AktuellKlimawandel und Zecken
Mittwoch, 20. Februar, 13:23 Uhr Infizierte Zecken auf dem Vormarsch nach NordenBonn (AFP) - Wegen des milden Winters drohen schon jetzt Zeckenbisse: Die Tiere sind nun das ganze Jahr aktiv und dringen rasant in neue Lebensräume vor. Das erklärte die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) in Bonn. Damit steige für Menschen die Gefahr gefährlicher Infektionen wie Borreliose und die Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME). Mit der Auwaldzecke breitet sich zudem derzeit eine neue Art in Deutschland aus. Diese kann beim Hund die sogenannte Hundemalaria übertragen. Die SDW-Experten raten dringend zu Vorsichtsmaßnahmen bei Aufenthalten in der Natur.Zecken fallen laut SDW erst ab einer Temperatur unter sieben Grad in ihren Winterschlaf; fehlende Frosttage sorgen dafür, dass sie früher in Aktion treten und dass auch ihre Eier unbeschadet überleben. Damit steige die Gefahr eines Zeckenbisses bereits in dieser Jahreszeit: Inzwischen aber trage jede dritte Zecke Borrelien in sich, mit der Lyme-Borreliose übertragen wird. Jährlich erkranken rund 50.000 Menschen in Deutschland an dieser Krankheit, die Nervensystem, Gelenke und Gewebe schädigt. "Wer glaubt, dass in seinem Umfeld keine Infektionsgefahr besteht, der täuscht sich, denn überall in Deutschland wird die Borreliose von Zecken übertragen", erklärt Wolfgang von Geldern, Präsident des Bundesverbandes der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Auch die Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME), eine Hirnhaut- oder Gehirn-Entzündung, wird durch Zeckenbisse verursacht. Auch FSME ist laut SDW nicht mehr auf den Frühsommer beschränkt. Bisher treten Zecken, die das Virus übertragen, hauptsächlich in den südlichen Landesteilen wie Baden-Württemberg und Bayern auf. Doch die Risikogebiete werden wegen der für Zecken günstigen Klimaerwärmung seit Jahren kontinuierlich größer. Forscher entdeckten sie bereits in Tschechien, Finnland und nur 200 Kilometer vor dem Polarkreis. Mit der Auwaldzecke ist eine größere Zeckenart auf dem Vormarsch, die beim Hund die gefährliche Babesiose überträgt: Die Krankheit zerstört die roten Blutkörperchen und führt innerhalb weniger Tage nach dem Stich zum Tod. Die Auwaldzecke liebt feuchtere Gebiete wie Auwälder und Moore. Tierärzte raten Hundehaltern zu einem frühzeitigen Schutz durch Zeckenhalsbänder. Spaziergängern raten die SDW-Experten, Gebüsch, Unterholz und hohe Gräser grundsätzlich zu meiden, wo die Zecken sitzen. Nach dem Spaziergang sollten sie zudem Kleidung und Körper absuchen. 20. Februar 2008 18:04 Uhr Klimawandel läßt Alpengletscher um zwei Drittel schrumpfen(AFP) - Der Klimawandel hat die Gletscher der europäischen Alpen um etwa zwei Drittel ihres ursprünglichen Umfangs schmelzen lassen. Diese Entwicklung setze sich beschleunigt fort, heißt es in dem zu Beginn des globalen Umweltforums in Monaco vorgelegten Jahresbericht des UN-Umweltprogramms (UNEP) weiter. Demnach schrumpften die Alpengletscher zwischen 1850 und 1975 um etwa die Hälfte, zwischen 1975 und 2000 nochmals um etwa ein Viertel ihrer noch verbliebenen Ausdehnung und zwischen 2000 und 2005 abermals um zehn bis 15 Prozent.Dem Bericht zufolge ist die Umwelt durch die Klimaerwärmung vielfach und zunehmend bedroht. Rückgang der Artenvielfalt, Anstieg der Meeresspiegel, Versauerung der Ozeane und Zunahme von Wirbelstürmen sind einige der Stichwörter. Der Treibhauseffekt wirkte sich auch auf das Qinghai-Plateau in Tibet aus, das 5,94 Millionen Hektar Gletscher und 5590 Kubikmeter Eis umfasst. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts schrumpften die Gletscher laut dem UNEP-Jahresbericht um sieben Prozent, zugleich erhöhte sich der Wasserzufluss im Nordwesten Chinas um 5,5 Prozent. An dem noch bis Freitag dauernden Umweltforum in Monaco nehmen rund hundert Umweltminister, Entscheidungsträger, Experten und Wissenschaftler teil. Hauptthema ist die Finanzierung von Maßnahmen, mit denen den klimatischen Herausforderungen begegnet werden soll. Prinz Albert II. von Monaco rief bei der Eröffnung des Forums die beteiligten Staaten dazu auf, im Kampf gegen den Treibhauseffekt für eine Reduzierung des CO2-Ausstoßes zu sorgen. » zurück |
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