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Forstwirtschaft in SA

Clusterstudie " Forst und Holz Sachsen-Anhalt "

Auf dem Holzmarkt wird der Verteilungskampf härter

Wald steht in Sachsen-Anhalt auf 492 128 Hektar oder 24, 1 Prozent der Landesfl äche. Wächst dort genug nach, um auch in Zukunft den Rohstoffbedarf der Sägewerke, für das Baugewerbe oder die Zellstoffproduktion zu decken, ohne Raubbau an der Natur zu betreiben ? " Es drohen Engpässe ", sagte Agrarministerin Petra Wernicke gestern im Volksstimme-Gespräch. Wernicke hatte am Dienstag im Kabinett die Clusterstudie " Forst und Holz Sachsen-Anhalt " vorgestellt.

Von Bettina Koch, Volksstimme, 3.4.08

Magdeburg. " Der Holzeinschlag ist in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen. Vor allem Nadelhölzer wurden von der Industrie nachgefragt. Gleichzeitig wurde bei der Aufforstung der Schwerpunkt in Richtung Laubbäume verschoben, um von Monokulturen wegzukommen ", sagte Wernicke. Beim verfügbaren Nadelholz seien somit Engpässe absehbar. Bei der Walderneuerung an sogenannten Grenzstandorten, an denen auch Laubbäume wachsen könnten, würden deshalb auch wieder Nadelgehölze angepflanzt, erklärte Wernicke.

Wie Bernd Dost, Referatsleiter Wald und Holzwirtschaft im Landwirtschaftsministerium, ergänzte, müsse außerdem der Holzeinschlag der 60 bis 100 Jahre alten Nadelbäume zeitlich gestreckt werden. Diese Baumbestände seien nicht nur von der Waldfl äche her am stärksten vertreten, sie hätten zudem auch die stärksten Holzzuwächse aufzuweisen. Der Anbau schnellwachsender Weichhölzer und deren Beimischung beispielsweise in der Zellstoffproduktion könnten dazu beitragen, diese Bestände länger zu halten. " Sonst haben wir in 20 Jahren eine Lücke. "

Nachhaltigkeit habe oberste Priorität, betonte Wernicke. Aus den Wäldern dürfe maximal so viel herausgeholt werden, wie auch nachwachse. Nach den aktuellen Zahlen werden in Sachsen-Anhalts Wäldern jährlich 2, 4 Millionen Festmeter Holz eingeschlagen, 3, 5 Millionen Festmeter wachsen in diesem Zeitraum nach.

Reserven bei der Holznutzung sieht Wernicke vor allem in den Privatwäldern. Rund 250 000 Hektar seien Privatwald, ein Großteil davon Kleinwald bis 3 Hektar. Mit Hilfe von Forstbetriebsgemeinschaften ( FBG ) könne die im Kleinwald logistisch schwierige Holznutzung organisiert werden. Das zahle sich dann auch für die Waldeigentümer aus, betonte Wernicke. Die Besitzer von 145 000 Hektar Kleinwald sind nach Informationen aus dem Landwirtschaftsministerium bereits inForstbetriebsgemeinschaften organisiert.

Täglich gehen laut Clusterstudie rund 88 000 Kubikmeter Nadelholz an die heimische Sägeindustrie. Wegen des Transportaufwandes sei die Holzbeschaffung im 100-Kilometer-Radius am lukrativsten, spätestens ab 300 Kilometer Entfernung lasse das Interesse der Verarbeiter deutlich nach, sagte Bernd Dost. Doch die Nachfrage steigt.

Alternativ könnte die Holzbeschaffung aus benachbarten Bundesländern erwogen werden, heißt es in der Studie. In Rottleberode ( Mansfeld-Südharz ) wurde ein neues Sägewerk mit einer Jahreskapazität von 200 000 Festmeter Nadel- und Laubholz gebaut, eine Erweiterung auf 600 000 Festmeter sei geplant, informierte Dost. Und nur 70 Kilometer davon entfernt in Niedersachsen sei ein Werk mit einer jährlichen Kapazität von 600 000 bis 800 000 Festmeter Holz geplant.

Die Energieholznachfrage werde die Verteilungsprobleme am Rohholzmarkt weiter verschärfen, sagte Wernicke, das müsse in einer Nachfolgestudie noch näher beleuchtet werden. Schon jetzt sei aber klar, dass es nicht sinnvoll wäre, weitere Ansiedlungen holzverarbeitender Betriebe mit Fördermitteln zu unterstützen. Dazu gebe es auch einen Konsens mit dem Wirtschaftsministerium. Einzelanträge würden gemeinsam besprochen.

Im Cluster Holz mit Forstwirtschaft, Holzbe- und Verarbeitung, Druckindustrie, Papiergewerbe, Baugewerbe mit Holz und Holzgroßhandel sind insgesamt rund 18 000 Frauen und Männer beschäftigt, der Jahresumsatz liegt nach den aktuellsten Zahlen bei 1, 8 Milliarden Euro. Die Clusterstudie zur Forst- und Holzwirtschaft in Sachsen-Anhalt wurde von der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt Göttingen in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre der Universität Göttingen erstellt.


7. April, 2008

Holzindustrie steigert Jahresumsatz um knapp ein Drittel

Magdeburg (ddp-lsa). Sachsen-Anhalts Holzindustrie hat in den vergangenen Jahren deutlich zugelegt. Seit 1998 habe sie ihren Jahresumsatz um über 30 Prozent auf jetzt rund 1,8 Milliarden Euro erhöht. Das zeigt eine erstmals für das Land erstellte Bestandsaufnahme des Forst-, Holz- und Papierbereiches. Die von der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt und der Universität Göttingen erarbeitete Studie wurde am Montag in Magdeburg vorgestellt. Wie das Agrarministerium unter Berufung auf die Studie weiter mitteilte, sind in den rund 2300 umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen etwa 18 000 Frauen und Männer beschäftigt.

«Holz ist angesichts der kräftig gestiegenen Nachfrage ein knapper Rohstoff geworden», sagte Ministerin Petra Wernicke (CDU). Mittlerweile herrsche in Sachsen-Anhalt ein jährlicher Holzbedarf von annähernd fünf Millionen Festmetern. Dieser könne nur zu einem Teil aus den Wäldern des Landes bedient werden. «Die Nachfrage ist so stark gestiegen, dass die stoffliche und die energetische Verwertung von Holz konkurrieren. Unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit sollte der stofflichen Verwertung der Vorrang eingeräumt werden", sagte die Ministerin.

24,1 Prozent der Fläche Sachsen-Anhalts ist von Wald bedeckt, das sind rund 492 000 Hektar. Der bundesweite Durchschnitt liegt bei 31 Prozent. Die wirtschaftlich wichtigsten Baumarten sind Kiefer, Fichte, Eiche und Buche. Der Holzvorrat in Sachsen-Anhalt beläuft sich auf etwa 110 Millionen Kubikmeter, 1990 waren es 98 Millionen.







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