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NABU kritisiert NP Eifel

Nationalpark verkommt zum Freizeitpark

NABU wirft Nationalparkforstamt Missmanagement vor

Naturschutzbund Deutschland, Landesverband Nordrhein-Westfalen e.V., 11.2.08

(Düsseldorf) - Der Nationalpark Eifel verkommt immer mehr zum Freizeitpark. Auf diese Fehlentwicklung versucht der NABU NRW bereits seit Jahren aufmerksam zu machen. Doch weder bei der Leitung des Nationalparks noch im Umweltministerium finden die Naturschützer Gehör. Volker Hoffmann, Mitinitiator des Nationalpark Eifel und 2. Vorsitzender des Fördervereins Nationalpark Eifel hat nun die Konsequenz gezogen und ist von seinem Amt zurückgetreten. „Der Rücktritt von Volker Hoffmann verdient unsere Hochachtung und ist gleichzeitig ein herber Verlust für den Naturschutz in der Eifel“, sagt Dr. Manfred Aletsee vom NABU Landesverband. „Mit unermüdlichem ehrenamtlichen Engagement hat Volker Hoffmann sich für den Nationalpark eingesetzt – nun da die Fehlentwicklungen nicht nur offensichtlich, sondern auch vom NRW-Umweltministerium abgesegnet werden, hat er den Kampf gegen Windmühlen aufgegeben.“

Auf völliges Unverständnis stößt beim NABU weiterhin, dass Rehe im Nationalpark geschossen werden, dass mitten durch Ruhezonen für den Rothirsch Wege geführt werden, dass Brennholz und Pilze sammeln sowie angeln erlaubt sind. Ebenfalls nicht akzeptabel ist, dass riesige Flächen im Nationalpark weiterhin landwirtschaftlich genutzt werden. Doch damit nicht genug, nun wird auch noch geplant ein Wildgatter mit Wisenten auf der Nationalparkhochfläche zu errichten. „Dies ist mit dem Nationalparkgedanken völlig unvereinbar. Ein solches Wildgehege habe in einem solchen Großschutzgebiet nichts zu suchen“, erklärt der Nationalparkexperte des NABU.

Mit dem Rücktritt von Volker Hoffmann, hinge dem Nationalpark der Makel des Missmanagements und der Fehlentwicklung an. Der NABU fordere daher erneut ein Nationalparkmanagement, dass dem Schutz der Natur eindeutig oberste Priorität einräume. „Dazu müsste zunächst die Zuständigkeit für den Nationalpark direkt beim Umweltministerium liegen und nicht beim Landesbetrieb Wald und Holz. Ein Umdenken im Ministerium, aber auch personelle Konsequenzen beim Nationalparkforstamt sind aus Sicht des NABU ebenfalls dringend erforderlich“, mahnt Aletsee.

Im Nationalpark selbst seien unter anderem folgende Maßnahmen notwendig: der Rückbau neu eingerichteter Wanderwege, die Einrichtung von uneingeschränkten Jagdruhezonen für den westlichen Kermeter und den gesamten ehemaligen Truppenübungsplatz Vogelsang, Rückbau der Trasse Wollseifen-Bundesstraße, Streichung der geplanten Umgehungsstraße Dreiborn, Unterbindung des Individualverkehrs auf der Zufahrtsstraße nach Vogelsang sowie Streichung großflächiger Pflegemaßnahmen, die zurzeit noch laut Nationalparkplan vorgesehen sind.







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