht überschritten wird. Ein internationales gemeinschaftlich abgestimmtes Vertragswerk über die Klimaschutzbeiträge der einzelnen Länder ist unabdingbar. Vom 3. bis 14. Dezember beraten auf der diesjährigen UN-Klimakonferenz in Bali 190 Regierungen, wie die weiteren Schritte zur Erreichung solch eines globalen Klimaschutzabkommen nach 2012 auf der Grundlage des Kioto-Protokolls aussehen könnten. Ziel ist es, dort ein verbindliches Verhandlungsmandat für solch ein Klimaschutzabkommen zu erstellen. Deutschland spielt als Vorreiter in Sachen Klimaschutz eine wichtige Rolle in den internationalen Klimaschutzverhandlungen. Deshalb ist es von zentraler Bedeutung, dass in Deutschland die Weichen auch zur Erreichung langfristiger nationaler Klimaschutzziele richtig gestellt werden. Mit dem massiven Neubau von Kohlekraftwerken beschreitet Deutschland jedoch einen falschen Pfad. Unterstützen Sie uns in unserem Appell an Bundesumweltminister Sigmar Gabriel, sich international für ein starkes Verhandlungsmandat in Bali und national gegen den Neubau von Kohlekraftwerken einzusetzen! Fordern Sie ihn auf, sich in Bali und in Deutschland für den Klimaschutz stark zu machen! Zur AKTION IPCC-Bericht: Der Alarmknopf ist gedrücktVon Sigrid Totz, Greenpeace-Online, 19.11.07Viele Regionen der Erde werden sich verändern, Küstenregionen im Meer verschwinden, 20 bis 30 Prozent aller bekannten Arten womöglich aussterben, wenn wir nicht sofort handeln. Das geht aus dem vierten Teil des IPCC-Berichts hervor. "Wer sich jetzt noch weigert, die CO2-Notbremse zu ziehen, setzt das Leben unzähliger Menschen und Tiere aufs Spiel", stellt Greenpeace-Klimaexpertin Gabriela von Goerne klar. Die Folgen des Klimawandels mögen sich regional unterschiedlich auswirken, doch verschont bleibt niemand: Mehr Hitzeperioden und Dürren einerseits, stärkere Stürme, schwerere Niederschläge und Überflutungen andererseits. Vernichtete Ernten, versiegendes oder verseuchtes Wasser, Hunger, Krankeiten. Horrorszenarien, die in manchen Teilen der Erde schon Realität sind. Der IPCC-Bericht zeigt, dass der Klimawandel schneller als erwartet voranschreitet. Und deutlicher als zuvor wird der Mensch als Verursacher der Klimaveränderung genannt. Eine klare Forderung des Reports, der als Klimaschutzfibel für Regierungen gilt: Der Ausstoß an Treibhausgasen muss innerhalb kurzer Zeit drastisch reduziert werden. "Ausreden lässt dieser Bericht nicht mehr zu!", konstatiert von Goerne. Auch die deutsche Regierung muss entschlossener handeln. Sie ist jetzt in der Pflicht, sich auf der Klimakonferenz in Bali Anfang Dezember für ein Kyoto-Nachfolgeprotokoll einzusetzen. Gleichzeitig muss sie aber auch die Weichen stellen, um die Klimaschutzziele im eigenen Land zu erreichen. Hierzulande ist der Bau von 25 Kohlekraftwerken geplant, die über Jahrzehnte große Mengen Kohlendioxid ausstoßen werden. "Deutschland hat die Dringlichkeit der Lage offensichtlich noch nicht erkannt", sagt von Goerne. "So verspielt die Regierung ihre bisherige Vorbildfunktion beim Klimaschutz." Ungenügend für den KlimaschutzVon Viktoria Thumann, Greenpeace-Online, 19.11.07Schwache Ziele, unverbindliche Maßnahmen und im Kraftwerkssektor sogar ein Anstieg der CO2-Emissionen: Statt um geplante 270 wird Deutschland seinen Treibhausgasausstoß bis 2020 bestenfalls um 160 Millionen Tonnen reduzieren. Mit den 29 in Meseberg beschlossenen Maßnahmen wird die Bundesregierung ihre selbst gesteckten Klimaschutzziele verfehlen. Zu diesem vernichtenden Ergebnis kommt eine am Montag von Greenpeace veröffentlichte Studie. Eigentlich soll der Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen bis 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990 sinken. Doch mit dem Integrierten Klimaschutz- und Energieprogramm, das am 5. Dezember im Kabinett beschlossen werden soll, ist dieses Ziel nicht zu erreichen. Das hat das Aachener Institut EUtech ermittelt. Es hatte im Auftrag von Greenpeace die Wirksamkeit der 29 im August vereinbarten Klimaschutz-Maßnahmen überprüft. "Zur Halbzeit der Großen Koalition zeigt sich, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel und Umweltminister Sigmar Gabriel ihre Versprechen zum Klimaschutz nicht einhalten", kritisiert Andree Böhling, Klimaexperte von Greenpeace. "Die Treibhausgase können mit den Beschlüssen der Bundesregierung nur um maximal 30 Prozent, anstatt der angekündigten 40 Prozent, verringert werden. Die Verwässerung der Gesetzesvorlagen ist ein Kniefall der Bundesregierung vor den Interessen der Stromkonzerne und der Automobilindustrie." Nachbessern mit Plan B Schon im März hat Greenpeace mit Klimaschutz - Plan B ein Energiekonzept veröffentlicht, das die notwendigsten Schritte für eine Energiewende aufzeigt. Demnach muss der Bau neuer Kohlekraftwerke komplett gestoppt werden. Stellvertretend ist ein verstärkter Ausbau von Kraft-Wärme-Kopplung und Erneuerbaren Energien nötig. Und genau daran hapert´s beim Klimaschutzpaket der Bundesregierung. Zu schwache Ziele gehen einher mit unverbindlichen Maßnahmen in den Bereichen Kraftwerke, Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung, Verkehr und Gebäudeenergie. Dass im Kraftwerkssektor sogar mit einem Anstieg der CO2-Emissionen zu rechnen ist, zieht den Entwurf gar ins Lächerliche. So sollen nach derzeitiger Planung die Kapazitäten der Kohlekraftwerke bis zum Jahr 2020 um mindestens 14 Prozent aufgestockt werden. Ganze 25 neue Kohlekraftwerke sind in Planung, sechs werden bereits gebaut. Erst vergangenen Mittwoch hat die Stadt Hamburg mit dem Energieversorger Vattenfall den Neubau einer solchen CO2-Schleuder in Moorburg vereinbart. Darum verlangt Böhling: "Bundeskanzlerin Merkel und Umweltminister Gabriel müssen ihren klimapolitischen Irrweg mit der Unterstützung des Neubaus von Kohlekraftwerken endlich beenden. Klimaschutz muss für Frau Merkel auch eine nationale Aufgabe werden, will sie nicht Gefahr laufen, ihre internationale Glaubwürdigkeit zu verlieren." In zwei Wochen findet auf Bali die nächste UN-Klimakonferenz statt. Dort könnte es peinlich werden, sofern die Bundesregierung ihr nationales Klimaschutzprogramm nicht umgehend nachbessert. Halbzeitbilanz Klimapolitik - Kurzbewertung Greenpeace zieht Bilanz: Halbzeit für Merkels Klimapolitik 20. November, 2007 Umfrage: Deutsche Firmen reagieren auf KlimadiskussionDüsseldorf (ddp.djn). Die weltweite Debatte um Klima- und Umweltschutz hat Auswirkungen auf Geschäftspolitik und Strategien deutscher Unternehmen. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsunternehmens Psephos im Auftrag des «Handelsblatts» (Dienstagausgabe) und der Unternehmensberatung Droege & Comp unter 800 Entscheidern. Dabei äußerten 40 Prozent der Top-Manager, dass Klimaschutz ihre Geschäftspolitik bereits beeinflusse, weitere 16 Prozent sprachen sogar von einer starken Beeinflussung.Vor allem Großunternehmen sehen Klima- und Umweltschutz den Angaben zufolge bereits jetzt als Teil ihrer Strategie: Bei den Managern aus Firmen mit mehr als 500 Mitarbeitern lagen die genannten Werte bei 46 und 22 Prozent. Die großen Konzerne hätten den Klima- und Umweltschutz als einen der Megatrends der kommenden Jahre erkannt, sagte Juan Rigall, Geschäftsführer von Droege & Comp. Nachholbedarf sieht er bei kleinen und mittelgroßen Unternehmen. «Mit Klima- und Umweltschutz müssen sich Firmen jeder Größe und Branche befassen», sagte Rigall. «Gerade dem technologiestarken Mittelstand eröffnen sich dabei viele neue Geschäftschancen.» Dass der Klimaschutz durchaus geschäftliche Vorteile bringen kann, etwa in Form neuer Produkte oder Geschäftsideen, sieht auch ein Teil der befragten Top-Manager: 26 Prozent von ihnen sagten, die Forcierung von Umwelt- und Klimaschutz schaffe ihnen bereits heute geschäftliche Vorteile. 7 Prozent rechnen laut Umfrage fest damit, dass dies künftig der Fall sein wird, weitere 15 Prozent sprechen von «eventuellen» Chancen. Montag, 19. November, 12:46 Uhr Bayer-Konzern startet Klima-ProgrammLeverkusen (AP) Der Bayer-Konzern hat sich selbst ein Klima-Programm zur Verringerung seiner CO2-Emissionen auferlegt. Das Unternehmen investiere eine Milliarde Euro in klimarelevante Forschung und Entwicklung sowie Projekte in den kommenden drei Jahren, teilte der Konzern am Montag mit. Bayer-Chef Werner Wenning sagte: «Uns ist bewusst, dass wir zu den Emittenten von Treibhausgasen zählen.»Zwischen 1990 und 2006 habe das Unternehmen die weltweit absoluten Treibhausgas-Emissionen bereits um 36 Prozent reduziert. Für den Zeitraum 2005 bis 2020 habe sich Bayer neue, ambitionierte Emissionsziele gesetzt: So wolle der Teilkonzern Bayer MaterialScience seine spezifischen Treibhausgasemissionen pro Tonne Verkaufsprodukte global um 25 Prozent senken. Bayer CropScience strebe eine Einsparung von 15 Prozent bei den weltweiten absoluten Emissionen an und Bayer HealthCare eine Senkung um 5 Prozent. Wenning bezeichnete diese Vorgaben als anspruchsvoll, «weil wir über die weitere Steigerung der Energieeffizienz Klimaschutz und wirtschaftliches Wachstum in Einklang bringen wollen». Um dies zu erreichen, sollen auch die Produktionsprozesse klimafreundlicher gestaltet werden. Dafür setze der Konzern auf ein neues Steuerungsinstrument, «Bayer Climate Check» genannt. Dabei werde auch die Vorkette der Produktion - also Rohstoffe, Energie und Logistik - in die Bewertung mit einbezogen. Außerdem bündle Bayer seine Kompetenzen als «Erfinder-Unternehmen»: Dazu zähle etwa das EcoCommercial Building, womit ein globales Konzept für Null-Emissions-Gebäude im Büro- und im Industriebereich gemeint ist. Aber auch die Entwicklung widerstandsfähiger Pflanzen und Beiträge zur effektiven Nutzung von Pflanzen als Biokraftstoffen zähle dazu. Zudem sollen auch die Mitarbeiter in das Klima-Programm eingebunden werden. So sollen Anreizsysteme für die Nutzung schadstoffarmer Dienstfahrzeuge sowie erdgasbetriebener Firmenfahrzeuge eingeführt werden. Und mit Hilfe neuer Telekommunikationssysteme sollen verstärkt Firmenflüge überflüssig gemacht werden. Wenning appellierte zugleich an die Politik, große Treibhausgas-Emittenten wie die USA, China und Indien in ein neues internationales Klimaabkommen einzubeziehen. «Wir brauchen eine Trendwende bei den CO2-Emissionen. Dabei kann dem globalen Problem des Klimawandels nur durch gemeinsames Handeln zumindest aller großen Emittenten weltweit begegnet werden.» http://www.bayer.de/ http://www.klima.bayer.de/ Montag, 19. November, 17:22 Uhr Eine Milliarde für Erforschung umweltfreundlicher FahrzeugeDresden (AP) Bundesregierung und Industrie wollen in den nächsten zehn Jahren gemeinsam eine Milliarde Euro zur Erforschung umweltfreundlicher Fahrzeugtechnik bereitstellen. Dies sagte Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee am Montag in Dresden auf einer internationalen Konferenz mit 300 Teilnehmern aus 20 Ländern. Es gehe unter anderem darum, die Entwicklung der Brennstoffzelle voranzutreiben, sagte der SPD-Politiker.«Wir wollen Verkehr, der weder unsere Umwelt noch unsere Lebensqualität beeinträchtigt. Mit effizienten Fahrzeugen und Antriebstechnologien kommen wir diesen Zielen ein großes Stück näher», erklärte der Minister. Er warb erneut für das Vorhaben der Bundesregierung, ab 2012 eine durchschnittliche CO2-Obergrenze für alle in der EU neu zugelassenen Personenwagen und Kleintransporter von 120 Gramm pro Kilometer einzuführen. «Diese Vorgabe wäre dann die weltweit strengste verbindliche Regelung für CO2-Emissionen im Verkehr», sagte Tiefensee. Er rief Forschung und Wirtschaft dazu auf, ihre Anstrengungen für einen Klima schonenden Verkehr voranzutreiben. Tiefensee bekräftigte das Vorhaben der Bundesregierung, ab dem 1. Januar 2009 die Reform der Kfz-Steuer umzusetzen. Hersteller und Kunden brauchten Sicherheit, sagte Tiefensee. Der Plan sieht vor, die Kfz-Steuer vom Hubraum auf den Schadstoffausstoß umzustellen. Kunden wünschen sich nachvollziehbares Umweltsiegel Potenzielle Autokäufer wissen laut einer Studie des Automobilclubs von Deutschland (AvD) häufig nicht, was ein umweltfreundliches Auto ist und worauf sie zu achten haben. Außerdem sei das Image umweltfreundlicher Fahrzeuge nicht attraktiv. Folglich träfen die Käufer halbherzige Entscheidungen oder stellten die Anschaffung eines umweltfreundlichen Autos zurück, wie eine Studie des AvD-Instituts für Verkehrssoziologie (AIVS) ergab. Wie sich einzelne Antriebskonzepte in ihrer Umweltfreundlichkeit unterscheiden, ist laut der Studie für die meisten Kunden nicht nachvollziehbar. Sowohl mangelnde technische Informationen als auch teils unklare oder missverständliche Werbeaussagen über die Umweltfreundlichkeit von Fahrzeugen seien hier als Ursachen zu sehen. Der Kunde wünscht sich an dieser Stelle ein klar nachvollziehbares Umweltsiegel mit entsprechender Klassifizierung, wie die Studie weiter ergab. Das Image eines reinen «Öko-Autos» ist der Erhebung zufolge allerdings nicht attraktiv. Für 81 Prozent der Befragten Autofahrer stehe ein «Öko-Auto» für Verzicht und Einbußen. Nur 33 Prozent der Befragten verbinden den Begriff «Öko-Auto» demnach mit moderner Technik. Trotzdem rangierten mittlerweile Umweltaspekte vor Herstellertreue und Markenimage: 56 Prozent der Käufer sind bereit, aus Umweltaspekten ein Auto eines anderen Herstellers zu wählen, auch wenn dies im ersten Moment mit weniger Markenimage einhergehen würde. Für 84 Prozent der Käufer wird ein umweltfreundliches Auto dann attraktiv, wenn es durch den Einsatz modernster Technik den Verbrauch reduziert ohne zu große Einbußen bei den Fahrleistungen hinnehmen zu müssen. 60 Prozent der Befragten gaben an, bei ihrem nächsten Kauf auch einen Mehrpreis zwischen 1.000 und 2.000 Euro für ein umweltfreundlicheres Fahrzeug zahlen zu wollen. » zurück |
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