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Aktuell

Treibhausgase auf Rekordniveau

25. November, 2008

UN-Meteorologen messen Rekordwerte bei Treibhausgasen

Genf (AP) Die Konzentration der drei wichtigsten klimaschädlichen Treibhausgase in der Erdatmosphäre ist nach Angaben der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) auf Rekordwerte gestiegen. Am deutlichsten ausgefallen sei der Anstieg bei Kohlendioxid mit 0,5 Prozent, sagte WMO-Experte Geir Braathen am Dienstag in Genf. Ebenfalls gestiegen sei die Konzentration von Stickstoffmonoxid und - zum ersten Mal seit zehn Jahren - die von Methan. Über die Gründe dieser Entwicklung könne bislang nur spekuliert werden, sagte Braathen.


Treibhauseffekt vs. Gehirn: Verbreiteter Klima-Irrglaube

Von Thilo Resenhoeft, dpa, 4. November, 2008

Selbst wissenschaftlich gebildete Menschen haben Probleme bei der Analyse des Treibhauseffekts. In der Folge schätzen sie die dringend nötige Verringerung der Kohlendioxid-Konzentration falsch ein – mit potenziell dramatischen Folgen für die Gesellschaft. Das berichtet John Sterman von der MIT Sloan School of Management, einem der führenden US-Wirtschaftsforschungsinstitute. Er geht im Journal "Science" davon aus, dass Politiker und andere Entscheidungsträger ähnlich anfällig für Fehlurteile sind. Dabei müsse man für die korrekte Antwort weder Klimaforscher noch Mathematiker sein, erklärt Sterman.

Richtige Vokabeln und passende Sinnbilder

Wie er weist auch Andreas Ernst, Professor für Umweltsystemanalyse an der Universität Kassel, darauf hin, dass es beim Klima kaum einfache, eingängige Zusammenhänge gibt. Er wirbt dafür, verständliche Bilder und Modelle vom Klimawandel in die Öffentlichkeit zu tragen. "Es kommt darauf an, den Menschen die richtigen Vokabeln und passende Sinnbilder anzubieten, um die Missverständnisse rund ums Klima zu klären." Sterman erläutert das Problem mit dem Blick in eine Badewanne.

Jedermann dürfte klar sein, dass diese irgendwann überläuft, wenn oben mehr Wasser hineinfließt als unten durch den Ablauf wieder verschwindet, erklärt der US-Wirtschaftsexperte. Bezogen auf die steigende Konzentration der Treibhausgase in der Atmosphäre war dieser Zusammenhang in seiner Studie aber plötzlich gar nicht mehr so klar. Die Verhältnisse in der Luft lassen sich durchaus auf eine Wanne übertragen: Der Mensch entlässt CO2 in die Atmosphäre (die Wanne), und der Ozean oder die Pflanzen nehmen einiges CO2 wieder auf (der Abfluss).

Netto betrachtet füllt sich die Wanne

Zusammen mit seiner Kollegin Linda Booth Sweeney unterzog Sterman 212 Studenten weiterführender Studiengänge am Massachusetts Institute of Technology (MIT) einem Test. Basierend auf dem Bericht des UNKlimarates IPCC sollten die Probanden herausfinden, wie viel CO2 freigesetzt werden darf, wenn dessen Konzentration in der Luft gleich bleiben soll. Derzeit, so wurde den Teilnehmern noch gesagt, entlässt der Menschrund zwei Mal mehr CO2 in die Luft, als wieder aufgenommen wird – netto betrachtet füllt sich die Wanne.

Fast zwei Drittel der Befragten des oft als Elitehochschule bezeichneten MIT verschätzte sich im Test. Ihre Antworten zeugten von der Annahme, dass sich die CO2-Konzentration stabilisieren könnte, selbst wenn dauerhaft mehr Treibhausgase in die Atmosphäre gelangen als wieder daraus verschwinden. Um im Bild zu bleiben: Wenn nur 1 Liter Wasser in den Abfluss strudelt, ist selbst der von 2 auf 1,5 Liter verringerte Zufluss noch deutlich zu groß.

Simulator im Internet

"Eine wissenschaftliche Ausbildung verhindert diese Fehler nicht", schreibt Sterman in "Science". Drei Fünftel der Befragten hatte einen Abschluss in Wissenschaft, Technik, Ingenieurtechnik oder Mathematik, die meisten anderen einen in Wirtschaft. "Diese Personen ähneln demographisch den einflussreichen Entscheidern in Wirtschaft, Regierung und den Medien", ergänzt der US-Forscher, der zusammen mit Kollegen ein Simulationsprogramm geschrieben hat, mit dem jedermann die Zusammenhänge im Internet leicht selbst ausprobieren kann.

Probleme mit einem nicht-linearen System

Andreas Ernst von der Uni Kassel erklärt, warum das Verständnis des Klimas so schwierig ist: Es handelt sich um ein nicht-lineares System. In ihm wirken hunderte, wenn nicht noch mehr Variablen auf nicht vorhersehbare Weise zusammen. Dabei kann es zu positiven Rückkopplungen kommen, etwa: Schmelzendes Meereis lässt mehr dunkle Wasserflächen zurück, die sich schneller erwärmen und mehr Eis schmelzen lassen. "Das ist das Gemeine an solchen Systemen: Sie können sich nach oben oder nach unten aufschaukeln. Es gibt Aufwärts- und Abwärtsspiralen. Daher können kleinste Handlungen am Beginn der Kette sehr große Auswirkungen am Ende haben – müssen es aber nicht", beschreibt Ernst.

Einfaches Beispiel Lichtschalter

Damit ist das Klima das genaue Gegenteil einfacher Ursache-Wirkung- Zusammenhänge: "Bei einem einfachen linearen System ist im wesentlichen klar, was die Ursache und was die Wirkung ist – etwa beim Lichtschalter." Leicht verständlich sei auch noch eine Kette wie "A bewirkt B, B bewirkt C, C bewirkt D. Dann lernt bald jedes Kind: Wenn ich A mache, wird D herauskommen", sagt Ernst.

Der Mensch könne die nicht-linearen Systeme schlicht nicht überblicken: "Dafür ist unser Gehirn nicht gemacht." Die einzige Möglichkeit sei, sich das vom Computer ausrechnen zu lassen – aber auch die Klimaforscher kennen nicht alle Variablen. Die Folgen sind mitunter abrupte, kostspielige und nicht mehr rückgängig zu machende Vorgänge. Nur wenige Menschen seien mit diesen komplexen Zusammenhängen vertraut, das öffentliche Verständnis daher gering.

Ein verwirrendes Beispiel

Der Wissenschaftler aus Kassel ist allerdings der Ansicht, dass das von seinem US-Kollegen herangezogene Beispiel mindestens verwirrend ist und es unter anderem daher so viele Fehlurteile zur Folge hatte. Der Deutsche wählt eine andere Illustration: "Wir sitzen in einem Auto und fahren auf der Autobahn schnell geradeaus – das ist der aktuell hohe CO2-Bestand." Die Bewegung des Lenkrades nach links steht in diesem Modell für die Rate des CO2-Zuwachses – und die steigt derzeit. Der Mensch lenkt also immer weiter nach links. "Unser Ziel ist es aber, geradeaus zu fahren: Der Bestand von CO2 soll eben nicht weiter steigen", sagt Ernst. "Die Lenkbewegung geht aber immer weiter nach links, die Zuwachsrate steigt. In diesem mentalen Modell kommt jedermann schnell zur Erkenntnis: 'He, Moment mal, ich komme ja von der Straße ab!'" Und mit Blick auf die Erdgeschichte sagt der Forscher: "Wir sind auf der Autobahn rasend schnell unterwegs und haben das Lenkrad in zwei Sekunden schon weit nach links gerissen – und unterhalten und gerade darüber, wie man den Wagen wieder geradeaus bekommt, bevor er durch die Leitplanke bricht."

Ein Manhattan-Projekt fürs Klima?

Sein US-Kollege Sterman geht in "Science" auch auf eine in den USA verbreitete Forderung ein, eine Art Manhattan-Projekt fürs Klima zu schaffen, und dieser Wunsch scheint ihm zumindest verständlich. 1939 hatten zahlreiche US-Forscher die Politik über die weitreichenden Möglichkeiten der Atomspaltung informiert. Binnen sechs Jahren gelang es den am Manhattan- Projekt beteiligten Forschern, die Bombe zu bauen. Damit habe die Wissenschaft die Weltpolitik entscheidend beeinflusst. "Aber ein Manhattan- Projekt kann das Klimaproblem nicht lösen", erklärt Sterman. Die Bombe wurde im Geheimen entwickelt, ohne eine Rolle für die Öffentlichkeit. Im Gegensatz dazu müssten für die Reduktion der Treibhausgase Milliarden Individuen effizientere Autos kaufen, ihre Häuser isolieren, Busund Bahn benutzen. Zudem – und das ist laut Sterman der entscheidende Punkt – müssten die Menschen Gesetze zur Verringerung des CO2- Ausstoßes unterstützen – ebenfalls kein leichtes Unterfangen. Letztendlich würden die positiven Wirkungen des eigenen Verzichts erst in vielen Jahren sichtbar, dabei verstehe der Mensch unmittelbare Folgen doch besser.

Drei Empfehlungen

Sterman endet mit drei Empfehlungen. Zunächst lenkt er seinen Blick auf den Report des UN-Klimarates, der aus drei großen Kapiteln zusammengesetzt ist. Für jedes einzelne gibt es von den Experten eine rund 20 Seiten lange "Zusammenfassung für Entscheidungsträger" (SPM, "Summary for Policy Makers"). Diese Texte enthalten viele Grafiken und Tabellen – und sollten vom IPCC für die Laien in eine klarere Sprache gefasst werden, verlangt der US-Forscher.

Punkt zwei seiner Liste ist die Empfehlung an jedermann, Simulationsprogramme wie seines zu nutzen, um ein Gefühl für die vielfältigen Zusammenhänge zu bekommen. Und drittens sollten sich Klimaforscher mit Psychologen, Soziologen und Sozialwissenschaftlern zusammentun, um der Öffentlichkeit die Resultate der Klimaforschung besser zu vermitteln. Dabei sollten Hoffnung und die Möglichkeiten zur Abhilfe im Mittelpunkt stehen – nicht die Verzweiflung.

"Ohne Verzicht wird es nicht gehen"

Ernst ergänzt: "Ohne Verzicht wird es nicht gehen. Man kann das im Kopf zwar trefflich trainieren, aber wenn es darum geht, das Auto ersatzlos zu verkaufen, kommen andere Mechnismen ins Spiel." Für das Individuum ist Ernst dabei skeptisch: "Wir sind nicht dazu gebaut, langfristig Dinge vorauszusehen. Sonst würden wir ja auch zur Krebsvorsorge gehen oder mit dem Rauchen aufhören." Allerdings gebe es gesellschaftliche Prozesse, in denen Experten und Politiker langsame und kleine Schritte in Richtung Klimaschutz unternehmen können.


Schon über 100 internationale Klimaschutz-Projekte mit deutscher Beteiligung

BMU Pressemitteilung, 17.11.08

Seit Dezember 2005 hat die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) im Umweltbundesamt (UBA) mehr als 100 Klimaschutzprojekte nach den Regeln des Kyoto-Protokolls in Entwicklungs- und Schwellenländern auf Basis des so genannten Clean Development Mechanism (CDM) genehmigt. Damit ist der CDM - zu Deutsch "Mechanismus zur umweltverträglichen Entwicklung" - neben dem Emissionshandel eines der wichtigsten Klimaschutzinstrumente für Unternehmen in Deutschland. Bisher wurden weltweit 1.186 Projekte registriert, Deutschland liegt mit inzwischen 112 Projekten an vierter Stelle. Anlässlich der vom UBA vorgelegten Bilanz der Anfangsphase sagte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel: "Der CDM ist raus aus den Kinderschuhen. Schneller als erwartet ist es gelungen, die Unternehmen auch in ihren Auslandsaktivitäten für den Klimaschutz zu motivieren. Mit der Nachfrage aus dem EU-Emissionshandel ist ein globaler Kohlenstoffmarkt entstanden, der auch die Entwicklungsländer beim Klimaschutz aktiv einbezieht. Das ist mir für die Verhandlungen zum Folgeabkommen des Kyoto-Protokolls besonders wichtig."

Der CDM ist ein marktwirtschaftliches Anreizinstrument des Kyoto-Protokolls. Ziel ist es, zusätzliches Kapital für dringend erforderliche Klimaschutzinvestitionen in den Entwicklungsländern zu mobilisieren. Auch deutsche Unternehmen profitieren: Die im Ausland vermiedenen Treibhausgas-Emissionen lassen sich nach dem Kyoto-Protokoll auf die von den Industrieländern übernommenen Minderungsverpflichtungen anrechnen. In Deutschland können die vom Emissionshandel erfassten Unternehmen bis zu 22 Prozent ihrer Zuteilung an Emissionszertifikaten für die Jahre 2008 bis 2012 aus CDM importieren. Nach Schätzung der Weltbank wurden durch den CDM allein 2007 rund 24 Milliarden Euro zusätzlich in Entwicklungsländern investiert. Zusätzlich heißt, die Unternehmen hätten die Investitionen ohne den CDM nicht durchgeführt.

Dr. Thomas Holzmann, UBA-Vizepräsident: "Die Projekte mit deutscher Beteiligung sind ebenso vielfältig wie zahlreich. Neben größeren Investitionen in erneuerbare Energien oder zur Nutzung klimaschädlicher Deponie- und Industriegase finden sich im Projektportfolio gerade kleine Projekte, die wichtige Beiträge zu Armutsbekämpfung und den Erhalt natürlicher Ressourcen leisten." Die Projekte reichen von Windrädern auf den Galapagosinseln bis hin zu Laufwasserkraftwerken in den Ausläufern des indischen Himalajas. "Im indischen Bundesstaat Andhra Pradesh werden beispielsweise rund 630.000 konventionelle Glühlampen gegen Energiesparlampen ausgetauscht. Dadurch verringert sich der Stromverbrauch aus Kohle- und Gaskraftwerken, die neben dem Treibhausgas Kohlendioxid andere Luftschadstoffe wie Stickoxide und Schwefeldioxid ausstoßen. Gleichzeitig müssen die Haushalte weniger Geld für Strom ausgeben. Klimaschutz und wirtschaftliche Entwicklung gehen mit dem CDM jetzt noch besser Hand in Hand", so Holzmann weiter.

Projekte, die diesen programmatischen Ansatz verfolgen, fördert das Bundesumweltministerium (BMU) in Zusammenarbeit mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) als Teil der CDM-Initiative. Der programmatische Ansatz ermöglicht, dass eine zentrale Koordinierungsstelle viele kleine Projekte bündelt. Zum Beispiel können Haushalte in Entwicklungsländern mit Solarkochern ausgestattet werden. Neben der positiven Wirkung auf das Klima und dem eingesparten Brennholz sorgen solche Projekte dafür, die Atemluft der Menschen zu verbessern: Sie ist noch viel zu oft mit Rauchgasen der sonst üblichen Holzfeuer belastet.

Die CDM-Initiative ist ein Programm des BMU, das sowohl die deutsche Beteiligung bei den Marktmechanismen des Kyoto-Protokolls als auch die Erschließung neuer Klimaschutzpotenziale für den Kohlenstoffmarkt fördert. Die zukünftigen Nutzungsmöglichkeiten von Emissionsminderungszertifikaten aus CDM- Projekten im europäischen Emissionshandel sind zur Zeit Gegenstand intensiver Diskussionen zwischen Europäischem Parlament, Rat und Kommission im Rahmen der Verhandlungen des Klima- und Energiepaketes der EU.

Die CDM-Bilanz der DEHSt gibt einen repräsentativen Überblick zu den international genehmigten Klimaschutzprojekten. Sie ist unter www.dehst.de/JI-CDM abrufbar. Weitere Informationen zum Projektgenehmigungsverfahren der DEHSt können unter www.dehst.de/CDM eingesehen werden.


25. November, 2008

Meere versauern durch CO2 schneller als gedacht

Washington (dpa) ­ Der steigende Kohlendioxidgehalt der Atmosphäre lässt die Ozeane zumindest in einigen Regionen schneller versauern als bisher angenommen. Dadurch verändert sich auch die Zusammensetzung der Lebensgemeinschaften im Meer.

Das berichten US-Forscher in den «Proceedings» (Bd. 105, S. 18848) der US-Akademie der Wissenschaften. Vor allem Muscheln, Krebse und andere kalkbildende Lebewesen seien gefährdet.

Der Hauptgrund für den Anstieg des Kohlendioxidgehalts in der Atmosphäre ist die anhaltende Nutzung fossiler Brennstoffe und die teils flächendeckende Abholzung Kohlendioxid speichernder Wälder. Etwa ein Drittel des freigesetzten Kohlendioxids (CO2) wird von den Ozeanen aufgenommen. Das Gas wird im Wasser gelöst, wobei Kohlensäure gebildet wird. Diese lässt das Meerwasser sauer werden, was in einem sinkendem pH-Wert messbar ist.

Timothy Wootton und seine Mitarbeiter von der Universität Chicago hatten nun die Veränderungen des pH-Werts und die Auswirkungen auf das marine Ökosystem nahe der Insel Tatoosh untersucht, knapp einen Kilometer vor der Küste des US-Bundesstaates Washington. Über einen Zeitraum von acht Jahren bestimmten sie dazu unter anderem pH-Wert, Temperatur und Salzgehalt des Wassers und beobachteten, wie sich die Populationen von Pflanzen und Tieren veränderten, die in der Region häufig vorkommen.

Sie stellten zunächst fest, dass der pH-Wert sowohl im Tagesverlauf als auch über Tage und Jahre stärker schwankt als bislang angenommen. Grundsätzlich aber sank der pH-Wert in den acht Jahren der Untersuchung ­ und zwar rund zehn Mal schneller als Simulationsmodelle es vorhergesagt hatten. Dies wirkte sich deutlich auf die Zusammensetzung der marinen Lebensgemeinschaften aus: So nahm mit sinkenden pH-Werten die Häufigkeit und die Durchschnittsgröße bestimmter Miesmuscheln (Mytilus californianus, Mytilus trossulus) und des Rankenfußkrebses (Pollicipes polymerus) ab. Dies sei wenig überraschend, da ein hoher Säuregehalt den Aufbau der Kalkschale dieser Lebewesen beeinträchtigt.

Allerdings seien die Auswirkungen auf das Ökosystem insgesamt komplexer, schreiben die Forscher weiter. Die kalkbildende Seepocke Balanus glandula etwa vermehre sich stärker bei sinkendem pH-Wert, einige Kalkalgen reagierten scheinbar gar nicht auf die Veränderungen. Weitere Untersuchungen müssten die Zusammenhänge genauer klären.


26. November, 2008

GKSS: Klimawandel führt nicht zu mehr Polartiefs

Geesthacht (dpa) - Ein direkter Zusammenhang zwischen der Häufigkeit von Polartiefs und dem Klimawandel ist nach neuen Erkenntnissen des GKSS-Forschungszentrums Geesthacht nicht nachweisbar.

Mit einem mathematischen Verfahren sei die Häufigkeit polarer Wirbelstürme für die Vergangenheit rekonstruiert worden, teilt die GKSS am Dienstag mit. Die Ergebnisse der Forschung des Umweltwissenschaftlers Matthias Zahn und des Klimaforschers Prof. Hans von Storch in Zusammenarbeit mit dem Meteorologischen Institut der Hamburger Universität wurden in der Zeitschrift «Geophysical Research Letters» veröffentlicht.

Ausgewertet wurden Daten für den Zeitraum 1946 bis 2006, die jeweils für Flächen von 200 mal 200 Kilometern vorlagen. Zahn rechnete diese atmosphärischen Daten auf 50 mal 50 Kilometer herunter. Außerdem entwickelte er ein Verfahren, Polartiefs in den nun höher aufgelösten Daten zu erkennen. Die statistische Analyse ergab nach Zahns Angaben, «dass innerhalb der letzten 60 Jahre kein Langzeittrend in der Häufigkeit der Polartiefs nachgewiesen werden konnte und es derzeit keinen direkten Zusammenhang zum Klimawandel gibt».

Polartiefs sind kleinräumige Stürme, die in den Ozeanen der hohen Breiten auftreten und vergleichbar sind mit tropischen Wirbelstürmen. Ihre starken Winde bringen große Gefahren für die Schifffahrt mit sich. Nach Angaben der GKSS führten solche Stürme im vergangenen Jahrhundert zu 56 Schiffsuntergängen mit 342 Toten.







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