Aktuell


Zu warmer Winter

Montag, 25. Februar, 15:15 Uhr

Winter in Deutschland erneut deutlich zu warm

Offenbach (dpa) - Auch dieser Winter fällt in Deutschland deutlich zu warm aus. Um gut zwei Grad über dem Mittelwert der Jahre 1961 bis 1990 liege die durchschnittliche Temperatur wenige Tage vor dem Ende des meteorologischen Winters (29. Februar).

Das sagte Gerhard Lux vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach am Montag. Der meteorologische Winter - er umfasst die Monate Dezember, Januar und Februar - endet am kommenden Freitag. Der Rekord des Winters 2006/2007 mit einem Plus von über vier Grad werde trotz der frühlingshaften Temperaturen am vergangenen Wochenende nicht gebrochen, sagte Lux.

Nach Angaben des DWD waren alle drei Wintermonate zu warm. Der Dezember wich mit einem Plus von 0,6 Grad am wenigsten vom langjährigen Durchschnitt ab. Der Januar war 4,1 Grad zu warm, und der Februar liegt gut zwei Grad über dem Mittelwert. «Gefühlten Frühling» gab es am letzten Februar-Wochenende 2008 in Süddeutschland: Der DWD registrierte am Sonntagnachmittag zwischen Oberrhein und Alpenvorland und im südlichen Sachsen Temperaturen von über 20 Grad.


"Hamburg hat ein klares Votum gegen das Kraftwerk Moorburg ausgesprochen"

Von Gerd Kulik, Greenpeace-Online, 25.2.08

Hamburg hat gewählt. Die absolute Mehrheit des CDU-Senats ist gebrochen. Nun stehen zwei verschiedene Koalitionsmodelle zur Debatte: Schwarz-Grün oder eine Große Koalition. Greenpeace-Klimaexperte Andree Böhling spricht über die möglichen Konsequenzen beider Varianten für die Hamburger Klimapolitik.

Online-Redaktion: Die absolute Mehrheit der CDU ist gebrochen. Ist das ein gutes Signal für die Hamburger Klimapolitik?

Andree Böhling: Das Steinkohlekraftwerk Moorburg war eines der zentralen Wahlkampfthemen. Wenn Ole von Beust Bürgermeister bleiben will, muss er mit der SPD oder der GAL koalieren, die sich beide klar gegen Moorburg ausgesprochen haben. Da auch Die Linke das Kraftwerk Moorburg ablehnt, gibt es in der Bürgerschaft nun eine breite Mehrheit gegen das Projekt. Und das ist ein gutes Signal für die Hamburger Klimapolitik.

Online-Redaktion: Bedeutet dieses Wahlergebnis auch, dass die Hamburgerinnen und Hamburg das Kraftwerk Moorburg ablehnen?

Andree Böhling: Ja. Wenn man sich allein die Frage Kraftwerk Moorburg - Energieversorgung Hamburg anschaut, gibt es mit dieser Wahl ein klares Votum gegen das Kraftwerk. Diese Ablehnung haben die Hamburgerinnen und Hamburger bereits vor der Wahl in einer von Greenpeace durchgeführten Umfrage deutlich gemacht. Und da die Mehrzahl der Hamburger Parteien Moorburg ablehnt, wird Ole von Beust bei der Koalitionsbildung an dieser Frage nicht vorbei kommen.

Online-Redaktion: Derzeit werden zwei Modelle für die Koalitionsbildung diskutiert: Schwarz-Grün und die Große Koalition. Wie bewertest Du eine Große Koalition im Hinblick auf die Klimapolitik in Hamburg?

Andree Böhling: Eine Große Koalition bedeutet meist immer: kleinster gemeinsamer Nenner und eher Stillstand in der politischen Entwicklung. Wir brauchen jedoch eindeutige Signale zu mehr Klimaschutz, auch auf der regionalen Ebene. Das heißt: Wir müssen uns an Reduktionzielen von mindestens 40 Prozent bis 2020 und über 80 Prozent bis 2050 orientieren. Grundsätzlich ist zu befürchten, dass diese Ziele in einer Großen Koalition nicht voll realisiert werden könnten. Da sich die SPD vor der Wahl aber eindeutig gegen das Kraftwerk Moorburg ausgesprochen hat, erwarten wir, dass die Pläne in der geplanten Form nicht umgesetzt werden.

Online-Redaktion: Wie bewertest Du die Klimapolitik einer möglichen schwarz-grünen Koalition?

Andree Böhling: Schwarz-Grün wäre eine ganz neue Konstellation auf Länderebene, daher ist die Politik kaum vorhersehbar. Die Grünen können jedoch am Thema Kohlekraft nicht einknicken, auch wenn sie der Juniorpartner in einer Koalition wären. Von daher ist klar, dass sie bei einer Regierungsbeteiligung in der Pflicht sind, für mehr Klimaschutz in Hamburg zu sorgen. Schwarz-Grün hat, was den Klimaschutz anbelangt, aus meiner Sicht deshalb hoffnungsvollere Perspektiven als eine Große Koalition.

Online-Redaktion: Was muss getan werden, um Moorburg zu verhindern, egal wie die Koalition später aussehen wird?

Andree Böhling: Unsere Forderung ist und bleibt: Das Projekt Moorburg muss auf den Prüfstand. Das Genehmigungsverfahren muss ausgesetzt und die Bauarbeiten in Moorburg müssen sofort gestoppt werden. Und dann muss die neue Bürgerschaft ergebnisoffen über die Energieversorgung in Hamburg entscheiden. Das ist das, was die Menschen jetzt erwarten.

Online-Redaktion: Muss noch weiterhin öffentlicher Druck erzeugt werden?

Andree Böhling: Ja. Für Greenpeace ist die Diskussion um das Kraftwerk Moorburg mit der Wahl längst nicht zu Ende. Wir werden natürlich alle Parteien daran erinnern, dass die Hamburgerinnen und Hamburger ein klares Votum gegen das Steinkohlekraftwerk ausgesprochen haben.

Online-Redaktion: Vielen Dank für das Gespräch, Andree!


Klima-Protest auf dem Londoner Flughafen

Von Beate Steffens, Greenpeace-Online, 25.2.08

Montagmorgen sind Greenpeace-Aktivisten auf dem Londoner Flughafen Heathrow auf eine Passagiermaschine geklettert. Damit protestierten sie gegen den geplanten Ausbau des Airports.

In den Morgenstunden ist es den Greenpeacern gelungen, die Sicherheitssperren des Flughafens zu überwinden und an einem Flugzeug der British Airways ein Transparent anzubringen. Darauf war zu lesen "Climate Emergency - No Third Runway" (Klimanotstand - Keine dritte Startbahn).

Zeitgleich versammelten sich vor dem Westminster-Parlament in Londons Innenstadt weitere Demonstranten, die ebenfalls den Bau der neuen Start- und Landebahn in Heathrow verhindern wollen. "Der Klimawandel kann besiegt werden", sagte eine Greenpeace-Sprecherin. "Aber nicht, indem man die Kapazität des größten Flughafens der Welt nahezu verdoppelt."

Bereits im August 2007 hatten hunderte Umweltschützer mit einem Camp for Climate Action in der Nähe des britischen Flughafens demonstriert. Mit ihrem einwöchigen Protest wollten die Aktivisten auf die Auswirkungen des Flughafens auf das Klima aufmerksam machen. Schon heute ist der britische Flughafen für einen Ausstoß von rund 31 Millionen Tonnen Kohlendioxid jährlich verantwortlich.


Montag, 25. Februar, 22:30 Uhr

Solarstrom fast 90 Prozent umweltfreundlicher als Normalstrom

Washington (dpa) - Strom aus Solarzellen erspart der Atmosphäre im Vergleich zum Normalstrom fast 90 Prozent der schädlichen Emissionen.

Das berichtet ein Forscherteam um Vasilis Fthenakis vom Brookhaven National Laboratory der US-Regierung im Fachblatt «Environmental Science & Technology» (online vorab) der Amerikanischen Chemikalischen Gesellschaft ACS.

Die Wissenschaftler hatten in einer Ökobilanz untersucht, wie viel Treibhausgase, Schwermetalle, Stickoxide und Schwefeldioxid bei Produktion und 30 Jahren Betrieb verschiedener Photovoltaikmodule entstehen. Sie berücksichtigten auch die Gehäuse und Verkabelung der Module. Dabei stützen sie sich auf Abgasdaten 13 europäischer und amerikanischer Solarzellenhersteller aus den Jahren 2004 bis 2006.

Am besten schnitten in der Untersuchung Dünnschicht-Solarzellen aus Cadmium-Tellurid (Cd-Te-Zellen) ab. Über die Produktion und die auf 30 Jahre veranschlagte Lebensdauer gerechnet verursachen die Module beispielsweise 90 bis 300 Mal weniger giftiges Cadmium pro Kilowattstunde als ein Kohlekraftwerk mit optimal funktionierenden Filtern. Generell hätten Dünnschichtzellen trotz ihrer geringeren Stromausbeute eine bessere Bilanz als herkömmliche Silizium-Module, weil sie weniger Energie bei der Herstellung benötigten.

Die Unterschiede zwischen den einzelnen Photovoltaik-Techniken seien jedoch klein im Vergleich zu dem, was sie an Emissionen einsparen könnten. Mindestens 89 Prozent der Luftschadstoffe aus der gegenwärtigen Elektrizitätsproduktion könnten mit der Photovoltaik vermieden werden, schreiben die Autoren. Da die Techniken zur Solarzellenproduktion sowie die Energieausbeute der Module sich ständig verbessere, müsse diese Ökobilanz regelmäßig erneuert werden.







» zurück

Aus der easy.wdss.de, gedruckt am: Di, 02.12.2008 © easy.wdss • Besuchen Sie die www.weitblick.net unter www.weitblick.netBildschirm-Version

< zurück | nach oben scrollen^