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Neuer Hutewald

Ein Wald, wie er früher war

Auf der Nordalb sollen zwischen Bäumen künftig Schafe weiden

Ein Wald, wie er früher einmal war: Einzelbäume mit weit ausladenden Kronen, dazwischen Weideland. Auf der Nordalb entsteht ein "Hutewald".


Von Manfred Bomm, Südwest Presse, 6.3.08

Geislingen Ein offener, lichter Wald mit wenig Unterwuchs soll es werden - und mit Grasflächen zwischen den weit auseinanderstehenden breitkronigen Bäumen: Weideland für den Schäfer. So stellt sich Martin Geisel, Leiter des Staatlichen Forstamts, die künftige Situation auf der Degginger Nordalb vor. Dort soll die historische Nutzungsform wieder aufleben, wie es sie noch bis vor 60 Jahren gegeben hat. Von den ursprünglich 60 Hektar "Weidewald" auf der Hochfläche werden nun 16 Hektar reaktiviert. Derzeit wird nördlich des ehemaligen Gebäudeskomplexes der Arbeiterwohlfahrt (heute "Kirche im Aufbruch") damit begonnen, den Wald zu lichten. Nur markante Bäume bleiben stehen. Stückweise wird abgeholzt, sodass der örtliche Schäfer die Gesamtfläche in fünf Jahren als Weideland nutzen kann. In dem sogenannten "Hutewald" bildet sich nach Darstellung Geisels ein besonderes Kleinklima, das eine spezifische Flora und Fauna heranwachsen lässt. Es wird landesweit das größte Projekt dieser Art sein.

Für Geisel ist es zu allererst unter dem Aspekt des Naturschutzes zu sehen: Auf engstem Raum wechselten sich schattige und besonnte Bereiche, sodass sich neben seltenen Grasarten unzählige Insekten ansiedeln könnten, die wiederum Nahrungsgrundlage für eine Vielzahl von Vögeln seien. Auf den Freiflächen werde sich auch Wacholder ausbreiten.

Die alte Landnutzungsform stelle so etwas wie ein "kleines Freilichtmuseum" dar. Geisel hebt deshalb noch einen anderen Aspekt hervor: Tourismus. Dies komme auch der Vermarktung von Lammfleisch als regionalem Produkt zugute.

Früher waren solche Weidewälder für die Landwirtschaft von großer Bedeutung: Bucheckern und Eicheln galten als willkommenes Futter für das Vieh. Deshalb finden sich noch heute in diesen Bereichen auffallend viele Eichen.

Geisel hat seinen Plan vor einigen Monaten im Degginger Gemeinderat vehement verteidigt und schließlich mehrheitlich die Zustimmung für die Umnutzung dieses Stücks kommunalen Waldes erhalten. Schützenhilfe erhielt er von dem dortigen Jagdpächter.

Die Kosten für die Realisierung des "Hutewalds" werden nach Angaben Geisels durch den Verkauf des anfallenden Brennholzes oder der Hackschnitzel gedeckt. Außerdem erhoffe man sich Landes-Fördermittel aus dem Topf für die Landschaftspflege.







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