AktuellHessens Wälder
11. Februar, 2008 Holzgeschäft brummtKassel (dpa) Hessens Wälder werfen wieder Gewinn ab, denn Holz ist gefragt wie nie. Kräftig steigende Preise und sinkende Personalkosten haben dem Landesbetrieb Hessen-Forst in den vergangenen beiden Jahren Millionenerträge gebracht. Erstmals seit seiner Gründung im Jahr 2001 schrieb das Unternehmen 2006 schwarze Zahlen und erzielte einen Gewinn von 8,6 Millionen Euro. Allein der hessische Staatswald brachte gut drei Millionen Euro ein, das erste Plus seit Jahrzehnten. 2007 falle das Ergebnis noch deutlich höher aus, sagt Hessen-Forst-Chef Michael Gerst.Dennoch überweist das Land jährlich viele Millionen an Hessen- Forst, 2006 waren es rund 43 Millionen Euro. Damit seien die Dienstleistungen des Landesbetriebs bezahlt worden, sagt Gerst, und listet als Beispiele Waldforschung, Beratung der Privatwaldbesitzer, Fachgutachten und Naturschutz-Datenerhebung auf. Allein das Management des Nationalparks Kellerwald schlage mit 2,5 Millionen Euro pro Jahr zu Buche. Hessen-Forst bewirtschaftet die 340 000 Hektar Staatswald und knapp 300 000 Hektar Kommunalwald. Zur positiven Bilanz hat auch die Verkleinerung der Belegschaft beigetragen, die das Land mit seiner «Operation Zukunft» 2003 verordnet hatte. Das Ziel, die Zahl der Mitarbeiter von rund 3000 um knapp 1000 zu verringern, werde Ende dieses Jahres erreicht, sagt Gerst. Die Zahl der Forstämter wurde auf 41 mehr als halbiert, die der Revierförstereien sank um ein Drittel auf 442. Die meisten der betroffenen Mitarbeiter gingen in den Ruhestand oder wurden an andere Dienststellen des Landes versetzt. Manche bearbeiten inzwischen Steuererklärungen, einige ließen sich zu Lehrern ausbilden. Derweil brummt das Holzgeschäft. Seit der Rohstoff aus dem Wald wegen dramatisch steigender Öl- und Gaspreise auch als Energielieferant gefragt ist, zeigt auch die Holzpreis-Kurve steil nach oben. «Das war überfällig», sagt Gerst, die Preise für Fichte und Buche hätten immer noch nicht das Niveau von 1999 erreicht. Für die zwei Millionen Festmeter Holz, die 2006 im Staatswald eingeschlagen wurden, kassierte Hessen-Forst 92 Millionen Euro, Fichte machte gut die Hälfte aus. Rund 48 Euro pro Festmeter wurden im Durchschnitt aller Baumarten erzielt. Weit darüber liegt der Preis für Eichenholz, das erst für über 75 Euro pro Festmeter zu haben ist. Besonders wertvolle Stämme werden einzeln auf Auktionen verkauft und erzielen bis zu 1100 Euro pro Festmeter. Ein einziger Stamm kann so mehrere tausend Euro in die Kasse spülen. Aus dem Holz der besonders wertvollen Stämme schneidet die Möbelindustrie hauchdünnes Furnier. Gerst registriert eine enorme Nachfrage nach Eiche und erwartet weiter steigende Preise. Der Orkan «Kyrill» im Januar 2007 hat zwar gewaltige Mengen zusätzliches Holz auf den Markt geworfen, aber wegen der hohen Nachfrage auch nach Brennholz sind die Preise nicht wie sonst nach starken Stürmen eingebrochen. Der veränderte Holzmarkt habe dafür gesorgt, dass die Preise diesmal gehalten werden konnten, sagt Gerst. Nach wie vor ein Renner ist Brennholz, mit dessen Verkauf Hessen- Forst 2006 rund zwei Millionen Euro verdiente, vier Mal so viel wie im Jahr zuvor. Rund sechs Millionen Festmeter Holz hat «Kyrill» in Hessen umgemäht, zu 90 Prozent Nadelholz, das meiste davon Fichte. Bei der Aufforstung soll nicht mehr ausschließlich Fichte gepflanzt werden, es sollen auch andere Arten wie Kiefer, Tanne oder die robuste Douglasie eingemischt werden. Wo immer möglich, wollen die Forstleute die natürliche Verjüngung nutzen. Im Waldboden schlummern Millionen Baumsamen, die nur auf Licht und gute Wachstumsbedingungen gewartet haben. «Es ist die Kunst der Forstwirtschaft, Geduld zu haben», sagt Gerst. Gar nichts hält die Hessenforst-Leitung von Bestrebungen, für den Naturschutz die Säge aus Waldflächen zu verbannen. «Das ist kontraproduktiv», sagt der Hessen-Forst-Chef und verweist auf die unterschiedlichen Funktionen, die der Wald mit naturnaher Bewirtschaftung gleichzeitig erfülle. Neben Boden- und Klimaschutz listet Gerst den Beitrag der Wälder zur Energieversorgung, wirtschaftliche Aspekte und Erholungsmöglichkeiten für Millionen Menschen auf. Es sei erwiesen, dass die Artenvielfalt im Wald durch die Forstwirtschaft erhalten und nicht zerstört werde. Delegationen aus der ganzen Welt ließen sich diese «Mehrzweck-Forstwirtschaft» jährlich in Hessen erläutern. Bereits jetzt werde auf sieben Prozent der hessischen Staatswaldfläche auf jede wirtschaftliche Nutzung verzichtet, etwa im Nationalpark Kellerwald, in der Kernzone des Biosphärenreservats Rhön, in Naturschutzgebieten wie dem Kühkopf am Rhein in Südhessen und in den hessischen Naturwaldreservaten, sagt Gerst. «Damit ist ein sehr hoher Stand erreicht.» "Südhessen wird Widerstand leisten"Bergsträßer Anzeiger, 12. Februar 2008Bergstrasse. "Die neu entbrannte Diskussion über den Trassenverlauf der geplanten ICE-Strecke im Bereich Kreis Bergstraße/Mannheim sorgt in der Region für erheblichen Unmut", schreibt der Bergsträßer CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Michael Meister in einem Brief an Dr. Hartmut Mehdorn, den Vorsitzenden des Vorstands der Deutschen Bahn AG. Meister zitiert aus der Presse, "dass sich die Deutsche Bahn AG und die Metropolregion Rhein-Neckar darauf geeinigt hätten, die Trasse in Höhe von Lorsch diagonal durch den Lampertheimer Wald zum Mannheimer Hauptbahnhof zu führen (sogenannte Variante C/Mark-Variante)". Meister: "Diese Meldung schlug beziehungsweise schlägt hohe Wellen, da im Kreis Bergstraße von allen Seiten die Mark-Variante abgelehnt wird - und das aus gutem Grund. Diese Trassen-Variante, die bekanntlich auch nicht Gegenstand des seinerzeitigen Raumordnungsverfahrens war, belastet die Menschen und die Natur im hessischen Ried aufs Äußerste. Zudem würde mit einer Diagonaltrasse von dem grundlegenden Prinzip der Bündelung von Verkehrstrassen abgewichen." Der stellvertretender Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Meister stellt in seinem Schreiben an Mehdorn klar: "Der Kreis Bergstraße und auch ich werden die Mark-Variante nicht hinnehmen. Sollte es also Gespräche zwischen Vertretern der Bahn und der Stadt Mannheim gegeben haben mit dem Ziel, die ausschließliche Realisierung einer Diagonaltrasse zu forcieren, so wird die südhessische Region hiergegen ganz massiven Widerstand leisten." Abschließend schreibt der CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Michael Meister: "Sehr geehrter Herr Dr. Mehdorn, angesichts der jüngsten Entwicklung bitte ich Sie ganz herzlich um eine Stellungnahme, wie die Deutsche Bahn AG aktuell zur Mark-Variante steht beziehungsweise welche Trassenvariante die Deutsche Bahn im Bereich Mannheim aus jetziger Sicht realisiert sehen möchte. Für Ihre Antwort danke ich Ihnen bereits im Voraus." zg » zurück |
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