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Aktuell

Bilanz Orkan Emma

Sonntag, 2. März, 15:33 Uhr

Schreckensbilanz nach «Emma»

Berlin (ddp). Auf mindestens sieben deutsche Tote und Schäden in Millionenhöhe hat sich am Wochenende die Bilanz des Sturmtiefs «Emma» belaufen. Die Kaltfront war bis Samstagabend von der Nordsee ostwärts über Deutschland hinweggefegt. Besonders betroffen war Bayern, wo in den Niederungen laut dem Deutschen Wetterdienst Spitzengeschwindigkeiten von 135 Kilometern pro Stunde gemessen wurden. Am stärksten wütete der Orkan auf dem bayerischen Wendelstein mit 220 Stundenkilometern. Dutzende Menschen wurden während des Unwetters verletzt, Dächer abgedeckt und Baugerüste umgeworfen. Umgestürzte Bäume behinderten bundesweit den Verkehr auf Straßen und Schienen, auch im Flugverkehr kam es zu Ausfällen. «Emma» richtete jedoch deutlich weniger Schäden an als der Orkan «Kyrill» im Januar 2007.

Im rheinland-pfälzischen Deesen im Westerwald war am Samstagmorgen ein strenggläubiger Mann beim Versuch getötet worden, eine Marienstatue in einem Waldstück vor umfallenden Bäumen zu schützen. Dafür war der 50-Jährige nach Polizeiangaben auf einen Baum geklettert und aus rund sechs bis acht Metern Höhe in den Tod gestürzt.

Ebenfalls im Westerwald wurde ein 58-jähriger Mann im Auto von einem Baum erschlagen. Bei Oberpfaffenhofen in Oberbayern kam ein 72 Jahre alter Rollerfahrer ums Leben. Er war von einer Windböe erfasst worden und frontal mit einem entgegen kommenden Lkw zusammengestoßen.

«Emma» hatte auch in Österreich gewütet. Dort wurden am Samstag zwei deutsche Urlauber getötet. Wie eine Sprecherin des Auswärtigen Amts mitteilte, handelte es sich um einen 69-Jährigen aus Baden-Württemberg und einen 77 Jahre alten Mann aus Hessen.

Durch die örtlich starken Schneefälle kam es während des Sturmtiefs zu zahlreichen Verkehrsunfällen. Dabei wurden eine 68 Jahre alte Frau im Erzgebirge in Sachsen und ein 19-Jähriger im Landkreis Esslingen in Baden-Württemberg getötet.

Örtlich waren Feuerwehren und Polizei am Samstag im Dauereinsatz. Die Berliner Feuerwehr hatte am Abend wegen der Flut an Notrufen vorübergehend den Ausnahmezustand ausgerufen. Weniger angespannt war die Lage in Nordrhein-Westfalen. Dort zählten die Rettungskräfte am Wochenende knapp 4000 Einsätze. Während «Kyrill» hatten sie mehr als 13 000-mal ausrücken müssen.

Bei Unfällen im Bahnverkehr wurden am Wochenende mehrere Menschen verletzt. Darunter war auch ein Lokführer, dessen ICE in Brühl in Nordrhein-Westfalen gegen einen vom Sturm umgerissenen Baum gefahren war. In Teilen Bayerns kam der Zugverkehr fast komplett zum Erliegen. Die Deutsche Bahn AG rechnete zum Montag nicht mehr mit Beeinträchtigungen. Allein am Flughafen in Frankfurt am Main mussten wegen «Emma» am Wochenende 170 Flüge annulliert werden.

Durch umgefallene Strommasten oder auf Oberleitungen gestürzte Bäume waren zehntausende Menschen bundesweit zeitweise ohne Elektrizität. Allein in Bayern waren laut dem Energieversorger E.On vorübergehend rund 150 000 Kunden von der Versorgung abgeschnitten. In Brandenburg traf es laut dem Innenministerium bis zu 25 000 Haushalte.

In Deutschland blieb es auch nach «Emmas» Abzug stürmisch. Auf dem bayerischen Wendelstein wurden laut dem DWD am Sonntag noch Windgeschwindigkeiten von 176 Kilometern pro Stunde gemessen. Verantwortlich hierfür war den Angaben zufolge das neue Tiefdruckgebiet «Fee», das vom Atlantik über den Nordosten nach Polen zog. Unwetterwarnungen gab es aber nur noch für die Kammlagen der Berge.

Vor allem in den Niederungen in Mittel- und Süddeutschland mussten sich die Menschen am Sonntag weiter auf stürmische Böen mit Geschwindigkeiten bis zu 90 Stundenkilometern einrichten. Verbreitet schwerer Sturm herrschte jedoch nicht mehr. Auch die Hochwassergefahr in Bayern entspannte sich leicht. Ein Meteorologe sprach von einem «klassischen Wintersturm» und wies Vergleiche mit «Kyrill» zurück.


03. März 2008

«Emma» verwüstet 150 000 Kubikmeter Wald

Eibenstock (ddp-lsc). Sturmtief «Emma» hat in Sachsen vor allem die Wälder in den Höhenlagen des Erzgebirges stark getroffen. Allein in den Forstbezirken Eibenstock, Neudorf und Adorf fielen dem Orkan, der mit bis zu 150 Stundenkilometern über die Gipfel fegte, etwa 70 000 Kubikmeter Wald zum Opfer, wie ein Sprecher des Staatsbetriebs Sachsenforst am Montag in Graupa auf ddp-Anfrage sagte. Insgesamt habe das Orkantief nach ersten Schätzungen in den 15 Forstbezirken des Landes bis zu 150 000 Kubikmeter Wald verwüstet. Der Schaden, den der Sturm «Kyrill» vor einem Jahr angerichtet habe, sei aber mehr als zehnmal so groß gewesen. Damals seien 1,8 Millionen Kubikmeter Schadholz angefallen.

Im Forstbezirk Eibenstock seien von dem Orkan 30 000 Kubikmeter Wald zerstört worden, sagte Forstbezirksleiter Stephan Schusser auf Anfrage. Damit sei Eibenstock eines der am stärksten in Mitleidenschaft gezogenen Reviere im Freistaat. Bis Juni sollen die von «Emma» betroffenen Waldbestände wieder aufgeforstet werden. Die Beseitigung der Schäden und die Wiederaufforstung koste im Bezirk Eibenstock voraussichtlich etwa eine Million Euro.

In Nordwestsachsen warf «Emma» nach Angaben von Sachsenforst teilweise ganze Kiefernbestände um. Im Forstbezirk Taura seien rund 11 000 Kubikmeter Wald geschädigt worden. Ostsachsen sei indes glimpflich davongekommen. Dort seien relativ geringe Schäden verzeichnet worden.


4. März, 2008

»Emma« verwüstet 400 000 Kubikmeter Wald in Rheinland-Pfalz

Orkantief »Kyrill« hatte vor einem Jahr rund zwei Millionen Kubikmeter Wald vernichtet

Mainz (ddp-rps). Das Orkantief »Emma« hat in den Waldgebieten von Rheinland-Pfalz weniger Schäden angerichtet als befürchtet. Insgesamt seien dem Orkan ersten Schätzungen zufolge rund 300 000 bis 400 000 Kubikmeter Wald zum Opfer gefallen, sagte eine Sprecherin des Umweltministeriums am Montag. Besonders betroffen seien der Westerwald und die Eifel gewesen. Orkantief »Kyrill« hatte vor einem Jahr rund zwei Millionen Kubikmeter Wald vernichtet.

Nach Angaben der rheinland-pfälzischen Landesforsten wurden vor allem die Bäume an den Rändern der Wälder beschädigt. Gegen solch starke Stürme wie »Emma« könne auch eine aktive Aufforstung von Mischwäldern nicht helfen, sagte der Sprecher der Landesforsten, Axel Henke. Weil noch Äste herunterfallen könnten, warnte das Umweltministerium am Montag weiterhin vor Spaziergängen im Wald.


Innenminister Volker Bouffier und Forstminister Wilhelm Dietzel: Sturm „Emma“ in Hessen: Mehr als 2500 Einsätze für Feuerwehr und Rettungskräfte

Hervorragende Arbeit von Feuerwehr, Rettungsdiensten, Polizei und Technischem Hilfswerk
Wald sollte in den nächsten Tagen noch gemieden werden


Hessisches Ministerium für Umwelt, ländl. Raum und Verbraucherschutz, 3.3.08

Ein vorläufiges Resümee zur Sturm-Nacht von Freitag auf Samstag zogen heute der Hessische Innenminister Volker Bouffier und Forstminister Wilhelm Dietzel: „Der Sturm war heftig, aber Katastrophenschutz und Polizei waren gut vorbereitet“, so die Minister in Wiesbaden. So fuhren beispielsweise allein die Feuerwehren hessenweit über 2500 Einsätze; dabei waren knapp 8000 Feuerwehrleute im Einsatz. Die Berufsfeuerwehren und die Freiwilligen Feuerwehren in Hessen konnten mit Unterstützung durch das THW, das Rote Kreuz und die Polizei die Behinderungen und Gefahren beseitigen. Die Aufräumarbeiten wurden am Sonntag fortgesetzt.

In Hessen wurde ein Mann bei einem Verkehrsunfall in Bad Schwalbach tödlich verletzt, als ein Baum auf sein fahrendes Fahrzeug stürzte. Der Mann verstarb am Sonntag aufgrund seiner schweren Kopfverletzungen. Außerdem wurde einem Feuerwehrmann aus Viernheim verletzt sowie einem Flughafenmitarbeiter. In Südhessen wird ein Mann vermisst, der möglicherweise in einen Fluss gestürzt ist. Die Suchmaßnahmen verliefen bis zum Montag ergebnislos.

Mit dem Durchzug der Unwetterfront am Samstag ab ca. 07.15 Uhr kam es im gesamten Land zu erheblichem Windbruch, zu teilabgedeckten Häusern, zum teilweisen Ausfall des Strom- und Telefonnetzes sowie zu Straßensperren und dem zeitweiligen Stillstand auf Schienenstrecken (z. B. zwischen Eberbach und Darmstadt). In Südhessen kam es zu zwei Erdrutschen, wodurch die B 47 zwischen Michelstadt und Reichelsheim und die Ortszufahrt nach Hessisch Igelsbach blockiert waren. Angespannt war die Hochwasserlage am Neckar, wo einige Uferbereiche überflutet waren. Im Stadtgebiet von Offenbach zog eine Windhose eine Spur der Verwüstung durch die Stadt.

Bei dem Arbeitsunfall am Flughafen wurde ein mit Speisen und Getränken beladener Hubwagen von einer Windböe erfasst und gegen eine Tragfläche gedrückt. Der Fahrzeugführer wurde verletzt und durch die Flughafenfeuerwehr mittels Drehleiter geborgen und zur ambulanten Behandlung in die Flughafenklinik verbracht. Das beschädigte Luftfahrzeug (Sachschaden ca. € 300.000.-) wurde zu Werft geschleppt.

„Nach einer ersten Einschätzung kann davon ausgegangen werden, dass die Schäden in Hessens Wäldern nicht annähernd die Größenordnung erreichen werden, wie nach dem Sturm Kyrill vom Januar 2007. Damals waren 6,5 Millionen Kubikmeter Holz dem Windwurf zum Opfer geworden. Eine erste noch nicht vollständige Einschätzung der Hessischen Forstämter geht davon aus, dass der Schaden diesmal unter 1 Millionen Kubikmeter bleiben wird. Eine genauere Schätzung kann erst in den nächsten Tagen erwartet werden, wenn das Forstpersonal sich einen kompletteren Überblick über die Situation verschafft hat. Dies kann erst erfolgen, wenn die Waldwege wieder zugänglich sind. Die Gefahren beim Betreten des Waldes sind für die Bevölkerung bis auf weiteres gegeben. In den nächsten Tagen sollte der Wald unbedingt gemieden werden", erklärte heute der Hessische Forstminister Wilhelm Dietzel.

Über die genaue Schadenshöhe könne man derzeit noch keine Angaben machen, so Innenminister Volker Bouffier. In allen Landesteilen mussten die Helfer hohe Einsatzzahlen bewältigen. Noch am Sonntag seien die Aufräumarbeiten in vollem Gange gewesen. Erst im Laufe der Woche lasse sich ein abschließendes Bild der Schäden in Hessen zeichnen.

„Bei den zahllosen Einsätzen in der Nacht haben die Feuerwehrleute, die Angehörigen der Rettungsdienste, der Polizei und des Technischen Hilfswerks in Hessen hervorragende Arbeit geleistet“, dankten die Minister den Einsatzkräften.


Bilanz Sturm Emma

Herrmann: "Sturm "Emma" mit extremen Orkanböen fegt am Wochenende mit Rekordwerten über Bayern hinweg
Ein Todesopfer, zwei Schwerverletzte, mindestens 20 Leichtverletzte zu beklagen"


Bayerisches Staatsministerium des Innern, 3.3.08

"Der vor allem am vergangenen Samstag auch über Bayern hinweg gezogene Sturm mit extremen Orkanböen hat nach einer ersten Bilanz erhebliche Schäden im Freistaat angerichtet. Bäume stürzten um und blockierten über Stunden die Straßen bzw. Schienen. Dächer wurden abgedeckt. Zahlreiche Fahrzeuge wurden von umstürzenden Bäumen beschädigt. Leider sind auch ein Todesopfer, zwei Schwerverletzte und mindestens 20 Leichtverletzte zu beklagen. Bereits seit Freitag Abend und schwerpunktmäßig ab Samstag Vormittag waren landesweit Polizei, Feuerwehr, Technisches Hilfswerk und Sanitätsorganisationen im Dauereinsatz. Allen Einsatzkräften sage ich herzlichen Dank für ihre engagierte, professionelle und beherzte Arbeit, die teilweise unter Lebensgefahr stattfand. Es ist aber auch dem größtenteils besonnenen Verhalten der Bevölkerung zu verdanken, dass nicht mehr Personen- und Sachschäden zu beklagen sind. Die Aufräumungsarbeiten dauern an", fasste Innenminister Joachim Herrmann die Situation am Montag Vormittag zusammen.

Sturmtief "Emma" fegte schwerpunktmäßig am Samstag Vormittag mit Gewitter, Regen, Hagel, Schnee und Windböen von über einhundert Stundenkilometern über Bayern hinweg; auf dem Wendelstein wurde der Rekordwert von 222 Kilometern pro Stunde gemessen. Landesweit mussten zahlreiche Schäden und Beeinträchtigungen verzeichnet werden. Der Zugverkehr kam vor allem am Samstag örtlich oft zum Erliegen. Wegen umgestürzter Bäume und beschädigter Oberleitungen waren viele Strecken vor allem in Nordbayern und im südlichen Münchner Raum nicht passierbar. Am Sonntag wurden die meisten Zugstrecken wieder freigegeben, nur auf einigen Nebenstrecken, vor allem im Voralpenland, dauerte der Ersatzverkehr mit Bussen bis zum Abend an.

Der Sturm hat ein Todesopfer gefordert. Bei Oberpfaffenhofen im Landkreis Starnberg wurde ein Rollerfahrer von einer Windböe auf die Gegenfahrbahn gedrückt, wo er mit einem entgegen kommenden PKW zusammenstieß. Der Mann starb an den Unfallfolgen.

Schwere Verletzungen erlitt bei Regensburg ein Mann beim Sturz vom Dach; 11 Verletzte, darunter eine schwerverletzte Person war die Bilanz, als in Balderschwang ein Versorgungszelt der Allgäuer Meisterschaften im Langlauf aus der Verankerung gerissen wurde und durch die Luft in eine Personengruppe flog.

Flächendeckend kam es in Bayern zu einer Vielzahl von Einzelschäden; darunter zahlreiche abgedeckte Häuser, Gebäudeschäden, Schäden an Straßen, Stromleitungen, Gleisen und Kraftfahrzeugen. So brach beispielsweise in Osterhofen, Ortsteil Altenmarkt die Kirchturmspitze der großen Rokoko-Basilika ab und durchbohrte das Kirchendach. In München wurde das Dach der bayerischen Staatsoper in Mitleidenschaft gezogen; nach einer provisorischen Reparatur durch Einsatzkräfte konnte die Aufführung doch noch wie geplant stattfinden: "Der Sturm" nach William Shakespeare. Durch abgerissene und beschädigte Stromleitungen kam es auch zu örtlichen Stromausfällen.

Bereits seit Freitag Abend und schwerpunktmäßig ab Samstag Vormittag waren landesweit Polizei, Feuerwehr, Technisches Hilfswerk und Sanitätsorganisationen bei tausenden von Einsätzen im Dauerstress. In zahlreichen Landkreisen und Städten koordinierte die Führungsgruppe Katastrophenschutz den geordneten Ablauf der Einsatzmaßnahmen. Am Sonntag flaute der Sturm ab, Tief Fee sorgte aber weiterhin für viel Wind. Die meisten Bergbahnen und Skilifte blieben daher geschlossen.

Die ergiebigen Niederschläge in der Folge von "Emma" haben in einzelnen Lagen vor allem in Franken, Niederbayern und der Oberpfalz zu Überflutungen geführt; an einigen nordbayerischen Flüssen werden nach wie vor Wasserstände im Bereich der Meldestufen 1 und 2 (zwei Pegel in Meldestufe 3) registriert, da in den letzten 24 Stunden verbreitet 10 mm und im Bayerischen Wald 20 mm Regen gefallen sind.

Gemäß Vorhersagen des Deutschen Wetterdienstes kommt es heute in Nord- und Ostbayern zu schauerartigem Regen, der sich im Stau des Bayerischen Waldes auf 30 mm in 12 Stunden summieren soll. Daher steigen insbesondere in Ostbayern die Wasserstände erneut an und örtlich werden wieder die Meldestufen 1 bis 2 erreicht.


3. März, 2008

"Emma" knickt in NRW eine Million Kubikmeter Holz

Arnsberg (dpa). Der Orkan Emma hat am Wochenende in den Wäldern Nordrhein-Westfalens rund eine Million Festmeter Sturmholz hinterlassen. Besonders hart getroffen hat es wie beim Orkan «Kyrill» das Sauer- und das Siegerland.

Besonders schlimm hat Emma nach einer ersten Einschätzung des Landesbetriebes Wald und Holz im märkischen Sauerland gewütet. Dort seien vor allem Waldbestände betroffen, die von Kyrill «angerissen» wurden, teilte der Landesbetrieb am Montag in Arnsberg mit. Er warnte vor dem Betreten der Wälder. Auch nach dem Sturm könnten noch Bäume umfallen. Am Montag waren in der Region wegen umgestürzter Bäume noch eine Reihe kleinerer Land- und Kreisstraßen gesperrt.

Die Schäden durch «Emma» sind nach Auskunft der Forstleute aber weitaus geringer als befürchtet. Kyrill hatte im Januar 2007 in NRW 15 Millionen Festmeter Holz geknickt und zu Boden gedrückt.

Über 30 000 Feuerwehrleute im Einsatz

Es seien auch keine großen Flächen betroffen, Emma habe in den Waldstücken einzelne Bäume geknickt. Die Aufräum-Arbeiten seien bereits angelaufen, teilte der Landesbetrieb mit. Viele Holzernte-Maschinen seien wegen der Aufarbeitung der Kyrill-Schäden noch in der Region. Nach Einschätzung des Leiters des Landesbetriebes, Frank-Dietmar Richter, gebe es auch keine Probleme mit der Vermarktung des neuerlichen Sturmholzes, da die heimische Sägeindustrie Holz benötige.

Emma hatte am Freitag und Samstag allein in Nordrhein-Westfalen weit über 30 000 Feuerwehrleute beschäftigt. Zudem seien Tausende von Polizisten und viele Angehörige weiterer Rettungsorganisationen unterwegs gewesen, um Menschen zu helfen, Gefahren zu verhindern und Schäden zu beseitigen, berichtete Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) in Düsseldorf. Er dankte allen Helfern für ihren Einsatz. Acht Menschen erlitten nach Polizeiangaben durch den Sturm Verletzungen, sieben von ihnen bei Verkehrsunfällen. Bei der Bahn kam es zu zahlreichen Verspätungen und Ausfällen.


Emma wütet in Bonn schlimmer als Kyrill

500 alte Bäume sind im Stadtwald umgestürzt - Spaziergänger sollen Hauptwege nicht verlassen

Von Holger Willcke, General Anzeiger, 4.3.08

Windbruch: Sturmtief Emma raste im Rechtsrheinischen schneller durch als Orkan Kyrill vor einem Jahr. Diese Bäume stürzten am Ortseingang von Niederholtorf um.Bonn. Sturmtief Emma, das am Samstag über Bonn und die Region hinwegfegte, hat im Stadtwald etwas größere Schäden als Orkan Kyrill hinterlassen. Das Deutsche Wetteramt in Essen bestätigte am Montag ebenfalls, dass die Wetterstation im rechtsrheinischen Roleber Emma mit einem Spitzenwert von 108 Kilometern registriert hat, Kyrill brachte es am 18. Januar 2007 "nur" auf 104. Allerdings war die Messstation an der Landwirtschaftskammer die einzige in NRW, die Emma vor Kyrill gewertet hat. Am Flughafen Köln/Bonn war die Reihenfolge anders: Kyrill 130 Kilometer in der Stunde, Emma 101. Im Stadtwald sind laut Förster Stephan Mense rund 500 Bäume entwurzelt oder abgebrochen - das entspricht etwa 1 000 Festmetern Holz. Die Beseitigung der Bäume kostet vermutlich 20 000 Euro. "Leider sind sehr viele alte, wertvolle Bäume umgestürzt. Windbrüche auf größeren Flächen sind nicht festzustellen", betont Mense. Das neue Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft schätzt den Sturmschaden im Kottenforst auf 4 000 Kubikmeter Holz (etwa 5 000 Bäume). "Für das gesamte Zuständigkeitsgebiet des neuen Forstamtes lässt sich sagen, dass Emma nur 15 Prozent vom Gesamtschaden des Orkans Kyrill angerichtet hat", erklärt Förster Stephan Schütte. Aber auch diese Menge stelle schon einen erheblichen Schaden dar. Die 5 000 Bäume sollen nach und nach wieder aufgeforstet werden. Allerdings: Bei den Baumschulen gibt es nach Kyrill einen Engpass beim Nachschub. Das Forstamt benötigt für die Aufräumarbeiten bis zu drei Monate Zeit. Emma sei der beste Beweis für den bereits existierenden Klimawandel, so Schütte. So kurz hintereinander hätte es noch nie derart folgenschwere Stürme gegeben. Das Holz wird nun an die Sägewerke in der Region verkauft, die laut Schütte wieder nach Frischholz suchten. "Das Holz von Kyrill ist entweder verarbeitet oder liegt im Nasslager auf Halde", sagt Schütte. Sowohl das Forstamt als auch die Stadt warnen Spaziergänger davor, im Wald die Hauptwege zu verlassen. Es bestehe nach wie vor erhebliche Astbruchgefahr.


Die Schäden nach „Emma“ sind zwischen „Paula“ und „Kyrill“

Von Anna Offner, Wirtschafts Blatt, Österreich, 3.3.08

­Der Wirbelsturm „Emma“ hat weitreichende Folgen. Mit bis zu 70 Millionen € Schaden rechnen die Versicherungen, aber Experten geben sich vorsichtig. Für eine genaue Einschätzung sei es zu früh.

Die Generali rechnet mit 20.000 Fällen und einer Schadenssumme bis zu 25 Millionen €. „Ein Schaden zwischen Paula und Kyrill“, sagt Generali-Vorstand Walter Kupec. Die Uniqa schätzt den Schaden auf 35 Millionen € und die Wiener Städtische rechnet mit bis zu zehn Millionen € Schaden. Schuld daran ist vor allem der gefallene Kran, der am Wiener Südbahnhof große Schäden nach sich zog.

82 Millionen € Hilfe

Gerhard Mannsberger, Sektionschef Forstwesen des Lebensministeriums gibt sich zurückhaltend: „Vor Mittwoch ist eine aussagekräftige Bilanz lediglich Spekulation, denn Nachböen machen die Bestandsaufnahme im Wald noch zu gefährlich.“ Die Land- und Forstwirtschaft wird voraussichtlich, wie schon zuvor bei den Stürmen „Paula“ und „Kyrill“ Hauptgeschädigte sein.

Auch die Bundesforste zeigen sich diesmal vorsichtiger: „Wir können lediglich sagen, dass sich der geografische Fokus auf die nördlichen Alpen legt“ sagt ÖBf-Sprecher Bernhard Schragl. Die Bundesforste sind in Oberösterreich flächenmässig sehr stark vertreten und erwarten besonders hohe Schäden. Die Regierung hat finanzielle Hilfe zugesagt. 82 Millionen € sind aus dem Katastrophenfonds verfügbar.







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