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Freitag, 14. Dezember 2007 Erste Ergebnisse auf BaliNusa Dua (sda) - Bei der UNO-Klimakonferenz auf Bali zeichnen sich wenige Stunden vor dem Ende erste Ergebnisse ab. Die Minister einigten sich im Prinzip darauf, den Schutz der Tropenwälder zur Vermeidung von Treibhausgasen im nächsten Klimaschutzvertrag zu berücksichtigen.Dies berichteten Teilnehmer. In der Kernfrage, ob im Abschlussdokument ein Ziel zur Treibhausgasminderung für Industrieländer genannt wird, zeichnete sich jedoch keine Einigung ab. «Wir bestehen weiter auf dem Hinweis auf eine Treibhausgasminderung der Industrieländer bis 2020», sagte EU-Umweltkommissar Stavros Dimas. Die EU-Länder wollen als Richtschnur für die Verhandlungen über einen künftigen Klimaschutzvertrag das Ziel festschreiben, dass die Industrieländer ihre Emissionen bis 2020 um 25 bis 40 Prozent unter das Niveau von 1990 senken. Dagegen sperren sich die USA. Kompromisspapier Die indonesische Konferenzpräsidentschaft präsentierte am Freitag ein Kompromisspapier ohne Bezug auf dieses Ziel. Das wollen die Europäer nicht akzeptieren. In dem Papier steht allerdings nach Angaben aus Delegationskreisen, dass die Treibhausgase bis 2050 erheblich gesenkt werden müssen, und dass der Treibhausgasausstoss in den nächsten 10 bis 15 Jahren seinen Höhepunkt erreichen muss. Verlängerung? Über die Knackpunkte verhandeln stellvertretend für die mehr als 150 Länder auf Bali zur Zeit noch zwölf Minister in einer Kerngruppe. Ihre Ergebnisse müssten im Plenum später von allen verabschiedet werden. Die Minister rechneten mit einer langen Verhandlungsnacht. Das Ende der Konferenz war ursprünglich auf 18 Uhr Ortszeit angesetzt worden. Dies könnte sich nun aber weit hinausschieben. 14. Dezember, 2007 Gabriel sieht gute Chancen für Vereinbarung auf KlimakonferenzNusa Dua (dpa). In den entscheidenden Stunden vor dem Ende ist in die Weltklimakonferenz auf Bali viel Bewegung gekommen. Er sehe jetzt gute Chancen, zu einer Vereinbarung zu kommen, sagte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) am Freitag.«Alle Länder wollen auf der Suche nach einem Kompromiss flexibel sein.» Die Konferenz sei in der Lage, eine Vereinbarung zum Start weiterer Verhandlungen mit ambitionierten Vorgaben zu erreichen. Zu Details wollte sich Gabriel nicht äußern. Positiv sei vor allem, dass die USA sich jetzt «flexibler» zeigten, als in früheren Konferenzphasen. «Das Klima auf der Klimakonferenz hat sich ins Positive gewandelt.» Bei der Weltklimakonferenz auf Bali zeichnen sich wenige Stunden vor dem Ende erste Ergebnisse ab. Die Minister einigten sich im Prinzip darauf, den Schutz der Tropenwälder zur Vermeidung von Treibhausgasen als Beitrag zum Klimaschutz im nächsten Klimaschutzvertrag zu berücksichtigen, berichteten Teilnehmer am Freitag. In der Kernfrage, ob im Abschlussdokument ein Ziel zur Treibhausgasminderung für Industrieländer genannt wird, zeichnete sich jedoch noch keine Einigung ab. «Wir bestehen weiter auf dem Hinweis auf eine Treibhausgasminderung der Industrieländer bis 2020», sagte EU-Umweltkommissar Stavros Dimas. Die EU-Länder wollen als Richtschnur für die Verhandlungen über einen künftigen Klimaschutzvertrag das Ziel festschreiben, dass die Industrieländer ihre Emissionen bis 2020 um 25 bis 40 Prozent unter das Niveau von 1990 senken. Dagegen sperren sich die Amerikaner. Die indonesische Konferenzpräsidentschaft präsentierte am Freitag ein Kompromisspapier ohne Bezug auf dieses Ziel. Das wollen die Europäer bislang nicht akzeptieren. In dem Papier steht allerdings nach Angaben aus Delegationskreisen, dass die Treibhausgase bis 2050 erheblich gesenkt werden müssen, und dass der Treibhausgasausstoß in den nächsten 10 bis 15 Jahren seinen Höhepunkt erreichen muss. Über die Knackpunkte verhandeln stellvertretend für die mehr als 150 Länder auf Bali zur Zeit noch zwölf Minister in einer Kerngruppe. Darunter ist auch Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD). Ihre Ergebnisse müssten im Plenum später von allen verabschiedet werden. Die Minister rechneten mit einer langen Verhandlungsnacht. Freitag, 14. Dezember, 02:49 Uhr Weltklimakonferenz auf Bali vom 3. bis 14. Dezember Kein Fortschritt auf BaliBali (AP) Vor der letzten Verhandlungsrunde der Weltklimakonferenz auf Bali ist noch immer keine Einigung in Sicht. Bei Gesprächen bis tief in die Nacht zum Freitag habe es keinerlei Annäherung im Streit zwischen der EU und den USA über künftige Klimaziele gegeben, hieß es in deutschen Delegationskreisen. «Die Neuigkeit ist, dass es nichts Neues gibt», hieß es. Die Konferenz soll regulär in wenigen Stunden zu Ende gehen.Die EU und andere Länder wollen auf Bali durchsetzen, dass sich die Industrieländer bereits jetzt zu einer Verminderung ihrer Treibhausgase bis 2020 um 25 bis 40 Prozent bekennen. Die USA sind strikt dagegen. Gefeilt wird an einer Schlusserklärung der UN-Konferenz, der «Bali Roadmap», die die Grundlage für Verhandlungen für ein neues Klimaabkommen sein soll. Greenpeace warf den USA am Freitag vor, den Text mit neuen Formulierungsvorschlägen verwässern zu wollen. Das Abkommen soll bis 2009 fertiggestellt werden. Der frühere US-Vizepräsident und Friedensnobelpreisträger Al Gore hat die Regierung seines Landes am Donnerstag als Hauptbremser angeklagt und die Staatengemeinschaft aufgefordert, den Klimaschutz ohne Rücksicht auf die US-Position rasch voranzutreiben. Freitag, 14. Dezember, 05:47 Uhr Harms lobt China auf Bali-KlimakonferenzHannover (ddp). Die Europaabgeordnete Rebecca Harms (Grüne) hat die Rolle Chinas auf der Klimakonferenz in Bali gelobt. Harms, die zur Delegation des Europaparlaments auf Bali gehört, sagte der «Neuen Presse» (Freitagausgabe) aus Hannover: «Hier gab es eine sehr positive Entwicklung, das war die konstruktive, sehr gut vorbereitete und hoffnungsvoll stimmende Verhandlungsstrategie Chinas.» Der Problemdruck wegen Umweltverschmutzung und der Energieknappheit sei dort offensichtlich so groß, «dass China bereit ist, große Schritte im eigenen Land zum Umsteuern zu gehen».Die Grünen-Politikerin fügte hinzu: «Dem gegenüber steht, dass sich in den USA auf Ebene der Bush-Regierung nichts bewegt. Sie verweigert verbindliche Ziele und macht gleichzeitig Druck auf die Entwicklungsländer.» Harms hob die Rolle Europas hervor: «Die Europäer und allen voran Deutschland spielen eine der besten Rollen hier, wenn nicht die beste.» Donnerstag, 13. Dezember, 15:28 Uhr Weltklimakonferenz auf Bali vom 3. bis 14. Dezember Merkel bekräftigt Verhandlungsziel von BaliBerlin (AP) Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich am Donnerstag telefonisch von Umweltminister Sigmar Gabriel über den Stand der UN-Klima-Konferenz in Bali unterrichten lassen. Wie ein Regierungssprecher mitteilte, bekräftigte die Kanzlerin, Ziel der Konferenz müsse ein Mandat für die eigentlichen Verhandlungen über ein neues Klimaabkommen sein. Sie gehe davon aus, dass die USA in der Schlussphase der Konferenz in Bali an ihre konstruktive Haltung anknüpfen werden, die sie beim G-8-Gipfel im Sommer in Heiligendamm eingenommen hätten.Mit dem neuen Klimaabkommen soll ein Nachfolgeabkommen für das 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll über die Begrenzung der Treibhausgasemissionen ausgehandelt werden. Dem Kyoto-Protokoll sind die USA allerdings nie beigetreten. Vor dem Treffen in Heiligendamm hatte Bush eine eigene Klima-Initiative gestartet und 15 Staaten aufgerufen, bis 2008 ein globales Ziel zur Senkung des Treibhausgas-Ausstoßes zu vereinbaren. In Bali ist bislang umstritten, ob sich die Industrienationen zu einer Minderung ihrer Treibhausgase um 25 bis 40 Prozent bis 2020 bekennen sollen. Die USA sind dagegen, die EU will es unbedingt. Gabriel hat am Konferenzort betont, wenn auf Bali keine Klimaziele vereinbart würden, werde die EU nicht mehr an den von US-Präsident George W. Bush organisierten Klimagesprächen der wichtigsten Wirtschaftsmächte teilnehmen. Donnerstag, 13. Dezember, 15:01 Uhr Countdown auf BaliBerlin (ddp). Kurz vor dem Abschluss der Weltklimakonferenz am Freitag auf Bali hat Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) die unnachgiebige Haltung der USA kritisiert. Grundlage für die Festschreibung konkreter Reduktionsziele müssten die Erkenntnisse aus dem UN-Klimareport sein, und die gälten auch für die USA, sagte Gabriel am Donnerstag. Grünen-Fraktionschefin Renate Künast rief die Europäische Union auf, «bis zur letzten Sekunde» Druck auszuüben. Klimaexperten äußerten sich enttäuscht über den bisherigen Verlauf der Beratungen.Die USA müssten akzeptieren, «dass man sich ein Ziel setzen muss, um überhaupt zu überprüfen, ob die Instrumente reichen«, sagte Gabriel. »Hier wird immer gesagt, wir wollen eine ´road map´ für den Klimaschutz erarbeiten. Aber dann muss man schon wissen, wo man hinfahren will.» Deutschland und die EU fordern im Schlussdokument von Bali ein Bekenntnis der Industrieländer, ihre Emissionen bis 2020 um 25 bis 40 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren. Die USA und einige andere Staaten lehnen diese Ziele strikt ab. Gabriel sagte weiter, es reiche nicht aus, lediglich ein weiteres Treffen in einem Jahr zu beschließen. Die bisherigen Verhandlungen bezeichnete er als «zu diplomatisch». Es werde häufig «nicht sehr offen miteinander gesprochen, sondern in höflicher Form versucht, die Konflikte zu verkleistern.» Der Klimaexperte und Berater von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) , Hans Joachim Schellnhuber, vom Institut für Klimafolgenforschung in Potsdam warnte vor einem Abschlussdokument ohne bindende CO2-Ziele. «Die Öffentlichkeit würde sich nicht mehr zufriedengeben mit dem Konferenz-Ergebnis, dass man sich wiedertreffen werde und verhandeln wolle», sagte Schellnhuber. «Dann hätte man auch im Internet abstimmen können.» Der Staatssekretär im Bundesumweltministerium, Michael Müller (SPD), kritisierte, dass die OPEC-Staaten, die großen Industriestaaten und die Schwellenländer den «Schwarzen Peter hin und her» schieben würden. «Offenkundig gibt es nach wie vor ein Denken einerseits, das sagt, die Vereinten Nationen dürfen uns nicht in nationale Interessen reinfunken», sagte Müller. Es sei «besonders traurig», dass die USA den Prozess auch bremsten, um eine Führungsposition auf neuen Märkten zu erlangen. Künast appellierte neben den USA vor allem an Indien und China, sich stärker dem Umweltschutz zu verpflichten. Angesichts des Verhaltens der USA stelle sich die Frage, «was Frau Merkel eigentlich so Tolles auf dem G8-Gipfel in Heiligendamm verhandelt hat», kritisierte Künast. Merkel habe «immer gesagt, sie hätte die USA auf den multilateralen Weg geholt, und es würde jetzt was passieren. Ich seh´ davon nichts», sagte die Grünen-Politikerin. Al Gore geißelt die USA als "Blockierer"Der Tagesspiegel, 13.12.07Die heiße Phase der Klimaverhandlungen hat begonnen. Die USA gelten als der große Klimaschutz-Verweigerer. Nun setzt Al Gore die eigene Delegation unter Druck und rechnet mit der Bush-Regierung ab. Die Vereinigten Staaten haben bislang alles daran gesetzt, die Verhandlungen um neue Reduktionsziele auszubremsen. Die Delegation verweist häufig auf wissenschaftliche Unsicherheiten oder fordert einen Beitrag der Schwellenländer zum Klimaschutz. Die Europäer bieten den USA Paroli und fordern ein Abkommen, das klare Emissionsziele und Zeitangaben enthält. Für viele Beobachter überraschend: China und Indien verhalten sehr konstruktiv. Beide Länder haben stark ansteigende CO2-Emissionen. So ist es gelungen, sich mit kleinen Schritten einem Kompromiss anzunähern. Heute erzielten die Staaten eine Einigung darüber, wie in Zukunft Umwelttechnik in die Schwellen- und Entwicklungsländer gelangen kann. Schon gestern vereinbarten die Diplomaten die Einrichtung eines globalen Fonds, der Entwicklungsländern helfen soll, die Folgen der Erderwärmung zu bewältigen. Der Anpassungsfonds soll bis 2012 auf ein Volumen von 500 Millionen Dollar steigen. Das entspricht etwa dem Zehnfachen der bislang bereitgestellten Summe. Aus diesem Topf sollen arme Länder Geld für Maßnahmen bekommen, die sie vor den Folgen der Erderwärmung schützen könnten. Es geht zum Beispiel um Katastrophenwarnung, Küstenschutz, flutsichere Häuser und Landwirtschaftsprojekte. Den Fonds soll die an die Weltbank angegliederte Umwelt-Finanzierungs-Institution (GEF) lenken. Al Gore stellt sein Heimatland an den Pranger Friedensnobelpreisträger Al Gore hat heute die USA bei der Weltklimakonferenz als Hauptbremser für Fortschritte bei den Verhandlungen kritisiert. Er rief die Teilnehmer auf, sich ungeachtet der US-Position auf klare Ziele für den neuen Weltklimaschutzvertrag zu verständigen. Die Haltung der US-Regierung werde sich nach den Wahlen im nächsten Jahr - und damit vor dem Ende der Verhandlungen über den neuen Klimaschutzvertrag (der 2009 beschlossen werden soll) - ändern. "Ich spreche jetzt mal eine unbequeme Wahrheit aus", sagte der frühere US-Vizepräsident in Anlehnung an den Titel seines oscargekrönten Klimafilms. "Mein Land ist hauptsächlich verantwortlich dafür, dass Fortschritt hier blockiert wird." Dafür erhielt er kräftigen Applaus. Optimismus bei den grünen Kämpfern Schützenhilfe bekommt Al Gore durch die Europäer. Die EU drohte mit der Absage anderer, von den USA angeregten Klimatreffen außerhalb der Vereinten Nationen, falls die Konferenz kein befriedigendes Ergebnis erzielt. Gabriel sagte: "Wenn es kein Ergebnis in Bali gibt, gibt es auch kein Treffen der Länder der großen Wirtschaftsnationen." Diese Klimarunde von 16 Ländern war von den USA angeregt worden. Im September fand ein erstes Treffen in Washington statt, allerdings gab es dabei keine bindenden Ziele. Aus den Reihen der Umweltorganisationen hört man optimistische Stimmen, dass es ein Mandat, also ein Verhandlungsauftrag, geben wird. "Wir sind zuversichtlich, dass es in der Ministerrunde zu einem Mandat kommt", sagte Stefan Rostock, der Referent von Germanwatch für Klima und Entwicklung. Auch Greenpeace-Experte Carsten Smid bezeichnete eine Übereinkunft mit dem Ziel 25 bis 40 Prozent der Emission bis 2020 zu reduzieren, als möglich. Ein Scheitern der Verhandlungsrunde gilt eher als unwahrscheinlich. Jubel um Gores RedeDie EU droht den USAOberösterreich Nachrichten, 13.12.07 BALI. Bei der Klimakonferenz auf Bali (Indonesien) hat der US-Friedensnobelpreisträger und Umweltschützer Al Gore in seiner gestrigen Rede sogar die Nazis ins Spiel gebracht. Der zum radikalen Klima- und Umweltschützer verwandelte Ex-Vizepräsident hat die schleppende Reaktion der Welt auf den Klimawandel mit der Haltung der Westmächte im Umgang mit Adolf Hitler verglichen. Zu viele Länder warteten einfach ab, und sein eigenes Land sei das größte Hindernis für eine Lösung, sagte Gore in einer mit stehenden Ovationen gefeierten Rede. Zu lange geschwiegen Auch während der Nazi-zeit hätten zu viele zu lange geschwiegen. Als Juden verfolgt wurden, hätten sie gesagt, das betrifft mich nicht. Ähnlich sei es weiteren Minderheiten ergangen. Dann seien diese Leute selbst abgeholt worden. Frontal griff er die USA an, deren Repräsentant er einst war: „Ich bin kein amerikanischer Beamter, daher bin ich nicht an diplomatische Nettigkeiten gebunden. Deshalb spreche ich die unbequeme Wahrheit aus: Mein eigenes Land ist das größte Hindernis für einen Fortschritt.“ Er forderte die Staatengemeinschaft auf, auf die US-Regierung keine Rücksicht zu nehmen, den Klimaschutz rasch voranzutreiben und das neue Abkommen bereits 2010 in Kraft zu setzen und nicht erst 2012. Denn die Wissenschaft gebe der Welt nur zehn Jahre, die Klimawende zu schaffen. USA gegen einen Termin Die Fakten vor dem heutigen Schlusstag der Konferenz: Die USA wollen wohl eine Ausnahmeklausel in der Bali-Erklärung durchsetzen, die einen Zeitrahmen für die Reduktion der Treibhausgase festschreibt. Ein Termin solle nämlich nur für jene Staaten gelten, die das Kyoto-Protokoll von 1997 unterschrieben haben – und somit nicht für die USA. Die EU drohte für den Fall, dass es auf Bali kein positives Ergebnis gibt, den USA mit der Absage anderer geplanter Klimagespräche außerhalb der UNO. Donnerstag, 13. Dezember, 18:10 Uhr 2007 laut US-Forschern weltweit eines der wärmsten JahreWashington (AP) Das Jahr 2007 ist nach Angaben von Forschern der US-Regierung weltweit eines der wärmsten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Die Temperatur der Erdoberfläche hat 2007 demnach 14,4 Grad Celsius betragen. Damit handelt es sich um das fünftwärmste Jahr seit 1880.Die Temperatur in den USA lag bei 12,3 Grad und stellt damit das achtwärmste Jahr seit Beginn der US-Aufzeichnungen im Jahr 1895 dar, wie es am Donnerstag in einem Bericht der Nationalen Ozeanographie- und Wetterbehörde (NOAA) hieß. Die Monate März und August waren demnach in den USA die zweitwärmsten seit 100 Jahren. Die NOAA wird die Daten im Januar nochmals aktualisieren, um auch die letzten Dezember-Wochen zu berücksichtigen. Donnerstag, 13. Dezember, 18:02 Uhr 1998 bis 2007 war heißestest Jahrzehnt der GeschichteNusa Dua (AFP) - Die Jahre von 1998 bis 2007 waren das heißeste Jahrzehnt seit dem Beginn der Temperaturaufzeichnungen, wie die Meteorologie-Organisation der UNO auf Bali mitteilte. Allein das Jahr 2007 sei im Schnitt um 0,41 Grad Celsius wärmer als der Jahresschnitt der Zeit von 1961 bis 1990 gewesen. Auch einen Negativrekord gab es 2007 zu verzeichnen: Die Oberfläche der Arktis war so klein wie nie zuvor.Die Temperaturen auf der Erde stiegen schon seit Beginn des 20. Jahrhunderts an, berichteten die Experten. In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts sei der Anstieg jedoch praktisch doppelt so schnell geworden wie zu Beginn. Auf der indonesischen Insel Bali findet noch bis Freitag die UN-Klimakonferenz mit Vertretern aus mehr als 180 Nationen statt. Sie soll den Startschuss für die Verhandlung eines Nachfolgeabkommens des Klimaschutzprotokolls von Kyoto geben. Das Kyoto-Abkommen läuft 2012 aus. Weltklimakonferenz in BaliForstministerin Margit Conrad: "Der Wald gewinnt wieder Bedeutung in der Klimadebatte"Ministerium für Umwelt und Forsten - Rheinlandpfalz (MUFVRLP), 13.12.07 Bei der Weltklimakonferenz in Bali steht das Thema "Wald" oben auf der Tagesordnung. Es gibt einen Entscheidungsvorschlag, der sich mit der Reduzierung von Klimagasemissionen durch Verhinderung von Entwaldung auseinandersetzt. "Die Abholzung der Regenwälder sowie die Übernutzung vieler Wälder weltweit wirkt sich in hohem Maß auf die Klimaveränderung aus. Dies ist jedoch vielfach unbekannt", stellt die rheinland-pfälzische Forst- und Umweltministerin Margit Conrad fest. "Auf Grund ihrer Relevanz für unser Klima sollte die Verringerung von Klimagasemissionen aus der Entwaldung in den Entwicklungsländern ein wichtiger Baustein der Bali-Road-Map werden." Forst- und Umweltministerin Conrad ist Mitglied der Deutschen Delegation bei den derzeit laufenden Internationalen Klimaverhandlungen in Nusa Dua auf Bali. Die weltweiten jährlichen Kohlendioxid-Emissionen aus der Energieerzeugung liegen derzeit bei zirka 30 Milliarden Tonnen. Es entstehen über 6 Milliarden Tonnen Kohlendioxid-Emissionen aus der Abholzung vor allem der tropischen Regenwälder; das sind mehr als 20 Prozent der energiebedingten Emissionen. Vor allem die tropischen Regenwälder am Amazonas, im Kongobecken sowie in Indonesien und Malaysia sind bedroht. Diese Wälder binden enorme Mengen des Klimagases Kohlendioxid und sind mitbestimmend für das weltweite Klima. Mit ihrem großen Artenreichtum sind sie außerdem von höchster Bedeutung für die Biodiversität. Conrad: "Regenwälder erbringen Umweltleistungen von globaler Bedeutung. Es liegt daher im Interesse der internationalen Staatengemeinschaft, den Erhalt der noch verbliebenen Regenwälder zu sichern. Die Länder mit Regenwäldern sollten daher Anreize oder einen finanziellen Ausgleich erhalten, wenn sie auf Flächenrodungen verzichten. Es muss Hilfen geben für eine alternative soziale und wirtschaftliche Entwicklung. Auch eine nachhaltige Waldwirtschaft mit einer CO 2-neutralen Holznutzung kann dazu gehören. Der Schutz der Wälder darf nicht zu Lasten der indigenen Völker gehen. Klimaschutz und Armutsbekämpfung gehören zusammen", so Conrad. Auch darum gehe es in den Entscheidungen auf Bali. Verschiedene Länder, darunter Deutschland, haben bereits jetzt die auf dem G-8-Gipfel beschlossene "Forest Carbon Partnership" auf Bali in Gang gesetzt. Vorgesehen sind rund 250 Millionen Euro bis 2012. Wald-Projekte in 30 Entwicklungsländern haben Interesse gezeigt. Deutschland engagiert sich mit über 40 Millionen Euro in Pilotprojekten, die wirtschaftliche Alternativen aufzeigen und unter anderem auch Erkenntnisse über die Überwachung der Schutzmaßnahmen liefern. Conrad: "Bis eine Post-Kyoto-Vereinbarung in Kraft tritt, könnte es für große Regenwaldgebiete zu spät sein. Deshalb ist diese Vorleistung so wichtig." Erzbischof Thissen: Maßnahmen gegen Klimawandel ist eine Frage der GerechtigkeitBischöfliche Kommission berät über EntwicklungsfragenMISEREOR Pressemitteilung, Aachen, 12.12.07 Der Vorsitzende der Bischöflichen Kommission für MISEREOR, Erzbischof Werner Thissen, hat stärkere Bemühungen von der Internationalen Gemeinschaft im Kampf gegen den Klimawandel gefordert. Anlässlich der Wintertagung der Bischöflichen Kommission am 12. Dezember in Aachen hat der Erzbischof die Anstrengungen der Bundesregierung, eine umfangreiches Klimapaket auf den Weg zu bringen, das auf eine deutliche Verminderung der deutschen Treibhausgase abzielt, als beispielhaft bezeichnet. Dies sei auch eine Frage der internationalen Gerechtigkeit. "Das Klimaschutzprogramm der Bundesregierung muss als deutliches Signal für die Weltklimakonferenz gesehen werden, weitreichende Maßnahmen zu verabschieden, um dem Klimawandel entgegenzuwirken. Ziel einer gerechten Klimaschutzpolitik muss es sein, allen Menschen auf dieser Welt das gleiche Recht zur Nutzung der Atmosphäre zu gewähren", erklärte Erzbischof Thissen. Der Klimawandel trifft vor allem diejenigen, die sowieso schon ein Leben in Armut führen müssen: Kleinbauern und Fischer in den Entwicklungsländern, die die Folgen am wenigsten bewältigen könnten. Ihre Ernten gehen zurück, Wasser wird knapp, Krankheiten an Mensch und Tier breiten sich aus. "Wir haben unseren Reichtum nicht nur auf Kosten der sogenannten Dritten Welt, sondern auch auf Kosten des Klimawandels angehäuft. Insofern ist der Klimawandel auch der Gipfel oder das Symbol schlechthin für viele bestehende Ungerechtigkeiten in der Welt. Und er führt uns auf das zurück, was oft banal gesagt, aber selten geglaubt wird: Wir sitzen alle im gleichen Boot", so Erzbischof Thissen. Die Bischöfliche Kommission für MISEREOR tagt zweimal im Jahr und entscheidet unter anderem über neue Projektvorhaben von MISEREOR. Insgesamt wurden seit der letzten Sitzung im Juni diesen Jahres 803 Projekte in Afrika, Asien und Lateinamerika in Höhe von 65,2 Millionen Euro bewilligt. Deutschland: Vorreiter in Sachen Klimaschutz?Von Viktoria Thumann, Greenpeace-Online, 12.12.07Auf Bali gehen die Klimaschutzverhandlungen nur zäh voran. Doch bis Freitag müssen die Abgeordneten aus rund 170 Ländern ernsthafte Maßnahmen gegen den Klimawandel beschlossen haben. Es zählen Einsatz und Wille einer jeden Nation. Die Ambitionen der deutschen Regierung hat Umweltminister Sigmar Gabriel am Mittwoch in seiner Rede auf der UN-Klimakonferenz betont. Greenpeace-Klimaexpertin Gabriela von Goerne ist positiv überrascht: "Gabriels Rede hat mit einem Paukenschlag begonnen: Erstmals kündigt der Umweltminister an, dass Deutschland seinen Ausstoß von Treibhausgasen bis zum Jahre 2020 um 40 Prozent verringern will - ohne Wenn und Aber." Diese bedingungslose Entschlossenheit zur nötigen Reduktion von Treibhausgasen ist neu, denn, so von Goerne: Bisher hatte die Bundesregierung dieses Ziel an die Bereitschaft anderer Industriestaaten geknüpft, ihre Emissionen um 30 Prozent zu reduzieren. Greenpeace begrüßt, dass sich die Bundesregierung mit der heutigen Rede ihres Umweltministers von diesem Wenn-Dann-Spielchen verabschiedet und ehrgeizig die Initiative im Klimaschutz ergreift. Dennoch: So löblich die Ziele Gabriels auch sein mögen, allein mit dem kürzlich verabschiedeten Klimaschutzpaket der Bundesregierung werden sie nicht zu erreichen sein. Mit den darin vereinbarten Maßnahmen ist eine maximale CO2-Ersparnis von 30 Prozent bis 2020 möglich. Zu diesem Ergebnis ist eine von Greenpeace in Auftrag gegebene Studie des Aachener Instituts EUtech gekommen. Defizite gibt es vor allem beim Ausbau Erneuerbarer Energien im Wärmebereich, beim Ersatz klimaschädlicher Nachtspeicherheizungen und bei Effizienzvorgaben für den Gebäudebestand. Selbst wenn hier nachgebessert würde, gäbe es noch weitere Herausforderungen, denen sich der Umweltminister stellen muss. Von Goerne: "Gabriel unterstrich heute den deutschen Anspruch auf die europäische Vorreiterrolle im Klimaschutz. Im europäischen Vergleich werden jedoch in Deutschland die meisten Neubauten von Kohlekraftwerken geplant. Nach Bali muss Gabriel die Glaubwürdigkeit der deutschen Reduktionsziele unter Beweis stellen und das Klimaschutzprogramm nachbessern. Sonst sind Reduktionen um 40 Prozent bis zum Jahre 2020 nicht zu erreichen." In Deutschland sind derzeit 24 neue Kohlekraftwerke geplant. Mit Umsetzung der Pläne dieser Kraftwerksbauten wäre die Ersparnis aus dem Klimaschutzpaket zunichte gemacht. Zweifellos liegt es nicht allein in deutscher Hand, die globale Erwärmung zu stoppen. Im Laufe dieser Woche müssen sich alle Teilnehmer der Konferenz auf strikte Ziele einigen. Die Treibhausgasemissionen der Industrienationen müssen bis 2020 um 25 bis 40 Prozent reduziert werden. Bis 2050 darf der weltweite Treibhausgasausstoß nur noch die Hälfte des heutigen betragen. Anders ist es nicht möglich den globalen Temperaturanstieg auf zwei Grad Celsius zu begrenzen. Es ist dringend nötig, den Entwicklungsländern die dafür erforderlichen Technologien zur Verfügung zu stellen. Entsprechende Verantwortlichkeiten müssen im finalen Dokument klar geregelt sein. » zurück |
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